Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem aus?

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon e-lectrified » Sa 27. Dez 2014, 21:13

spark-ed hat geschrieben:
Könnte man den Strom daher nicht besser gleich verschenken und sich den Abrechnungsgedöns ersparen?
Die Kosten für Instandhaltung und Wartung der Abrechnungssysteme dürfte da jegliche Marge ohnehin aufzehren.

Das Solidaritäts- Umlageprinzip dazu war auch ein ernst gemeinter Vorschlag. (Wenn auch vermutlich politisch sehr schwer umsetzbar)

Aber es liegt uns Deutschen eher in der Natur juristische Verordnungsmonstren mit Ausnahmen von der Ausnahme schaffen zu wollen, als simple, überschaubare Lösungen. Wer sonst könnte man sich eine so ausgeklügelte Autobahnmaut in dieser Form ausdenken? :lol:


1. Ja, das mit dem Abrechnungsgedöns siehst du genau richtig! Bläht alles nur unnötig auf, kostet viel Geld und bringt außer Ärger rein gar nichts!

2. Das Solidaritätsprinzip ist daher (auch ernst gemeint!) der deutlich bessere Vorschlag. Und das ist für die Stromkonzerne sogar immer noch ein riesiges Geschäft, weil auch recht bald der Tipping-Point erreicht ist, da es günstiger wird, seinen Strom selbst zu erzeugen, als sich vom Energieversorger beliefern zu lassen. Und schwupps wird bei der Kalkulation eines jeden Neubaus ein Solardach mit eingerechnet sein nebst Steckdose in der Tiefgarage, etc. pp.

3. Deutschland ist leider kein besonders serviceorientiertes Land. Klar, an einigen Stellen lernt man dazu, aber im Großen und Ganzen ist dieser Spirit, der in den USA ganz selbstverständlich ist, hierzulande mehr oder minder unbekannt. In Deutschland bist du, wenn du einen Garantiefall hast, immer ein potentieller Betrüger und so wirst du auch behandelt. Und, wenn gar nichts mehr wirkt, dann kommt die vernichtendste Waffe: der Verschleiß! Der Ami weiß genau: entweder er stellt dich als Kunden zufrieden (und zwar so richtig mit allem drum und dran!), oder du kommst nie wieder!

4. Wenn man das unter 3. angeführte weiß, kommt man gleich zu den Ladesäulen in kommerziellen Geschäften! In jedem amerikanischen Geschäft weiß man genau: kostenloses WLAN ist nicht rausgeschmissenes Geld, sondern eine Möglichkeit, Kunden dauerhaft zu binden. Mit der Verbreitung der Elektroautos erkannte man, dass das auch mit Strom funktioniert. Die paar Schleifchen hin oder her sind nicht mit dem Gewinn zu vergleichen, den man mit den Kunden machen kann, die den Laden besuchen. Klar, wird es auch Schnorrer geben, aber was soll's? Auch die werden sich eher an Supermarkt x mit kostenlosem Strom erinnern als an Supermarkt y ohne kostenlosen Strom! Und der nächste, dem die kostenlose Ladesäule empfohlen wird, kauft auch bestimmt dort ein.

Fazit: Es wird sich so oder so viel verändern bei der Ladesäuleninfrastruktur, mit oder ohne die deutschen Stromkonzerne, mit oder ohne die deutsche Verbrenner-Lobby!
e-lectrified
 

Anzeige

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon Joe-Hotzi » So 28. Dez 2014, 18:33

spark-ed hat geschrieben:
Die Viel- und Lankstreckenfahrer dürften in der breiten Masse der E-Mobilisten nicht so gehäuft vertreten sein wie hier wohl eher überdurchschnittlich häufig in GE.

Da hast Du in D sicher Recht - weil es auf Grund der (gewollt kastrierten) Ladetechnik (keine starken AC-Lader, kaum starke Chademo-Säulen, CCS nur gegen Aufpreis, ...) nicht einfach ist, Langstrecken zu fahren. Warum wohl trifft man bei E-Veranstaltungen auswärts neben Tesla zumeist Renault Zoe (AC43kW) und Smart ED (AC22kW) ... :roll:

spark-ed hat geschrieben:
Teslafahrer mal ausgenommen, aber die lachen über solche Themen berechtigterweise eh nur

Und alle mit ordentlicher, verfügbarer Ladetechnik, die schneller lädt, als mann verfährt (also ab ca. 22kW). Ich hoffe darauf, dass das Modell X und spätestens das Modell III die Position von Tesla auch in D so weit ausbaut, dass es einfach unmöglich wird, ein aufwendiges, kostenträchtiges Bezahlsystem zu etablieren.
Eigentlich muss man nur nach Norwegen schauen.

Mit dem wohl einzig realem AkkuUpgrade für den Tesla Roadster hat die Firma ein weiteres Mal gezeigt, dass sie es ernst meint. Wenn für den Roadster auch noch ein SC-Upgrade käme, wäre ein weiteres E-Modell ohne Abrechnung fahrbahr ...
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!
Benutzeravatar
Joe-Hotzi
 
Beiträge: 1096
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 21:11

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon Spüli » So 28. Dez 2014, 20:20

spark-ed hat geschrieben:
Wie hoch ist denn eigentlich der Gesamtenergieumsatz aller öffentlichen Ladesäulen?

In BS-Taubenstraße sind es 200-400kWh im Monat.
In BS-WallerWeg sind es etwa 100-200kWh im Monat.
Über den Ladepunkt in GF-Torstraße stand neulich in der Zeitung das durchschnittlich 5kWh abgenommen werden.

Zur Zeit entspricht der Strom also in etwa den Abrechnungskosten die Beispielsweise bei TNM anfallen. Und da hat sich im vergangen Jahr nichts in Sachen Umsatzsteigerung getan...leider!
Gruß Ingo
Benutzeravatar
Spüli
 
Beiträge: 2538
Registriert: Sa 22. Dez 2012, 16:23
Wohnort: Gifhorn

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon Lenzano » Fr 2. Jan 2015, 19:17

Hier mal was in einer Zeitschrift gefunden:
IMAG1881.jpg


und hier das Werbevideo dazu: https://www.youtube.com/watch?v=6DliGrSZv5E&feature=youtu.be

Wäre toll, wenn das wirklich so funktioniert.
Seit 3.7.14 eine Import-Zoe Intens Q210
EZ 05/13 65Tkm am 13.10.2017 SOH 89-91%
Verbrauch lt. BC: Bild
22kW Bettermann Box
Podcast: http://www.cleanelectric.de

8-) Model3 bestellt am 31.3.16 8-)
Benutzeravatar
Lenzano
 
Beiträge: 515
Registriert: Do 19. Jun 2014, 08:02
Wohnort: Bayern

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon TeeKay » Sa 3. Jan 2015, 12:42

Bei den Preisen the The Mobility House aufruft, wird das nicht funktionieren.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
Benutzeravatar
TeeKay
 
Beiträge: 10833
Registriert: Di 15. Okt 2013, 10:40
Wohnort: Berlin und Frankfurt

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon spark-ed » Sa 3. Jan 2015, 13:56

Wenn man nicht bereit ist, einen entsprechenden Aufschlag für eine kWh zu bezahlen, wird sich nach konventioneller Denkweise kaum ein Investor für einen weiteren Ausbau von sinnvoller Ladeinfrastruktur finden. Eine 1:1 weitergabe von Kosten wird da niemanden locken.

Der Vorteil von wirtschaftlich betriebenen Ladesäulen ist nun einmal, dass die Nutzbarkeit bezüglich Standortwahl, Verfügbarkeit und Service aus entsprechender Motivation von Betreiberseite optimiert werden muss.
Nur so können alle profitieren und der wirtschaftliche Betrieb ermöglicht werden.

€50,- für 90kWh ist zwar üppig aber nachvollziehbar.
Aber welche 2400 Ladepunkte sollen denn eigentlich mit The Mobility House kompatibel sein?
SmartED - einfach, wie für mich gemacht
Benutzeravatar
spark-ed
 
Beiträge: 1162
Registriert: Sa 2. Aug 2014, 08:39
Wohnort: Sehnde

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon TeeKay » Sa 3. Jan 2015, 14:00

The Mobility House baut aber nichts aus, sondern tritt einfach nur als weiterer Wiederverkäufer der Hubject-Dienstleistung auf.
https://www.facebook.com/ElektroautoImAlltag/
Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
Benutzeravatar
TeeKay
 
Beiträge: 10833
Registriert: Di 15. Okt 2013, 10:40
Wohnort: Berlin und Frankfurt

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon e-lectrified » Sa 3. Jan 2015, 14:02

Nö, wirtschaftlich betriebene Ladesäulen gibt es nicht. Aber es gab ja hier mal den Vorschlag eine Pauschale zu entrichten, die dann allen Betreibern zugute kommt und dafür die Ladung dann kosten- und barrierefrei zu gestalten. Das wäre sinnvoll!
e-lectrified
 

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon spark-ed » Sa 3. Jan 2015, 14:15

Bin auch immer noch der Ansicht, daß eine Pauschalumlage die perfekte Lösung wäre, aber die wenigsten Menschen denken ansatzweise solidarisch. Mitnehmen was irgend geht und nur abgeben wo es gar nicht anders geht ist wohl die verbreitetste Mentalität.
Ideal wäre eine Energiekostenfinanzierung von öffentlicher Seite bis zum erreichen der 1.000.000 E-Fahrzeuge, aber den Shitstorm gegen die E-Schmarotzer kann ich mir jetzt schon ausmalen.

Das Aufstellen von Ladesäulen muss meiner Ansicht nach aber aus wirtschaftlichem Anreiz erfolgen um die Qualität der Ladepunkte hoch zu halten. (Vergleich öffentliche Autobahntoiletten mit serways Raststätten)
SmartED - einfach, wie für mich gemacht
Benutzeravatar
spark-ed
 
Beiträge: 1162
Registriert: Sa 2. Aug 2014, 08:39
Wohnort: Sehnde

Re: Butter beim Fisch: Wie sieht ein optimales Bezahlsystem

Beitragvon p.hase » Sa 3. Jan 2015, 14:25

PHEVs werden sich durchsetzen. so einfach ist das. warum? weil jeder evu geld am strom verdienen will und nicht merkt, daß er an der verwaltung zigfach draufzahlt.

deswegen wird jeder seinen PHEV zuhause für lau laden und unterwegs homöopathisch fossilien verbrennen. für die 5x pro jahr wo er länger fährt als er sonst muss.

ansonsten funktioniert nur das schweizer prinzip des kostenlosen stroms dank patenschaften für die ladesäulen.
VERKAUFE WALLBOX original RENAULT 10/14A mit 6m TYP2 Kabel (Notladekabel), auch für Smart, etc.
VERKAUFE 11/12-2017 30kWh LEAF TEKNA 6,6kW anthrazith, 2/2017, 15900km
VERKAUFE ZOE ZE40 ZEN, 11/16, 4900km, 18500 VHB
Benutzeravatar
p.hase
 
Beiträge: 5338
Registriert: So 20. Okt 2013, 18:22
Wohnort: Stuttgarter Feinstaubgürtel

Anzeige

VorherigeNächste

Zurück zu Betreiber, Roaming und Abrechnung

 
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast