Förderlandkarte des BMVI: 99,9% für H2

Förderprogramme für den Kauf und Betrieb von Elektroautos

Förderlandkarte des BMVI: 99,9% für H2

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Die neue interaktive Förderlandkarte finde ich recht erhellend. Stellt man als Thema "Mobilität" ein ,findet man z.B. im Raum Erlangen folgende Mobilitätsprojekte, bei denen in den letzten 5 Jahren eine Bundesförderung bewilligt wurde:
- Erlanger Stadtwerke: Installation von zwei Ladesäulen in Erlangen. Eine Ladesäule mit 1 Normalladepunkt mit 22 kW in der Schuhstraße 44 in Erlangen. Eine weitere Ladesäule mit 2 Normalladepunkten zu je 22 kW in der Sankt Johann 5 in Erlangen (6.288 € bis 31.12.2018)

- Landkreis Erlangen-Höchstadt: Erstellung eines Elektromobilitätskonzeptes (95.200 € bis 31.12.2020)

- Stadt Erlangen, Bereich Kanalbetrieb, Sukzessiver Austausch mit adäquaten E-Fahrzeugen (73.166 € bis 31.08.2020)

- Siemens Mobility: Entwicklung und Validierung eines Hochleistungs-Brennstoffzellen-Antriebes für Hybrid-EMU-Triebzüge (2.559.043 € bis 31.12.2018 )

- Siemens Mobility: Entwicklung und Validierung eines Hochleistungs-Brennstoffzellen-Antriebes für Hybrid-EMU-Triebzüge (5.590.024 € € bis 31.03.2020)

- Stadt Erlangen: 2 E-Fahrzeuge für Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung (37.318 € bis 30.04.2020)

- Siemens AG: Wasserstoff-Tankstelle Air Liquide (283.178 € bis 30.06.2016)

- Siemens AG: Gesamt-Schadstofffreies 4-Personen-Flugzeug mit H2-BZ Antrieb (74.379 € bis 31.12.2018)

- Siemens AG: Gesamt-Schadstofffreies 4-Personen-Flugzeug mit H2-BZ Antrieb (373.292 € bis 30.09.2019)

- Siemens AG: Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, Übergeordnetes Modul: Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation (91.288 € bis 31.12.2014)

- Siemens AG: Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, Übergeordnetes Modul: öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz (27.479 € bis 31.12.2016)

- Framatome GmbH: Prototyp innovativer H2-Tankstellen mit unterschiedlichen Konzepten (47.510 € bis 31.12.2018)

- Framatome GmbH: Prototyp innovativer H2-Tankstellen mit unterschiedlichen Konzepten (32.386 € bis 31.12.2021)

- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Machbarkeitsstudie – Wasserstoff und Speicherung im Schwerlastverkehr ( 160.402 € bis 31.03.2018)

- Gebäudereinigung Helbig GmbH, 2 E-Fahrzeuge für Reinigungs- und Winterdienstarbeiten (30.271 € bis 30.06.2020)

- Staedler Mars GmbH, 5 E-PKWs inklusive der zugehörigen Ladeinfrastruktur. Die Nutzung der Ladepunkte (Nürnberg Moosäckerstr. 3) soll dabei auch Gästen der Firma Staedler zugänglich sein (33.404 € bis 31.12.2019)

- Autohaus Road Star GmbH: Langzeitvermietung an Firmen mit Fahrzeugflotten, um die Technologie und Vorteile von Brennstoffzellenfahrzeugen vorzuzeigen (69.681 € bis 28.02.2021)
Ich schätze mal, dass die oft als "maßlose Verschwendung von Steuergelder" titulierte Förderung für Ladeinfrastruktur weniger als 1 Promille der Mobilitäts-Bundesförderung ausmacht.
Schon 12 Jahre lang Kfz-Steuer für meine E-Autos gezahlt - seit 28 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3). Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.
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Re: Förderlandkarte des BMVI: 99,9% für H2

Bud Fox
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Der Raum Erlangen ist sicherlich kein Maßstab für bundesweite Förderungen. Erlangen ist Standort von Siemens und Areva. Wenn die an etwas forschen, das der Bund als förderfähig ansieht, kann man da sicherlich keine bundesweiten Rückschlüsse draus ziehen.

Und dass an einem solchen Standort dann mehr Geld in verschiedene Projekte in frühem Entwicklungsstadium oder in andere Fortbewegungskonzepte fließt (Siemens baut nun mal viele Triebzüge) als in den Ausbau von Ladesäulen dürfte niemanden verwundern...
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Re: Förderlandkarte des BMVI: 99,9% für H2

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Bud Fox hat geschrieben: Der Raum Erlangen ist sicherlich kein Maßstab für bundesweite Förderungen
Wobei es eben nicht nur um Forschungsförderung, sondern um jedwede Bundesförderung zur "Mobilität" gehen soll. Ok, nehmen wir Fürth, Heidelberg und Freiburg hinzu (weggelassen: Digitalisierung, Fahrrad):
Wolf ButterBack, Demonstration eines Brennstoffzellensystems,(352.582 €, bis 31.12.2016)

infra Fürth, Ladesäulen in Fürth, (9.112 € bis 31.07.2019)

ifeu, Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, Emissionsrechenmodell, (219.779€ bis 31.12.2012)

Discipulus Reiseunternehmen, Nachrüstung von Diesel-Bussen, (50.000 € bis 30.12.2019)

Stadt Heidelberg: Aufbau einer Brennstoffzellen-Fahrzeugflotte, (45.760 € bis 31.12.2018)

Stadt Heidelberg: Marktaktivierung der Brennstoffzellen-Fahrzeugflotte, (20.730 € bis 31.12.2019)

Stadt Heidelberg: Elektromobilitätskonzept, Untersuchung des Einsatzes von direkt über Batterien oder indirekt über Brennstoffzellen elektrisch angetriebenen Fahrzeugen im ÖPNV, (80.000 € bis 31.03.2019)

Stadtwerke Heidelberg, Methoden zur Planung eines optimalen Ladestationsnetzwerkes (35.907 € bis 30.11.2019)

Stadtwerke Heidelberg, Ausbau der Ladeinfrastruktur in Heidelberg, (61.172 € bis 31.03.2019)

Dechent GmbH, Marktaktivierung der Wasserstoff-Fahrzeugflotte in Heidelberg (13.936 €, bis 31.12.2019)

Spiegelhalder & Heiler, Marktaktivierung: Aufbau einer Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugflotte in Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg (25.240 € bis 31.12.2018)

Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg, Brennstoffzellen-Fahrräder für den emissionsfreien Lastentransport in Innenstädten (36.687 € bis 28.02.2014)

badenova AG Freiburg, Ausbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur an mehreren Standorten im Stadtgebiet, (53.676 € bis 01.12.2019)

Fraunhofer-Institut ISE, Brennstoffzellen-Fahrräder für den emissionsfreien Lastentransport in Innenstädten (408.240 € bis 31.03.2015)

Fraunhofer-Institut ISE, Monitoring der Freiburger Wasserstoff-Tankstelle (100.798 € bis 31.12.2016)

Fraunhofer-Institut ISE, Betrieb von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen, (1.230.596 € bis 31.12.2018)

Fraunhofer-Institut ISE, Betrieb von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen, (877.791 € bis 31.05.2021)

Fraunhofer-Institut ISE, Studie: Industrialisierung der Wasserelektrolyse, (437.609 € bis 30.06.2018)

Fraunhofer-Institut ISE, Qualifizierung von Brennstoffzellen-Komponente, (1.527.750 € bis 31.12.2018)

Fraunhofer-Institut ISE, Qualifizierung von Brennstoffzellen-Komponente, (567.521 € bis 30.06.2020)

Fraunhofer-Institut ISE, Kompaktes 1 MW-PEM-Wasserelektrolyse-System, (1.097.198 € bis 30.09.2016)

Fraunhofer-Institut ISE, Chinese German Fuel Cell Collaboration, (432.555 € bis 31.03.2021)

Fraunhofer-Institut ISE, Bipolarplatten für Brennstoffzellen und Elektrolyseure, (281.953 € bis 31.03.2020)

Fraunhofer-Institut ISE, Bipolarplatten für Brennstoffzellen und Elektrolyseure, (633.435 € bis 31.12.2018)
Wenn man die paar Beispiele der Wasserstoffförderung zusammenzählt, kommt man schon fast auf die bundesweit bisher ca. 25 Mio € Förderausgaben für Ladeinfrastruktur.
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Re: Förderlandkarte des BMVI: 99,9% für H2

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In Berlin wird es nun besonders krass. Hier als Beispiel nur 3 Einzelprojekt-Bundes-Förderungen aus den 61 H2-Förderprojekten dort:
Systematische Anlagenoptimierung und Überwindung von bestehenden Hindernissen auf dem Weg zur Markteinführung anhand des Aufbaus und Betriebs von 7 Wasserstofftankstellen - (4.991.650 €, bis 31.12.2017)

Nachfragebasierter Aufbau von 4 Wasserstofftankstellen in Deutschland zur Einführung von Wasserstoff als alternativen Kraftstoff im Straßenverkehr, Teil 2 (331.032 € bis 31.12.2018; 3.772.717 €, bis 31.12.2021, zusammen 4.103.749 €)

Nachfragebasierter Aufbau von 4 Wasserstofftankstellen in Deutschland zur Einführung von Wasserstoff als alternativen Kraftstoff im Straßenverkehr, Teil 4 (2.529.472 €, bis 30.06.2020)
Jedes der 61 H2-Förderprojekten in Berlin besteht aus bis zu 10 Einzelprojektförderungen wie oben.
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Re: Förderlandkarte des BMVI: 99,9% für H2

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Ja, man ist bei Wasseerstoff schon sehr innovativ, um die Förderprojekte und Summen zu verstecken:
Pilotprojekte sind meist nicht ganz billig: Das 17-Millionen-Euro-Projekt in Mainz wurde daher zur Hälfte durch den Bund gefördert, aus Mitteln des Programms „Förderinitiative Energiespeicher“.
Hier kann man das Geld ja evtl. noch als sinnvol investiert betrachten. Wobei sich das Geschwafel vom "Überschussstrom" nicht mit der Mitteilung des kontinuierlichen Betriebs deckt ...
Dass die vier genutzten Windräder nicht neu errichtet wurden, ist auch irgendwie anrüchig. Denn dieser Strom ist wohl nie "überschüssig" gewesen, sondern wird nun der direkten EE-Stromnutzung entzogen.

Warum sich aber Großkonzerne ihre ureigensten Aufgaben subventionieren lassen können - bspw.: Glyzerin-H2-Technologie in Leuna, >1,1Mio€ für Linde erschließt sich mir nicht wirklich.

Richtig zur Sache geht es aber eben bei den H2-Tankstellen. Die kosten im Regelfall (entgegen anderslautenden Behauptungen) für die kleine Standardausführung (Linde IC90-Verdichter für 40-60PKW am Tag) um 2Mio€, wovon je 900.000€ vom Steuerzahler kommen, bspw.:
Bremen oder Koblenz.
Spitzenreiter ist Hamburg HafenCity mit 6Mio.€ Steuergeld für eine tolle größere H2-Tanke, deren Busbetankung derzeit ausfällt, da die H2-Busse wegen Unzuverlässigkeit und Unwirtschaftlichkeit wieder abgeschafft wurden ...
H2-TS_Linde-Referenzen_Daten_Hamburg-München-Berlin-Wien.jpg
Bei den neueren Tankstellen auf www.H2stations.org stehen dann unter "Comments" keine Fördersummen mehr ...
Bestimmt, weil das alles so ganz toll billig geworden ist ... :ironie:

So bspw. für die H2-Tanke Shell-Sachsendamm in Berlin, die mit 200kg/h max. Durchsatz (siehe oben) sicher nicht so ganz billig war - ebenso wie die Total in München.
Aber solch kleine und mittelständige Innovationstreiber wie Linde, Shell und Total sind halt auf Steuergeld angewiesen ... :ironie:
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!

Re: Förderlandkarte des BMVI: 99,9% für H2

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