Mit dem 30 kWh Nissan Leaf in die Alpen – Liveblog

Liveblog - mit dem 30 kWh Nissan Leaf in die AlpenGestern hatte ich angekündigt, dass noch ein Langstreckentest mit dem neuen Nissan Leaf bevorsteht. Nun ist es so weit und ihr könnt live dabei sein. Von Nordhessen aus, wird es ins Ötztal gehen.

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Die genaue Route – kleinere Abweichungen nicht ausgeschlossen – könnt ihr hier sehen: Routenplaner. Eigentlich eine recht gemütliche Strecke, gerade mit der großen Batterie, erwarte ich keine größeren Probleme. Aber man weiß ja nie. Wie es läuft, könnt ihr hier verfolgen.

Samstag – zum höchsten befahren Punkt der Alpen

Mit dem Leaf am TiefenbachgletscherHier noch der versprochene Nachschlag. Denn in Längenfeld war zwar der Freitag zu Ende, es sollte heute jedoch noch höher hinaus gehen, nämlich zum Tiefenbachgletscher.

Über Nacht war der Leaf selbstverständlich aufgeladen, auch wenn ich aufgrund der angezeigten dreizehneinhalb Stunden Ladezeit leichte Zweifel hat. Geladen wurde allerdings nur an einer Schuko-Steckdose.

Nach einem kleinen Zwischenstopp in Sölden, ging es mit 89 Prozent Ladestand los auf die Ötztaler Gletscherstraße. Sie führt durch den höchstgelegenen Tunnel Europas, dem Rosi-Mittermaier-Tunnel, hinauf zum höchsten per Straße erreichbaren Punkt der Alpen auf 2829 m ü. A..

Die 1.500 Höhenmeter Differenz machten sich natürlich deutlich beim Ladestand bemerkbar. Von den anfänglichen 89 Prozent, waren oben angekommen noch 56 Prozent übrig. Was die Batterie angeht, hätte es also noch deutlich weiter höher gehen können.

Um den Rückweg muss man sich dabei keine Sorgen machen. Dank Rekuperation, erhält man einen Teil der Energie, die man bergauf verbraucht hat, wieder zurück. Im Tal war der Ladestand wieder bei 70 Prozent angelangt. Insgesamt hat die Fahrt also 19 Prozent ‚gekostet‘.

Mehr zu der Fahrt dann in einem separaten Beitrag.

21:40 Ankunft

Ankunft im ÖtztalEndlich angekommen. Eigentlich ist es schon einen Moment her, ich musste jedoch sehr dringend etwas essen. Sorry.

Bis zum Ziel war dann doch keine weitere Ladung mehr nötig, vermutlich hätte ich es auch ohne die Stunde Laden in Reutte geschafft, wenn ich noch langsamer gefahren wäre. Trotz des Fernpasses im Weg, ist mein Durchschnittsverbrauch weiter gesunken. Schon erstaunlich, was die geringere Durchschnittsgeschwindigkeit auf kurvigen Straßen ausmacht. Nach 677 km liegt er nun bei 16,9 kWh / 100 km. Dabei ging es allerdings auch 1.000 Meter nach oben.

Für die 86 Kilometer habe ich eine Stunde und 35 Minuten sowie 48 Prozent der Kapazität benötigt. Die Restreichweite betrug bei Ankunft 37 km.

Nun geht ein sehr langer Tag zu Ende. Ohne das Bloggen – Fotos schießen, Texte schreiben und mit immer wieder abbrechenden Internetverbindungen kämpfen – wäre ich sicher ein paar Stunden eher am Ziel gewesen. Jedenfalls war der Leaf in der Regel schneller fertig als ich.

Was mich doch ein wenig erstaunt hat, war der Temperaturanstieg der Batterie während dieser Tour. Der 30 kWh Nissan Leaf lädt zwar länger schnell, dies scheint sich jedoch bei der Temperatur sehr bemerkbar zu machen – vor allem wenn man wie ich zwischen den Ladungen noch 110 bis 120 km/h fährt. Ich dachte ja, man kann die größere Kapazität auch zum schneller Fahren nutzen, nach der heutigen Erfahrung kann ich das jedoch nur bedingt empfehlen. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass keinerlei Einschränkungen zu spüren waren, trotz Temperaturbalken im roten Bereich und mehr als 50 °C in der Batterie. Also alles vielleicht nicht ganz so schlimm?

Morgen, wenn Wetter und Straßenverhältnisse mitspielen, gibt es noch einen kleine Nachschlag.

Fast vergessen: Wo ich bin? Das bekommt ihr sicher selbst raus? 😉

19:10 Reutte

Ladestopp in ReutteBevor es über den Fernpass geht, lade ich sicherheitshalber noch einen Moment in Reutte. Ich hatte zwar angekündigt primär Autobahn fahren zu wollen, das Navi im Leaf war jedoch der Meinung, dass der Weg über die Bundestraße schneller ist. Eine Stunde und zwanzig Minuten habe ich für die knapp 90 km gebraucht.

Laut Anzeige wären noch 95 km möglich gewesen – ausgehend vom vergangenen Verbrauch natürlich. 53 Prozent war der Ladestand. Noch ein klein wenig, dann geht die Fahrt weiter – auf dem Weg sind ja noch ein paar Lademöglichkeiten.

Die erhofften Fotos vom Fernpass muss ich dann wohl auf dem Rückweg nachliefern, hier wird es so langsam dunkel.

17:13 Lechwiesen Süd

Lechwiese SüdNur ein ganz kurzer Stopp, um noch mal so viel Energie wie möglich in die Batterie zu bekommen. Für die 55 Kilometer habe ich 50 Minuten gebraucht. Wegen der Batterietemperatur macht es offenbar wenig Sinn, weiter mit 110 – 120 Sachen zu fahren. Daher war die letzte Etappe auch recht gemütlich mit Tempomat auf 95. Mein Durchschnittsverbrauch ist deshalb auf 17.7 kWh / 100 km gesunken. Laut Reichweitenanzeige wären noch 134 km möglich gewesen – 69 Prozent.

Nächster Stopp ist dann Reutte. Ohne Zwischenladung werde ich den Fernpass eher nicht schaffen.

15:44 Gersthofen

Tank und Rast EdenbergenWährend dieser Etappe habe ich etwas experimentiert. Da die Batterietemperatur so hoch war und ich keine Lust mehr auf Autobahn hatte, habe ich wagemutig die Navigationsvariante ‚kurz‘ gewählt. Man wird zwar gewarnt, dass dabei keine Verkehrsmeldungen berücksichtigt werden, aber wer rechnet denn gleich mit zwei längeren Umleitungen. Zudem wird man für eine gefühlte Ersparnis von 500 Metern permanent durch Innenstädte geführt. Ab jetzt wieder Autobahn, sonst komme ich heute nicht mehr an.

Gefahren bin ich 130 km, mit einem Rest von — km und eine Ladestand von 6 Prozent. Ich weiß nicht, ob es an der Batterietemperatur lag, in Satteldorf war der Leaf jedoch nicht zu überreden nach 80 Prozent weiterzuladen. Macht also 74 Prozent für 130 km.

5 Bäume als Belohnung fürs sparsame FahrenAllerdings wurde ich vom Leaf mit fünf Bäumen für diese Schleichfahrt belohnt. Der nächste (kurze) Stopp wird an der Raststätte Lechwiesen in Landsberg am Lech sein. Mal schauen, ob CHAdeMO trotz AC-Störungsmeldung funktioniert.

12:08 Euro-Rastpark Satteldorf

Euro-Rastpark SatteldorfDieser Abschnitt war mit 105 Kilometer wieder nicht ganz so lang. Leider stehen die Schnellladesäulen noch nicht in einem optimalen Abstand, so dass es schneller ist, wenn man in kürzeren Abständen lädt, statt das letzte Bisschen aus der Batterie bei Schleichfahrt herzuholen. Für diesen Abschnitt habe ich eine Stunde und dreizehn Minuten gebraucht. Es waren noch etwa 20 Prozent in der Batterie, die Restreichweite betrug 40 km. Der Tempomat war auf 110 gestellt.

Gut, die neuen allego Schnellladesäulen am Euro-Rastpark in Satteldorf funktionieren – bisher gab es noch keine bestätige Ladung im Verzeichnis.

Nissan Leaf BatterietemperaturWeniger gut sieht es allerdings aus, wenn ich mir die Batterietemperatur ansehe. Nach nun drei Schnellladungen, liegt sie kurz vor dem roten Bereich. LeafSpy sagt mir 50 °C. Leider kühlt die Batterie zwischen den Ladungen nur um wenige Grad Celsius ab. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt.

Für den nächsten Abschnitt geht es zum Großteil über Land,etwa 140 km. Ziel ist die Schnellladesäule am Rastplatz in Gersthofen.

