Stromversorgung für Laternenparker

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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon Joe-Hotzi » Sa 21. Okt 2017, 12:16

Tengri_Lethos hat geschrieben:
Ich rede von der rein deutschen StromProduktion! Sprich exportieren wir tagsüber nicht billig ins Ausland um nachts teuer einzukaufen? Anders formuliert klar tagsüber mehr Nachfrage aber halt auch deutlich mehr Angebot wie nachts!

Ist es wirklich so schwer, die eigenen Meinung erst einmal mit Fakten abzugleichen, bevor man sie äußert? Das eine ist der Stammtisch, das andere die Realität. Beides muss nicht zwangsläufig übereinstimmen, wie man ja auch beim E-Auto oft feststellt! Aber es gibt mittlerweile viele verfügbare Quellen, bspw. Agora: https://www.agora-energiewende.de/de/th ... gorameter/ , wo man sich zeitnah informieren kann.

Schauen wir mal die letzten Tage mit Erzeugung und Verbrauch:
171021_Agora_Stromerzeugung-Verbrauch_2Tage.jpg
Kannst Du erkennen, wie toll die PV-Produktion mit der tatsächlichen Verbrauchskurve tagsüber mitgeht? Nur den "Abend-Peak" kann PV natürlich im Oktober nicht mehr abdecken.

Man sieht aber deutlich, dass in Deutschland eigentlich immer mehr Strom erzeugt wird, als wir selbst verbrauchen können. Ist auch logisch, denn die Betreiber wollen trotz zunehmender EE-Stromerzeugung die dreckigen BKKW (statt abzuschalten) halt lieber laufen lassen und verscherbeln /exportieren den Strom eben ins Ausland um etwas zusätzlich zu verdienen. Die CO2-Strafzahlungen ("Zertifikate") sind halt von der Politik absichtlich sehr, sehr billig gehalten, damit sich dieses Geschäft (noch) lohnt ...

Warum sollten wir also nachts el. Energie importieren, wenn selbst unsere eigen konventionellen Kraftwerke die Erzeugung drosseln müssen, weil halt kaum "Strom" gebraucht wird (auch im Ausland nicht)?!? Wenn dann noch stark Wind weht, wird es noch verrückter. Dann haben wir nachts so viel eigene Produktion, dass wir die Börsenkuse gegen NULL (!!!) drücken! WIR in Deutschland sind es mit unserer EE-Stromerzeugung, die heute schon den preiswerten Strom produzieren. Nur hat der "nichtprivilegierte Endkunde" davon leider nichts. Dafür profitieren direkt einkaufende Großbetriebe vom niedrigen Börsenpreis und zusätzlich oft noch von Abgabenbefreiungen (Privilegien). Das zahlen wir als einfache Bürger dann vor allem nach 2009 mit der neuen Ausgleichsmechanismusverordnung zusätzlich mit der EEG-Umlage, die vorher vor allem die Vergütungen an die Betreiber umfasste ...

Aber das ist trotzdem nur die halbe Wahrheit, denn natürlich importiert Deutschland ja immer noch Strom:
171021_Agora_Import-Export_2Tage.jpg

Das ist halt eine Wirkung des europ. Strommarktes. Man könnte es auch als "Durchleitungen" sehen, um zusätzliches Geschäft zu machen. Man kauft in Polen für bspw. 3,25Ct/kWh Kohlestrom ein (Import) um bspw. für 3,30Ct/kWh nach Frankreich zu liefern (Export).
Man sieht sehr deutlich, dass die Exporte die Importe zu jeder Zeit deutlich übersteigen. Den Rest überlegst Du Dir bitte erst einmal, bevor Du den nächsten Beitrag formulierst ...

Um das OT zu beenden und den Bogen zu bekommen:
Es ist also deutlich zu erkennen, dass unsere eigene Stromversorgung für viele, viele E-Autos (also >1Mio. bis 2020 :roll: ) heute schon reicht. Denn die meisten werden (in einigen Jahren) tags auf Arbeit und noch mehr wie heute üblich nachts daheim geladen werden. Die Laternenparker werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht überall "Laternenlader" bekommen.
Das ist bei Akkugrößen >30kWh auch gar nicht nötig, da man meist mehrere Tage ohne zu Laden fahren kann. Da lädt man tagsüber "nebenbei" und steht nachts am Straßenrand wie heute auch schon.
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon Tengri_Lethos » So 22. Okt 2017, 10:03

Sry das keine Quellen genannt hab erstmal. Problem es gibt zu viele und diese wiedersprechen sich auch noch!
hier mal drei Zeitungsberichte dazu
http://www.rp-online.de/wirtschaft/zu-v ... -1.7034363
https://www.shz.de/deutschland-welt/zu- ... 67396.html
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-05/s ... olitik-faq
glaube auch es gab hier mal ein Topic dazu aber auf die Schnelle nicht gefunden.

Zum Topic selber: wurde doch auch oft angeführt das man Tagüber laden soll und nicht nachts , weil da weniger Strom da wäre! Diesen Gedanken hab ich halt aufgegriffen!
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon Joe-Hotzi » So 22. Okt 2017, 12:40

Tengri_Lethos hat geschrieben:
Sry das keine Quellen genannt hab erstmal.

Deine drei Quellen illustrieren beispielhaft genau meine Darstellung - nur eben nicht Deine Aussagen /Behauptungen.

Sonntag, 8. Mai 2016, Muttertag war eben ein außergwöhnlicher Tag, da Feiertag (wenig Industrieverbrauch) und trotzdem viel Wind und Sonne und zusätzlich konventionelle KWs, deren Betreiber die Strom-Produktion nicht stark genug drosseln konnten /oder wollten. Für diese Betreiber sind es nur geringe Verluste (denn Regeln kostet auch zusätzlich Geld). Für den EEG-Umlagetopf sind es riesige Verluste, da große EE-Strommengen nur zu geringsten Preisen oder gar nicht verkauft werden können. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt ...

i.d.R. treten diese Fälle eher nachts auf, wenn eben die Industrieabnehmer fehlen, aber Starkwind weht und die konventionellen zu gering drosseln. Hier war es eben ausnahmsweise ein (Feier-)tag.

Tengri_Lethos hat geschrieben:
Zum Topic selber: wurde doch auch oft angeführt das man Tagüber laden soll und nicht nachts , weil da weniger Strom da wäre!

Genau diese Aussage ist so eben nicht haltbar und ich kenne keine solche "Forderung". Nachts trödeln eh viele konventionelle KWs fast im Leerlauf - erst recht bei Wind.

Ich würde Dich bitten: Schluss mit OT hier. Entweder per PN, oder in einem eigenen Strang.
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon flechtlicht » Fr 27. Okt 2017, 17:23

Wenn es möglich ist, alle innerörtlichen Straßen ganz selbstverständlich mit Laternen auszurüsten, könnte man auch allmählich anfangen bei jeder Sanierung und bei jedem Neubau eine angemessene Zahl von potentiellen Stromanschlüssen zu platzieren, vielleicht alle fünf Meter, so daß man die Straßen später nicht noch Mal aufgraben muß.
Im Gegensatz zur Beleuchtung kann man damit evt. auch Geld verdienen indem man sie später vermietet oder verkauft.
Wo immer ich mein Auto abstelle kann ich es anstecken und in einem von mir nach Bedarf gewählten Spektrum z.B. von 50 bis 80% Soc hat die Schwarmintelligenz freie Hand die kollektive Energieversorgung zu optimieren.
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon flechtlicht » Fr 27. Okt 2017, 19:36

Nochn Einfall, an meiner Grundstücksgrenze parken fünf Nachbars Autos die ich allesamt für 100 bis 300 Euros Selbstkostenpreis mit einem Stromanschluss versehen könnte, innerhalb eines Monats wenn's sein sollte. Und in meiner ganzen Siedlung und der meiner Eltern und der meines Bruders sieht's genauso aus.
In den Städten ist es im Prinzip das gleiche, nur durch die erforderlichen Asphalt Arbeiten etwas kostspieliger.
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon Joe-Hotzi » Sa 28. Okt 2017, 08:21

flechtlicht hat geschrieben:
Wenn es möglich ist, alle innerörtlichen Straßen ganz selbstverständlich mit Laternen auszurüsten, ...

flechtlicht hat geschrieben:
Nochn Einfall, an meiner Grundstücksgrenze ...

Es ist toll, wenn Du Dich so engagieren würdest und es zeigt, dass technisch "Laternen-Laden" kein Problem wäre. Nur blendest Du die bürokratischen Hürden aus, die in Deutschland vorhanden sind. Wie willst Du das realisieren?!? Offiziell darfst Du als Privatmann keinen Strom verkaufen /Gewinne erzielen. Meldest Du ein Gewerbe an, musst Du nach der Eichordnung jede Entnahme mit einem geeichten Zähler abrechnen und nachweisen. Pauschale Stellgebühr geht nicht, da Dir Grund und Boden vor Deinem Haus sicher nicht gehören ...
Ähnlich geht es den Kommunen, die evtl. durchaus Willens wären, "Laternen-Laden" umzusetzen. Die Steckdose allein reicht nicht. Es muss ein Zugangssystem (diskriminierungsfrei, dh. jeder sollte Laden dürfen) vorhanden sein. es muss erfasst und abgerechnet werden - steuerlich sauber. Das ist bei an weit verstreuten Laternen m.E.n, schlicht nicht wirtschaftlich darstellbar bei 30Ct/kWh und <50km Fahrleistung am Tag bei dt. PKW. Da kreierst Du an der Laterne max. 500€ im Jahr Umsatz, denn man lädt ja (bspw. Urlaubsfahrt) trotzdem noch "auswärts".

Die möglichen Alternativen, die ja in anderen Ländern schon erfolgreich praktiziert werden, habe ich ja schon dargestellt.
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon harlem24 » Sa 28. Okt 2017, 08:57

Warum so kompliziert?
In den meisten Gegenden wo es Probleme mit dem öffentlichen Parkraum gibt, gibt es Anwohnerparkausweise und/oder Parkscheinautomaten.
Einfach das Laden in beiden Kostenpunkten integrieren und gut ist...
Aktuell gibt es noch zu weniger EVs um das so unzusetzen, wäre aber ein Punkt für die Zukunft.
Gruß

CHris

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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon flechtlicht » Sa 28. Okt 2017, 10:34

Wie schon geschrieben, von meiner Seite aus zum Selbstkostenpreis, bzw. wenn die fünf Nachbarn mit anpacken und einer auch noch Elektriker ist, dann kostet das ganze pffftwas.
In meinem Keller hängen dann, je nach dem, entweder fünf Zwischen- oder Einzelzähler. Also Privatsache unter Nachbarn ohne Gewinn oder jeder rechnet selber mit seinem Stromlieferanten direkt ab.

Die Gemeinde könnte das allerdings professionell aufziehen, indem sie jetzt anfängt entsprechede Stromanschlüsse an Wohnstraßen vorzusehen, um sie später bei Bedarf gegen Entgelt zur Verfügung zu stellen. Sie kann auch selber Strom verkaufen aber wahrscheinlich werden sich die großen Energieversorger gerne ganze Stadtviertel sichern.
Ich rechne dann mit einem vergleichbaren Strompreis wie für Haushaltsstrom. Und Deutschland verfügt über einen gewaltigen Strom Zwischenspeicher. Und das alles mehr oder weniger für lau, für alle.
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon Joe-Hotzi » Sa 28. Okt 2017, 11:29

harlem24 hat geschrieben:
... gibt es Anwohnerparkausweise ...

Klar. Wie rechnest Du den Strom ab? Pauschal? Dann zahlst Du für den Anwohnerausweis (50km/Tag x 18kWh/100km x30Tage) ca. 50-80€/Monat zusätzlich ... ? Einzelabrechnung wird zu teuer ...

harlem24 hat geschrieben:
oder Parkscheinautomaten

Da habe ich oben schon Praxislösungen verlinkt. Wird aber schwierig, wenn nur an jeder 2. Laterne in der Straße ein Lader montiert ist und bspw. 10Ladestellen (Minimum, eher mehr) zusammen abgerechnet werden müssen. Wie weit bist Du bereit zu laufen?

harlem24 hat geschrieben:
Einfach das Laden in beiden Kostenpunkten integrieren und gut ist...

Das "Einfach" ist (in Deutschland) nicht einfach ...
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Re: Stromversorgung für Laternenparker

Beitragvon Joe-Hotzi » Sa 28. Okt 2017, 11:43

flechtlicht hat geschrieben:
Wie schon geschrieben, von meiner Seite aus zum Selbstkostenpreis, ... Also Privatsache unter Nachbarn ohne Gewinn ...

Klar doch, alles ganz einfach. Ich weiß, wovon ich schreibe.

flechtlicht hat geschrieben:
oder jeder rechnet selber mit seinem Stromlieferanten direkt ab.

Dann muss entweder jeder selbst eine Leitung von seinem Hausanschluss nach draußen legen - das geht natürlich problemlos, ist aber kein "Laternenladen" mehr im herkömmlichen Sinne.

Oder Du hast für jeden Nachbarn einen (geeichten) Zähler im Keller, der natürlich für jeden Zähler/Anbieter eine monatliche Grundgebühr kostet. :o

Oder Du übernimmst die Abrechnung mit Deinem Stromanbieter und Verteilung auf die Nachbarn. Du darfst das dann zumindest so lange beim Finanzamt aufdrieseln (3-7 Jahre) bis das FA auf "Liebhaberei ohne Gewinnerzielungsabsicht" erkennt.

Nein, ich habe kein Problem mit einfachen Lösungen und wo kein Kläger, da auch kein Richter. Aber für eine allgemeine Lösung taugen diese Ansätze wohl weniger.
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