e8energy DIVA: das Elektroauto als Hausspeicher

e8energy DIVA: PV-Speicher mit bidirektionalem CHAdeMO LadegerätVergangene Woche hat e8energy in Berlin die DIVA vorgestellt. e8energy ist den meisten sicher als Spezialist für die Schnellladung mittels CHAdeMO oder Combined Charging bekannt, mit der DIVA steigen sie nun in den Vehicle-to-Home Markt ein. Was die DIVA so alles kann, das erfährst du hier.

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Wer über eine eigene Photovoltaik-Anlage verfügt, denkt fast zwangsläufig darüber nach, wie man den selbst erzeugten Strom am besten nutzen kann. Eine einfache und günstige Möglichkeit ist dabei sein Fahrzeug mit einer intelligenten Wallbox entlang der Überschusskurve zu laden. Einige Mitglieder im Forum haben dazu schon eigene Lösungen erarbeitet. Ein Problem bleibt dabei jedoch: wenn der Überschuss am größten ist, ist man meist nicht zuhause.

Hier kommen Batteriespeicher ins Spiel. Der Überschuss wird gespeichert, um ihn dann zu einem späteren Zeitpunkt nutzen zu können. Abhängig von der Größe der Photovoltaik-Anlage und dem eigenen Verbrauch, kann man damit schon den Großteil des Jahres quasi autark sein und den Netzbezug auf ein Minimum reduzieren.

Doch, wie wäre es, wenn man auch den Batteriespeicher seines Autos nutzen könnte, um damit sein Haus zu versorgen?

Solch eine Lösung hat Nissan mit Leaf-to-Home in Japan bereits im Angebot, für Europa oder gar Deutschland war mir eine vergleichbare Lösung bis vergangenen Mittwoch nicht bekannt.

e8energy DIVA

e8energy DIVADIVA steht für Dezentral Intelligent Vielseitig Autark und kombiniert einen Batteriespeicher mit einem bidirektionalem CHAdeMO Ladegerät. Das System ist modular, in der letzten Mittwoch vorgestellten Variante war es mit einem 10 Kilowattstunden großen Speicher ausgestattet.

Touchscreen mit vorläufigem MenüMit einer Leistung von bis zu 10.000 Watt lädt bzw. entlädt die DIVA den integrierten Speicher oder das angeschlossene Elektroauto. Unterstützt werden dabei alle CHAdeMO 1.0 Fahrzeuge, der Nissan Leaf beispielsweise ab Baujahr 2013. Über einen Touchscreen (vorläufiges Menü) kann man festlegen, wie tief beispielsweise die Batterie des Fahrzeugs entladen werden darf, damit auch nach einer langen Nacht noch genügend Energie für die Fahrt zur Arbeit vorhanden ist. Über eine offene Schnittstelle kann DIVA in die Heimautomatisierung integriert werden – fertige Anwendungen dafür gibt es jedoch noch nicht.

Für den bei uns eher unwahrscheinlichen Fall eines Netzausfalls, unterstützt DIVA die Netztrennung – solange noch Energie im integrierten Speicher oder Fahrzeug vorhanden ist, lässt sich das Haus komplett darüber versorgen.

Solch geballte Technik ist natürlich nicht ganz günstig und deshalb vermutlich eher nichts für den kleinen Eigenheimbesitzer – etwa 46.000 Euro kostet die vorgestellte Lösung. Vergleicht man die Preise mit anderen Batteriespeichern in dieser Leistungsklasse und rechnet noch den Preis für einen CHAdeMO Lader dazu, so ist die Differenz so groß nicht.

Da DIVA grundsätzlich in der Lage ist vom Netzbetreiber ferngesteuert zu werden, wären in der Zukunft sicher auch Geschäftmodelle à la Schwarmspeicher möglich – der Netzbetreiber nutzt den Speicher zum Entlasten des Netzes und zahlt dafür einen kleinen Obolus.

Die DIVA von e8energy ist jedenfalls ein interessantes neues Angebot auf einem Markt, der zwar noch etwas durch die hohen Batteriepreise gebremst, aufgrund weiter sinkender Einspeisevergütungen jedoch immer interessanter wird.

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2 Gedanken zu “e8energy DIVA: das Elektroauto als Hausspeicher

  1. Bei dem Thema Netzsteuerung und Autoakku als Energiequelle für das Haus ist mir die Informationssicherheit immer noch sehr suspekt. Selbst das Papier des BSI zu den Smartmetern (Smarte Stromzähler) ist mir an mindestens einer Stelle noch zu unsicher.

    Wenn mein Smarthome ohne Internet funktioniert ist das OK. Die Zwangsverdrahtung ins Internet ist für mich regelmäßig ein NoGo (1W für die Zwangsverdrahtung pro Stunde sind 8,4kWh/Jahr die auch zu bezahlen sind).

    Grundsätzlich sind alle IT-System offen – der NSA sei Dank. Welche Probleme – z.B. der Wärmepumpenhersteller Linde mit gehackten Wärmepumpen hatte – möge man sich im Internet suchen. Eine von Hackern zerstörte SmartHome-Hausinfrastruktur möchte ich bei mir nicht haben. Den teuren Spaß ein zweites Mal zu bezahlen übersteigt sicherlich manches Budget. Vor allem dann, wenn nicht nur die Wärmepumpe sondern auch noch des „heilix Blechle“ mit zerstört wurde.

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