3. Fortschrittsbericht der NPE

3. Fortschrittsbericht der NPEGestern wurde der dritte Fortschrittsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) der Bundesregierung vorgelegt.

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Ziel der NPE ist Deutschland zu einem Leitanbieter für Elektromobilität bis 2020 zu entwickeln. Die geplanten eine Million Elektroautos für 2020 werden jedoch ohne weitere Maßnahmen wohl nicht erreicht werden. Die Experten gehen von ca 600.000 Elektroautos in 2020 aus.

Insgesamt sieht man sich auf einem guten Weg, ohne deutliche Kaufanreize wird es jedoch sehr schwierig die Ziele zu erreichen.

Zurzeit befinden wir uns in der Phase der Marktvorbereitung, die bis 2014 abgeschlossen sein soll. Die deutschen Automobilhersteller haben bislang 15 Elektroautos angekündigt, so dass die Experten der NPE auch den Markhochlauf positiv sehen.

Die NPE kritisiert jedoch, dass das 2011 vorgeschlagenen Maßnahmenpaket noch immer nicht vollständig umgesetzt wurde.

Kernpunkte des Maßnahmenpakets sind:

  • Sonderregelungen bei der Abschreibung von Elektrofahrzeugen (Sonder-AfA)
    Sonderabschreibung der Anschaffungskosten in Höhe von 50 Prozent im ersten
    Jahr der Nutzung für betrieblich genutzte Elektrofahrzeuge angesichts eines hohen
    Innovationstempos in diesem Bereich
  • Nachteilausgleich bei der Dienstwagenbesteuerung
    Pauschaler Abschlag von der Steuerbemessungsgrundlage zum Ausgleich von
    Nachteilen gegenüber konventionell betriebenen Fahrzeugen, abhängig von der
    installierten Batteriekapazität, mit einem Abschlag von 500 EUR pro Kilowattstunde
    bei einer Obergrenze von 20 Kilowattstunden
  • Zinsgünstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
    KfW-Sonderkredit mit einer Effektivverzinsung von circa 2,5 Prozent p.a., begrenzt auf 30 Tausend EUR
  • Kfz-Steuer-Incentive
    Steuer-Incentive (100 EUR pro Kilowattstunde für gewerbliche, 150 EUR pro Kilowattstunde für private Käufer bis maximal 20 Kilowattstunden), einschließlich Befreiung von der KFZ-Steuer
  • Prüfung eines öffentlichen Beschaffungsprogramms für E-Fahrzeuge
  • Zur Unterstützung des Marktaufbaus wurden zusätzliche nicht-monetäre Anreize, wie die bevorzugte Nutzung von Parkplätzen sowie eine Prüfung der Nutzung von Busspuren empfohlen. Zudem sollen weitere Anreizinstrumente wie die Einführung von Wechselkennzeichen oder ein möglicher Netzintegrationsausgleich geprüft werden

Die bisher von der Regierung umgesetzten Anreize wie Verlängerung der KFZ-Steuerbefreiung auf zehn Jahre und der Nachteilsausgleich für privat genutzte Elektroautos als Firmenwagen erhöhen die im zweiten Bericht erwartete Stückzahl von 500.000 in 2020 lediglich um 10 bis 20 Prozent.

Der NPE schätzt den Bedarf an Ladepunkten für die ein Million Elektroautos auf 950.000. Der Großteil davon, 800.000, sind private Ladepunkte, die z.B. in der heimischen Garage installiert werden. Den Bedarf an öffentlichen Ladepunkten liegt in 2020 bei etwa 150.000. Anfang 2012 waren es noch 2.200 öffentliche Ladesäulen.

Hier kommt auch noch etwas Arbeit auf mich zu. Im Stromtankstellenverzeichnis auf goingelectric.de sind bislang ein Drittel davon verzeichnet. Wer also noch eine Stromtankstelle kennt, ist herzlich eingeladen sie zu melden.

Etwa 7.000 Schnellladepunkte sollten bis 2020 an stark frequentierten Orten aufgebaut werden, zurzeit sind es 12.

Insgesamt ist der Bericht weniger negativ als ich gedacht habe. Es sind noch viele Maßnahmen erforderlich, um die gesteckten Ziele zu erreichen, Deutschland ist jedoch auf einem guten Weg dahin. Mir gefällt, dass die Maßnahmen langfristig und nachhaltig angelegt sind und die Regierung nicht wieder ein neues Strohfeuer entzündet.

Den vollständigen Bericht findet ihr hier zum herunterladen. Besonders gefreut hat mich Fußnote 35 😉

Was meint ihr zum Bericht der NPE? Sind wir auf einem guten Weg? Was muss sich eurer Meinung nach noch ändern?

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4 Gedanken zu “3. Fortschrittsbericht der NPE

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  3. Ich stehe der Zukunft von Elektrofahrzeugen sehr positiv gegenüber. Nicht nur weil wir damit erneuerbare Energien sinnvoll für unsere Umwelt einsetzen, sondern weil wir eben auch viele Branche mit neuen Jobs versorgen bzw. versorgen können. Klar sollte aber auch sein, dass man so ein Projekte nicht von heute auf morgen umsetzen kann. Ich finde daher, dass man die Leute über eigene Solarstationen besser aufklären sollte. Ich verfolge gerne die Siemenskampagne über Elektromobilität, aus diesem Grund weiß ich das sehr viel Informationsbedarf für die Bevölkerung vorliegt. Übrigens, herzlichen Glückwunsch zu Fußnote 35! 😉

  4. Die NPE liefert eher Stillstandsberichte. Fahre selbst seit zwei Jahren täglich elektrisch und bin hochgradig zufrieden und kann als Selbständiger mit regionalem Umfeld bis 100km in einem Lithium-gepimpten 12 Jahre alten Wagen mit deutscher Technik meine Dienste zu 98% elektrisch erledigen. Seit einem Jahr haben wir ein zweites Auto im Betrieb und sparen monatlich etwa 250,00EUR Treibstoffkosten (vom Ruß ganz zu schweigen) und im Jahr etwa 500,00EUR Reparaturen und Kundendienste an den noch vorhandenen Dampfmaschinen. Strom kann man zudem im Sommer im Überfluß selbst machen, so daß die Autos auf dem Zähler bei uns quasi unsichtbar sind. Viele andere E-Fahrer berichten gleiches. Das alles ficht die NPE nicht und will weiter „forschen“, „studieren“, „Schaufenster“ erstellen, „Leuchtturmprojekte“ suchen. Alles Dünnschiss, der nur verschleiern soll, daß die Industrie+Politik aus simplen Gründen eben KEIN Interesse an elektrischer Massenmobilität hat. Hr. Prof. Dr. Kagermann fährt meines letzten Wissensstandes nicht einmal selbst elektrisch, „kann es sich aber vorstellen“ (siehe Interview ADAC Motorwelt). Armes Deutschland….

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