Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon 300bar » Mo 11. Jun 2018, 16:37

Wie bekannt hat der Leaf2 (ZE1) ein passives Thermalmanagement (Fahrtwind).
Dies kann auf Langstrecken bei wiederholter Schnellladung zu einer Reduzierung der Ladeleistung führen.
Für diesen Teil des Anforderungsspektrums möchte ich einen Erfahrungsaustausch zwischen Leaf2-Fahrern starten.
Damit sollen Leaf2-Fahrern Langstrecken besser einzuschätzen und mitlesenden Leaf-Interessenten Fakten aus der Praxis geliefert werden.

Dazu gehören:
Optimale Geschwindigkeit für Langstrecke, Abhängigkeiten wie unterschiedliche Aussentemperaturen, Ladestrategie, Grenzbereiche je nach Situation, Tipps und Tricks.
Relevante Punkte versuche ich hier auf dem ersten Beitrag zusammen zu fassen.
Wünschenswert sind Erfahrungen und Beiträge von Leaf2-Fahrern, welche längere Strecken an einem Tag absolviert haben oder absolvieren wollen.
Es geht die Sammlung erlebter Erfahrungen und das gemeinsame Erarbeiten der bestmöglichen DriveAndCharge-Strategien für die Langstrecke mit dem Leaf2.

Als sinnvolle Informationen sind folgende Angaben hilfreich
- Batterietemperatur
- Außentemperatur
- Strecke in Kilometer
- gefahrene Tachogeschwindigkeit
- Temperaturanzeige ( siehe OrientierungsGrafik )
- Zeiten

Zur Beurteilung der Temperaturanzeige im Leaf2 als Orientierung eine Grafik von Lemon Tea
https://www.youtube.com/watch?v=CNY2xdWaGiQ

ScreenShot514.jpg
Temperaturen in Grad Celcius der Leaf2 Temepraturanzeige


Nicht hilfreich sind Beiträge mit Vergleichen zu Fahrzeugen anderer Hersteller, Vergleiche mit älteren Leafs (24/30), Schätzungen, vage Erfahrungen aus dritter Hand oder Youtube-clips.

Diskussionen bezüglich Kritik an Nissan, Notwendigkeit von aktivem Thermalmanagment, Degradation, etc. bitte nicht in diesem Thread führen.
Dazu gibt es z.B. folgenden Thread:
nissan-leaf-ze1-batterie-reichweite/beaf-40kwh-bedenken-wegen-schnellladefaehigkeitund-t30922.html
Gruß Reinhard
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon 300bar » Mo 11. Jun 2018, 16:40

Gleich am zweiten Tag nach der Übernahme des Leaf2 stand eine längere Fahrt mit etwas über 500 km an.
Freiburg - Frankfurt Flughafen und zurück (2 x 250 km)

Am Vortag am späten Nachmittag hatte ich durch die Abholung schon 300 km mit knapp 20 Minuten DC-Landung gefahren.
Recht hoher Verbrauch, da Gewitter und Starkregen auf einem großen Teil der Strecke. War wirklich nervig.
Abends mit 6% Soc und 36 Grad Temperatur angekommen und über Nacht Typ2 geladen. (geladen wurden laut Ladesäule 39,4 kWh)

Samstag Mittag um 12:00 Uhr ging die eigentliche Fahrt los.
Reichweitenanzeige 296 km
Batterietemperatur bei ca. 26 Grad
Außentemperatur bei Start 29 Grad, wenig später 32 Grad.
Tempo ProPilot 110 km/h.

Mit dieser Geschwindigkeit wäre das Ziel an diesem Tag ohne Zwischenlandung mit Sicherheitsreserve bequem erreichbar gewesen.
Dennoch bei Walldorf am Ikea geladen, da meine bessere Hälfte noch etwa einkaufen wollte. (ca.45 min)

Am Ziel Frankfurt Flughafen konnten wir entgegen dem Plan nur ca. 15-20 Minuten laden, da wir vorher ca. 30 Minuten mit der Allego-Hotline beschäftigt waren, die Säule neu zu starten. :-(
Damit mußte ich meinen Plan bis 85% zu laden und auf der Heimfahrt nur noch das Nötigste zu Laden leider beerdigen.
Batterietemperatur ca. 40 Grad. Ladegeschwindigkeit 38 kW konstant. Bei Abfahrt Batterietemperatur knapp 50 Grad.
Dann mußten wir zum Flughafen um unseren Heimkehrer abzuholen.

Deshalb haben wir schon bei Bruchsal einen Ladestop einlegen müssen, auch wegen ungünstiger Wetterlage mit Starkregen)
Dort konnten wir dann nur mit 22-20 kw laden und haben eine Pause von ca. 60 Minuten gemacht. Temperatur bei ca. 53 Grad
Die restliche Heimfahrt wieder mit Tempo ProPilot 100-110 km/h. (Immer wieder starker Regen)
Der tatsächliche Zeitverlust durch das Ladeverhalten lag bei ca. 30 Minuten. (30 Minuten hätten wir sowieso laden müssen.)
Der Zeitverlust wäre noch geringer gewesen, wenn wir den Zwischenstop in Frankfurt hätte besser nutzen können. Dann hätten wir am Ende nur ca. 50 km nachladen müssen.

Bei Ankunft lag Temperatur auch bei ca. 53 Grad.
Etwa 2 Stunden später war die Temperaturanzeige schon wieder auf ca. 43 Grad gesunken.
Die angegebenen Daten sind nicht ganz genau, die Aufmerksamkeit der Fahrt hatte einen anderen Schwerpunkt...

Mein Fazit dieser Fahrt.
- mit 32 Grad Aussentemperatur und längerer Strecke am Vortag waren die Startvoraussetzungen sicher nicht optimal.
Trotzdem haben wir die 500 km gut gemeistert.
- Eine Tachogeschwindigkeit von 110 km/h ist eine gute Reisegeschwindigkeit. Empfand ich auch als sehr angenehm.
- Bei längeren Strecken am Stück würde ich die Tachogeschwindigkeit auf 105 km/h reduzieren.
( damit man per Kilometer bekommt)
- Bei Strecken von 300 bis 400 Kilometer muß man gar nicht nachdenken.
- Der erste Ladestop sollte bestmöglich ausgenützt werden.
Gruß Reinhard
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon chrissy » Di 12. Jun 2018, 08:16

Vielen Dank, endlich mal ein sinnvoller Thread, der mit Tipps aus der Praxis unterstützend wirkt.
Leider vermute ich, dass nicht besonders viele Leaf 2 Fahrer hier was zu dem Thema schreiben werden, da so gut wie keiner große Langstrecken mit dem Auto fährt. Das sind nur wenige Ausnahmen.
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon ViperX7777 » Di 12. Jun 2018, 11:46

ich kopiere hier meinen kurzen Bericht von der Überführung von Dresden nach Köln (ca. 600 km) im März 2018, da der Beitrag sicher kaum wiedergefunden werden kann:

"Die unerwartet lange Fahrt beschreibe ich hier so kompakt wie möglich.

Abfahrt war gegen 12 Uhr mit voller Batterie. Das Wetter sehr verregnet und 11°C Außentemperatur.
Es ging zügig mit ca. 120 km/h voran mit Licht, Scheibenwischer, Heizung und Gebläse an.
So ging die Reichweite natürlich recht schnell runter, und wir fuhren ganz konservativ vorsichtig die Raststätte Auerswalder Blick bereits nach ca. 80 gefahrenen km an und konnten an Chademo mit 45 kW kostenlos laden.
Das war wohl ein Fehler, der uns den Rest der Reise begleitet hat. Ich habe die Ladung nicht genau dokumentiert, aber wir sind bei ca. 75% weiter gefahren. Die Batterietemperatur habe ich nach diesem Stop noch nicht beachtet, was aber später immer wichtiger wurde.
Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieses Stop viel zu früh war und nur unnötig die Batterie erwärmt hat.
Weiter ging es bis zum Autohof Mellingen nach ca. 120 km. Hier fiel auf, dass die Ladeleistung am Chademo nur noch bei gut 30 kW lag, wenn ich mich recht erinnere. Also war eine etwas längere Pause nötig, um wieder auf ca. 75 % Kapazität zu kommen. Die Batterietemperatur stieg dadurch natürlich weiter.
Nächster Halt Bad Hersfeld Autohof nach ca. 150 km. Batterietemperatur kurz vorm roten Bereich und Ladung mit ca. 20 kW. Die Pause entsprechend lang (bis ca. 70 %) und der Drang nach Hause zu kommen mittlerweile recht groß.
145 km weiter der letzte Halt am Rastplatz Dollenberg. Hier wieder bis ca. 70 % geladen um gerade so zu Hause anzukommen. Wie lange die Ladung gedauert hat, habe ich mir nicht gemerkt. Ladeleistung bei ca. 17 kW.
Gegen 23 Uhr war Köln endlich erreicht und ich musste noch an der Tankstelle um die Ecke laden fahren, um am nächsten Morgen zur Arbeit zu kommen.
Auf dieser Fahrt habe ich auf jeden Fall aus Fehlern gelernt und würde sie so nicht wiederholen.
Zu viele, kurze Schnellladungen sind nicht gut für den Leaf. Ich würde beim nächsten Mal etwas mutiger weitere Distanzen zwischen den Stops wählen. Die fehlende Temperierung der Batterie machte sich hier stark bemerkbar.
120 km/h zu Beginn der Fahrt waren zu viel. Der Verbrauch lag bei ca. 19 kWh/100 km. Später mit reduzierter Geschwindigkeit um die 100 km/h lag der Verbrauch bei moderaten 16,5 kWh/100 km.
Übrigens 95 % der Strecke im Tempomatbetrieb.
Zum Glück ist der Wagen als reines Pendlerfahrzeug für täglich 110 km angeschafft worden. Langstrecke nie wieder geplant. Damit dürfte es sich bei dieser Fahrt um eine einmalige Erfahrung gehandelt haben."
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon Blue shadow » Di 12. Jun 2018, 13:35

Ein höhenprofil und windgeschwindigkeiten als info zur bewertung?

Ich sehe nicht viele stellschrauben, an dem der fahrer drehen kann. Die beste ist wohl unter tempo hundert zu bleiben und lieber 3 stunden am typ2 zu laden als mit Dc 30 min.

Welche ladegeschwindikeit ist beim 2ten roten balken 56’C möglich?
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon ViperX7777 » Di 12. Jun 2018, 13:56

Blue shadow hat geschrieben:
Welche ladegeschwindikeit ist beim 2ten roten balken 56’C möglich?


ich kann mich an 14-17 kW beim ersten roten Balken erinnern. Noch wärmer wurde der Akku nicht.
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon Comment65 » Di 12. Jun 2018, 14:28

Ich praktiziere folgende Vorgehensweise bei Langstrecken auf der Autobahn:

Tempo zwischen 110 und 120 Km/h gemäß Tempomat. Ich versuche ruhig und gleichmäßig zu fahren.

1. Die Batterie über Nacht an der Schuko-Dose voll laden
2. Die erste Nachladung bei ca. 15 Prozent am DC-Lader. So weit wie möglich voll laden lassen (bis ca. 90%). Abhängig von der Säule lade ich bis zu 46 kwh.
3. Die gleiche Vorgehensweise wie bei 2. Am DC-Lader erhalte ich beim zweiten Ladevorgang immer noch akzeptable ca. 30 kwh.

Mit dieser Vorgehensweise schaffe ohne große zeitliche Verzögerung die Strecke Gießen - Hamburg (ca. 450 Km) ganz entspannt.

Nach meiner Erfahrung nimmt die Ladeleistung je Ladung kontinuierlich ab, auch wenn ich nur kurz lade. Als ob ein interner Zähler verbaut ist, der die Anzahl der Schnellladungen mit zählt. Daher versuche ich eher länger zu laden als häufige Ladestopps durchzuführen. Kann jemand meine Beobachtung bestätigen?

Wenn ich mich nur in heimischen Raum bewege, dann reicht eine Ladung für eine Woche aus :D .
Seit dem 06.04.2018 Eigentümer eines NISSAN LEAF 2.ZERO Edition in schwarz :D
Den neuen BYTON M-Byte bereits reserviert :D

Testfahrten: Nissan Leaf Accenta 30 kWh, Hyundai Ioniq Electro, Hyundai Ioniq Hybrid, Renault Zoe 40 kWh
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon 300bar » Di 12. Jun 2018, 14:37

Diese Strategie halte ich auch für sinnvoll.
Besonders bei den ersten Zyklen lange Strecken fahren ist vorteilhaft.
Das hat bei meiner Fahrt leider nicht geklappt..

Comment65 hat geschrieben:
Nach meiner Erfahrung nimmt die Ladeleistung je Ladung kontinuierlich ab, auch wenn ich nur kurz lade. Als ob ein interner Zähler verbaut ist, der die Anzahl der Schnellladungen mit zählt. Daher versuche ich eher länger zu laden als häufige Ladestopps durchzuführen. Kann jemand meine Beobachtung bestätigen?

An einen Zähler glaube ich nicht. Das liegt eher am aktuellen Temperaturfenster.
Dies passt sich während der Ladung nicht dynamisch an.
Denke, wenn ein Ladevorgang mit 45 kW unterbrochen und gleich wieder erneut gestartet wird, ist die Einstiegsladeleistung schon geringer.
Gruß Reinhard
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon zottelmonster » Di 12. Jun 2018, 22:21

Die Taktik bis 20% im Leaf Spy runter und dann bis 80% hochladen dokumentiert Bjørn hier heute in seinem Video auch. Er vermutet dass die Ladegeschwindigkeit von der Temperatur beim Starten des Ladevorgangs abhängt. Somit scheint wirklich die Taktik bis 20% runter (weiter runter gehen hat er in seinem Video im Winter dokumentiert erhöht die Temperatur überproportional hoch) und dann lange laden die bessere Taktik zu sein, als mehr kurze Ladestops.

Hier geht es zu seinen sehr gut dokumentieren 650km Trip:

https://youtu.be/_Nv8SSdVvj8

Gruß Simon
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Re: Leaf2 Langstrecke Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks

Beitragvon electic going » Mi 13. Jun 2018, 09:56

20% im Leaf Spy ist für den normalen Fahrer, der sein Auto nicht verkabelt hat, wie hoch?
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