Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt GiroGo

Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon phonehoppy » Mi 29. Nov 2017, 11:28

Wenn man es denn schafft, für die Ladesäulen ein einheitliches Bezahlsystem einzuführen, warum dann nicht gleich fahrzeuggebunden? Bei Tesla funktioniert es ja, und auch Fastned führt das gerade ein. Einfach einstecken und laden, die Rechnung kommt dann später. Dazu braucht man natürlich wieder einen Online-Account beim Anbieter, aber wenn es wirklich ein einheitliches System gibt, wäre das sicher zu verkraften. Schließlich muss man sich ja auch für alle anderen Arten bargeldloser Zahlungsmittel irgendwie registrieren. Und die Micropayment-Anbieter würden ganz rausfallen, da man ja nur noch einmal im Monat oder so alles zusammen bezahlt.
Dass natürlich die Preise transparent und am besten auch einheitlich sein müssen, steht auf einem anderen Blatt.
Technisch ist so etwas kein Problem, denn schon jetzt werden bei jedem Ladevorgang Daten zwischen dem Fahrzeug und der Ladesäule ausgetauscht. Fahrzeuggebundene Bezahlung ist damit auch Datenschutzrechtlich nicht bedenklicher als jeder öffentliche Ladevorgang heute schon, und auch bei einer Kartenzahlung jeglicher Art werden Daten erfasst, die im Zweifelsfall einer Person zugeordnet werden können. Selbst die Barzahlung mit Geldscheinen kann durch die Seriennummern der Scheine technisch rückverfolgt werden. Wer also Angst um seine Privatsphäre hat, könnte allenfalls überall noch mit Münzen bezahlen.

GiroGo ist vielleicht momentan der günstigste Anbieter, aber das liegt wohl hauptsächlich daran, dass die Akzeptanzquote noch gering ist. Man will das irgendwie anschieben und macht darum Dumping-Preise. Eine Ladesäule steht aber mit einem Kartenleser mehrere Jahre da, und wer sagt, dass GiroGo nicht sofort teurer wird, sobald es auch attraktiver ist?
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon AbRiNgOi » Mi 29. Nov 2017, 11:39

phonehoppy hat geschrieben:
Technisch ist so etwas kein Problem, denn schon jetzt werden bei jedem Ladevorgang Daten zwischen dem Fahrzeug und der Ladesäule ausgetauscht.


Der Datenkatalog bei Chademo ist eingefroren, da kommt kein Update der Normierung dazu, Bei Typ 2 Mode 3 sind wir Systembedingt an einer Minimalkommunikation gebunden (PWM Signal... Spannungspegel...) daher wäre eine Anpassung des Protokolls nur für zukünftige CCS Fahrzeuge möglich. Ich denke aber so etwas in den Normierungsanträge schon so gesehen zu haben, also die Übergabe einer Fahrzeug ID die eindeutig zuordenbar ist. Mit Eintrag in einer Webpage ähnlich wie die Autobahngebühr in Deutschland, könnte dann die Rechnung anhand der dort hinterlegten Daten gestellt werden. Ich müsste mich aber trotzdem irgendwo mit meiner Fahrzeug ID registrieren und eine Bezahlmethode hinterlegen...
Natürlich müsste mir die Säule gleich den Preis der Ladung sagen... Was wiederum von dem gewählten Paket abhängig sein kann, also mit Grundgebühr, ohne, welcher Anbieter....
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon Major Tom » Mi 29. Nov 2017, 11:48

Und NewMotion? das ist zwar nett, da gibt es nur eine Karte, aber die sind so teuer,..

Richtig. Wobei man aber sagen muss, dass die Preise nicht NewMotion festlegt, sondern der Betreiber.
ciao
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon phonehoppy » Mi 29. Nov 2017, 11:49

AbRiNgOi hat geschrieben:
...daher wäre eine Anpassung des Protokolls nur für zukünftige CCS Fahrzeuge möglich. Ich denke aber so etwas in den Normierungsanträge schon so gesehen zu haben, also die Übergabe einer Fahrzeug ID die eindeutig zuordenbar ist. ...


Wie gesagt, Fastned bietet das bereits an. Die Herausforderungen sind meiner Meinung nach eher organisatorisch oder politisch. Es müsste einen einheitlichen Anbieter für die Abwicklung der Zahlungen geben, dann könnte jeder Ladesäulenbetreiber am System teilnehmen und als Kunde müsste man sich nur einmal registrieren, ähnlich wie jetzt beim Roaming.
Kostenlos wird auch so ein Zahlungsanbieter das nicht machen, aber dafür fällt ja auch die Notwendigkeit der Ausgabe zusätzlicher Hardware (Kartenleser, Karten usw.) weg. Das spart dann auch wieder einiges.
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon drilling » Mi 29. Nov 2017, 11:53

phonehoppy hat geschrieben:
Die Herausforderungen sind meiner Meinung nach eher organisatorisch oder politisch. Es müsste einen einheitlichen Anbieter für die Abwicklung der Zahlungen geben, dann könnte jeder Ladesäulenbetreiber am System teilnehmen und als Kunde müsste man sich nur einmal registrieren, ähnlich wie jetzt beim Roaming.


