Die EU will Elektroautos fördern

Bild: comobility.de

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In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur zum Auftakt der Hannover Messe erklärte Maroš Šefčovič, Vizepräsident der EU-Kommission für Energiefragen, dass man es Verbrennern schwerer machen und Ladeinfrastruktur fördern will.

Bild: Europäische Kommission

Šefčovič nennt die Strategie „Zuckerbrot und Peitsche“. Zum einen will man schärfere Abgasgrenzwerte in der EU einführen, um es Verbrennern schwerer zu machen. Das soll Verbraucher und Hersteller auf den Geschmack schadstofffreier Fahrzeuge bringen.

Zum anderen will man seitens der EU den Aufbau von Ladestationen finanziell unterstützen. Wie genau das aussehen wird, ist noch unklar, aber „Lösungsvorschläge müssen wir schon dieses Jahr machen“, so der Vizepräsident der Europäischen Kommission. Er sieht z.B. eine Finanzierung mit Hilfe der Europäischen Investitionsbank und Einnahmen aus dem EU-Emissionshandel als eine Möglichkeit.

Ziel ist es, die Ladeinfrastruktur entlang der großen transeuropäischen Strecken sicherzustellen. Laut Šefčovič würde das rund 1,5 Milliarden Euro kosten, „kein unerschwinglicher Betrag“.

Ende Mai will Šefčovič sein Maßnahmenpaket für umweltfreundlichen Verkehr vorstellen.

Neben besserer Luftqualität, verfolgt die EU mit ihren Fördermaßnahmen aber noch ein weiteres Ziel – oder besser gesagt, weitere Ziele. Erstens will man nach dem VW-Abgasskandal das Vertrauen der Kunden in deutsche bzw. europäische Produkte zurückgewinnen. „Wir wollen emissionsfreie Autos voranbringen, dann wird diese Diskussion beendet“, sagt Šefčovič.

Zweitens will man gegenüber China oder auch den USA nicht die Oberhand verlieren. Der Vizekommissionspräsident stellt fest, weil die Europäer beim Verbrennungsmotor so gut aufgestellt sind, glauben viele, beim Elektromotor oder der Brennstoffzelle nicht ganz so viel Gas geben zu müssen. Das sieht er anders.

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9 Gedanken zu “Die EU will Elektroautos fördern

  1. Ein Anzugträger mit Weitsicht. Das ist selten geworden, aber gefällt mir!

  2. Da ist es ihm zu wünschen das er das voran bringt. Für uns alle.!

  3. Wir sollten darauf achten, was der wirtschaftlich und politisch mächtigste Mitgliedstaat der EU: Deutschland, davon zulässt, getrieben von den deutschen Autoherstellern.

  4. Na nix lässt er zu.
    So wie aktuell das Bundeskabinett eine Reform bei Abgastests blockiert, lehnt es die autoindustriefreie Finanzierung (z.B. des TÜV) mittels Gebürensystem ab. Ebenso die stärkere Kontrolle nationaler Aufsichtsbehörden, wie z.B. das KBA.
    Verzögert wird eine Entscheidung über Vorschläge der EU – Kommission, Fahrzeuge bei zu hohen Abgaswerten vom Markt zu nehmen.
    Deutlicher geht’s nicht. Da gibt’s nix zu diskutieren.

  5. Die neusten Untersuchungen entlarvt doch alles. EURO5-Diesel dürfen 180mg -> tatsächlich 906 mg, EURO6-Diesel dürfen 80mg -> tatsächlich 507 mg Stickoxide. Jetzt sollen die EURO5-Diesel auf EURO6 umgerüstet werden? Was bringt das?
    Schaffen wir doch den Steuervorteil für Diesel ab. Das Geld wird für den Ausbau der Infrastruktur genutzt. Dann eine Umweltabgabe für jeden SUV. Würde schon etwas bringen.
    Die Regierung hatte es mit der Preispolitik beim bleifreiem Benzin innerhalb von einigen Jahren geschafft, dass es kein bleihaltiges Benzin mehr gab. dort gab es auch massiven Widerstand der Autoindustrie. Ich hoffe nur, dass sich die Eu gegen die deutsche Autolobby durchsetzen kann. Wenn die nicht wach werden, dann werden sie durch China platt gemacht.

  6. Sie zieren sich alle das Auszusprechen was eigentlich notwendig wäre: die Steuer (kommt von steuern) auf fossile Kraftstoffe kontinuierlich und spürbar erhöhen. Das hat man schon lange festgestellt. Die Leute machen nicht etwas sinnvolleres, umweltfreundlicheres, gesunderes, wenn man es nur billig genug macht. Nein, man muss das was nicht sinnvoll ist, umweltschädlich oder ungesund teurer machen. Gerne sofern für eine Übergangszeit zwingende Abhängigkeiten für Grundbedürfnisse bestehen z.B. Heizung, Grundbedarf an Mobilität, etc. mit sozialem Ausgleich für die, die es nicht so Dicke haben. Aber wer die Kohle hat oder den Sprit just-for-fun verpulvert (Freizeit, Urlaub, Vergnügen) der soll doch bitte seine CO2-Rechnung bezahlen. Wäre gesetzlich alles kein Problem, entsprechenden Willen und Abwesenheit von Korruption vorausgesetzt.
    Nur leider ist mal wieder Wahljahr und da werden die Plätze an den Fleischtöpfen der Macht neu verteilt und da will sich zum einen kein Politiker mit den Autofahrern verscherzen. Zum anderen regiert in Wirklichkeit die (Verbrenner)Auto- und Öllobby, die natürlich kein Interesse an weniger Profit haben, denn wie bei der Tabaksteuer gilt es „Ausweichverhalten“ zu vermeiden, statt zu fördern.
    Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland.

  7. „Ende Mai will Šefčovič sein Maßnahmenpaket für umweltfreundlichen Verkehr vorstellen.“

    Na da bin ich mal gespannt. Ausbau und Förderung des ÖPNV, Ausbau von Radwegen und Motivation zum Umstieg aufs Rad, Ausbau des Schienennetzes und Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene, massive Besteuerung oder Verbot von Inlandsflügen, ……

  8. @Martin: inzwischen sollten auch grüne Fundamentalisten verstanden haben das ÖPNV, Bahn, Rad niemals den motorisierten Individualverkehr ersetzen können.
    Es gibt viel zu viele Situationen wo der motorisierte Individualverkehr durch nichts zu ersetzen ist, deshalb ist die Förderung des emissionsfreien E-Antriebs ein fundamentaler Teil der Lösung für einen umweltfreundlichen Verkehr.

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