Drei Jahre Schnellladen am Lohfeldener Rüssel

Knapp drei Jahre ist es her, dass die EAM zusammen mit der SVG an den Autohöfen am Lohfeldener Rüssel und am Kirchheimer Dreieck Schnellladesäulen installiert hat. Dies nahm die EAM zum Anlass für ein kleines Fazit.

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Als die Schnellladesäulen am Lohfeldener Rüssel und am Kirchheimer Dreieck 2015 in Betrieb gingen, waren das außergewöhnliche Standorte. An jeweils zwei Schnellladesäulen können dort vier Elektrofahrzeuge gleichzeitig mit bis zu 100 Kilowatt an Gleichstrom laden, zwei weitere Fahrzeuge parallel mit Wechselstrom mit bis zu 43 kW. Auch ein CHAdeMO-Anschluss ist an jedem Standort vorhanden, was damals wegen der Förderbedingungen (SLAM) keine Selbstverständlichkeit war.

Laut der EAM, sind das die am meisten genutzten Stromtankstellen der 90 SLAM-Standorte. Doch, wie drückt sich das in Zahlen aus?

In Lohfelden gab es in den vergangenen drei Jahren rund 2.400 Ladevorgänge bei denen 29.600 Kilowattstunden geladen wurden. Also rund 12 Kilowattstunden pro Ladung. Pro Tag sind das jedoch lediglich 2,2 Ladevorgänge im Schnitt über die drei Jahre.

Fast auf Augenhöhe liegen die Säulen am Kirchheimer Dreieck. Für diese gibt die EAM 2.300 Ladevorgänge mit insgesamt 25.000 Kilowattstunden an. Also 10,9 kWh pro Ladung und 2,1 Ladungen pro Tag.

Für Standorte an einer der Hauptverkehrsachsen Deutschlands sind das schon fast erschreckend wenig Ladungen, zumal es ja noch die erfolgreichsten der SLAM-Standorte sein sollen.

Zu Beginn überwogen die Ladungen an CHAdeMO und Typ2, mittlerweile hat sich der Blatt jedoch gewendet und CCS wird am häufigsten genutzt. Über die drei Jahre hinweg war die Nutzung der Anschlüsse jedoch nahezu ausgeglichen. Die Anzahl der Ladevorgänge nahmen im Schnitt rund 15 – 20 Prozent pro Jahr zu.

Da Elektroautos mit höheren Ladeleistungen erst so langsam den Weg in den Markt finden, sieht sich die EAM mit den angebotenen 100 Kilowatt gut für die Zukunft gerüstet. Beide Standorte können in dieser Hinsicht allerdings auch noch aufgerüstet werden.

Die EAM wird auch zukünftig weiter in die Ladeinfrastruktur investieren. So wurde vor Kurzem erst die Stromtankstellen am Kaufpark in Göttingen um eine zusätzlich Schnellladesäule erweitert und neue Schnellladesäulen in Baunatal und Breuna (diese Woche) in Betrieb genommen.

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10 Gedanken zu “Drei Jahre Schnellladen am Lohfeldener Rüssel

  1. Ich finde diese Standorte super. War nun schon mehrmals am Kirchheimer Dreieck und würde mit blindem Vertrauen jeden dahin schicken. Die Zuverlässigkeit ist super und dank drei CCS Rüsseln kann auch nichts schief gehen.

    Dass die Säulen vergleichsweise wenig genutzt werden überrascht mich dagegen nicht. Wenn ich auf der Autobahn unterwegs bin, sehe ich nur ganz selten ein anderes E-Auto. Warum das so ist weiß ich nicht. Auch für die günstigeren Fahrzeuge mit kleineren Akkus stellt die Autobahn mittlerweile keine größere Hürde mehr dar. Spreche da mit dem e-up! aus eigener Erfahrung. Nun ist es mit dem Opel Ampera-e natürlich zugegeben komfortabler geworden.

  2. Im Umkreis von 10km gibt es dort inzwischen einige Schelllader. Und wer ohnehin nur 50KW laden kann, wird vermutlich lieber einen der kostenlosen Lader bevorzugen. Ich war dort auch nur, weil ich die 70KW Ladefähigkeit des Ioniq mal ausprobieren wollte. Ansonsten gibt es günstiger gelegene Standorte auf der A7-A44.

