Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Alle Themen über Elektroautos, zu denen es kein eigenes Forum gibt
AntwortenAntworten Options Options Arrow

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Odanez
  • Beiträge: 4125
  • Registriert: So 5. Mär 2017, 10:14
  • Hat sich bedankt: 108 Mal
  • Danke erhalten: 439 Mal
read
Wiese hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben: @Wiese: Könntest auch Du die Studie des Fraunhofer Institut verlinken, auf die Du Dich beziehst? Es ist ja in der Argumentation wichtig /hilfrei, wenn man die Primärquellen benennen kann.
Ich dachte eigentlich dass die hier bekannt ist. Aber kein Problem:

WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen

https://www.isi.fraunhofer.de/content/d ... zeugen.pdf
Ab Seite 28, Abbildung 9 (PDF Seite 32) und die darauffolgenden Graffiken (Abbildung 10 und 11) finde ich sehr wichtig. Das muss man jeden Skeptiker mal unter die Nase halten.
Verkauft: 2013 Euroleaf Acenta, 24kWh. SoH 81%, 86.000km
Für den Übergang: 2004 Skoda Octavia Kombi 1.6
Bestellt: Kia e-Niro Spirit 64kWh
Anzeige

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

USER_AVATAR
read
Joe-Hotzi hat geschrieben: Ich fürchte, da sind Leistung "MW" und Energie "MWh" durcheinandergeraten?
Außerdem geht es doch nicht allein um die Leistung des Bohrers, sondern die (graue) Gesamtenergie, die zur Erschließung und Förderung aufgewendet werden muss.
a) Rig umfasst alle notwendigen Nebenaggregate: Winde, Spülung, Beleuchtung, Filter, ..... nicht nur den Bohrantrieb

b) Wenn du die Leistung aller mit der geförderten Leistung vergleichst, ist das egal, weil die Stundenzahl bei beiden gleich und beliebig ist.


Gruß SRAM
________________________________________________
Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
Bild

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

USER_AVATAR
read
Ja, das mit "Rig" war mir neu und ist durchaus interessant.
Aber:
Es gibt eine "geförderte Leistung" bei Erdöl und Erdgas?!?

Da würde sich wohl mancher Kleinwagenbesitzer gern ein Eimerchen davon in seinen Wagen stellen ... Ich kenne eine Förderleistung in Liter/h oder Kubikmeter/h oder Tonnen/h - aber in kW kenne ich das nicht. Kannst Du das näher erläutern?
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

USER_AVATAR
  • Wiese
  • Beiträge: 2251
  • Registriert: Di 14. Mär 2017, 18:01
  • Wohnort: Stutensee
  • Hat sich bedankt: 99 Mal
  • Danke erhalten: 444 Mal
read
Odanez hat geschrieben: Ab Seite 28, Abbildung 9 (PDF Seite 32) und die darauffolgenden Graffiken (Abbildung 10 und 11) finde ich sehr wichtig. Das muss man jeden Skeptiker mal unter die Nase halten.
Ja, die Grafiken mit der Gesamtbilanz sind so extrem aussagekräftig, dass alles Andere, wie zum Beispiel dieser alberne Stromverbrauch eines Ölbohrers, geradezu lächerlich nebensächlich sind.
Umweltrelevantes: ab 2007 5,76 kWp PV, ab 2008 Naturstromkunde, ab 2009 20m² Thermie, ab 3. Dez. 19 Ioniq FL Style in blau
Eine Frau, 2 Kinder, 3 Enkel, eine Katze :old:

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

USER_AVATAR
read
Joe-Hotzi hat geschrieben: Ja, das mit "Rig" war mir neu und ist durchaus interessant.
Aber:
Es gibt eine "geförderte Leistung" bei Erdöl und Erdgas?!?

Da würde sich wohl mancher Kleinwagenbesitzer gern ein Eimerchen davon in seinen Wagen stellen ... Ich kenne eine Förderleistung in Liter/h oder Kubikmeter/h oder Tonnen/h - aber in kW kenne ich das nicht. Kannst Du das näher erläutern?
Heizwert der geförderten Erdöl und Erdgasmenge.


Gruß SRAM
________________________________________________
Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
Bild

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

USER_AVATAR
read
SRAM hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben: Es gibt eine "geförderte Leistung" bei Erdöl und Erdgas?!?

Da würde sich wohl mancher Kleinwagenbesitzer gern ein Eimerchen davon in seinen Wagen stellen ... Ich kenne eine Förderleistung in Liter/h oder Kubikmeter/h oder Tonnen/h - aber in kW kenne ich das nicht. Kannst Du das näher erläutern?
Heizwert der geförderten Erdöl und Erdgasmenge.
Das macht ohne Zeitbezug nur Sinn, wenn man über die gesamte Betriebsdauer abrechnet, die die Förderstelle in Betrieb war ...

Deine "Hochrechnung" ist nicht nachvollziehbar. Zum Einen ist die Förderleistung ja wohl nicht konstant und zum Anderen fällt Aufwand vor und nach der Förderung an. Insofern ist die Stundenzahl weder gleich, noch beliebig, wie Du hier erklärt hast. Das stimmt allenfalls für die Phase mit konstanter Förderleistung.
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

USER_AVATAR
read
Es wird permanent gebohrt und es wird permanent gefördert. Natürlich wird erst gebohrt und dann gefördert. Und ja: die Förderkurven sind bekannt.

Nimmt man alle Förderkurven mittelt sich das aus, da nur das was verbraucht wird auch gefördert wird. Und die Leistung aller Rigs wird auch permanent benötigt. Also beides steady state.

Einfacher kann man eine Bilanz nicht machen.

Ich glaube hier geht's eher darum nicht verstehen zu wollen, weil einem das Ergebnis nicht in den Kram passt.........


Gruß SRAM
________________________________________________
Schwarzwald gegen Wind: https://www.youtube.com/watch?v=7jEQii_9yWw
Bild

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

USER_AVATAR
read
Darfst Du gern so auslegen.
Ich bin allerdings keineswegs so verbohrt, den sehr geringen Stromanteil beim Gesamtenergieverbrauch der Spritförderung bis zur -bereitstellung im Verhältnis zur geförderten Energie nicht zu akzeptieren. Allerdings gestehe ich, die Angaben der Ölindustrie tatsächlich mit gewisser Skepsis zu betracheten - vor allem, wenn sie nicht aktuell bzw. "unüblich" sind.
Dass da gern zu eigenen Gunsten "gerundet" wird, ist ja nun keinesfalls unüblich.
Da bohre ich lieber nach.
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Duke711
  • Beiträge: 121
  • Registriert: Mo 28. Mai 2018, 12:41
  • Hat sich bedankt: 1 Mal
  • Danke erhalten: 9 Mal
read
Volker.Berlin hat geschrieben: Sehr interessanter aktueller Artikel, der auf die Vorkette der Diesel-Erzeugung eingeht:
:arrow: https://www.springerprofessional.de/ele ... t/16673694

Dieser Artikel bezieht sich auf Quellen, aus denen hervorgeht, dass für die Produktion von 1 Liter Diesel 7 kWh "Energie" (nicht zu verwechseln mit "Strom") aufgewendet werden müssen. In dieser Bilanz ist der Energiegehalt des resultierenden Kraftstoffs selbst natürlich nicht berücksichtigt.

Was für ein Quatsch

7 kWh pro 1 Liter, also 8,92 kWh/Kg würde bedeuten das nur noch 25%, als Nettoenergie des Kraftstoffes gewonnen werden können. Man kann die Förderkette leicht aufschlüsseln. Die benötigte Pumpleistung zu geförderten Energiemenge ist nicht der Rede Wert. Das gleiche auch für den Öltanker oder dem Tanklaster. Selbst wenn der Tanklaster bei 30.000 Inhalt 300 Liter verbrauchen würde, was wohl deutlich weniger sein wird, dann wären es immer noch 99%.
Und eine Raffinerie bezieht den größten Teil der Energie sowie über die Wärmerückkopplung bzw. Prozessenergie. Da fallen kaum Stromkosten bzw. andere Energiekosten an.
Aber stimmt das hat ja schon ein Herr Musk als Starthilfe für sein neues Unternehmen versucht die Meinung der Bürger zu manipulieren. In dem bei den angeblichen 1,6 kWh pro Liter einfach mal nur die Prozesswärme einbezogen worden ist. Man sollte das Prinzip von so einer großen Destillationsanlage schon verstanden haben, wäre von Vorteil.

Außerdem ist der Autor vollkommender Laie, Fachgebiet Fahrzeugakkustik. Und dieser Artikel noch nicht mal eine Studie. Mal davon abgesehen dass dieser höchst fehlerhafte Bachelorarbeiten durchwinkt. Also zumindest die ich gesehen habe.
Die Ölbranche ist deshalb so lukrativ weil gerade eben die aufgewendete Förderenergie zur verkauften Energie unbeutend klein ist.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Duke711
  • Beiträge: 121
  • Registriert: Mo 28. Mai 2018, 12:41
  • Hat sich bedankt: 1 Mal
  • Danke erhalten: 9 Mal
read
Hier mal eine endgültige Zusammenfassung:


- Die Ölbohrung:

Ausgehend von einer Ölfeldgröße von 50 Milliarden Barrel - 7,95 Billionen Liter was einer Energiebilanz von 7,5761 * 10^12 Kwh entspricht.
In einer Tiefe von 3000 Meter bei einem lithostatischen Druck, je nach Gestein, von ~ 1150 bar, und deutlich höher als der hydrostatischer Druck von ledeglich 241 bar. Es wird also noch nicht mal eine klassische Tiefpumpe benötigt, wie man es aus klassischen US Filmen kennt.
Somit müssen nur einige Tonnen Stahl, Beton und Wasser für eine einmalige Tiefbohrung aufgwandt werden. Hier sollte aber schon zu erkennen sein, dass diese wenigen Tonnen Ressourcen und deren aufbgebrachte Energie zu Herstellung bezüglich der Energiebilanz von 7,5761 * 10^12 Kwh überhaupt nicht
von Relevanz sind. Aussagekräftige Studien kann man eben falls darüber sehr schlecht erstellen. Da u.a auch der Energieaufwand der Tiefbohrung von der geologischen Beschaffenheit abhängig ist. Außerdem wäre solch eine Rechnung auch überhaupt nicht gerechtfertigt. Dann müsste man bezüglich der Elektrofahrzeuge auch die Herstellung der Stromtrassen in die Rechnung mit einbeziehen, die deutlich mehr an Stahl und somit Energie benötigt als eine Tiefbohrung.

Wenn wir unrealistisch pessimistisch sind, wird die Effizienz auf einen Promille Verlust - 0,999 beziffert.



- Der Öltanker

---------------------------------
Als Quelle hier zu:

Analyse der Einflüsse auf den
Energieverbrauch bei Containerschiffen
und Entwicklung von Indikatoren zur
Bewertung der Energieeffizienz

Dirk Scheidt
-------------------------------------------------

Auch hier wieder eine pessimistische Betrachtungweise, in dem von einem Containerschiff ausgegangen wird, was eine deutliche höher Stirnfläche und somit Luftwiderstand hat als ein Öltanker.

In dieser wurden zwei Messfahrten von zwei Routen über den Atlantik von Le Havre - Charlston durchgeführt.
Die Distanz betrug 3768 sm und 3738 sm, bei einer Fahrzeit von 220,75 h und 219,25 h, sowie 17,05 und 17,03 kn

Der Energieverbauch pro transportierte Tonne und Seemeile:

0,0003 kJ/tsm


Umgerechnet auf die Landung des Tankers:


450.000 tdw, bei einer Dichte von 0,82 t/m³ = 549.000 m³

Strecke 3738 Sm = 504.630 kJ -> Tanker

Energiegehalt Rohöl bei 11,9 kWh/kG = 5,355 * 10^9 kWh

-> 504.630 kJ / 5,355 * 10^9 kWh * 3600 s = 2,61 * 10^-8 -> 0,99999997

Der Tanker könnte auch einmal bis Mond und zurück fahren, überhaupt keine Relevanz. Vielleicht ist es jetzt mehr verständlich wie unrealistisch pessimistisch die 1 Promille Verlust bei der Ölbohrung waren.


- Transport vom Hafen zur Raffinerie
z.B. Rheinland Raffinerie Werk Nord bei Köln

Fahrtstrecke 425 kM

Inhalt 40 Tonner Tankwagen -> 58 m³

Verbauch Benz Actros 1848 31,9 Liter auf 100 kM
-> 135,575 LIter
-> Dichte Diesel 0,785 t/m³ und 11,8 kWh/kG
-> 1255,8 kWh / 58 m³ * 0,82 t/m³ * 11,9 kwh/kG = 0,99778



- die Raffinerie

Quelle Input - Output Bilanz der Gunvor Raffinerie Ingolstadt

Input

Rohöl 3986 kt
3119 GWh

Output

Flüssigas 313 kt
Propylen 52 kt
Benzin + Diverate 1391 kt
Flugbenzin 62 kt
Diesel 1627 kt
Heizöl Leicht 440 kt
Heizöl schwer 94 kt

(Bitumen, Schwefel, sowie Abfallprodukte habe ich mal vernachlässigt)

Eigenverbrauch (Rohöl) 241 kt
123 GWh

Da kommt natürlich mehr raus, da beim Input weder Wasser noch Additive aufgezählt worden sind.

Bilianz Output 49063,86 GWh / Input 50587,4 --> 0,969


- Der Transport zu Tankstelle

Fahrtstrecke 100 kM

31,9 Liter / 58000
-> 0,99945

Gesamtwirkungsgrad der Kette

0,965 oder 0,324 kWh pro 1 Liter Diesel

Soviel zu den angeblichen 7 kWh pro 1 Liter Diesel oder diesen angeblichen Well to Wheel Studien mit 0,82, da hätten schon längst alle Firmen dicht gemacht

--> Warum ist wohl die Ölbranche so lukrativ?
Anzeige
AntwortenAntworten

Zurück zu „Allgemeine Themen“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag