Rechnet sich die Anschaffung eines Elektroautos?

electric-car-629880_640Forscher der Ruhr-Uni Bochum haben angesichts der Kaufprämie für Elektroautos nochmal nachgerechnet. Philip Dost und Philipp Spichartz des Instituts für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik an der Ruhr-Universität Bochum haben eine eigene Studie zur Alltagstauglichkeit der Stromer überarbeitet, um festzustellen, wie sich die Prämie auf die Amortisationszeit der Fahrzeuge auswirkt.

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eco-friendly-149801_640Der Anschaffungspreis eines Elektro- oder Hybridwagens ist meistens höher, als der für einen vergleichbaren Benziner oder Diesel. Ziel der Kaufprämie ist es, diese initiale Hürde des Kaufpreises zu senken und die Elektromobilität zu fördern. In Punkto Wartung und „Betankung“ hingegen, sind die Kosten oft jetzt schon niedriger. Insbesondere bei Kleinwagen. Diese amortisieren sich mit der Kaufprämie schon nach höchstens 3,3 Jahren. Und „batteriegetriebene Kleinwagen sind selbst bei geringerer Nutzung von rund 7000 Kilometern pro Jahr schon ohne Prämie über das gesamte Fahrzeugleben günstiger als Kleinwagen mit Verbrennungsmotor“, so Spichartz.

Für Vielfahrer hingegen lohnt sich ein Plug-In Hybrid oder eine Elektroauto mit Range Extender. Hier, so die Forscher, rechne sich ein Auto der unteren Mittelklasse und bei rund 28,000 gefahrenen Kilometern im Jahr nach 4,2 Jahren im Vergleich zum Benziner. Vor der Förderung lag die Amortisationszeit noch bei 7,8 Jahren. Auch interessant: Je mehr Strecke nur mit dem Elektroantrieb zurückgelegt wird, desto kürzer die Amortisationszeit. Fährt man etwa 80 Prozent der 28,000 km rein elektrisch, liege diese schon bei zweieinhalb Jahren.

Lehrstuhl-Inhaber Constantinos Sourkounis hofft, dass durch die verkürzte Amortisationszeit auch die Absatzzahlen steigen. Das wiederum würde Produktionskosten sowie den Anschaffungspreis senken und die Zuschüsse überflüssig machen. Eine reine Aufwärtsspirale.

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25 Gedanken zu “Rechnet sich die Anschaffung eines Elektroautos?

  1. Seit wann geht es beim Fahrzeugkauf darum, ob sich was rechnet? Mich nervt diese Diskussion.
    Autokauf ist eine höchst emotionale Entscheidung. Fakten zählen da nur nebenbei.
    Stellt lieber dar, wie geil ein Elektroauto ist. Weil es toll beschleunigt, weil es so leise ist, einfach weil es cool ist.

    Wenn mich jemand fragt, ob sich ein E-Auto rechnet antworte ich:
    Wann rechnet sich ein A6 gegenüber einem Superb?
    Wann rechnet sich eine Metalliclackierung?
    Wann rechnen sich Alufelgen oder Breitreifen?

  2. …kommt auf den Strompreis an 😉

    Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass der Elektroantrieb deutlich wartungsärmer ist und somit deutlich geringere Betriebskosten anfallen. KFZ Steuer und Benzinpreis mal ganz zu schweigen. Wenn dann noch die Alltagstauglichkerit bei 300km+ auf Augenhöhe liegt, gibt es fast kein Argument mehr dagegen.

  3. Die Frage ist für wen ?
    Wenn man Frau und Herrn Umwelt oder lärm- und gestankgeplagte Innenstadtbewohner meint, stellt sich mir diese Frage nicht mehr.

  4. kleine Ergänzung:
    Seit 6/2013 habe ich der Umwelt 3040 Liter Diesel und knapp 8t CO² erspart …

  5. Kein Mensch fragt ob sich ein A3, ein VW Passat, ein Mercedes C-Klasse lohnt!!! Mann entscheidet nach Familienansprüche, Fahrleistung, Bauchgefühl, Spaß und Geldbeutel. Warum wird hier der Cent umgedreht. Ich habe nach o.g. Kriterien entschieden und mir ein E-Mobil gekauft. Muß ich mich jetzt dafür noch entschuldigen?

  6. Ich mache es kurz…. meine MIA Electric 2015 3500 km gefahren. Strom und Versicherung 185.- Euro

  7. Mein Autokauf hat sich noch nie gerechnet, weil ich Neuwagen bis Jahreswagen gekauft habe und die nur drei Jahre selber gefahren bin. Also genau im größten „Wertverlust“. 🙂
    Von daher fange ich solche Rechnungen nur pseudomäßig an.
    Ich schaue da eher was die „Haltung“ kostet und ob das noch stimmt und dann ist auch gut.

  8. Für Vielfahrer einen Hybriden, ich fahre mir mienem i-MiEV 35-40tsd km im Jahr wenn ich das jetzt auf Hybrid umrechne bin ich um einiges Teurer.

    Weil viele sagen Autokauf rechnet sich nicht, das stimmt, nur legt halt nicht jeder gerne mehr Geld auf den Tisch und hat nichts davon 😉

  9. Blöde Diskussion, „lohnen“ passt nicht zu Auto. Wird aber immer in Verbindung mit Elektroautos benutzt, eigenartig.
    Ich habe mir mein Auto nur aus Spaß gekauft, weil eAuto fahren einfach nur Spaß macht. Was soll man da erst zum Motorrad fahren sagen, da wird die Diskussion mal richtig blöd. Ob es auch Studien gibt, ob und wann sich eine Harley gegenüber einen Golf Diesel amortisiert? 😀
    Von A nach B würde ich auch mit dem Bus kommen.

    Meine Meinung: Ein Auto lohnt sich nie und in keinen Fall, macht aber Spaß, egal wie es angetrieben wird! Manche mehr andere weniger…

  10. Ich fahre im Jahr jetzt 11.000km Zoe und das ist zur Zeit teurer als mein Diesel zuvor.

    Wenn die Akkumiete nicht wäre, könnte die Rechnung gut aufgehen.

  11. Das „wann rechnet es sich“-Argument kommt immer bei umweltrelevanten Themen. Beim E-Auto, bei der PV-Anlage, beim Warmwasserkollektor oder beim Vollwärmeschutz des Hauses.

    Niemals kommt es bei den klobigen SUV-LKWs, bei teuren glasierten Dachpfannen oder einer Küche für 30000 € oder jedem sonstigen Luxus.

    Mit diesem Pseudo-Argument glaubt man halt gut vor anderen (und wahrscheinlich auch vor sich selbst) rechtfertigen zu können, dass man so eine ökologisch sinnvolle Investition nicht tätigt. Und am besten pumpt man im nächsten Moment dann 8000 € in den nächsten Aida-Megadreckschleuder-Urlaub. Wann rechnet sich der nochmal gegenüber Balkonien?

  12. Schon vor der Jahrtausendwende habe ich sehnsüchtig darauf gewartet, dass die Industrie Alternativen sowohl zur Energiegewinnung als auch Kfz-taugliche Elektroantriebe entwickelt, produziert und alltagstauglich macht, ohne finanzielle Vorteile zu erwarten. Aus meiner Sicht sind Weg und Ziel wichtig und richtig. Deshalb betrachte ich den jetzigen Stand der Technologie noch als Zwischenstation. Dennoch habe ich mir mit größter Lust und Freude ein E-Mobil geleistet. Und in diesem Sommer geht es mit meinem i3 zu einer einwöchigen Rundreise nach Holland.

  13. Um die Dummheit der Frage im Titel zu demonstrieren, versuchen wir das gleiche mit

    „Rechnet sich die Anschaffung eines Porsche Cayenne Turbo S?“

    Wenn einer das mit ja beantwortet, dann bin ich gespannt aufs Ergebnis.

    Und wenn wir mit „Nein“ antworten: warum gibt es dieses Auto dann eigentlich?

  14. Das infantil – paradoxe an dieser Frage wird deutlicher, wenn ich frage: rechnet sich die Anschaffung einer Ehefrau oder Ehemann?

    Wenn einer das mit Ja beantwortet, dann sind wir gespannt auf das Ergebnis.

    Und wenn ihr mit „Nein“ antwortet, warum gibt es diese Institution eigentlich?

    Frage: warum wird diese Frage überhaupt gestellt? Und warum wird darauf geantwortet??

  15. Wer ein Auto braucht und dabei aber sparen muss, für den werden die Kosten immer die entscheidende Rolle spielen. Evtl. wird er oder sie auch auf alternative Lösungen ausweichen müssen oder wollen.

    Alle anderen Autobesitzer befriedigen mit dem Auto einen Wunsch und verbinden dies mit einem mehr oder weniger großen Nutzen. Das Argument „Kosten“ gehört dann nur zur Rechtfertigung und zur Kalkulation des Möglichen. Sonst könnten ja tatsächlich alle einen Dacia fahren, oder?

  16. Sobald sich ein e-Auto rechnet wird einfach der Markt größer, weil dann alle Sparfüchse (nach meiner Schätzung 2% der Autobesitzer) auf e-Autos umsteigen werden.

