Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fabrik

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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon E_souli » Sa 15. Nov 2014, 20:03

China ist billiger
Manche finden Schukosteckdosen auf Langstrecke cool,
weil sie sich schämen würden, einen Abschlepper zu holen, wenn nix mehr geht.
Saugeil, sinnvoll und genau so funktioniert E Mobilität in den Köpfen einzelner.
Knaller :-)
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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon ZOES » Sa 15. Nov 2014, 20:44

i3_er hat geschrieben:
China ist billiger

Nein, Korea und Japan sind billiger... und die Firmen (LG, SK, Samsung, Panasonic) dort haben deutlich größere Fabriken!
Ich vergleiche die Zellherstellung immer mit der Chipherstellung: entscheident für den Erfolg sind drei Faktoren
1. das Produkt muss gut sein
2. der komplexe Herstellungsprozess muss perfekt beherrscht werden
3. es muss eine sehr hohe Summe investiert werden, um kostengünstig zu produzieren.

zu 1. hier muss sich die LiTec Zelle ganz und gar nicht verstecken
zu 2. hier spielt auch Erfahrung eine große Rolle. In Japan (als erster überhaupt: Sony) und Korea werden seit über 20 Jahren Zellen produziert, die LiTec hingegen wurde erst 2006 gegründet(!)
zu 3. Eine Investition von 1 Mrd. EUR in ein Geschäftsfeld zu investieren, das man bereits perfekt beherrscht, ist für o.g. Konzerne, mit Gewinn von z.b. 18 Mrd. Dollar bei Samsung, deutlich leichter, als für eine Firma wie Evonik (bis Anfang 2014 Mehrheitseigner an der LiTec) mit einem Jahresumsatz von 17 Mrd. Dollar.

Das Thema Aufbau einer Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen in Deutschland wurde bereits vor 25 Jahren verschlafen!
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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon bm3 » Sa 15. Nov 2014, 20:57

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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon TeeKay » Sa 15. Nov 2014, 22:40

Schon blöd, dass der größte Batzen der mehr als 1 Mrd Euro angeblicher Elektromobilitätsförderung in Batterieforschung und auch Fertigung floss, mehr als 600 Mio Euro. Litec war das einzig greifbare, brauchbare Ergebnis. Aber wie immer in Deutschland, beließ man es bei Prototypenfertigung. Nichts anderes waren die paar tausend Zellen, die für die ebenfalls nur paar tausend Smarts benötigt wurden.
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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon Spürmeise » Sa 15. Nov 2014, 22:57

TeeKay hat geschrieben:
Nichts anderes waren die paar tausend Zellen, die für die ebenfalls nur paar tausend Smarts benötigt wurden.

Die Absatzzahlen vom Smart ED (ohne Schweiz) finden sich hier.
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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon JoySpell » So 16. Nov 2014, 05:08

Der Vorsprung der Asiaten ist einfach zu groß geworden. Sehr wahrscheinlich haben wir den Anschluss schon in den späten 80er verloren? Für die bestehende Technologie haben die Asiaten natürlich Patente und diese sind, wenn überhaupt freigegeben sehr teuer zu bezahlen, sodass es sich einfach nicht rechnet. Außerdem kosten die Fabriken mehrere Milliarden.

Das ist insofern problematisch, das wir bei zukünftigen E-Autos preistechnisch vermutlich beim Marktanteil wenig konkurieren können und die Deutschen, wie bisher, den Fokus auf das höhere Preissegment setzten werden. Das wiederum geht aber nur mit bessere Technik, die nicht nur im Labor exestiert, sondern auf dem Markt erhältlich ist. :?

Was nicht heisst das deutsche Forschung ausbleibt. Es gibt vielversprechenden neue Technologien, wo man noch nicht weiß welche sich in den nächsten 10 Jahren durchsetzen wird.

Lithium-Luft
Aluminium-Luft
Redox-Flow

Was vergessen?
JoySpell
 

Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon dkt » So 16. Nov 2014, 08:38

ZOES hat geschrieben:
Das Thema Aufbau einer Fertigung von Lithium-Ionen-Zellen in Deutschland wurde bereits vor 25 Jahren verschlafen!


Wieder einmal wie so oft, glaube ich, dass Daimler eine strategisch völlig falsche Entscheidung getroffen hat.

Warum glaube ich das?

Li-Tec hat, unter vielen Mühen endlich ein know-how in der Zellenproduktion aufgebaut. Daimler hat das zum Anlass genommen, 100% der Firma zu erwerben. Problem war nur, die vollautomatische Großserienproduktion, weil der Absatz "noch" zu gering war.

Was hat den Daimler erwartet? Dass der Umsatz noch zu gering war wußte Daimler auch vor der Übernahme. Dass Panasonic u.a. bereits in Großserien produzieren wußte Daimler auch vor der Übernahme.

Richtig war die Übernahme m.E. trotzdem, um die Zellenproduktion zurück nach Deutschland zu bringen. Statt jetzt zu kneifen, wäre ein Zusammengehen mit Firmen wie Leclanché (Spezialist in vollautomatischer Produktion), sinnvoller gewesen.

Und was die Verlust-Durstrecke dann angeht, bis zu dem entsprechenden Volumen, wäre das eine Folgeinvestition in die Zukunft geworden. So, wie jetzt geschehen, jedenfalls war Daimler der Quartalsbericht für den Aktienmarkt wichtiger, als der langfristige Erfolg.

Für mich ist das ein Armutszeugnis für das Management!
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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon TeeKay » So 16. Nov 2014, 08:42

Spürmeise hat geschrieben:
TeeKay hat geschrieben:
Nichts anderes waren die paar tausend Zellen, die für die ebenfalls nur paar tausend Smarts benötigt wurden.

Die Absatzzahlen vom Smart ED (ohne Schweiz) finden sich hier.

Was nur meine Argumentation stützt. Die 10.000 Smarts der vergangenen 3 Jahre haben zusammen die gleiche Batteriekapazität wie zwei Wochenproduktionen bei Tesla => Prototypenfertigung bei Litec. Massenfertigung wurde dort nie geplant, geschweige denn umgesetzt.

@dkt: Sie hätten ja die Gewinne aus den Tesla-Aktien ins eigene Batteriegeschäft reinvestieren können. Stattdessen haben sie irgendeinen Motorradhersteller gekauft. So sieht Zukunftsinvestition bei Daimler aus.
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Re: Daimler schließt Deutschlands einzige Batteriezellen-Fab

Beitragvon dkt » So 16. Nov 2014, 09:02

TeeKay hat geschrieben:
@dkt: Sie hätten ja die Gewinne aus den Tesla-Aktien ins eigene Batteriegeschäft reinvestieren können. Stattdessen haben sie irgendeinen Motorradhersteller gekauft. So sieht Zukunftsinvestition bei Daimler aus.


Hätte Musk so gehandelt wie das Daimler Management, wäre aus Tesla nichts geworden. Nach dem Ausflug in die "Weltautofabrik" und dem Milliardenabsturz der VG seinerzeit unter Schremp, wäre es an der Zeit einmal Zukunftsprojekte von strategischer Bedeutung durchzuziehen. Aber Rückzug aus dem Tesla Anteil, Schließen der Li-Tec Zellproduktion, ist eine Fortsetzung der Politik der Halbherzigkeit.
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