220km zwischen Ruhrgebiet und Bergischem

220km zwischen Ruhrgebiet und Bergischem

Beitragvon harlem24 » Sa 17. Jun 2017, 21:02

Hi,

ich hatte heute die Gelegenheit, den Ioniq sowohl in der Hybrid als auch in der Electric Version zu fahren.
Hier mal meine Eindrücke.
Zuerst, ich bin in den letzten zwei Jahren eigentlich alles gefahren, was einen elektrischen Antrieb hat, vom Soul EV über die 220kW Zoe, den e-Golf, den Leaf und das Model S. Nur einen Drilling bin ich bisher noch nicht gefahren, aber dazu später mehr.

Ich hatte also für heute eine Probefahrt mit dem Ioniq Electric vereinbart. Als ich dort ankam, mußte mir der Verkäufer allerdings mitteilen, dass bei ihnen was schief gelaufen sei und der Wagen nicht wie geplant in Bochum für mich bereit stand, sondern zeitgleich in Recklinghausen verplant wurde.
Also habe ich mich kurzentschlossen wieder in meinen Wagen gesetzt und bin nach Recklinghausen gefahren.
Dort stellte sich dann erschwerend heraus, dass der Electric bis Mittag schon verplant war.
Dem Verkaufsleiter war es auch ausreichend peinlich, so dass wir uns auf folgenden Deal geeinigt haben, zuerst bekomme ich den Hybrid bis 13:00 und dann bis 18:00 den Electric.
Also habe ich mich mit dem Hybrid zum Hebdo nach Hlden aufgemacht.
Auto fährt sich gut, schön leise, Zusammenarbeit zwischen Elektro- und Benzinmotor funktioniert gut und man kann, mit leichtem Gasfuß, überraschend lange rein elektrisch fahren. Ist aber trotzdem ein "normaler Verbrenner mit Automatikgetriebe, der, wenn er gefordert wird, sich vergleichsweise lautstark meldet. Insgesamt aber für jemanden, der noch nicht für den Electric bereit ist, aus welchem Grund auch immer, die bessere Alternative als ein reiner Benziner. Angezeigter Verbrauch auf den knapp 120km von Recklinghausen nach Hilden und zurück waren 4,8l/100km. Gemischter Verkehr an einem Samstagmorgen.

In Hilden hatte ich dann kurz Gelegenheit, einen IMiev zu fahren, nette kleine Kiste. Werde ich mir nochmal genauer anschauen. Überraschend viel Platz, für die Stadt ausreichender Anzug und auch sonst angenehm zu fahren. Vielen Dank an dieser Stelle an den Besitzer, leider habe ich nicht nach dem Namen bzw. Usernamen gefragt.

Nachdem ich dann wieder in Recklinghausen war, habe ich dann den Electric übernommen und muss sagen, der Wagen war mir sofort sympathisch. Angenehm zu fahren, leise, kein Ruckeln, kein Rumoren, alles super.
Ich wollte zur Sicherheit zur GLS Bank fahren und laden, also entspannt durch Bochum gefahren, dabei schonmal mit dem Wagen bekannt gemacht. Die grundsätzliche Bedienung kannte ich ja schon vom Hybrid. Interessanterweise gibt es diverse Unterschiede zwischen den Modellen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. So ist z.B. die Klimaanlage im Elctric keine Zwei-Zonen-Anlage, dafür hat sie nen Driver-only-Button. Sogar das Hauptdisplay mit Tacho ist anders.
Der auffälligste Unterschied ist das fehlenden Getriebe, welches bedingt, dass es keinen Getriebetunnel gibt, dort ist eine große Ablage, und auch die Bedienung des "Getriebes" ist anders, es gibt nur Knöpfe und keinen normalen Schalthebel.
Interessant fand ich auch, dass der Hybrid keine elektrische Parkbremse, sondern eine mechanische im Stil des Leaf hat. Fand ich beim Electric besser.
Während der Fahrt durch die Stadt habe ich dann schonmal mit den Reku-Padels gespielt, von denen bisher alle Leute geschwärmt haben, die den Ioniq gefahren sind. Ich kannte die Funktion ja schon vom e-Golf, dort liegt sie auf den Schalthebel. Grundsätzlich fand ich es dort schon gut, nur die Umsetzung war eher mäh.
Das hat Hyundai mit den Paddels am Lenkrad deutlich besser gelöst.
Allgemein gefällt mir die Funktion, dass man die Stärke der Reku anpassen sehr gut. In der Stadt bin ich zuerst mit Stufe drei gefahren, damit hat man ein sehr gut kontrolliertes One-Pedal-Fahren. Gefällt.
An der GLS Bank angekommen, mußte ich leider feststellen, dass ich den Eintrag nicht korrekt gelesen hatte und natürlich kein RFID-Karte dabei hatte. War aber egal, da der Wagen noch ausreichend Saft hatte.
Also die App rausgeholt und geschaut, wo ich als nächstes zum Laden hinfahren könnte, hatte ja noch gut 4h Zeit. Kurz eine Schnellladesäule in einer netten Gegend gesucht und mich für die T&R an der Raststätte Remscheid entschieden.
Also wieder auf die Autobahn und entspannt rollen lassen. Der Ioniq ist ein sehr angenehmer Reisewagen, der leise und entspannt über die Bahn rollt. Zur Entspannung zählt auch das Laneassist und der Abstandstempomat. Natürlich ist es kein Autopilot, hilft aber auf der Autobahn sehr angenehm.
In Remscheid stand noch ein e-UP an der Ladesäule, also noch ein nettes Gespräch geführt, dann war er auch schon voll und das Pärchen auf dem Weg nach Hause.
Ioniq angeschlossen, 27% waren laut Säule noch drin, laden gestartet, Kabel angeschlossen, ein paar Sekunden später startet die Ladung. Was mich etwas gewundert hat, ist die eher rustikale Ausführung des Ladeports. Ich weiß ja nicht, wie es bei den anderen Ioniqs ist, aber bei dieses sah es eher reingeflickelt aus und mit vier großen silbernen Schrauben festgespaxt.
Egal, funktioniert, 99% der Zeit ist die Klappe ja zu...;)
30 min meldet der Wagen 94% und damit voll an. Es werden 208km angezeigt, witzigerweiser verschwinden direkt nach Einschalten der Fahrbereitschaft 5 von der Anzeige. Ist aber egal...
Nach dem Laden gings dann über die Landstraße durchs Bergische. Schöne Landstraßen, wo ich normalerweise mit dem Motorrad unterwegs bin.
Auch wenn der Wagen keine überschäumende Leistung hat, macht es wirklich Spaß, über kleine Straßen zu räubern.
Besonders hier kommt die verstellbare Reku zum Tragen und steigert imho den Fahrspaß deutlich.
Vorallem nachdem ich dann mal auf die Idee gekommen bin, wirklich mal mit den verschiedenen Stufen zu fahren. Es gab viele Strecken, interessanterweise auch sehr kurvige, auf denen ich nicht einmal die richtige Bremse nutzten mußte.
Was ich auch gut fand, ist die Tatsache, dass der Wagen rollt, als gäbe es nichts Gutes.
Auf meiner Hausstrecke, sie geht hauptsächlich bergab, mußte ich weder beschleunigen noch verzögern ohne ein Verkehrshindernis zu sein, ziemlich cooles Gefühl.
Am Ende schnell noch das Navi angemacht und erstmal dummgekuckt. Warum zum Teufel meint der dass ich für 33km über eine Stunde brauche? Kurz die Strecke gecheckt und mich entschlossen, weil ich die Strecke eigentlich kannte, das Navi zwar mitlaufen zu lassen, aber meine eigene Strecke zu fahren und zu schauen, was das Navi noch so verschlägt.
Lange Geschichte kurz, das Navi hat die gesamte Strecke Müll gerechnet und wollte mich an jeder möglichen Autobahnausfahrt rauslotsen und durch die Stadt führen. Habe in den Einstellungen nach geschaut, aber nichts Signifikantes gefunden. Auf jeden Fall komisch.
Egal, rechtzeitig wieder beim Händler angekommen, nur kurz über einen möglichen Preis und die Lieferbarkeit unterhalten.
Preis war so gut, dass ich dafür nicht durch ganz Deutschland fahren müßte. Wann ein Fahrzeug schlußendlich da wäre ist noch nicht 100% klar, man sagte mir, dass sie diverse Elctric im Zulauf haben, die aktuell auf Ende August terminiert sind.

Alles in Allem ist der Ioniq neben dem Tesla das beste Auto, das ist bisher gefahren bin.
Look'n feel ist gut, Bedienung ist einfach und nachvollziehbar.
Die E-Umsetzung ist hervorragend, die Reku-Paddels grandios, der Wagen macht richtig Spaß, besonders auch auf der Landstraße.
Gruß

CHris

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Re: 220km zwischen Ruhrgebiet und Bergischem

Beitragvon wp-qwertz » Sa 17. Jun 2017, 21:38

harlem24 hat geschrieben:
...
Nach dem Laden gings dann über die Landstraße durchs Bergische. Schöne Landstraßen, wo ich normalerweise mit dem Motorrad unterwegs bin....


danke dir für deinen bericht.
könntest du noch etwas hier:

treffen-touren-urlaub/routen-vorschlaege-fuer-s-t24294.html#p541208

zu deinen routen im bergischen hinzufügen?
fänd ich klasse :!:
werde naturstrom.de kunde: http://links.naturstrom.de/lm4j und tu gutes: die "Andheri-Hilfe Bonn e.V." bekommt den wechselbonus.
- Zoe 13.02.15 - 30.12.16.
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Re: 220km zwischen Ruhrgebiet und Bergischem

Beitragvon kassiopeia » So 18. Jun 2017, 12:49

...auch mich erinnert das Ioniq-Fahren ein wenig an meine Motorradvergangenheit, das war allerdings im Tesla P90DL noch weit stärker der Fall

harlem24 hat geschrieben:
30 min meldet der Wagen 94% und damit voll an. Es werden 208km angezeigt, witzigerweiser verschwinden direkt nach Einschalten der Fahrbereitschaft 5 von der Anzeige. Ist aber egal...

Könnte es sein, dass die Klimaanlage an war?
lg kassi

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Re: 220km zwischen Ruhrgebiet und Bergischem

Beitragvon harlem24 » So 18. Jun 2017, 12:55

Die Klima war die ganze Zeit an und kostet in der Anzeige 3km, weswegen ich sie nicht ausgeschaltet hatte.
Beim iMiev würde ich mir das schon eher überlegen, denn dort kostet es 10km...;)
Gruß

CHris

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Re: 220km zwischen Ruhrgebiet und Bergischem

Beitragvon mitleserin » Mo 19. Jun 2017, 18:28

Danke für deinen schönen Bericht! :clap:
(noch) mit HEV unterwegs...hoffentlich bald BEV, Sangl Nr. 272 Ioniq Premium Phoenix Orange! Abgeholt am 17.11.17 :D
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