Renault setzt auf CCS in Europa

Bild: Renault

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Der Eintritt in den CharIN e.V. im Juni dürfte der erste Hinweis gewesen sein – jetzt bestätigen die Franzosen, dass man in Europa auf CCS mit mindestens 100 kW Ladeleistung setzten will.

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„Es ist klar, dass das Combo-2-System, das in Europa Standard ist, auch unser Standard sein wird“, bestätigte Renaults Produktionsplaner und Vertriebsstratege Eric Feunteun dem französischen „Automobile Propre“.

Seitens AC bleibt man bei 22 kW. Der Grund ist, so Renault, dass die Ladeinfrastruktur hierfür gut mit dem europäischen Netz vereinbar ist, es bereits relativ viele öffentliche 22-kW-AC-Ladesäulen gibt und diese kostengünstiger sind als DC-Schnellladesäulen mit 50 kW oder mehr. Der Combo-Stecker soll also hauptsächlich für Langstrecken zum Einsatz kommen.

Ein kleiner Trost für alle, die weiterhin auf einen neuen Renault Zoe mit 43 kW AC Ladeleistung gehofft hatten.

Ab wann die Franzosen ihre Stromer tatsächlich mit CCS liefern, ist noch unklar. „Automobil Propre“ spekuliert bereits auf den Renault Zoe 2.0 mit noch mehr Batteriekapazität – und eben CCS. Aber man wollte die Entscheidung bereits jetzt bekannt geben, damit Investoren die „richtige Entscheidung“ bezüglich Ladeinfrastruktur treffen können, erklärt Eric Feunteun.

Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) dürfte sich freuen bereits die „richtige Entscheidung“ getroffen zu haben. Immerhin bekommen nur Säulen mit CCS-Combo2-DC und CCS-Typ2-AC auch Gelder vom Staat. CHAdeMO ist unerwünscht. Und jetzt, da sich Deutschlands Elektro-Liebling aus Frankreich auch zu dem CCS-Steckerstandard bekennt, könnte es für Nissan und Mitsubishi (noch) schwieriger werden, den CHAdeMO-Standard auch hierzulande am Leben zu erhalten.

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16 Gedanken zu “Renault setzt auf CCS in Europa

  1. Kann dem Artikel nur zustimmen, das ist der Todesstoß für CHAdeMO. Denn Nissan und Mitsubishi werden folgen, Hyundai bietet von Haus aus CCS und KIA wird wohl bei neuen Fahrzeugen auch umstellen.

    Gut das Renault 22 kW AC beibehält, damit hat man zukünftig das beste aus zwei (Strom) Welten.

  2. Über eine ZOE R90 mit 100kW CCS lässt sich diskutieren, aber ohne Schnellladung bleibt diese indiskutabel. Dann besser eine gebrauchte Q210 als Übergangslösung wenn die AHK durch ist, bis diese Nutzwertbremserei bei den Elektroautos (keine Schnellladung, keine AHK, keine 230/400V Steckdose für mobilen Netzstrom, schlechte Cargo-Eigenschaften, Mietakku) irgendwann mal ein Ende hat.

  3. Finde ich super, meines Erachtens sollen Mitsubishi und Nissan nunmal CCS verbauen, BMW verbaut meines Wissens auch Schademo in ihren i3 für den Asiatischen Raum.

    Da beides Gleichstrom ist halte ich es auch für machbar einen Adapter von CCS auf Schademo für die ‚alten‘ zu verkaufen

  4. Es ist spannend, diesen innovativen Markt zu beobachten. Akku´s werden rasch kapazitiver.
    Beispiel gefällig? Meine bestellte ZOE hat dann ab Dezember diesen Jahres 41 kW. Super, oder?
    Typ 2 als Europastandart ist oft und weit verbreitet. Preiswert sowieso!
    CCS scheint aufzuholen. Wäre schön, wenn die deutsche Automobilindustrie nicht immer nur nach Subventionen schreit, wenn es um die CCS – Ladeinfrastruktur und ihre Errichtung geht.
    Genau genommen bleibt es weiter spannend. TESLA immer wieder als Motor. Hyndai ist auch mit dabei. Opel ebenso.
    Ganz nebenbei: das Berliner allego / emo Ladenetz ist bei dieser Innovations- Geschwindigkeit der Kapazitäten schon längst veraltet mit den üblichen 11 kW -Ladern, bevor´s so richtig losgeht. Richtig? 🙂
    Dafür sag ich „Danke Gernot“!

  5. Das war eigentlich zu erwarten, trotzdem beschleunigen diese ständig aufeinander folgenden Neuigkeiten nicht unbedingt die Verbreitung von E-Fahrzeugen. Mich als ZOE-Fan, braucht man nicht überzeugen, aber die vielen Millionen Verbrennerfahrer, die sowieso skeptisch sind, weil sie Angst vor Veränderung haben, werden sich schwer tun zu zuschlagen, wenn sich die Ladeoptionen bereits verändern während das heute angebotene gerade erst auf den Markt soll. Selbst für einen ZOE-Fahrer ergab sich bisher folgende Kette von Entscheidungsfragen: Als der Q210 kurze Zeit am Markt war, wurde bereits der R240 angekündigt, jedoch nur mit AC 22KW, nun das Problem für Deutsche mit R90 und Q90. Und heute dann diese CCS-Ankündigung. Und ich mittendrin mit der Frage, lass ich meinen Q210 umbauen auf 41KW-Akku?
    Wer sich nicht wie ich ständig mit E-Auto befasst, sondern nur ein neues Auto kaufen will, der wird hierbei vermutlich wegen Überforderung lieber weiter abwarten. Das bringt aber E-Mobilität nicht wirklich voran.

  6. Warum gibt es kein Typ2 43KW Ladesystem mehr in Zoe? besonders jetzt bei den neuen 40KWh Akku?

  7. Kauft alle Q90 in Österreich oder der Niederlande, dann bleibt Renault in Deutschland auf ihren R90 sitzen. Mal sehen, wenn die ersten R90 mit 41 KWh – Akku im nächsten heißen Sommer bei 35°C mit ihrer Luftkühlung der Leistungselektronik den Geist aufgeben oder auf Schleichtempo runterregeln.

  8. Schön und gut. Aber langfristig muß die induktive Lademöglichkeit als Standard kommen. Dann kann man auf das ganze Steckergedöns verzichten.

  9. Ja entweder 43kw AC oder CCS, daher ist die jetztige ZOE ein Übergangsmodell. Mir persönlich reicht meine Q210 immer noch. In 3-4 Jahren werde ich über ein Akku-Upgrade nachdenken. Bis dahin passiert noch viel.
    Ob CHAdeMO wirklich stibt, entscheidet sich für mich daran, ob CCS irgendwann mal einen bidirektionalen Standard schafft. In Japan soll es bereits erste bidirektionale Wallboxen geben. Das wäre mir persönlich für ein neues Elektroauto viel wichtiger als 100 kW Ladeleistung.

  10. @Maik: 43kW im neuen Zoe gibt es ja, nur unverständlicherweise nicht in Deutschland. In Österreich und vielen anderen Ländern kannst du das ohne Probleme kaufen.

  11. Jetzt macht also auch Renault mit bei der Ankündigeritis: noch ist die erste Zoe mit 41kWh und AC22 nicht ausgeliefert, da wird schon DC100 angekündigt. Allerdings ohne auch nur eine Andeutung von irgendeinem Datum. Das ist ja sclimmer als weiland Audi mit dem R8 etron !
    Allerdings ist AC22 auch ziemlich unbrauchbar für richtig lange Strecken: wer will schon >2 Stunden warten beim Laden. Und dann die neuen Preise ab 31.890€ mit Batterie und AC 22: jetzt ist die Katze aus dem Sack !
    Zur überschlägt sich einiges an laufenden neuen Meldungen.
    Der nächste Ruckschlag für die eMobility kommt bestimmt: bevor dann 2021/23 alles gut wird mit DC100 und 60kWh für alle und für lau.
    Waten wirs ab.