    Außer Tesla sehe ich immer noch recht selten BEVs auf den Autobahnen. Ich denke das wird sich in den nächsten 2-3 Jahren deutlich ändern.

  3. Faszinierend, dass ich allein schon für 0,5-1% der geladenen Energie in Kirchheim verantwortlich bin. Ich denke auch, dass die neu hinzugekommenen, zwischenzeitlich kostenlosen Alternativen den Großteil der zusätzlichen Nachfrage absaugten. Warum bezahlen, wenn es für die meisten Autos woanders gleich schnell kostenlos Energie gibt?

  4. Wir mussten mit den Schnellladesäulen in Kirchheim als neue Besitzer eines eGolfs leider eine sehr negative Erfahrung machen…
    Die Charge&Fuel Karte von VW wurde leider nicht akzeptiert obwohl sie in der Karte von Charge&Fuel verzeichnet ist.
    Wenn man keine Newmotion-Karte besitzt hat man an der Säule keine Möglichkeit zu laden.
    Es wird keine Kreditkarte oder sonstiges akzeptiert.
    Telefonisch wurde uns vom Kundenservice mitgeteilt das wir ohne die Newmotion-Karte Pech hätten und er wünsche uns viel Glück.
    Eine Dame an der Nachbar-Ladesäule hatte das gleiche Problem.
    Mit der letzten Kraft konnten wir uns auf die nächste Raststätte retten wo man mit Kreditkarte laden konnte.

    Soweit zum Thema… „Dort kann man jeden ladewilligen bedenkenlos hinschicken“ des vorherigen Kommentars.

    Und das am größten Autohof im Umkreis von vielen Kilometern.

    Willkommen in der eMoilität.

  5. Da hatte der Kundenservice offensichtlich keine Ahnung, die Säulen sind sehr wohl im Roaming nutzbar. In den Ladelogs der beiden Einträge findet man erfolgreiche Ladungen mit diversen Karten. Warum das mit Charge&Fuel nicht geklappt hat, obwohl die Säulen dort aufgeführt werden, kann sicher VW erklären.

  6. @Herr Peter, ich habe im September meinen e-up! verkauft und der Käufer wollte ihn von Erfurt nach Fulda überführen. Also habe ich ihn darauf vorbereitet, dass er in Kirchheim laden soll. Habe ihm gesagt, er möge sich eine Woche vorher die NewMotion Karte bestellen und freischalten und schwupps, war das Laden kein Problem. Obwohl ich selbst die Charge&Fuel Karte besessen habe war mir nie bewusst, dass man dort damit laden können soll, scheint demnach ein Datenbankfehler zu sein.

    Die Meisten machen es so, dass bevor sie ein neues Auto überführen, sich bei GoingElectric informieren, wo und wie sie laden können. Dann hätte man gesehen, dass man in Kirchheim mit der NewMotion Karte am Besten dran ist.

    Allzeit gute Fahrt.

  7. Interessant ist auch die durchschnittliche Energie pro Ladung. Das zeigt, dass auch kleinere Zwischenladevorgänge stattfinden.
    Selbst der in den Kommentaren erwähnte e-UP! hat mit 19 kWh deutlich mehr Akku als die durchschnittliche geladene Energie (und wie viele e-UP! werden auf Langstrecke benutzt?).

    Das führt einmal wieder wunderbar vor Augen, wie unsinnig und praxisfremd die Pauschaltarife sind.

  8. @Ello: Gerade auf Langstrecke reize ich die Kapazität nicht unbedingt aus und lade allerhöchstens bis 85% wg abnehmender Ladeleistung. Entsprechend klein ist der Ladehub… mehr als 12 kWh lade ich mit dem i3 60Ah nie. Das zeigt sich hier auch in der Ladestatistik. Wenn man Strecken dann öfter fährt kann man mehr ausreizen…

  9. Ich war zweimal am Rüssel. Habe bei beiden Malen kaum über 10kWh geladen. Es kommt schon mal vor, dass ich mehr als 20kWh am DC nachlade. Aber das ist eher selten. Oft plane ich mindestens 50km Reserve ein. Das sind dann ungefähr 20% SOC. Bis 80% bleiben dann eben keine 20kWh Platz im Stromtank.

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