Fastned nimmt erste 350 kW Schnellladesäule in Betrieb

Foto: Fastned

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Der niederländische Ladesäulenbetreiber Fastned hat heute auf dem Rasthof De Watering bei Amsterdam die erste 350 kW-Schnellladesäule in Betrieb genommen. Bis zu 500 km Reichweite sollen so in nur 15 Minuten nachgeladen werden können – ein passende Fahrzeug vorausgesetzt.

Die Schnellladesäule wurde in Kooperation mit ABB entwickelt – laut Fastned weltweit die erste 350 kW-Säule mit Zulassung. Details waren leider noch keine zu erfahren, man darf jedoch sicher davon ausgehen, dass ein Elektroauto mit 800 Volt-Technik benötigt wird, um die Leistung der Säule voll auszuschöpfen. Für aktuelle Fahrzeuge sind dort also nicht mehr als 50 – 60 kW Ladeleistung möglich.

Ist dagegen ein kompatibles Fahrzeug vorhanden, wie beispielsweise der Porsche Mission E, der im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll, kommt man auf Ladezeiten, die nicht mehr deutlich länger als Tankstopps von Verbrennern sind. Rund 500 km Reichweite in nur 15 Minuten sind laut Fastned möglich.

Vor knapp einem Jahr hatte Fastned angekündigt, auch in Deutschland Schnellladesäulen mit ähnlichen Ladeleistungen zu errichten. Zu diesem Zweck sicherte man sich eine Förderung in Höhe von 4,1 Millionen Euro von der Bundesregierung.

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16 Gedanken zu “Fastned nimmt erste 350 kW Schnellladesäule in Betrieb

  1. Auch 400V Akkus könnten nach Adam Riese dort mit bis zu 175kW geladen werden. Die Stromstärke bleibt ja gleich. Der Ioniq schafft immerhin schon fast 70kW.
    Porsche gibt für den Mission- E übrigens 400km in 15min als Ladegeschwindigkeit an. Der Verbrauch ist doch etwas höher als die Schätzung von Fastned

  2. Hoffe das Fastned bald mal in Deutschland jetzt 2018 ein Netz aufbaut 🙂

  3. Fastned kann nicht in Deutschland einfach bauen und dafür nichts oder nur per Pauschaltarif abrechnen. Dank unseren Gesetzten und vor allen den neuen Eichgesetz ist den Fastned und vielen anderen ein wirtschaftlicher Betrieb unmöglich gemacht. Durch bepreisung in Deutschland ist Elektroauto nur unter zwei Bedingungen preiswert zu laden: zu Hause, am besten wenn noch PV da ist oder – Tesla fahren und am Supercharger laden. Alles anderes ist teurer als dickste Benziner zu fahren.
    Fastned ermöglicht in Holland schnelles Laden für alle zum vernünftigen Preisen. Es macht richtig Spaß dort zu laden. Ich hatte Hoffnung das die in Deutschland auch solche Ladeparks errichten und die Elektromobilität voranbringen…jetzt habe ich keine mehr.

  4. Hm, 15 Minuten. Vom Einstöpseln an, hin zur Toilette, Geschäft erledigen, Hände waschen und abtrocken, wieder zurück zum Auto. Da muss man u.U. schon schnell sein bzw. die Mitfahrer antreiben. Rumtrödeln ist da nicht. Für einen Kaffee reicht da die Zeit schon nicht mehr. Stellt sich die Frage, wer außer einem hyperventilierenden Vertreter im Außendienst mit dem Pulsschlag eines Kolibri braucht das? Immer im Hinterkopf: 90% der Fahrenergie wird nebenbei geladen, wenn das Auto ohnehin steht. Und speziell zur Urlaubszeit: teilt man da die 350kW nicht besser auf 7 Auto a 50kW gleichzeitig auf?

  5. Dem Foto nach hat die Ladestelle Tankstellencharakter, d.h. um sich einen Kaffee für die Ladeweile zu holen bzw. Stoffwechselprodukte zu entsorgen muss man erstmal 200m wandern gehen.
    Versteht mich nicht falsch, ich finde es toll, dass es nun auch Überlader für Nicht-Teslas gibt. Ist nur schade, dass anscheinend auch Fastned in der klassischen Denkweise „erst tanken, dann Klo und Wurschtwecken“ gefangen sind.
    Warum nicht 20 Anschlüsse mit Lastverwaltung beim Restaurant?

  6. 350KW ist schon eine Hausnummer. Nur Schade, dass es in absehbarer Zeit kaum einer nutzen kann. Mehr als 150KW wird es wohl für die breite Masse so schnell nicht geben.

    Ich stelle mir die Frage ob 350KW wirklich nötig sind. Gut für die Vollgasidioten, die nach 10min Pinkelpause weitere 300km mit 200km/h rasen wollen. Aber in Holland?

    Der Rest macht ohnehin aller 200-300km nach normaler Fahrt eine Pause, die auch gerne mal 20min dauern kann. Und da reichen die 150KW locker aus.

    Ich finde die 350KW machen die Ladeinfrastruktur nur unnötig teuer. Dann lieber bald möglichst flächendeckend 150KW.

    In der Praxis stelle ich mir das auch komisch vor. 10min Ladezeit ist zu kurz zum Kaffeetrinken. Also entweder blockiert man den Lader unnötig lange oder bleibt im Auto. Gut nach voll könnte der Nächte abstecken und bei seinem Fahrzeug anstecken. Aber wären da die Kabel lang genug? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die 350KW Stomschläuche unendlich lang sind.