    Evtl. leben davon die Hälfte der Leute in der Stadt, also steigen nur 1% der Autobesitzer um. Wäre aber trotzdem derzeit eine Verdoppelung der Absatzzahlen.

    Ich für meinen Teil habe einfach noch kein e-Auto weil ich keine Steckdose habe, der Anschaffungspreis zu teuer ist und die Reichweite für Familienfahrten einfach 85 km zu kurz ist. Die Prämie hiflt da nur bei Punkt 2 und um Punkt 1 kümmere ich mich, sobald Punkt 3 erfüllt ist.

  17. Die Frage, wann sich ein Porsche rechnet, ist Quatsch. Sinnvoll hieße die Frage, ob einem das, was ein Porsche bietet, den Preis wert ist. Das kann ich für mich klar mit nein beantworten. Beim Zoe ist mir der Spaß den Mehrpreis gegenüber dem Fahrzeug, das ich alternativ wählen würde, wert.
    Wenn ich einfach nur unkompliziert und billig von a nach b hätte kommen wollen, hätte ich mir etwas anderes gekauft.

  18. wenn ich die Kosten unseres Smart ed mit einem Smart Verbrenner vergleiche, rechnet sich der e Smart natürlich nicht!
    So ein Fahrzeug muss man sich leisten können und wollen.Für die 65 € der Batteriemiete fahren meine Nachbarn ein Leasingfahrzeug ohne eigenen Kapitaleinsatz.
    Für einen Kauf von e Fahrzeugen kann auch die mäßige Subvention von 4000€ keinen großen Anreiz bei den Durchschnittsverdienern auslösen.

  19. @mr. m:

    Alles nachvollziehbar. Was aber alle Fahrer von E-Autos erleben ist, wenn man Punkt 1 gelöst hat, ist Punkt 3 auch nicht mehr das Problem, sondern läuft maximal auf eine (!) Stunde Pause hinaus. Und das nur gelegentlich.

    Ob man Punkt 2 stemmen kann und will, hängt dann auch davon ab, was Karlsson meint. Ich sehe das bezüglich der ZOE wie er – und fahre mit Freude ein kleineres Auto, als es sonst vermutlich geworden wäre, wenn ich mein Budget für einen Verbrenner ausgegeben hätte.

  20. @Matthias:

    Ich fahre bereits ein kleines Auto. Kleiner geht nicht mehr. Und gelegentlich eine Stunde rumstehen (wenn das Ziel nur noch 50-80km weit weg ist) ist mir mit 2 Kleinkindern einfach zu blöd. Ich denke aber 2020-2022 werde ich auf dem Gebrauchtwagenmarkt sicher etwas passendes finden.

  21. Jedes Auto rechnet sich nicht, es rechnet sich nur für oder gegen die Erde. Egal nun ob neues Elektroauto oder altes Verbrennerauto.

    Die Frage muss heißen: Ist es, es uns Wert, jetzt mehr Geld für unsere Erde auszugeben?

    Darum finde ich die Förderung von E-Autos, auch so nicht ok.
    Denn für jedes neue e-Auto hätte 1 Verbrenner von der Straße gemusst. Das hätte sich in der CO2 Bilanz auf lange Sicht gerechnet.

    Ein schönes WE

  22. @Mr. M.

    Sollte natürlich kein Vorwurf sein! Du machst alles richtig. Kleine Kinder an Bord sind noch einmal eine ganz andere Bedingng (kenne ich noch gut!), die sich dem heutigen „Durchschnittselektroautofahrer“ oft nicht stellt.

    Aber lass mal, ich denke gerade auch an die Kinder, wenn ich für E-Autos werbe. Allerdings auch an das Kind in mir…

  23. @Andreas

    Bin auch nicht der Meinung, dass Art und Höhe der beschlossenen Förderung Ideal ist. Aber dass sie in erster Linie zusätzliche Zweit- und Drittautos möglich macht, sehe ich ebenfalls nicht.

    Dazu führen eher Modelle, deren Konstruktion sie zu „reinen Stadtautos“ macht, also ihren Nutzen einschränkt. Und das hängt vor allem mit der Kombi aus Preis und Profiltauglichkeit zusammen.

    Wenn ein E-Auto erschwinglich UND nutzbar ist, wird es bei entsprechender Affinität auch realisierbar. Das sieht man an vielen Beispielen hier im Forum. Dann ersetzt es einen Geschäftswagen, ein Familienauto oder auch mal einen anderen Zweitwagen mit Verbrenner.

    E-Autos und deren Förderung sind sicher verbesserungsfähig, aber für eine zunehmende Zahl von Menschen auch heute schon absolut akzeptabel. Es geht damit meines Erachtens grundsätzlich in eine positive Richtung.

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