Darum geht es hier überhaupt nicht. Die LSV schreibt mindestens ein punktuelles Bezahlverfahren vor. und dafür rät diese Studie Girogo einzusetzen da es am günstigsten von den Kosten her ist.
Das wovon du redest ist definitiv kein punktuelles Bezahlverfahren, also bleib bitte beim Thema.
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon phonehoppy » Mi 29. Nov 2017, 12:03

drilling hat geschrieben:
..Die LSV schreibt mindestens ein punktuelles Bezahlverfahren vor. und dafür rät diese Studie Girogo einzusetzen da es am günstigsten von den Kosten her ist.
Das wovon du redest ist definitiv kein punktuelles Bezahlverfahren, also bleib bitte beim Thema.


Rein formal mag GiroGo als punktuelle Zahlungsmöglcihkeit gelten, in der Praxis ist es das nicht. Ich bin da der gleichen Meinung wie SaschaG: Wenn es etwas wäre, was jeder heute schon sowieso mit sich herumträgt, wäre die Vorgabe erfüllt. Wenn ich aber - momentan praktisch nur zum Laden an öffentlichen Säulen - eine eigene Karte beantragen oder auch PrePaid kaufen muss, kann ich mich auch gleich online bei einem speziellen Zahlungsanbieter registrieren.
Mag ja sein, dass in Zukunft die Akzeptanz von GiroGo steigen wird, aber es gibt keine Garantie, dass dann nicht auch die Preise steigen. Und gerade der Preis war es ja anscheinend, der in der Studie als besonderer Vorteil von GiroGo gewertet wurde. Nur dumm, dass dieses zentrale Argument ganz plötzlich wegbrechen kann.
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon drilling » Mi 29. Nov 2017, 13:16

phonehoppy hat geschrieben:
Wenn es etwas wäre, was jeder heute schon sowieso mit sich herumträgt, wäre die Vorgabe erfüllt.

Das einzige was jeder heute schon sowieso mit sich herumträgt ist Bargeld.
Das ist aber irrelevant denn was zählt ist was die LSV vorschreibt, und nicht was wir meinen, und wenn diese Studie vom VDE davon ausgeht das Girogo LSV konform ist, dann wird das wohl schon so sein.
Viele Leute haben übrigens eine Girogo Karte ohne das sie es wissen, da viele Bankkarten auch Girogo enthalten.
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon Spüli » Mi 29. Nov 2017, 13:43

Moin!
Bin gerade in Frankreich und habe mit ein paar Kollegen übe das Thema gesprochen. Hier ist die kontaktlose Kreditkarte schon sehr verbreitet und wird auch gut genutzt.
Glaube nicht das es eine deutsche Lösung sein wird, die sich am Markt durchsetzt. Also weder Bargeld noch GiroGo.
Gruß Ingo
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon graefe » Mi 29. Nov 2017, 13:58

Major Tom hat geschrieben:
warum nicht an der Ladesäule ?


Weil die Kosten auf Betreiberseite 'explodieren'.

Ich kann die Kurzsichtigkeit mancher Konsumenten auch nicht verstehen: Auch wenn die Gebühren beim Betreiber auftauchen, werden die am Ende vom Kunden bezahlt werden müssen.

Das Argument des Datenschutzes kommt auch zu kurz: Eine Auto-gebundene Bezahlung geht doch gar nicht. Am besten wäre bez. Datenschutz Bargeld. GiroGo kommt dem am nächsten.

Ich weiß gar nicht wo das Problem liegt. Plugsurfing oder NewMotion-Karte ins Auto und gut ist. Die Insellösungen, die einige Gemeinde noch haben sind natürlich Quatsch, aber sonst sind wir doch schon ein gutes Stück weiter und müssen nicht zig Karten mitführen.

Es kann nicht gut sein, sich in Abhängigkeit von zwei Unternehmen zu begeben (die ja auch wieder vom Kunden bezahlt werden müssen).

Die Kriterien, die an ein Micropayment-System zu stellen sind: europaweit, kostengünstig und anonym. Zwei von den drei Punkten werden von GiroGo erfüllt - und damit mehr als von allen anderen Systemen.
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Re: Studie Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen empfiehlt Gir

Beitragvon enabler » Do 30. Nov 2017, 00:08

Immer wieder die gleiche Leier.

Ihr wollt Infrastruktur?
Ihr wollt günstige Infrastruktur?
Ihr wollt auch im Ausland laden?

Das vergesst so proprietären Sch**** (schreibt man jetzt Scheiss mit "ss" oder "ß"?) mit notwendigen Zusatzmodulen wie die GiroGo-Karte. Oder hättet Ihr einen Spaß, wenn Ihr in Österreich mit der "Eurocard Quick" zahlen müsstet? Dort stehen übrigens nunmehr eine Menge Parkscheinautomaten mit überklebten Quick-Modul herum, weil auch da die Betreiber eine mittlerweile abgekündigte Insellösung aufbauten.

Es gibt bereits jetzt funktionierende, "relativ" barrierefreie Lösungen, welche die Infrastrukturkosten (vor allem bei den Destination Ladern) überschaubar und somit auch die Kosten für den Endkunden gering halten. Bei einem Smartphone-Marktanteil von beinahe 100% in technikaffinen Nutzerkreisen (mit Ausnahme User "drilling") ist es hinausgeballertes Geld, einem günstigen Destination Charger Verrechnungskomponenten zur Verdoppelung der Ladepunktkosten aufzubrummen.
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