  7. Wenn man sich die Überdachung der 350 kW-Lader anschaut, ist diese bereits für größere Fahrzeuge ausgelegt. Vermutlich hat Fastned in dieser Leistungskategorie an zukünftige e-LKW gedacht und eine ausreichende Durchfahrtshöhe berücksichtigt.
    Dafür spricht auch die lange Haltezone vor und hinter der Ladesäule.

  8. Warum postulieren E-Mobilisten eigentlich ständig so pauschal Arten des Reisens, die ich in den letzten 30 Jahren bei keinem mir bekanntem Menschen als Normal erlebt habe als die Regel?
    Also wenn ich nach Italien in den Skiurlaub fahre, dann nervt es mich, wenn wieder irgendwer mehr als 1x pinkeln muss, weil wir dann mehr als den einen Tankstopp machen müssen.
    Ich kenne wirklich Niemanden, der alle 200km eine Pause macht…die wollen doch ankommen und dann ihre Ruhe haben und am Ziel der Reise Pause machen.

    Versteht mich nicht falsch: Man kann das machen, wenn man eben laden muss. Und ich könnte mir das auch vorstellen…aber ich würde niemals auf die Idee kommen zu behaipten, dass da der einzig denkbare Weg ist und jeder der das nicht so macht per se schon schräg ist.

  9. @Gigafarad Fastned würde gerne mehr als nur Strom anbieten, darf aber nicht. Klagt deswegen auch schon in den Niederlanden vor Gericht. Warum die Restaurantbetreiber nicht 20 Anschlüsse bauen, müssen sie diese Fragen. Weil sie es bisher nicht getan haben und die großen Mineralölfirmen ebenfalls nicht, gibt es zum Glück Firmen wie Fastned.
    Die Fastned Stationen die ich bisher benutzt habe lagen zudem auch nicht 200 Meter von der Tankstelle oder Restaurant entfernt. Im Schnitt eher so um die 50 Meter und ein wenig Bewegung schadet in der Ladepause nicht.

  10. Fabelhaft. So sollten Ladestationen aussehen!
    Wir haben am letzten WE gerade eine Campingtour gemacht und da ist es nötig alle 2 Stunden den Akku wieder aufzuladen.
    Bei jedem der 7 Stopps an dem Wochenende mussten wir erst einen geeigneten Parktplatz für den Wohnanhänger suchen, den Anhänger abkoppeln (hoffen, dass niemand den Anhänger zuparkt), rückwärts an die Ladesäule ranfahren (die z.T. zugeparkt waren, weil die Benziner das nunmal nicht als Tankstelle wahrnehmen), nach dem Laden wieder ankoppeln und wieder 2 Stunden fahren.
    Das nervt schon sehr und ich war froh, dass es nicht noch geregnet hat (wäre bei den Fastnet-Stationen auch kein Problem)…
    Hoffentlich macht dieses Vorbild sehr bald bei allen Anbietern Schule!

  11. Ich bleibe dabei 150KW ist für PKW ausreichend für die nächsten 10-15 Jahre. Was danach kommt ist heute ohnehin noch nicht absehbar. Um bei 2C zu bleiben bräuchte man für 350KW einen 175kWh Akku. Der ist noch nicht mal bei Tesla in Sicht. Aber für LKW ist das schon eher interessant. Nur gibt es da leider auf absehbare Zeit auch noch keine. Nebenbei bemerkt könnte ein LKW in den vorgeschriebenen 45min Lenkzeitunterbrechnung bei 150KW über 100kWh laden. Und nach weiteren 4h muss er eine längere Pause machen.

  12. An dieser Ladestation (sowie an zukünftigen ähnlichen) werden wohl bald die Porsche Mission-e Fahrer hinter e-LKWs Schlange stehen müssen.

    Wünsche ihnen viel Spaß und Geduld darauf zu warten bis der e-LKW mit dickem 350KWh Akku wieder vollgeladen ist. 😉

  13. Bei Fastned selbst und andere Newsseiten wird das höhere Dach ja explizit erwähnt. Also dient das nicht nur Porsche sondern auch den LKW. Entsprechende LKW abseits von Tesla sind aber noch nicht wirklich angekündigt. Die meisten anderen Modelle sind nicht für Fernverkehr ausgelegt und werden sicherlich vermeiden, an so teuren externen Ladern zu laden. Entsprechend werden die Ladesäulen auch nicht so schnell überlaufen von ihnen.

    Der Ioniq läd ja auch schon mit 70 kW. Das wird er auch da können. Mit 400 V kommt man halt bis 150-175 KW. Entsprechend ist das hier im Artikel höchst missverständlich formuliert. Mehr Leistung geht bei CCS wie Chademo mit höherer Spannung einher. Hier stellen die 800 V keinen Nachteil da, wie Guy das suggeriert.

    Die Gleichrichtereinheiten sind ja nicht mehr wie bei den 50 kW-Schnarchladern in der Säule verbaut. Entsprechend ergibt es auch keinen Sinn hier explizit noch 150 kW-Säulen daneben zu stellen. Die Säulen decken halt alles mit ab.

  14. Hm, da ist mal jemand vorausschauend und baut einen zukunftssicheren Lader und dann heisst es gleich wieder, wozu, braucht kein Mensch.
    Und dann fragt man sich, warum die Entwicklung eigentlich woanders stattfindet.

  15. 350 KW sind schon lecker
    Ich fand das alte Design der Fastnet Ladepunkte goiler

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