Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Solarenergie - Photovoltaik

Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon zweistein » Do 21. Jul 2016, 20:29

Gibt es praktische Erfahrungen wieviele m² Solarzellen tatsächlich nötig sind um an einem Sonnentag eine ZOE von - sagen wir 30% auf 80% oder mehr zu laden ?
Hat jemand darüber hinaus auch schon praktische Erfahrungen mit einem privaten Speichergerät (ausschließlich für unsere ZOE gedacht) gemacht ?
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon bm3 » Do 21. Jul 2016, 21:34

Hallo,
die praktischen Erfahrungen hat doch schon jeder PV-Anlagen-Betreiber ? Er weis doch wieviel kWh jeden Tag so kommen ?.
Die Tageserträge schwanken natürlich auch wenn man nur die Tage mit voller Sonne ansieht Jahreszeit-bedingt im Bereich 20-30%. Ein PV-Generator bestückt mit mono- oder polykristallinen Modulen leistet auf 10m² Fläche heute etwa 1,5kWp, die AC-Erträge nach Wechselrichtung an durchgehend sonnigen Tagen schwanken für so eine 10m²-Anlage von etwa 7 bis 12 kWh. Abziehen muss man dann davon noch die Speicher- und Umformungsverluste von etwa 10-25%.
Und jetzt kannst du selbst weiterrechnen ?

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon Berndte » Do 21. Jul 2016, 21:56

Gehe bei einem Sonnentag von ca. 6kWh pro kWp PV-Leistung aus.
Zoe braucht dann 20kWh -> 3,5kWp PV-Leistung.

Das funktioniert dann aber nur, wenn dein Fahrzeug perfekt der PV-Kurve ladend folgen kann.
Auch passt das nur an einem schönen Sonnentag im Sommer.
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon Spüli » Fr 22. Jul 2016, 07:07

Moin!
Ich würde die PV Anlage nicht nach einem Auto auslegen, sondern mich immer am Dach orientieren. Eine PV Anlage hat man mindestens 20 Jahre. Das Auto wird in den meisten Fällen eher weg sein.
Daher solltest Du erst einmal gucken, was Dein Dach überhaupt an Fläche her gibt. Dazu muss man dann auch solche Sachen wie Schatten, Ausrichtung, Neigung und Co mit in Betracht ziehen.

Bild
Einfluss der Ausrichtung

In Deutschland gibt es heute zwei Schwellen, bei denen man kurz nachdenken sollte:
7 kWp - Grenze für frühes smart Metering
10kWp - Grenze für EEG Umlage

In den meisten Fällen wird die Empfehlung aber lauten das Dach voll zu machen. Einen Speicher kann man zur Zeit eigentlich nicht wirtschaftlich Betreiben. Ich würde erst einmal die PV Anlage aufbauen und dann gucken wie sich der Verbrauch und die Erzeugung wirklich einspielen.
Auch solche Sachen wie 70% hart/weich spielen eine Rolle. Wie sagt man so schön: "Ost-West ist das neue Süd!"
Gruß Ingo
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon ecopowerprofi » Fr 22. Jul 2016, 07:35

Spüli hat geschrieben:
Auch solche Sachen wie 70% hart/weich spielen eine Rolle. Wie sagt man so schön: "Ost-West ist das neue Süd!"

Man sollte dann auch mal erklären, was hart /weich bedeutet. Hart bedeutet, dass man den PV-Wechselrichter fest auf 70% der max. PV-Leistung. Weich bedeutet, dass man noch einen Regler hat, der die Einspeiseleistung nach dem Abzug des Eigenverbrauchs auf 70% der max. PV-Leistung am Netzübergabepunkt (juristisch ist das der Hausanschluss) einstellt.

Auch bei Ost/West sollte man erklären was das bedeutet. Ost / West bedeutet, das die Module der PV-Anlage nicht nach Süden (Neigungswinkel ca. 25 bis 45° soweit möglich) sondern nach Osten und Westen (Neigungswinkel ca. 10 bis 20° soweit möglich) ausgerichtet werden. Dadurch ergibt sich aus technischen Gründen schon eine Begrenzung der Einspeiseleistung auf die gesetzlich vorgeschriebene 70%, wenn man den Eigenverbrauch abzieht, aber Morgens und Abends ergibt sich durch die geänderte Erzeugung einen Mehrertrag.

Man kann also die Eingangsfrage nicht pauschal beantworten sondern es hängt viel von der Dachkonstruktion und Ausrichtung ab. Mit einer PV-Nennleistung von ca. 5 bis 7 kWp kann man schon einiges bewirken. Im Winter wird es naturgemäß mit dem Laden nicht so funktionieren.

Wir machen gerne ein Angebot incl. Laderegler. Bei Interesse bitte Email an eh-perdok@t-online.de.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon Joe-Hotzi » Do 15. Sep 2016, 16:57

Tja, man sollte halt abklopfen, was man erreichen will. Was nützt die PV-Anlage, wenn die Zoe wochentags auf dem Parkplatz an der Arbeit steht?

Ja, ich habe Erfahrungen mit einer EEG-EInspeiseanlage und einer Insel (Ost-Süd-West) mit Staplerakku als Puffer. Aber nicht "nur für den Hotzi" oder "nur für den Stromos" - ich glaube, dies macht nicht viel Sinn. Den Elektronen ist es letztlich egal, wohin sie fließen und Deiner Geldbörse auch: Eigenverbrauch ist Eigenverbrauch. Außerdem will die Zoe ja am liebsten Drehstrom und da wird es mit Eigenversorgung aus einer Insel richtig teuer.

Wenn es interessiert:
Ich habe gerade bei den herrlichen Herbsttagen mal die Leistungen /Leistungsverläufe dokumentiert. Ich decke derzeit >70% meines Stromverbrauches direkt - inkl. E-Auto(s). Da sieht man aber auch, dass selbst die 7,65kWp EEG-Anlage um Mittag nur ca. 6kW erzeugt - reicht kaum um die Zoe direkt ausschließlich mit PV-Strom zu laden. Es geht ja nicht nur um die erzeugte Energiemenge über den Tag (da reichen die >40kWh locker) - sondern eben auch um die verfügbare Leistung.

Neu würde ich heute wohl eine "netzparallele, nichteinspeisende Photovoltaik" errichten - möglichst mit Akku (auch wenn sich das nur bei Eigenleistung "rechnet"). Man lädt ganz normal am Hausnetz und nutzt automatisch soviel eigenen PV-Strom wie technisch möglich.

Die EEG-Regelungen für Einspeiseanlagen wurden in den letzten Jahren derart aufgebläht (und die Vergütungen abgesenkt), dass m.E.n. für kleine Anlagen unter 5...6kWp der bürokratische Aufwand der Einspeisung zumindest mit Gewerbeanmeldung (Vorsteuerabzug) kaum noch lohnt.
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon ecopowerprofi » Do 15. Sep 2016, 21:14

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Außerdem will die Zoe ja am liebsten Drehstrom und da wird es mit Eigenversorgung aus einer Insel richtig teuer.

Nee, so nicht richtig. Beim geregeltem Laden nur Wechselstrom. Da kann man den zwischen ca. 1,4 und 7,6 kW regeln. Mit Drehstrom kann man ihn nicht unter 9kW regeln. Das ist aber viel zu viel für den Hausgebrauch. Die Wallbox sollte daher zwischen den einphasigen Regelbetrieb und einem dreiphasigen Schnellladen umschaltbar sein.
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon Joe-Hotzi » Fr 16. Sep 2016, 09:45

ecopowerprofi hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben:
Außerdem will die Zoe ja am liebsten Drehstrom und da wird es mit Eigenversorgung aus einer Insel richtig teuer.

Nee, so nicht richtig. Beim geregeltem Laden nur Wechselstrom. Da kann man den zwischen ca. 1,4 und 7,6 kW regeln. ...

Zumindest die Zoe der ersten Generation konnte nicht so eben einphasig mit geringer Leistung laden sondern brauchte sowohl einphasig als auch dreiphasig eine (recht hohe) Mindestleistung.

Außerdem war der Wirkungsgrad bei einphasigem Laden recht besch ...en. Wenn das dann noch aus dem Akku kommen soll wird es zweifelhaft. M.E.n. macht es wirtschaftlich deutlich mehr Sinn, den dauerhaften, geringen Grundstromverbrauch des Hauses abzudecken, als die Spitzenlasten. Aber der TS hat sich eh nicht mehr gemeldet - da brauchen wir uns nicht weiter die Köpfe zerbrechen.
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon ecopowerprofi » Fr 16. Sep 2016, 14:32

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Zumindest die Zoe der ersten Generation konnte nicht so eben einphasig mit geringer Leistung laden sondern brauchte sowohl einphasig als auch dreiphasig eine (recht hohe) Mindestleistung.

Mit 9 A konnte aber immer geladen werden. Das ergibt eine Scheinleistung von ca. 2 kW oder eine Wirkleistung von ca. 1,6 kW.

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Außerdem war der Wirkungsgrad bei einphasigem Laden recht besch ...en.

Der ist gar nicht schlecht. Es wird immer Scheinleistung und Wirkleistung verwechselt. Nur die Wirkleistung ist für den Wirkungsgrad entscheidend.

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Wenn das dann noch aus dem Akku kommen soll wird es zweifelhaft

Mit der 70%-Regel und der niedrigen Einspeisevergütung liegen die Kosten pro kWh immer noch weit unter dem Netzbezug.

Joe-Hotzi hat geschrieben:
M.E.n. macht es wirtschaftlich deutlich mehr Sinn, den dauerhaften, geringen Grundstromverbrauch des Hauses abzudecken

Das steht außer Frage aber der nicht dafür benötigten Stromanteil muss man sehen.

Langsames Laden wirkt sich positiv auf die Batterielebensdauer. Jede Schnellladung bedeutet eine Belastung der Batterie.
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Re: Solarzellenkapazität für ZOE-Ladung

Beitragvon Joe-Hotzi » Fr 16. Sep 2016, 16:39

ecopowerprofi hat geschrieben:
Es wird immer Scheinleistung und Wirkleistung verwechselt. Nur die Wirkleistung ist für den Wirkungsgrad entscheidend.

Da hast Du Recht. Bezahlen muss ich nur die Wirkleistung. Gefunden habe ich aber bspw.:
Für dreiphasiges Laden mit 16A: 22kWh/23,2kWh= 95% (Ohne Balancing)
Für einphasiges Laden mit 16A: 22kWh/26,4KWh=83% (Ohne Balancing)
- da sollte es einphasig mit 9A nicht besser aussehen ...

ecopowerprofi hat geschrieben:
Langsames Laden wirkt sich positiv auf die Batterielebensdauer. Jede Schnellladung bedeutet eine Belastung der Batterie.

Na ja, 0,5C ist definiert als Normallladung - also ca. 2h Ladedauer. Darunter liegt "Schnarchladen", darüber bis ca. 1C (1h Ladedauer) beschleunigtes Laden. Erst ab <1h Ladedauer bzw. über 1C Ladestrom sollte man von Schnellladung sprechen. Aber schon ab beschleunigtem Laden setzt meist eine deutliche Zellerwärmung (Stress) ein.

Ja, die 43kW-Zoe kann Schnellladen, aber aus dem Akku wird man dies wohl kaum praktizieren.

Aber wenn der TS weg ist, hat das hier eh keinen Sinn mehr.
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