private Ladesäule an Tankkarte anbinden

Re: private Ladesäule an Tankkarte anbinden

GeSchBerg
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Hallo,

mit newmotion bin ich inzwischen so weit:

Die billigste Wallbox, mit der man Strom mit dem Arbeitgeber abrechnen kann (mit MID-Zähler), kostet 923€ netto zzgl. Installationskosten. Mit dieser Wallbox kann nur EIN Fahrzeug geladen werden. Sollen mehrere Fahrzeuge unterschieden werden (z.B. Dienstwagen und Privat-PKW) ist eine Box für 1595€ netto gefordert - angeblich wg. Eichtrechts-Zertifizierung und Echtzeitanzeige des Ladeverbrauchs an der Box.
Selbst bei einfachster Installation (direkt neben dem Unterverteiler in der Garage) sind die Installationskosten angeblich 1000€!!! Auf ein bindendes Angebot warte ich noch.

Ist alles installiert, zahlt man 4€ netto monatlich fürs Management.

Man stellt im newmotion Portal seinen brutto-Strompreis ein und bekommt für jede geladene kWh genau diesen Betrag ersetzt.
Steuerlich sehe ich für mich kein Problem, da ich ja genau die selben Stromkosten habe, das ganz geht also Null auf Null auf.

Dieser o.g. Brutto Betrag wird dann dem Arbeitgeber über die newmotion Karte belastet, wobei KEINE Umsatzsteuer ausgewiesen wird.
Dem Arbeitgeber fehlen also 19% Vorsteuerabzug - oder anders geschrieben: der Strom verteuert sich für den Arbeitgeber um 19%. Zumindest habe ich diese Info so per Mail von newmotion bekommen.
Mein Arbeitgeber ist darüner natürlich nicht begeistert.

Mein Fazit: unnötig teure Wallbox + 4€ netto monatlich Kosten für mich + Arbeitgeber zahlt 19% mehr für den Strom als nötig

Gibt es keine bessere Lösung?

Geschätzt geht es bei mir um 3-4000kWh pro Jahr, die ich zuhause laden würde...

Viele Grüße,
Gerhard
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Re: private Ladesäule an Tankkarte anbinden

Nichtraucher
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In der Tat ist das bei NewMotion etwas undurchsichtig, wie es denn tatsächlich läuft.
Viel Vertriebs blabla auf der Website aber vielfach nichts konkretes.

Wenn man eine solche Ladestation (eichrechtskonform) und ein zugehöriges Abo abgeschlossen hat (5 € pro Monat), dann gibt es zwei Modelle zur Abrechnung deren Unterschied aber nicht erklärt wird.
Das eine nennt sich Gastnutzung. Ist also für fremde gedacht, die bei Dir laden wollen. Das bietet sich an, wenn die Ladestation öffentlich zugänglich sein soll.
Denn Preis für eine kWh kannst Du in einem gewissen Rahmen selbst festlegen (max. 0,50 € inkl. MwSt). Der Preis wird von NewMotion online angezeigt.
Laden kann dann jeder mit einer NewMotion Ladekarte oder mit der Ladekarte einer der Roaming Partner. Theoretisch geht auch ad hoc Laden mit Kreditkarte, funktioniert bei mir aber aus irgendwelchen Gründen nicht.
Aber Vorsicht: Wenn Du keine Steuer-ID bei NewMotion hinterlegt hast, dann bekommst Du nur den Nettobetrag ohne Mehrwertsteuer erstattet. D.h. die Mehrwertsteuer für den Strom den Fremde bei Dir gezapft haben, darfst Du dann selbst bezahlen. Kannst alternativ natürlich einfach nochmal 19% auf den Strompreis darufschlagen, den du von Gästen haben möchtest, oder aber eben eine Steuer-ID hinterlegen.
Das zweite nennt sich Rückerstattung für eigene Karten. D.h. für eine bestimmte Karte bekommst Du das Geld für den gezapften Strom zurückerstattet. Hierbei kannst Du den Preis aber nicht frei festlegen, sondern darfst nur deinen tatsächlichen Strompreis angeben und musst per anhaken bestätigen, dass Du den korrekten Preis eingegeben hast. Du bekommst dann den Betrag für den gezapften Strom am Ende eines Abrechnungsmonats auf Dein Konto überwiesen. Anders als bei der Gastnutzung, geht das Laden hierbei nicht mit einer beliebigen Karte, sondern nur mit der von Dir hinterlegten.
Ich verstehe das so, dass der Arbeitgeber sich eine Ladekarte von NewMotion besorgt und Dir dann die Nummer sagt, die Du dann hinterlegen kannst.
Der Arbeitgeber bekommt von NewMotion eine Rechnung mit Mehrwertsteuer für den Strom und Du bekommst das 1:1 dann von NewMotion erstattet.
Ob mit oder ohne Mehrwertsteuer kann ich nicht sagen.
Den zweiten Fall habe ich mir zusammengereimt. Ob es wirklich so ist, kann ich nicht sagen.
Sion reserviert
Aktuell Zoe Intens mit AHK von Wolf

Re: private Ladesäule an Tankkarte anbinden

meyma
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Je nach Arbeitgeber könnte man es eventuell auch etwas einfacher gehen. Rein technisch reicht ein einfacher Zwischenzähler (MID-geeicht) für <50€ vor einer Schuko-Steckdose oder einer einfachen Wallbox (<500€), der alle paar Monate mal abgelesen wird. Eine Privatnutzung des Anschlusses ist so natürlich nicht möglich, aber eine Abrechnung für jeden Ladevorgang getrennt ist eben schwierig zu realisieren. Zusammen mit einer Stromrechnung des Versorgers + Eigenbeleg könnten dann die anteiligen Stromkosten erstattet werden.

Sofern es sich um Kleinbetragsrechnungen handelt könnte es eventuell für den Arbeitgeber möglich sein Vorsteuerabzug geltend zu machen. Auch wenn das nicht jeder Arbeitgeber mitmacht, würde ich die Möglichkeit mal diskutieren.
Hauptwagen: Skoda Citigo e iV seit 05/2020
Zuvor gefahren: Renault Zoe, Mitsubishi iMieV, Tesla S85, BMW i3 120Ah, VW e-UP, Tesla P100D

Re: private Ladesäule an Tankkarte anbinden

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Wenn man bei Haufe zu den Kleinbetragsrechnungen nachschlägt, findet man paar Anforderungen, die man erst erfüllen muß.
Eine andere Abrechnung wäre, den Geldwerten Vorteil um die Stromkosten, die man mit einem einfachen Zähler ermittelt, zu reduzieren.
Es reduziert sich dabei nur das zu versteuernde Einkommen, aber der Aufwand ist deutlich geringer.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. 18 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Link: Story meiner öffentlichen Ladestation vor der Haustür

Re: private Ladesäule an Tankkarte anbinden

GeSchBerg
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meyma hat geschrieben: Je nach Arbeitgeber könnte man es eventuell auch etwas einfacher gehen. Rein technisch reicht ein einfacher Zwischenzähler (MID-geeicht) für <50€ vor einer Schuko-Steckdose oder einer einfachen Wallbox (<500€), der alle paar Monate mal abgelesen wird. Eine Privatnutzung des Anschlusses ist so natürlich nicht möglich, aber eine Abrechnung für jeden Ladevorgang getrennt ist eben schwierig zu realisieren. Zusammen mit einer Stromrechnung des Versorgers + Eigenbeleg könnten dann die anteiligen Stromkosten erstattet werden.

Sofern es sich um Kleinbetragsrechnungen handelt könnte es eventuell für den Arbeitgeber möglich sein Vorsteuerabzug geltend zu machen. Auch wenn das nicht jeder Arbeitgeber mitmacht, würde ich die Möglichkeit mal diskutieren.
Hallo ,
meinem Arbeitgeber geht es primär darum, eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer zu bekommen. Als Privatmann darf ich doch keine Kleinbetragsrechnung ausstellen, bei der ich eine Umsatzsteuer ausweise.
Der MID-Zwischenzähler wäre eine zur Not akzeptierte Lösung, bevorzugt wäre aber die Nutzung einer Flottenkarte, da dies keinen Zusatzaufwand darstellt und für alle e-Dienstwagen vereinheitlicht werden könnte.
Grüße,
Gerhard

Re: private Ladesäule an Tankkarte anbinden

GeSchBerg
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Fritzchen-66 hat geschrieben: Wenn man bei Haufe zu den Kleinbetragsrechnungen nachschlägt, findet man paar Anforderungen, die man erst erfüllen muß.
Eine andere Abrechnung wäre, den Geldwerten Vorteil um die Stromkosten, die man mit einem einfachen Zähler ermittelt, zu reduzieren.
Es reduziert sich dabei nur das zu versteuernde Einkommen, aber der Aufwand ist deutlich geringer.
Hallo,
mein geldwerter Vorteil wäre sowieso schon 0,00€, da die Eigentbeiteiligung größer ist als 0,5% vom Bruttolistenneupreis...
Außerdem bekäme ich bei reduziertem zu versteuertem Einkommen nur einen Teil meiner Ladekosten ersetzt - ist auch nicht prickelnd.
Der Arbeitgeber könnte die Eigenbeteiligung reduzieren, verliert dadurch aber wieder den Vorsteuerabzug.
Grüße,
Gerhard

Re: private Ladesäule an Tankkarte anbinden

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Hallo Gerhard,
Da bleibt nur die Möglichkeit ein Gewerbe anzumelden (Achtung Nebenbeschäftigung!).
Dann den Stromzähler auf das Gewerbe umzumelden und falls machbar den Strom für die Wohnung sich selber zu verkaufen.
Sonst ist ein 2.Zähler (Metallen Ungemach) notwendig.
Fiat 500e seit 2017, zusätzlich VW eGolf. 18 MWh Strom an den Ladesäulen verkauft.
Link: Story meiner öffentlichen Ladestation vor der Haustür
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