E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Vor ein paar Jahren wollten "die Leute" 300km Autobahnreichweite - das würde ihnen reichen. Jetzt haben wir Autos, die diesen Betrieb problemlos schaffen. Jetzt will man 1000km mit Anhänger bei 160km/h Durchschnitt und das bitte günstiger als ein gebrauchter Benziner.

Mal ehrlich: Ich bin mit meinem oder dem elterlichen Benziner mit 50l-Tank kaum mehr als 300-400km gefahren, da hat mich eher interessiert ob mein Budget für Sprit am Ende richtig kalkuliert war oder am Ziel die unangenehme Überraschung wartet und der Sprit 10-20cent pro Liter teurer ist. Für mich war es seit jeher klar, dass man Strecken "ins Unbekannte" einigermaßen plant, checkt ob Öl, Reifendruck und Beleuchtung i.O. sind. Mit dem Diesel war ich in einer Situation, dass ich am Wochenende in die Heimat fahre, Freunde besuche oder die Fernbeziehung pflege. In der Phase von letzterem wäre ich auf >30.000km/Jahr gekommen, wenn es denn menschlich funktioniert hätte. 400km Distanz bedeuten 3,5-5 Stunden Fahrt pro Weg, das regelmäßig zu fahren hat schon einen erheblichen Impact auf das Privatleben, sogar diese Zeit wäre mit heutigen Fahrzeugen und Infrastruktur ohne nenneswerte Einschränkungen oder Verzögerungen möglich. Sowohl an meinem damaligen Zielort als auch an meinen typischen Pausenorten stehen heute Ladestationen.

Natürlich sind heutige Stadt-Umland-Elektroautos wie Zoe, i3, eGolf oder Leaf eben nur mit Einschränkungen auf der Langstrecke zu gebrauchen. Aber das ist weit entfernt von der typischen Halbwissen-Rechnung, nach der es 1000 km Reichweite braucht, weil im Winter mindestens die Hälfte an Reichweite verschwindet und man ja immer 100km Reserve halten muss wegen der ungenauen Anzeige und den nicht vorhandenen Ladesäulen, von den 400km die bleiben muss man dann für die Autobahn nochmal 100-200km abziehen weil einen ja alle bescheißen ... und so kommt man auf die 200km "reale Reichweite" ... bei der man aber unbedingt täglich nachladen muss, weil man sonst die 10km zur Arbeit vielleicht nicht schaffen könnte.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Ungard
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Die Leute suchen halt Ausreden. Fahren eAutos nur 150echte km, brauch man 300km. Fahren sie 300, brauch man natürlich 600. Fahren sie dann 600 muss man die 600 natürlich bei minus 20 bergauf mit Wohnwagen schaffen und in max 5 Minuten voll laden...

Ich hatte das gleiche vor einigen Jahren mit Erdgas, mein Auto kam reale 400-450km. Vollgetankt in weniger als 5 Minuten, fast überall gibt es ne Tanke.
Für die meisten war das nix. Reichweite zuwenig. Man muss ja gucken wo man tanken kann. Im Urlaub müsse man ja ggf. mal einen Umweg von 5 Minuten fahren...

Die Leute wollen das was sie jetzt haben. Einerseits verständlich, andererseits geht es so mit der Party halt nicht weiter.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Naja ... und ... natürlich kann mir der Händler einen eGolf verkaufen. Er könnte ihn anpreisen. Oder er könnte ihn schlecht machen. Oder er versucht mir fürs gleiche Geld einen GTI TCR zu verkaufen. Rein auf dem Papier ist das ja das bessere Auto ... fährt schneller, geht mehr rein, leichter und nach Liste billiger - und für ihn springt sogar noch jede Menge Geld bei der Wartung raus.

Ich weiß schon ... wenn man die Leute vor 150 Jahren gefragt hätten, hätten sie sich "schnellere Pferde" gewünscht. Aber es ist dennoch bemerkenswert, wie man bei Diesel vs. Benzin TCO rechnen kann, und es im Bezug auf Gas, Elektro oder Wasserstoff spontan verlernt.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Schüddi
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Nein verlernen tut man das nicht. Aber Benzin und Diesel gibt es überall..
Die Leute sind eben nicht Blauäugig und sehen auch alle anderen Faktoren die damit einher gehen.
Zwischen Theorie und Praxis liegen oft Welten!

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Die Elektrofahrzeuge werden sich durchsetzen, aber eben nicht mit den heutigen Parametern.

Mich jetzt mit der Forderung nach 1000km (WLTP) Reichweite als Deppen hin zu stellen, der von Elektromobilität nichts versteht ist jetzt nicht ganz Fair. Wer mit einer 22kWh von Hamburg, Athen, Amsterdam, Genf, Hevitz, Stuttgart unterwegs war, weiß genau was geht und was nicht.
Aber durch all die Geschichten haben mir die Leute zugehört. Und ich habe ihnen zugehört. Und egal ob ein Elektrofahrzeug mit 60kWh das Alltagstauglichste Erstfahrzeug aller Zeiten ist, als Grenzbetrachtung zwischen Kosten Nutzen, haben die Leute trotzdem Angst davor.

Ich bleibe dabei: erst wenn das Elektrofahrzeug in allen Parametern besser und billiger wird, setzt es sich durch. Und es ist nicht mehr so lange hin.
Die Party ist aus, wir müssen uns zurücknehmen? Also mit dem Spruch hast du auf dieser Welt gerade ausgeschissen. Da geht jeder auf die Palme. Klingt blöd, ist aber so.

Die Umweltaktivisten fahren Fahrrad, Straßenbahn und Zug. Die "scheiß egal" Gesellschaft fährt das Beste/Billigste = Diesel.
Wo also ist jetzt der Markt für vernünftige 60kWh Elektrofahrzeuge wenn die Party dann 2050 aus ist? Mit Verboten kommen wir nicht durch, eine solche Regierung wird sofort abgewählt.

Selbst hier habe ich schon gelesen: "Die nächste Regierung wird hoffentlich so schlau sein, sofort aus dem Klimaabkommen von Paris aus zusteigen. So ein Blödsinn das Deutschland das überhaupt unterschrieben hat!"

Daher bleibe ich dabei, auch wenn ich ganz genau weiß dass die Forderung überzogen ist: 1000km Reichweite nach WLTP, 10 Minuten Nachladen auf 90% zum Preis eines Diesel.

Beim Kleinwagen der einen Verbrauch von 12kWh/100km hat, wäre das ein Akku von 120kWh bei einer Ladeleistung von 600kW.
Beim SUV der einen Verbrauch von 25 kWh/100km hat wäre das ein Akku von 250kWh bei einer Ladeleistung von 1.500kW.

Nur damit wir die Forderung mal in Zahlen haben. Die 600kW bekomme ich mit CCS 350 und zwei Gleichstrom "Phasen" heute schon hin, bei den SUV werden wir uns wohl hier orientieren müssen: https://www.auto-motor-und-sport.de/tec ... he-fjords/

Natürlich wird dieses 10 Minuten Laden so teuer, das kaum einer das machen wird. Aber es wird gehen und darauf kommt es an. Im Normalfall sollte auch für den SUV die schon verfügbaren 350kW CCS reichen (sogar schon einer hier in Wien... https://www.goingelectric.de/stromtanks ... e-2/29611/), damit ist er Akku auch in 40 Minuten auf 80% und damit gut für 800km SUV Reichweite.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Ungard
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Natürlich ist die Party aus. Man kann natürlich weiter feiern, wenn der Nachbar sich beschwert. Irgendwann kommt die Polizei. Vielleicht ist man dann selber schon von der Party weg (im realen Leben halt tot). Aber irgendjemanden trifft es dann (Nachwuchs).
Und so ist es hier auch.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Ich kann diesen Thesen so nicht zustimmen. Früher wurde im kollegenkreis fast immer die Reichweite kritisiert. Mittlerweile ist die Mehrheit der Meinung dass die Reichweite der aktuellen bzw kommenden Generation an Elektroautos ausreichend ist, aber deren Preis zu hoch.

Natürlich gibt es auch noch Bedarf für Fahrzeuge mit höherer Reichweite, aber dies ist nicht mehr so wichtig.

Zudem ist langfristig noch sehr viel drin. Ich kann es nicht ab, dass Leute immer "physikalische Grenzen" als Totschlagsargument zitieren und sich furchtbar schlau vorkommen, weil mein diese Grenzen - wie den carnotschen Wirkungsgrad - ja nicht überschreiten kann. Allerdings sind diese wirklichen Grenzen a la Carnot noch meilenweit entfernt. Wir stoßen derzeit immer nur an technische Grenzen.

Akkus mit mehr als 1000 Wh/kg sind physikalisch möglich. Akkus mit 450 Wh/kg existieren bereits, haben aber Zyklenprobleme. Dies sind aber widerum keine physikalischen Grenzen, sondern ein technisches Problem.

Besonders glorreich war ein Chemiker der vor Jahren mit langen Rechnung nachgewiesen hat, dass ein Auto niemals mehr als 150 km elektrisch fahren kann...

Die Befürchtung in veraltete Akkutechnologie zu investieren und dann später ein Investproblem zu haben ist genau das Argument, das ich immer als den validen Grund für die Zurückhaltung der Autoindustrie gesehen habe. (Und die Befürchtung nicht wettbewerbsfähig zu sein)

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

harlem24
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Kollege Schuh sagt das ja immer noch.
Toll war da dann das Interview von Roland Schüren mit ihm, wo er ihn gefragt hat, wie die Teslas das denn dann machen...;)
Da kamen dann nur doofe Ausreden.
Gruß

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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Ungard hat geschrieben: Natürlich ist die Party aus. Man kann natürlich weiter feiern, wenn der Nachbar sich beschwert. Irgendwann kommt die Polizei. Vielleicht ist man dann selber schon von der Party weg (im realen Leben halt tot). Aber irgendjemanden trifft es dann (Nachwuchs).
Und so ist es hier auch.
Die Polizei kommt nur wenn ein Gesetz überschritten wurde. Wenn aber die Mehrheit der Bewohner Partys durch die ganze Nacht 24/7 gut finden, wird keine Regierung ein Gesetz durchbringen, die das Ende der Party definiert. Folglich auch keine Polizei.

Vorher bringen die Greta um, bevor auch nur ein Gramm CO2 auf Kosten der eigen Komfortzone eingespart wird.

Entweder wir schieben den verwöhnten Heinies die CO2 Neutralität in den Arsch ohne dass es einen Komfortverlust gibt, oder die Welt ist am selbigem.

Leider, ich sehe real keine andere Lösung mehr.

PS: Mein Freundeskreis ist auch meist studiert, da sind die Meinungen schon anders, ich spreche aber von den vielen Wählern und Wählerinnen die in unseren Ländern das Sagen haben.....
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Mit den Entwicklungen der letzten 15 Jahre....Nachhaltigkeit...Fairtrade....Grünerpunkt...Kampf um Öl/Rohstoffe...Klimaflüchtlinge...Greta
sehe ich auch die Tendenzen zu Neuer Bescheidenheit.
Der Bürger saniert und opfert Urlaub...wandern statt fliegen....er kauft Lokal, wenig aber gut...Gartenkultur renaissance

1000 km sind Luxus...das Leben und Abenteuer beginnt vor der Haustür. Primetime ist die Zeit mit der Familie/Freunden und nicht die Likes bei Instagram und diese Kick and Rush Erlebniskultur.

Das eigene Vehicle von morgen muss Zeit sparen und günstig sein....sonst bleibt es stehen

Deshalb...Bildung und nochmals Bildung...
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