  12. Die vielen Ankündigungen haben etwa die gleiche Auswirkung wie eine Deflation auf Volkswirtschaften. Das Interesse an einem neuen Fahrzeug schwindet, weil es absehbar ist, dass man in Zukunft mehr für sein Geld bekommen wird d.h. die Anschaffung eines Emobils zu einem späteren Zeitpunkt günstiger sein wird. Mir hat es erstmal die Lust auf Upgrade genommen, 4-5 Jahre Jahre kann ich noch warten.

  13. Wo die ganze Reise da überhaupt hingehen soll ist mir völlig schleierhaft. Ich sehe nicht so wirklich die Logik.
    Die Akkus werden immer größer und man macht sich die Gedanken den öffentlichen Raum mit 150 kW Ladesäulen zuzupflastern, warum???
    Wenn die Akkus immer leistungsfähiger werden und 500 km Reichweite oder mehr das Ziel ist, wieso will man dann den öffentlichen Raum so dermaßen mit solchen Ladesystemen zukleistern. Wer muss denn dann noch da ran um zwischen zu laden? Eine überschaubare Menge an strategischen Orten ist doch ausreichend.

    Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, die Ladeinfrastruktur im PRIVATEN Raum zu fördern!
    Ich wohne in Hannover und habe Glück eine Mietgarage (in 10 Fußminuten zur Wohnung) gefunden zu haben, die einen Stromanschluss hat (SCHUKO 10A Ladung)
    Die meisten Mieter haben das aber nicht, nicht mal ne Garage oder Carport)

    Wenn ich die nicht gefunden hätte, hät ich mir ein e Auto nicht kaufen können. Sich nur auf öffentliche Ladeplätze zu verlassen, mit all der Wetterabhängigkeit (Dauerregen, Schnee, Eis), besetzt oder kaputt, kann man von keinem verlangen! Und würde auch keiner machen, den ich kenne. Gerade im Winter bei „-°C“ relativiert sich das dann auch ganz schnell mit der „Schnellladung“.

    a.p.p. Eiszeit und Regen, das ist der Grund, warum ich für Induktives Laden im öffentlichen Raum stimme!!!
    Typ2 22kW AC als Standard für zu hause (gefördert und gefordert), der Rest ist mumpitz!

  14. @ZoeZen1: Sehr viel Wahres, das Du da schreibst:

    Schnellladung vor allem dort, wo man üblicherweise auch schnell laden will und muss: Auf den Langstrecken an Autobahnen und wichtigen Landstraßen.

    Aber vor allem müssen Miet- und WEG-Recht auf die Lademöglichkeit am Stellplatz angepasst werden! Ohne das sind Millionen Stellplätze/Parkplätze nicht sinnvoll nutzbar.

    Für Straßenparker braucht es eine Lösung, die praktisch UND bezahlbar ist. Nicht wie hier in Berlin (oder Hannover), wo das Laden mit 11kW nach Zeit abgerechnet wird und man nachts noch mal aufstehen und sein Auto umparken soll…

    Aber induktives Laden? Hast Du mal gesehen, wie viel Aufwand so etwas macht, welches Gewicht für Spulen und für die Abschirmung des Magnetfeldes im Fahrzeug dazu nötig ist? Wir haben hier eine Buslinie, auf der so etwas getestet wird. Irre teure Ladehalte.

    Ein Roboter, der den Stecker einsteckt, wäre die wesentlich einfachere Lösung, wenn man das nicht selbst machen kann oder will. Meine Prognose: Das wird neben dem selbständigen Parken sogar eine der ersten Nutzungen autonom fahrender Fahrzeuge sein. Nach dem Aussteigen am Zielort, fährt das Fahrzeug ohne Insassen zum nächsten freien Parkplatz und wird dort geladen. Wenn man es ruft, fährt es wieder vor.

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