Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Re: Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Beitragvon Nik » Fr 31. Jul 2015, 20:07

+1
Wer viel fragt kriegt viele Antworten
Solange die Hauptsicherung nich fliegt ist mir das egal.
Ich bezahle ja auch jeden Monat Gebühr für einen entsprechenden Anschluss.
Gruß Nik
Benutzeravatar
Nik
 
Beiträge: 803
Registriert: Fr 15. Nov 2013, 17:53
Wohnort: Nordharz

Anzeige

Re: Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Beitragvon Mittelhesse » Mo 10. Aug 2015, 20:20

ich habe heute mit dem "Ladesäulenminister" meines EVU telefoniert, er nimmt sich der Sache an, es sei doch blödsinnig wegen so etwas einen Änderungsantrag auszufüllen :mrgreen:
LG Stefan

Renault ZOE Q210 intens schwarz seit Juni 2015. Upgrade auf Z.E. 40 Batterie am 07.03.18 bei 114.019km.

Model 3 reserviert am 02.04.16
Benutzeravatar
Mittelhesse
 
Beiträge: 1099
Registriert: So 21. Jun 2015, 12:14
Wohnort: Biskirchen

Re: Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Beitragvon Grejazi » Mo 5. Okt 2015, 19:36

Hinter der "Meldepflicht" für große Verbraucher steckt noch ein ganz anderer Hintergrund.

Damit soll sicher gestellt werden, dass die Sicherungen im Hausanschlusskasten nicht überlastet werden.
Bei der Meldung großer Verbraucher interessiert vorrangig, ob noch weitere Großverbraucher existieren und ggf. zur gleichen Zeit betrieben werden könnten.

Einfaches Beispiel aus dem eigenen Zählerkasten - Altbau von 1904
Großverbraucher - 3phasig
>Durchlauferhitzer 18kW
>Durchlauferhitzer 18kW
> 3 mal Nachtspeicherheizung 7,5kW

Macht allein in Summe 58,5 kW oder in etwa 85A
Sicherungen im HAK - 50A
Was die Sicherungen machen, wenn alles gleichzeitig betrieben wird ist ja wohl einleuchtend.

Also müssen hier Verriegelungen installiert werden die den gleichzeitigen Betrieb verhindern.

Und wie sieht es bei einer Absicherung von 35A aus?
Mal schnell das Auto an die 22kW Wallbox.
Mutti schmeißt den Backofen an, Töchterchen muss sich mal eben die Haare fönen und weil der Kuchen gerade in der Röhre ist kann man noch schnell zwischendurch Staub saugen.
Im Normalfall reicht aber schon einer dieser zusätzlichen Verbraucher um die Sicherungen im HAK zu m dahinschmelzen zu bringen.
Also 22kW-Wallbox an 35A Einspeisung betreiben verlangt schon viel Disziplin. Aber man hat ja Zeit und kann sich erstmal mit dem Kaffeevollautomat einen leckeren Kaffee machen. Nix da - hat auch mehr als 3A.
Renault Fluence ZE - Betty Blue - 392V am Morgen
40.000km SOH:101%
Produktionsdatum 12.12.2012
EZ: 06/2014 Erwerb 08/2014 mit 100km
Benutzeravatar
Grejazi
 
Beiträge: 128
Registriert: Do 4. Sep 2014, 12:23
Wohnort: 47447 Moers

Re: Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Beitragvon rolandk » Mo 5. Okt 2015, 21:29

Für so etwas eine "Meldepflicht" einzuführen ist doch wohl Quark.

Industriebetriebe haben mit viel größeren Schwankungen zu rechnen und da müssen die einzelnen "Großverbraucher" auch nicht gemeldet werden.

Bei der Installation hat sich erst einmal der Elektriker darum zu kümmern, das die entsprechenden Leistungen abgerufen werden können. Dann wird das EVU beauftragt, die dazu nötigen Leitungen zur Verfügung zu stellen (lassen die sich auch entsprechend bezahlen) und dann wird monatlich geschaut wie die maximal-Last aussieht und dafür darf bezahlt werden.

Da wird kein Gerät gemeldet...

Roland
Bild
rolandk
 
Beiträge: 4318
Registriert: Sa 21. Sep 2013, 22:10
Wohnort: Dötlingen

Re: Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Beitragvon Mittelhesse » Mo 5. Okt 2015, 21:36

und ich kann dir sagen die Bereitstellungspreise sin happig :D
LG Stefan

Renault ZOE Q210 intens schwarz seit Juni 2015. Upgrade auf Z.E. 40 Batterie am 07.03.18 bei 114.019km.

Model 3 reserviert am 02.04.16
Benutzeravatar
Mittelhesse
 
Beiträge: 1099
Registriert: So 21. Jun 2015, 12:14
Wohnort: Biskirchen

Re: Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Beitragvon Grejazi » Mo 5. Okt 2015, 22:48

@rolandk

Dass die Industrie tun und lassen kann was sie will, sofern sie mit der Leistung auskommt kann ich so nicht stehen lassen.

Tatsächlich ist es so, dass bei Erweiterungen / Änderungen eine Netzberechnung bis hoch zur 110/6kV-Ebene zu erfolgen hat.
Hier sind alle Faktoren zu berücksichtigen Kurzschlussleistungen, Selektivität, Schaltzeiten der Auslösenden Elemente CosPhi, Oberwellenanalyse .....

Selbst Abschaltungen und Umschaltungen auf andere Einspeisungen sind mit dem Versorger auf der 110kV-Ebene abzusprechen.

Zudem ist ein Lastabwurfmanagement vorzuhalten.

Also sind hier die Ansprüche eher noch höher als im Privatbereich.

Dass gerade im Mittelständischen Bereich da auch schon mal großzügig drüber weggegangen wird - unter anderem aus Kostengründen, hat dann schon mal gerne zur Folge, dass in Industriegebieten das Netz mit Oberwellen und Phasenverschiebungen so versaubeutelt ist, dass empfindliche Umrichter dort nicht mehr betrieben werden können.
Renault Fluence ZE - Betty Blue - 392V am Morgen
40.000km SOH:101%
Produktionsdatum 12.12.2012
EZ: 06/2014 Erwerb 08/2014 mit 100km
Benutzeravatar
Grejazi
 
Beiträge: 128
Registriert: Do 4. Sep 2014, 12:23
Wohnort: 47447 Moers

Re: Meldepflicht für Ladeboxen mit 22 kW

Beitragvon Elektrofix » Fr 23. Okt 2015, 20:41

Grejazi hat geschrieben:
@rolandk
Dass die Industrie tun und lassen kann was sie will, sofern sie mit der Leistung auskommt kann ich so nicht stehen lassen.
… Also sind hier die Ansprüche eher noch höher als im Privatbereich.
Kann ich Dir nur zustimmen. Ich selber bin in unterer Firma die VEfK und beim Netzbetreiber gemeldet. Alle zwei Jahre wird meine Eintragung im Bundeinstallateurverzeichniss erneuert und ich muss jedes mal bestätigen das ich Lastveränderungen dem Netzbetreiber mitteile. Wir haben ein eigenen Trafo und die Übergabe ist im Mittelspannungsnetz.
Bei uns wird nicht nur die Wirkleistung wie im Privathaushalt berechnet, sondern auch die Blindleitung, die nur die Leitungen belaste.

Hier im EWE- und SWB-Netz ist die Grenze zum Anmelden von Verbrauchern bei 11kW. Das hat hier nicht unbedingt was mit den Sicherungen in HausAnschlusKasten zu tun, sondern voralem mit dem gleichzeitigen Auftreten der Lasten am Trafo. Ich schätze in 20 Jahren werden wir alle nur noch die Autos über SmartMetering betreiben dürfen. Die EWE bietet jetzt schon ein Tarif für e-Autos an, mit einen Zwei-Trafiv-Zähler, der aber nicht besondre günstig ist.
Benutzeravatar
Elektrofix
 
Beiträge: 665
Registriert: So 22. Feb 2015, 17:05
Wohnort: Oldenburg (Oldb)

Anzeige

Vorherige

Zurück zu Private Lade-Infrastruktur

  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste