soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon Guy » Fr 10. Apr 2015, 13:18

Die Betreiber installieren halt das, was sie gefördert bekommen. Dahinter steckt keine Verschwörung, sondern lediglich gute Lobbyarbeit der deutschen Automobilindustrie kombiniert mit völliger Unkenntnis der Politiker, die dafür gestimmt haben. Wenn die Japaner nicht umkippen und CCS in ihren Fahrzeugen verbauen, wird das sicher wieder geändert werden. Ich glaube nicht, dass man sich den Shitstorm, wenn mal wieder eine CCS-only Säule errichtet wurde, auf Dauer antun will.

Fahrzeugidentifikation geht übrigens auch über Typ 2, dafür braucht es kein CCS.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon Cavaron » Fr 10. Apr 2015, 13:40

Tho hat geschrieben:
Mit DC stößt du aber auch an Grenzen, die Leistung muss vor Ort auch verfügbar sein.
Du musst so oder so den Stromanschluss der Ladestelle ertüchtigen.

Haut nicht jede mittelmäßige Windkraftanlage 1 bis 3 mWh DC raus? Da bekommt das Wörtchen Direktvermarktung gleich einen ganz anderen Klang :)

Das Leitungsnetz der Bahn transportiert auch schon mal so Ströme glaube ich mich zu erinnern... Da würde ich mich gerne ran hängen :lol:
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon rolandk » Fr 10. Apr 2015, 14:06

Cavaron hat geschrieben:
Haut nicht jede mittelmäßige Windkraftanlage 1 bis 3 mWh DC raus? Da bekommt das Wörtchen Direktvermarktung gleich einen ganz anderen Klang :)

Bei den Werten meinst Du eher solche Windräder, oder? Gibt's die schon mit Stromgenerator?
Bild

Cavaron hat geschrieben:
Das Leitungsnetz der Bahn transportiert auch schon mal so Ströme glaube ich mich zu erinnern... Da würde ich mich gerne ran hängen :lol:


Bis dann von hinten der ICE kommt.... da brauchst Du Dich dann nicht dran hängen.... einfach anschieben lassen, Bremse gedrückt lassen, dann hast Du am Zielort genügend Power um ausserhalb des Gleisbetts weiter fahren zu können. :-)
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon Cavaron » Fr 10. Apr 2015, 15:18

Ja, ja... Mega- nicht milliwatt... :roll:
Passt die Spurbreite der Zoe-Felgen denn auf's Gleisbett?

Spaß bei Seite - ich wollte nur deutlich machen, dass es an der Bereitstellung von so hohen Strömen eher nicht scheitern sollte.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon rolandk » Fr 10. Apr 2015, 15:29

Cavaron hat geschrieben:
Passt die Spurbreite der Zoe-Felgen denn auf's Gleisbett?


Adapter sollte es beim :D oder auch bei den bekannten Fahrzeug-Tunern geben..... da, wo es auch die 120 kW AC/DC Ladebetonziegel gibt.

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon Super-E » Fr 10. Apr 2015, 17:01

Cavaron hat geschrieben:
Das Leitungsnetz der Bahn transportiert auch schon mal so Ströme glaube ich mich zu erinnern... Da würde ich mich gerne ran hängen :lol:


15kV Wechselstrom mit 16 1/3 Hz macht es aber jetzt auch nicht leichter ;-)

zum Thema: es wäre meines erachtens nach kein Problem - wenn der Gesetzgeber wollte - dass er die Autohersteller verpflichtet, dass die Fahrzeuge nur an Ladestationen laden können, die sich als autorisiert identifizieren können. Typ2 bietet da bereits alle nötigen Voraussetzungen zu. Möglicherweise kommt sowas auch irgendwann. Solange das nur zur Steuererhebung dient und man noch seine eigene Wallbox am PV betreiben kann ist das ja (irgendwann) auch akzeptabel.

DC kommt eher über die Autohersteller. Ich finde aus technischer Sicht die Mischung aus A/C zur Heimladung/"Billigladung" und DC zur Schnellladung durchaus sinnvoll. Man merkt es vielleicht bei der heutigen Generation noch nicht so, aber TESLA gibt ja einen Ausblick wie es irgendwann auch mal in kleineren Klassen sein wird. Ich bin fest davon überzeugt, dass die nächste Generation an EVs größtenteils auch A/C (zumindest mit Aufpreis) bis 22kW können werden. Mehr macht für die meisten Haushalte eh keinen Sinn und ist ohne Lademanagement vermutlich auch schlecht für die Stromnetze (ein Großteil der Fahrzeuge laden zwischen 17-19Uhr mit 43kW???).

Schnellladung wird man irgendwann nur auf Fernstrecken benötigen, oder wenn man keine Heimlademöglichkeit hat und daher sollte das so schnell wie möglich gehen. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass man auch irgendwann mit 250kW+ laden wird (da positioniert sich dann das Auto selbsttätig über Ladekontakten - induktiv wäre zwar denkbar, aber der unnötige Wirkungsgradverlust wäre schon traurig - da das Kabel dann keiner mehr schleppen kann, oder da 2kV anliegen ;-).

Das die heutigen Fahrzeuge das größtenteils nicht können liegt schlicht an der Auslegung und Zielgruppe. Das wurde vor Jahren festgelegt und man dachte, die meisten frühen Nutzer laden eh über Nacht und pendeln damit nur. Dafür reicht auch ein kleines und billiges Ladegerät. Einphasig deshalb, weil der Leitmarkt Amerika mit 3ph eh nix anfangen kann und man so Geld spart. Nicht alle Entscheidungen waren glücklich (das wissen auch die Hersteller), aber nachvollziehbar.

Man kann jetzt noch ewig über für und wieder von Chamäleon (Europahersteller Renault, FI Problematik, Patente) diskutieren oder warum es für den SMART einen 3ph Lader zum Subventionspreis gibt. Man benötigt jedenfalls keine Verschwörungstheorien um die Begründungen zu finden...
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon Berndte » Fr 10. Apr 2015, 18:05

Meine Meinung:

AC mit min. 22kW sollte unumstritten Standard werden. Die 3,7kW an Schukosteckdosen und Notladeziegelschlepper ist doch Kokolores! Ich verstehe ehrlich nicht wie man solche Fahrzeuge kaufen kann, es sei denn man hat wirklich nur vor zum Briefkasten und Bäcker zu fahren. Wenn man bei manch einem Hersteller dann noch nicht einmal irgendeine Schnelllademöglichkeit geordert hat, dann ist das Fahrzeug in 5-10 Jahren unverkäuflich, oder zumindest stark im Wert reduziert. Da werden echt noch neue Fahrzeuge mit Typ1 Anschluss verkauft! Was soll das?

DC Ladung macht für mich erst ab 100kW Ladeleistung Sinn. Mit AC gehen 43kW ja ohne Probleme und ohne ein "extra und teures Ladegerät", wie hier teilweise falsch propagiert wird! Einfach die Inverter Technik vom Motorcontroller nutzen, und nein, der Wirkungsgrad ist nicht "miserabel" wie auch mancher Orts behauptet wird.

Solange CCS und CHAdeMO Lader mit, entschuldigt bitte die harte Ausdrucksweise, lächerlichen 20kW als Schnelllader angepriesen werden... sorry, was soll das? Eine Stunde bei leerem Akku auf die Weiterfahrt warten ist einfach nicht schnell.

Dann wird in der Statistik gelobt wie viele neue CCS Lader jetzt überall aufgebaut sind und es damit in den letzten Monaten "richtig voran geht" ---> wie viele davon sind denn barrierefrei und 24h nutzbar? An allen Ecken liest man hier, dass VW und BMW ihre CCS Schnelllader mit Ausstellungsfahrzeugen blockieren oder über Nacht und Wochenende lieber unter Verschluss halten damit ja keiner daran lädt!
Hauptsache die Statistik stimmt? Das macht sie eben nicht! Die 50kW CCS Lader welche auch vernünftig nutzbar sind, die sind nicht in Deutschland und erst recht nicht bei den VW und BMW Händlern. Bei CHAdeMO sieht es ein wenig besser aus, aber auch hier sind es nicht Nissan und Kia, welche die Lader in Massen aufstellen und 24h verfügbar machen.

Frage in die Runde: Wie viele CCS50 und CHAdeMO50 sind wirklich brauchbar und 24h ohne komische Barrieren und Beschränkungen wirklich nutzbar, auf welche kann man sich verlassen?
Wie viele davon kann man für die Zukunft auf 100kW aufrüsten? Oder wird das alles Elektroschrott?

Sobald die Reichweiten über 300km (realistisch) steigen machen an Autohöfen nur 100kW (und mehr) Lader Sinn... wenn da eine Total Tankstelle glorios 20kW CHAdeMO oder CCS anbieten, da wird der Stecker einstauben!
AC22 wird nur noch da genutzt, wo man sowieso parkt. Also Supermärkte und Restaurants zum Beispiel. Kostet der Strom an diesen Ladepunkten auch nur einen Cent mehr als daheim werden auch diese Stecker verstauben.

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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon eDEVIL » Fr 10. Apr 2015, 18:54

Berndte hat geschrieben:
Frage in die Runde: Wie viele CCS50 und CHAdeMO50 sind wirklich brauchbar und 24h ohne komische Barrieren und Beschränkungen wirklich nutzbar, auf welche kann man sich verlassen?
Wie viele davon kann man für die Zukunft auf 100kW aufrüsten? Oder wird das alles Elektroschrott?

das muß ich wirklich grübeln, wenn man die Verlässlichkeit mit berücksichtigt...

Kauf Park in Göttingen

Mit Einschränkungen: Landesvertretung Niedersachsen
(inetressant dabie ist, das es wohl eher um einen persönliche Nutzen ging und 50KW aufgestellt wurden. In Hannover findet man solche 24/7 zugänglichen 50KW Säulen nicht...

IN Berlin gibt es zwar noch mehrere >20KW Chademos, aber die waren teilweise recht lange unbrauchbar

Am Netzanshcluß wird oft gespart. Man kann ja nicht mal AC und DC gleichzeitig voll ausschöpfen. Ob dann da extra fette Kabel verlegt wurden, dürfte bezweifelt werden.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon Jack76 » Fr 10. Apr 2015, 19:20

@Berndte: Danke, besser kann man es nicht zusammenfassen! Sehe ich exakt genauso! :applaus:
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon umberto » Fr 10. Apr 2015, 22:03

Ich hab's auch in dem Ursprungsthread geschrieben.

Wie oft muß ich in ein paar Jahren einen 120 kWh-Akku (der dann Standard werden könnte) unterwegs nachladen? Fast nie.

Aber wenn ich platt nach Hause oder ins Hotel komme, möchte ich am nächsten Tag wieder voll sein.

Glaubt hier echt jemand, daß die CCS/Chademos so billig werden, daß sich ein Privatmann/Hotel sowas hinstellt? Alleine die notwendige Technik für die Gleichrichtung/Kühlung wird den Lader IMMER teurer als einen AC-Lader machen.

22 kW AC brauchen ca. 6-7 Stunden, bis das Riesenteil voll ist und sind fast überall günstig anzubringen.

@Berndte: +2

Gruss
Umbi
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