Alte Batterien: Neues Potenzial für Recycling

Foto: Tesla Motors

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Er geht zwar so gut wie nie kaputt, ist dann oft reparable und hat sogar ein Second-Life vor sich: Die Frage, wohin mit den alten Batterien von Elektroautos, stellen sich die wenigsten Hersteller und das hilft der Branche nicht unbedingt. Abhilfe verspricht man sich jetzt z.B. aus den USA und Kanada.

Bild: Tesla Motors

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Es gibt zwei Argumente, warum Elektrofahrzeuge doch nicht so umweltfreundlich sind, die man als EV-Fan über sich ergehen lassen muss.

Erstens, der Strom, mit dem gefahren wird, ist bestenfalls grau, aber selten grün. Und zweitens, die Batterie kann nicht recycelt werden. Wir sind hier unter Experten, bisherige Gegenargument müssen also nicht aufgelistet werden. Aber wer mal wieder mit dem zweiten Problem konfrontiert wird, hat jetzt neuen Stoff um dagegenzuhalten.

Derzeit werden alte EV-Batterien oft in stationären Stromspeichern verwendet. Diese sind ein wichtiger Teil für die Energiewende und haben somit ihre Berechtigung. Das geht aber nur, wenn die Zellen zwar Kapazität verloren haben, aber nicht defekt sind. In den USA und Kanada gibt es jetzt einen neuen Ansatz für ein Recyclingverfahren, das es auf Tesla-Batterien abgesehen hat.

Die kanadische Firma Kemetco Research Inc. testet derzeit ein hydrometallurgisches Recyclingverfahren für Kathodenmaterialien. Insbesondere Lithium-Kobalt soll so wiederverwertbar sein und genau das benutzt Tesla derzeit in seinen Batterien. Mit über 400.000 Vorbestellungen für den Model 3, wird der Hersteller anfangs jedes Gramm brauchen und am Ende des Lebenszyklus der E-Fahrzeuge bieten die gebrauchten Batterien ein enormes Recyclingpotenzial.

Es gibt es noch andere Ansätze, wie z.B. an der TU Braunschweig. Dort ist es Forschen gelungen, die Wiederverwertungsquote eines Lithium-Ionen-Systems auf 75 Prozent zu steigern. Auch die Firma Umicore in Belgien, Marktführer bei der Entsorgung von Lithium-Ionen-Batterien, kann mit seinem UHT-Prozess (Ultra High Temperature) wichtige Rohstoffe wie Kobalt und Nickel zurückgewinnen. Dabei liegt der Fokus allerdings nicht auf Lithium. Das Lithium ist billig zu haben, das Recyclingverfahren dagegen eher teuer.

Bis die vielen Model 3 ihr Lebensende erreicht haben, wird noch einige Zeit vergehen. Aber schon vorher muss der Fokus mehr auf die Rückgewinnung gelegt und die entsprechenden Prozesse und Infrastruktur aufgebaut werden. Da Batterien der Elektrofahrzeuge aber so gut wie nie kaputtgehen, besteht bei Herstellern einfach nicht der Bedarf, viel Geld in die Forschung zu investieren. Da ist es gut zu wissen, dass andere bereits den potentiellen Mark erkannt haben.

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