9:52 Rastplatz Riedener Wald

Rastplatz Riedener WaldNach einer Stunde und 24 Minuten Fahrt, bin ich an meinem nächsten geplanten Stopp am Rastplatz Riedener Wald angekommen. Nach 125 km zeigte die Restreichweitenanzeige Ladestand Ankuft Riedener Waldnoch 14 km an – 7 Prozent waren noch in der Batterie. Allerdings bin ich weiterhin zwischen 110 und 120 auf der Autobahn gefahren.Bei dem starken Regen, hat das keinen unerheblichen Einfluss auf den Verbrauch. Dieser liegt nun im Schnitt bei 19,7 kWh / 100 km.

Geplant war nur ein kurzer Stopp, da die Säule allerdings bei 35 Prozent die Ladung abgebrochen hat – ich habe währenddessen etwas gegessen – sitze ich hier noch einen Moment fest.

Der nächste geplante Halt ist dann am Euro-Rastpark in Satteldorf.

7:47 Autohof Kirchheim

Autohof Kirchheim

Nach einer Stunde und 16 Minuten mit 23 Prozent Ladestand am Autohof in Kirchheim angekommen. Da dieser Abschnitt nur 92 km lang war, bin ich 120 km/h nach Tacho gefahren, dort wo es erlaubt war. Deshalb liegt mein Durchschnittsverbrauch nun auch bei 20,6 kWh / 100 km. Laut Reichweitenanzeige waren noch 44 km möglich. Nächster Stopp wird der Rastplatz Riedener Wald sein. Während ich diese Zeilen schreibe, ist die Batterie bereits wieder bei 73 Prozent.

Start um 6:25 in Hofgeismar

Start in Hofgeismar Guten Morgen. Mit einsetzendem Regen geht es (fast) pünktlich los. Erster Stopp wird Kirchheim sein. Der Leaf meldet 98 Prozent und 196 km Reichweite, zu fahren sind 90 Kilometer, überhaupt kein Problem. Also Heizung auf angenehme 21° gestellt und los geht es.

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21 Gedanken zu “Mit dem 30 kWh Nissan Leaf in die Alpen – Liveblog

  1. Danke für den Liveblog. Ist sehr spannend! Krass finde ich die hohe Akkutemperatur nach wenigen DC-Ladungen. Und das bei den Temperaturen… Wie das wohl im Sommer bei 30 Grad wäre. Hat der Leaf keine aktive Kühlung für den Akku?

  2. Schaut ganz gut aus mit dem Leaf, weiterhin gute Fahrt und einen kühlen Akku

  3. Weiter gute Fahrt!

    …und einen herzlichen Gruß an den Astra-Verpenner-Fahrer, der am Euro-Rastpark Satteldorf die Schnellladesäulen zuparkt.

  4. Hi Guy!

    Die Idee mit dem LiveBlog ist super, schaue mal so jede Stunde rein. Für wann planst Du die Rückfahrt und bloggst Du die auch?

    Allzeit genug Saft im Akku und gute Reise!

  5. Es zeigt sich wieder mal dass 30kWh eine sehr sinnvolle Akkugröße als Kompromiß zwischen Reichweite, Ladezeit und Kosten ist.
    Lade- und Fahrtzeit stehen bei 50kW-Ladung in einem akzeptablen Verhältnis.

    Abseits dieser Nord-Süd-Achse siehts allerdings mit CHAdeMO immer noch trostlos aus, vor allem wenn man am WE oder nachts unterwegs ist.
    Der Akku wird auch zu warm!

    Weiter gute Fahrt 🙂

  6. einmal mehr wird deutlich wie wichtig 60er Akkus selbst in solchen Fahrzeugen sind.
    alle 1 Std. aufladen… das mag für uns E-Freaks okay sein. draussen am Stammtisch
    und the real Welt bekommste im besten Fall Lachtränen!

    trotzdem oder vorallem deswegen allseits Gute Fahrt!

    und möge immer die nächste Ladesäule frei sein…. *grins*

  7. Weiter gute Fahrt !
    Durch Deinen Blog weiß ich jetzt, dass ich 1h schneller von Tübingen nach Nürnberg komme mit dem neuen Schnelllader an der A6 bei Satteldorf.

    Große Freude 😀

  8. Erschreckend warm der 30 kWh-Akku nach Schnellladungen.

    Ach ja, und vergiss die kürzeste Route im Navi, nimm lieber Eco. Die schickt dich nicht durch Innenstädte, sondern über die Umgehung.

  9. Hallo Guy,
    liest sich richtig gut. Komm gut an und weiterhin gute Fahrt.

  10. Ist der Akku des Leaf flüssigkeits- oder luftgekühlt? Wenn er jetzt schon im Temperaturgrenzbereich ist, wie stellt es sich erst im Sommer dar?

