Business Case DC Ladeinfrastruktur

Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Mi 16. Jan 2019, 17:51
geko hat geschrieben:Positive Contribution Margin für DC-Ladepunkte ist durchaus schnell erreichbar (18-24 Monate)
In einem deutschen Forum sollte man für die nicht gut mit Betriebswirtschaft vertraute User auch deutsche Begriffe verwenden. Ich kann nicht nachvollziehen wie Du darauf kommst, dass ein positiver Deckungsbetrag (der deutsche Begriff) innerhalb 1 bis 2 Jahre erreicht werden soll, wenn die Auslastung nicht vorhanden ist.
geko hat geschrieben:ROI dauert natürlich wesentlich länger
Auf Grund von aktuellen Daten über die Nutzung von Ladesäulen gehe ich davon aus, dass der ROI (Kapitalrückfluss) nie erreicht werden wird. Nur durch die Quersubvention aus anderen Quellen (Werbung, Kundenbindung usw.) wird man eine positive Darstellung der Verhältnisse erreichen können.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Mi 16. Jan 2019, 19:36
hgerhauser hat geschrieben:Zu heutigen Tankstellen und deren Business Case habe ich nur begrenzt viel gefunden, zu Schnellladern aber diese Studie:
https://www.theicct.org/sites/default/f ... _final.pdf

Ein interessanter Fund: Es gibt nur 360 Tankstellen an Autobahnen in Deutschland. (Quelle Statista).

Aus der Studie entnehme ich, dass unter 500 Euro pro kW für größere Ladeparks kein Problem sein dürfte. Da wird zum Beispiel ein Invest von 600 Tausend Dollar für 10 140 kW Ladepunkte genannt. Da müsste man schon in näherer Zukunft mit 10 Cent Aufschlag einen Profit machen können, und wie erwähnt in der Studie, man kann ja auch was am Shop/Restaurant etc. direkt neben den Ladesäulen verdienen.

Da bleibt dann die Frage, wie teuer der Strom im Einkauf ist und da hängt sicher viel an den regulatorischen Rahmenbedingungen.
Danke mal wieder für die Recherche und die verlinkte Studie.

Bei 600k$ und 10x140kW wären das ja schon unter dem Richtwert von $500,- (Vermutlich aber mit Powersharing, d.h. Gesamtleistung <10x140kW
Auf jeden Fall werden die Kosten für die Hardware noch sehr deutlich sinken. Wie man in der von dir verlinkten Studie gut ablesen kann, unterliegt die Ladeinfrastruktur weltweit einer schönen exponentiellen Entwicklung. Sättigungserscheinungen sind noch in weiter Ferne. In so einem fruchtbaren Markt entwickelt sich täglich neuer Wettbewerb und drückt damit langfristig auf die Preise.
Hab mich eh immer gewundert, warum industrielle Leistungselektronik (FUs oder Wechselrichter) bei deutlich unter €100,- pro kW angekommen ist, während die Gleichrichterracks in den Ladesäulen offensichtlich das 5-fache Kosten müssen.
Aber wie wir wissen, ist die Hardware selbst bei DC Ladern oft der kleinste Teil der Gesamtkosten.
ecopowerprofi hat geschrieben:
geko hat geschrieben:Positive Contribution Margin für DC-Ladepunkte ist durchaus schnell erreichbar (18-24 Monate)
In einem deutschen Forum sollte man für die nicht gut mit Betriebswirtschaft vertraute User auch deutsche Begriffe verwenden. Ich kann nicht nachvollziehen wie Du darauf kommst, dass ein positiver Deckungsbetrag (der deutsche Begriff) innerhalb 1 bis 2 Jahre erreicht werden soll, wenn die Auslastung nicht vorhanden ist.
Da hat sich Georg wohl einfach am Titel orientiert. Habe den nur in Anlehnung an einen bestehenden Thread für AC Infrastruktur so genannt.

Vom Prinzip verstehe ich aber auch nicht, wieso eine Trennung von CPO (Chargepointoperator, also Ladesäulenbetreiber) und EMP (vermutlich Vermarktung, Abrechnung) eine verbesserte Position bringen soll.
Die Drecksarbeit (CPO) soll irgendwer anders machen, und die EMP konzentrieren sich auf die lukrative Vermarktung und halten an dieser Stelle risikobefreit die Hand auf? Wer soll dann so doof sein, freiwillig nur Ladesäulen zu betreiben? Damit ist doch offensichtlich vorläufig kein Blumenpott zu gewinnen?

Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Mi 16. Jan 2019, 22:00
ecopowerprofi hat geschrieben:In einem deutschen Forum sollte man für die nicht gut mit Betriebswirtschaft vertraute User auch deutsche Begriffe verwenden.
Die Begriffe kommen aber im Bullshit Bingo nicht vor....
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folder Mi 16. Jan 2019, 22:26
Momentan können die CPOs im Hubject z.B. ziemlich beliebige Session Fees (Gebühr pro Ladevorgang) eintragen (z.B. 20€), die bekommen sie dann von den Discount EMPs bezahlt auch wenn der Maingau- oder Telekom-Kunde nur 10 Min. lädt (30-50 Cent). Das wird sicher nicht ewig so bleiben, zeigt aber dass es da so manches interessantes Geschäftsmodell geben könnte.
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Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Mi 16. Jan 2019, 23:52
Ein CPO kann sich z.B. auf das Nutzen von staatlichen Subventionsprogrammen konzentrieren und da herum einen für sich lukrativen Business Case stricken. Einen recht bekannten CPO mit diesem Geschäftsmodell finden wir weit vorne im Alphabet. Das Endkundengeschäft eines EMP ist zu Beginn eher abträglich für hohe Margen, aber nach hinten skaliert es wunderbar mit wachsendem Markt.

Zur Trennung CPO+EMP: Es gibt da gewisse Analogien in anderen Branchen. MyTaxi, Airbnb, Booking.com, Flixbus...
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Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Do 17. Jan 2019, 07:51
hgerhauser hat geschrieben:und wie erwähnt in der Studie, man kann ja auch was am Shop/Restaurant etc. direkt neben den Ladesäulen verdienen.
Da aber die meisten Ladesäulen nicht vom Shop/Restaurant gebaut werden, sondern von davon wirtschaftlich vollständig unabhängigen Unternehmen, hat der Ladesäulenbetreiber überhaupt nichts vom Umsatz in diesen Geschäften.
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folder Do 17. Jan 2019, 11:09
Noch. Der Sortimo-Ladepark in Zusmarshausen könnte da eine Vorreiterrolle übernehmen.
Ladeversorgung und Ladeweile aus einer Hand. Die Tankstellenshops beweisen, dass dieses Konzept Sinn macht.
Bild Bild (Verbrauch inkl. Ladeverluste) - Ioniq Elektro - Premium - Phantom Black

Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Do 17. Jan 2019, 17:14
CPO und EMP muss nicht zwangsweise getrennt sein. Ein Unternehmen kann auch beide Teilbereiche besetzen.
Die Trennung CPO und EMP halte ich vor allem für einen Wunschgedanken von Stromanbietern. Es gab hin und wieder mal aus der Ecke Forderungen, dass die Bundesnetzagentur Ladesäulen wie das Stromnetz regulieren soll. Sprich der CPO errichtet, finanziert und betreibt die Ladeinfrastruktur, der EMP leitet seinen Strom durch.
Detailierte Vorstellungen, wie sich dann das Geschäftsmodell des CPO darstellen soll gab es jedoch nicht.
Das grenzte für mich eher an: "Wir suchen einen blöden der die Infrastruktur bezahlt und wir hätten gerne den Stromumsatz.."
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Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Fr 18. Jan 2019, 10:58
Tho hat geschrieben:
Detailierte Vorstellungen, wie sich dann das Geschäftsmodell des CPO darstellen soll gab es jedoch nicht.
https://www.lichtblick.de/presse/news/2 ... den-markt/
https://www.lichtblick.de/presse/news/2 ... 202018.pdf
Zitat
"Lösung: Öffentliche Ladensäulen als Teil des Netzes
Seite 12
Ladesäulen werden wie Stromzähler in Haushalten Teil des Stromnetzes
І Lösungsvorschlag
• Netzbetreiber werden verantwortlich für Ausbau und Betrieb der Ladesäulen.
• Regulierte Netzentgelte bieten den Betreibern eine gute Rendite und sichern so den Ausbau der
Ladeinfrastruktur.
• Eine Finanzierung über Netzentgelte ist gegenüber den derzeitigen Modellen billiger: die
Netzkosten Strom betragen rund 25 Mrd. EUR/a. Das notwendige jährliche Investitionsvolumen
in den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur führt zu keiner signifikanten Erhöhung der
Netzentgelte.
• Die zuständige Bundesnetzagentur kann im Rahmen ihrer ohnehin bestehenden Befugnisse der
Regulierung der Netze zukünftig auch die Überwachung des Ausbaus der öffentlichen
Ladeinfrastruktur steuern (Ausbaugeschwindigkeit und -dichte sowie Kosten).
• Auch die bisherige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes und die europarechtlichen
Vorgaben sprechen für eine Zuordnung der öffentlichen Ladeinfrastruktur zum regulierten
Netzbereich."

Re: Business Case DC Ladeinfrastruktur

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folder Fr 18. Jan 2019, 13:08
Das Netzentgeld ist auch so schon ein Selbstbedienungsladen....
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