Redboxx: Löschcontainer für heiße Stromer

Ein Nissan-Leaf-Fahrer aus den USA knallte in einen Gott sei Dank leeren Schulbus. Bild: Oregon State Police (USA)

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Die Hochvoltbatterie in Elektro- und Hybridfahrzeugen stellt so manchen Rettungsbetrieb vor neue Herausforderungen und Bedenken. Wird ein Akku so heiß, dass er Feuer fängt, kann er nicht einfach gelöscht, sondern muss regelrecht „ertränkt“ oder erstickt werden. Eine rote Kiste soll Abhilfe schaffen.

Die sogenannte „Redboxx“ ist ein wasserdichter Hochvoltcontainer der Firma Ellermann Eurocon aus Delmenhorst in der Nähe von Bremen. Ein verunfalltes Auto kann mittels einer Seilwinde hineingezogen und mit 8.000 bis 10.000 Litern Löschwasser buchstäblich geflutet werden. Der Trick ist, dass ein Akku nicht einfach mit Wasser gelöscht werden kann, weil dieser so heiß bleibt, dass er jeden Moment wieder Feuer fangen kann. Um das zu verhindern, braucht man eine sauerstofffreie Umgebung. Und leider ist es umständlicher ein Vakuum zu kreieren, als E-Auto-Versenken zu spielen.

Der Hochvoltcontainer kann einfach per Lastwagen zum Unfallort transportiert und auf der Straße abgestellt werden. Und weil der Container wasserdicht ist, versickert auch das kontaminierte Löschwasser nicht einfach in der Umwelt, sondern kann fachgerecht entsorgt werden.

Zu viel des Guten? Darüber kann man streiten. Aber nach Angaben von Ellermann Eurocon gibt es bereits erste Interessenten. Insbesondere Werksfeuerwehren von Fahrzeugherstellern mit E-Autos und Hybriden im Sortiment horchen auf. Und mit immer mehr Stromern auf Deutschlands Straßen, könnte die RedBoxx bald Teil der Ausstattung der lokalen Feuerwehr werden.

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7 Gedanken zu “Redboxx: Löschcontainer für heiße Stromer

  1. In letzter Zrit sind nur einige Tesla S abgebrannt. Meistens sind die so zerschossen gewesen dass man mehrere Container bräuchte weil die Teile weit verstreut waren. Bei normalen Unfällen brennen die EV kaum noch. Anscheinend sind brennende EV so selten dass ein Bild nicht aufzutreiben war und darum der rote Nissan Leaf herhalten muss.

  2. Naja Hauptsache man hat mal wieder klar gemacht wie „gefährlich“ E-Fahrzeuge sind. *Kopfschüttel*

    Ich glaube ehe man den Container an Ort und Stelle hat, ist das Fahrzeug längst ausgebrannt. Gut bei den Herstellern wäre er schneller vor Ort. Aber wie oft brennt da ein Fahrzeug? Schwere Unfälle sollten ja bei Parkplatz- und Verladegeschwindigkeit eher unwahrscheinlich sein.

    Mal davon ab. Wenn das Fahrzeug geflutet wird, ist es eh Schrott. Wäre es da nicht einfacher es an Ort und Stelle kontrolliert abbrennen zu lassen?

    Und mit was wird das Löschwasser eigentlich kontaminiert? Mit Scheibenwaschwasser? Mal von Bremsflüssigkeit oder Getriebeöl abgesehen, sind da ja kaum umweltbelastende Stoffe enthalten. Gut die Säure der 12V Batterie wäre noch erwähnenswert.

  3. Bei der ZOE Batterie gibt’s eine große Öffnung für die Feuerwehr, wo sie das Wasser für Kühlung hineinleiten kann. Die 2. große Öffnung hinten dient dem Wasser-Austritt.

    Die Öffnungen dienen im Normalbetrieb der Luftkühlung durch die Klima-Anlage.

    Bei der ZOE brauchts als keinen Red-Container. Renault hat sich halt was überlegt.
    Sogar da ist die kleine Französin praktisch alltagstauglich und auf die Lage am Land abgestimmt. Drehstrom zum Fahren und freiwillige Feuerwehren zum Löschen wenn ein ZOE Vollbrand ausbricht gibts in jedem Dorf in Österreich. Nur warum sollte eine ZOE brennen? Wohl nur durch einen Benzintank der sich ins Wägelchen bei einem Crash mit einem Fossilisten ergiest.

  4. Deutschland, das Land der Dichter und Denker,
    Ein wirklich hervorragendes Produkt was deutscher Ingenieursgeist hier erschaffen hat und ein Beispiel dafür, wie in Deutschland an einen Sachverhalt herangegangen wird.

    Bevor ein Problem auftaucht, gibt es bereits die Problemlösung.

    Allerdings würde ich einen Schritt weitergehen und nicht nur vereinzelt einige Feuerwehrstationen damit ausstatten, sondern den Container anhängetauglich machen und als Serienausstattung für jedes E-Fahrzeug gleich mitliefern.
    Die leichte Reduzierung der Reichweite durch die Anhängelast könnte man mit einem eingebauten Akkuabteil in den Container mit Leichtigkeit egalisieren oder sogar noch verbessern.
    Ich sehe sie schon vor mir, die Karawane aus hunderttausenden holländischer E-Mobile mit angehängten Löschcontainern auf Ihrem Weg über den Brenner in den Süden.
    Dort angekommen können Sie das Löschwasser ablassen und den Container mit wenigen Handgriffen in einen gemütlichen Wohnanhänger umbauen.
    Für die Heimreise natürlich umgekehrter Vorgang.
    Damit ist das Horrorszenarion tausender brennender und rauchender E-Ampera und Tesla 3 (ähnlich dem Zug der Siedler durch die Prärie nach Indianerüberfällen) endgültig gebannt.
    Die tausenden Schnellladestationen an deutschen Autobahnen sollten ebenfalls alle mit diesen Containern nachgerüstet werden und mit einem Hitzesensor für die Batterie ausgestattet sein.
    Sollte dieser Übertemperatur anzeigen wird der Wagen automatisch in den Container gezogen und damit eine Katastrophe verhindert – die Insassen müssen natürlich vorher aussteigen – Helau

  5. Für mich ein schönes Beispiel von Volksverdummung. eCars brandgefährlich!

    Hätte sich die Firma Ellermenn einmal die Mühe gemacht und die wirklichen paar Brandfälle von eCars analysiert, dann hätten sie die Idee des Containers wieder fallen gelassen.

    Abgesehen davon, dass eCars anteilsmässig wesentlich weniger oft brennen, wie Verbrenner – lustiges Wortspiel – sind diese eCars so weit zerstört, dass da mit Hineinziehen in einen Container nichts mehr ist.

    Und weiters einmal davon abgesehen, dass es nicht lustig ist, an einem im Vollbrand stehenden Fahrzeug irgendwelche Abschleppseile anzubringen …

    Also, wieder einmal eine Entwicklung fürs Museum, ausser ein profilierungssüchtiger Politiker setzt einen Erlass zur verpflichtenden Anschaffung solcher Container für zB Ladestationen durch.

    Aber, wie auch immer, die Entwicklung wird den Container rasch überholen, da ja selbstverständlich an NICHT brennbaren Batterien geforscht und entwickelt wird.
    AluIonen-Batterien liegen da momentan sehr gut im Rennen: nicht brennbar, verletzungsressistent, leicht, preiswert …

    Es bleibt spannend!

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