  11. Man darf beim Akku nicht vergessen, dass dieser nicht nur das Schnellladen und das Entladen im Fahrbetrieb verkraften muss, sondern auch die Repurerationsströme. Diese stehen zwar immer nur wenige Sekunden an, können aber auch die Leistung einer Schnellladung erreichen. Mit welcher maximalen Leistung kann der Leaf eigentlich Rekuperieren? 50KW oder sogar noch mehr?

    Beim Prius habe ich beim normalen Bremsen im Stadtverkehr aus 50km/h schon 10-15KW. Aus Autobahngeschwindigkeit geht das schonmal auf 27KW hoch. Mehr kann der nicht.

    Gerade im hügligen Gelände wird dadurch der Akku ganz schön durchgeknetet und die Temperatur geht hoch.

    Aber mit geschickter vorrausschauender Fahrweise kann man die Rekuperation und das erneute Beschleunigen etwas reduzieren und somit den Verbrauch senken. Sollte beim Leaf sich auch positiv in der Verbrauchsbilanz niederschlagen, wenn man so fährt, dass man möglichst wenig bremsen muss.

  12. Dem Leaf fehlt effektiv die aktive Kühlung des Akkus. Beim I3 bleibt die Akku-Temperatur auch nach mehreren Ladungen am 50 kW CCS Lader auf einer langen Tour im niedrigen 30 Grad Bereich, auch im Hochsommer. Damit fällt die maximale Ladeleistung nicht unter 45 kW und der Akku leidet nicht so wie im Leaf.

  13. Danke für die zahlreichen Kommentare.

    Die Fahrzeit ist durch die Bloggerei natürlich nicht sehr repräsentativ. Alleine dafür kann man sicher mindestens zwei Stunden abziehen. Daher werde ich die Rückfahrt auch nicht erneut bloggen – vielleicht mache ich einen Mini-Blog im Forum, nur mit Daten.

    Zur Temperatur beim Schnellladen, kam bei mir noch die recht hohe Geschwindigkeit auf den ersten Etappen dazu. Bei Landstraßentempo sinkt die Temperatur schon ein wenig während der Fahrt, allerdings nicht, wenn man recht konstant 120 fährt.

  14. Oh keine Kühlung 🙁

    Das ist leider der Lebensdauer des Akkus nicht besonders zuträglich, wenn der längere Zeit bei 40+ Grad betrieben wird. Ab 50 Grad sinkt die Lebensdauer schon erheblich. Am wohlsten fühlt sich so ein Akku zwischen 20 und 30 Grad.

  15. Die Daten der sehr oft schnell geladenen Leaf-Taxis zeigen doch, dass die Zellen sehr gut damit klar kommen.

  16. Ein schöner Test. Hattest Du immer vorgeheizt? Bringt 5-10%. Danach Lüftung NUR an die Scheibe ist toll. Hat der 2016er LEAF schon die bequeme Direktheiztaste am Schlüssel wie der E-NV200 um beim Laden schön mollig zu heizen?

    Mir scheinen die Verbräuche einen Tick zu hoch. Hattest Du den Luftdruck bei Abholung kontrolliert? Im Türrahmen stehen 2,5bar. Vor langen Fahrten mache ich immer 3,0bar in die Pneus. Bringt ca. 10% Reichweite. Danach lasse ich wieder auf 2,7bar ab.

    Zu hart ist nicht gut für die Gelenke. Weder für Mensch noch Maschine! 🙂

    Gute Reise!

  17. „….Temperaturbalken im roten Bereich und mehr als 50 °C in der Batterie“.
    Vielleicht sind Vorführwagen doch keine guten Schnäppchen…
    Bei einem Privatfahrzeug wird sowas (hoffentlich) nicht passieren.

  18. War mit meinem i3 am 3.09.16 auch am höchsten Punkt der Alpen – oder am höchsten Straßenpunkt Europas, der ohne Sondergenehmigung befahrbar ist. Es sind wohl eher zwei Punkte, denn der Ausgang des Rosi-Mittermaier-Tunnels am Tiefenbachferner ist angeblich höher als der offiziell ausgewiesene Punkt oberhalb der Talstation der Seilbahn Schwarze Schneid. War jedenfalls an beiden, Beweisfotos folgen im Forum folgen.
    Im Gegensatz zu den ICE macht E-Autos die Höhe ja nichts aus – nur tiefere Temperaturen, was zu diesem Zeitpunkt kein Thema war!
    Es gibt übrigens inzwischen auch noch einen näheren Ladepunkt als Längenfeld, nämlich in Sölden (war Erstnutzer) – im neuen Hotel dieberge.

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