Protean Radnaben-Elektromotor

Protean Brabus Elektro E-Klasse

Foto: Protean

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Protean, Hersteller von elektrischen Radnabenmotoren, hat ein 84 Millionen Dollar Investment erhalten. Obwohl es noch keine Kundenaufträge gibt, wird in China eine Fabrik entstehen. Bereits Anfang kommenden Jahres sollen die ersten Elektromotoren produziert werden.

Die Idee hinter den Radnabenmotoren ist eigentlich ganz simple. Statt wertvollen Platz innerhalb der Karosserie zu verschwenden, verlegt man den Antrieb direkt in das Rad – Radnabe – und erhält so mehr Raum für Batterien und Insassen. Auch spart man sich dadurch Getriebe und Differenzial, was für eine bessere Effizienz sorgt.

Bis auf einige Prototypen, Protean hat mit Brabus zusammen eine elektrische E-Klasse vorgestellt und auch Volvo hat mit Radnabenmotoren experimentiert, hat sich diese Technologie noch nicht bei den Elektroautos durchsetzen können. Ganz im Gegensatz zu den Elektrofahrrädern und Elektroroller, dort ist der Radnabenmotor die erste Wahl.

Protean Drive PD18

Protean PD18

Foto: Protean

Der Elektro-Radnabenmotor PD18 von Protean hat eine maximale Leistung von 81 kW (110 PS) bei 400 Volt. Das maximale Drehmoment liegt bei 800 Nm.

Kontinuierlich bleiben davon etwa noch 64 kW (86 PS) und 500 Nm übrig.

Die Masse des Protean Drive liegt bei 31 kg. Und da kommen wir auch schon zum eigentlichen Problem der Radnabenmotoren.

Dieses Gewicht ist, im Gegensatz zu Motoren innerhalb der Karosserie, ungefedert.

Während in den letzten Jahren durch Leichtmetallfelgen die ungefederte Masse immer weiter verringert und damit das Ansprechverhalten der Federung verbessert wurde, sind 31 kg zusätzlich pro angetriebenem Rad nicht unerheblich.

Die Nachteile können zwar durch eine sorgfältige Fahrwerksabstimmung etwas kompensiert werden, ein deutliche Verschlechterung der Fahrdynamik bleibt jedoch. Eine schöne Studie dazu gibt es von Lotus.

In der Brabus E-Klasse kamen vier Protean PD18 Radnabenmotoren zum Einsatz. Die Leistungsdaten sind für eine 2,2 Tonnen schwere E-Klasse durchaus sehenswert: Null auf 100 in 6,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 220 km/h. Zusammen leisten die vier Motoren 435 PS und haben ein Drehmoment von 3200 Nm.

Unter dem Strich bleibt für Protean noch viel Entwicklungsarbeit, um den elektrischen Radnabenmotor auch im Elektroauto einsetzen zu können. Bei elektrischen Nutzfahrzeugen, wo die Fahrdynamik eine eher untergeordnete Rolle spielt, könnten Radnabenmotoren durchaus schon bald Erfolg haben.

In Elektroautos dagegen, sehe ich die Zukunft eher bei kompakten Elektromotoren, die zwar jedes Rad einzeln antreiben, jedoch innerhalb der Karosserie sitzen. Bis die Elektromotoren in der Radnabe bereit für PKW sind, wird es sicher noch einige Jahre dauern.

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4 Gedanken zu “Protean Radnaben-Elektromotor

  1. Interessanter Bericht! Radnabenmotoren, denke ich, könnten doch auch gerade beim Umrüsten von Benzinautos auf Elektroautos sehr praktisch sein, da gerade bei solchen oft weniger Platz für Akkus ist als bei von Grund auf konstruierten Elektroautos.

    Was mir nur ziemlich unklar ist, wenn die Räder mit Antrieben voll sind, wo ist denn da noch Platz für die Scheibenbremsen? Oder sind die im Antrieb irgendwie integriert? Tät mich schon interessieren.

  2. Ja, die Scheibenbremse ist im Radnabenmotor integriert.

    Bei der Umrüstung sehe ich allerdings noch ein großes Problem.
    Mit einem Radnabenmotor ändern sich die Kräfte im Fahrwerk erheblich, um eine Abnahme (Gutachten) wirst du daher nicht herumkommen, was die Sache sehr teuer macht. Dass der Hersteller eine Betriebserlaubnis für alle möglichen Fahrzeuge erstellen lässt, kann ich mir nicht vorstellen. Dafür ist der Markt einfach zu klein.

    Der einfachste Weg der Umrüstung wird daher ein Elektromotor anstelle des Verbrennungsmotors sein.

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