CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon Alex1 » Di 19. Aug 2014, 13:24

Also wirklich ehrlich ist es, wenn man "Verursachung" als Maßstab nimmt. Und zwar "well to wheel", wie es auf Neudeutsch heißt. Dann ist nämlich wirklich der gesamte Herstellungsprozess drin, egal, welche Zwischenenergieträger mitspielen.

Dann hat natürlich auch Sonnen-, Wasser- und Windstrom nicht 0, sondern eben die 23 bis 101 g/kWh laut http://www.co2-emissionen-vergleichen.d ... ugung.html und Speicherseen sind ebenso CO2-Schleudern, was auch den Regenerativen anteilig zugeschrieben werden muss.

@Greenhorn, woher kommen die 109? Ach so, Dein Diesel. Wären 4,1 l/100 km? 2,64 kg CO2 pro Liter gerechnet. Das ist aber m.W. auch nicht well to wheel. Ich hab da irgendwas von 10% oder so im Kopf, was man bei Motorenkraftstoffen dazurechnen muss wegen der Herstellung/Raffinierung/Alkylierung etc. Diesel schneidet dabei besser ab, weil es außer der Entschwefelung nicht so viele energetisch ungünstige Zwischenschritte braucht.

Nähme man also als Mittelwert 50 g CO2 pro kWh regenerativ und 15 kWh/100 km, kämen 7,5 g CO2 pro km raus.

Also vollste Zustimmung: Die Verbrenner können nur verlieren, wenn man ehrlich an die Sache ran geht. :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon DaftWully » Do 21. Aug 2014, 18:33

Ich habe das Umweltranking der EVs des VCD bei Heise gefunden und hier in diesem Thread

http://www.goingelectric.de/forum/smart-fortwo-electric-drive-allgemeines/soll-man-sich-aufregen-t6404.html

dummerweise im Smart-Bereich gepostet obwohl er alle hier angeht.

Der Brüller dabei ist (wie auch Greenhorn bemerkt), dass der i3 mit Rex umweltfreundlicher eingestuft wird als der ohne Rex.

Und der Mercedes S 500 Plug-In-Hybrid liegt Meilen vor dem Smart ed.

Wikipedia zu VCD:

"Der VCD versteht sich als verbraucherorientierter Umweltverband, der sich für nachhaltige Mobilität einsetzt und die Interessen aller ökologisch orientierten Verkehrsteilnehmer (neben Autofahrern also auch Fahrradfahrer, Fußgänger, Bahn- und ÖPNV-Nutzer) vertritt."

aufdieschenkelhauende Grüße

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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon Joe-Hotzi » Mo 22. Sep 2014, 11:35

Die Betrachtung eines E-Auto beim CO2-Ausstoß unter Berücksichtigung der Erzeugerkette für den Strom ist bei einem Autovergleich aus mehreren Gründen falsch und m.E. nur ein Versuch der (Verbrenner-)Autohersteller, ihre bisherige Fertigung beizubehalten:

- Der Hersteller kann nur das Produkt beeinflussen (hier das Auto) - nur die Produkte sollten /können verglichen werden, bspw. mit dem (tatsächlichen) Energieverbrauch. Die Hersteller können die Energiebereitstellung nicht beeinflussen - wohl aber den (Gesamt-)Energieverbrauch ihrer Autos. Genau aus diesem Grund beträgt der CO2-Ausstoß im Betrieb (des Produktes Auto) nach Händlerangabe NULL Gramm CO2 - obwohl natürlich ein Energiebedarf/100km angegeben ist.
- Die Vorketten der Energieerzeugung unterscheiden sich sehr stark von Region zu Region /Land - eine Aussage zum CO2-Ausstoß als Maßstab für die Verbrennung fossiler Ressourcen wäre also regional stark verschieden - ein Autovergleich hinfällig /Sinnlos. Erst recht bei Beachtung der Möglichkeit privater Ladung aus eigener EE-Stromerzeugung ...
- ein Autovergleich, bei dem beim E-Auto die Vorkette (Stromerzeugung) einbezogen wird, beim konventionellen Kfz aber nicht, ist unrecht - eben Äpfel /Birne

Etwas anderes wäre eine Well-to-Wheel oder gar Umweltbetrachtung! Da muss natürlich die Energiebereitstellung und evtl. sogar der Fertigungsaufwand /Entsorgung mit betrachtet werden! Aber dann sind diese Vergleiche eben nicht an einer "Verbrauch/100km-Angabe" festzumachen, sondern auf eine lange Nutzungs- /Lebensdauer! Genau da liegt der systematische Fehler bei der Angabe zum CO2-Ausstoß bei E-Autos!

Abgesehen davon, dass die Vergleiche dann sinnvollerweise "ab Steckdose" zu messen (!!!) sind und nicht aus einem Wunschprospekt entstammen sollten: Ein Mercedes-Benz S 500 Plug-in Hybrid mit CO2 im Elektromodus im deutschen Strommix (g/km): 78 und Stromverbrauch im Elektromodus (kWh/100 km): 13,5 ist schlicht eine falsche Angabe, technisch ab Steckdose im Fahrbetrieb m.E. nach nicht möglich bei i.d.R. Schukoladung der Hybride ...

Wenn die (etwa 10% bei Diesel /18% bei Benzin /14% bei Erdgas) Verluste der Vorkette (Tendenz wg. aufwändigerer Förderung steigend, neuere Zahlen leider kaum verfügbar :roll: ) bei Verbrennerfahrzeugen einbezogen werden, kann man natürlich die Umwelt(un-)freundlichkeit von Kfz vergleichen. Allerdings sollte dann auch ein reales Nutzungsprofil zu Grunde gelegt werden. Und dieses sieht bei einer Zoe sicher anders aus als bei einem Mercedes-Benz S 500 Plug-in Hybrid ...

Schon aus diesem Grund ist auch der Ansatz des reinen Stromverbrauches willkürlich gewählt, um Hybridautos zu schönen. Schon eine Betrachtung von 100km Fahrstrecke würde die Wertung komplett ändern - ein sicher nicht unabsichtlicher "Fehler", um den Kraftstoffverbrauch der Hybride auszublenden ... :shock:
Zuletzt geändert von Joe-Hotzi am Mo 22. Sep 2014, 15:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon kai » Mo 22. Sep 2014, 11:46

Moin,

hier ist die Antwort.
CO2_Bilanz_JPG.jpg
CO2 Bilanz


Selbst im deutschen Strommix sind E-Autos schon besser in der CO2 Bilanz als ein extrem sparsamer Verbrenner.

Und woher das Öl kommt, kann man NICHT beeinflussen, geschweige denn es selbst herstellen.

Strom kommt aus Deutschland, und man kann den Anbieter wechseln z.B. Naturstrom usw.
Strom können viele Leute auch selber herstellen über PV, Wind, BHKW, Erdöl nicht.

Gruß

Kai
Zuletzt geändert von kai am Mo 22. Sep 2014, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon lingley » Mo 22. Sep 2014, 12:42

@Greenhorn :applaus:
Genau dein Beispiel benutze ich während den Ladepausengesprächen, wenn der blöde Strommix als Totschlagargument mal wieder fällt 8-)
Macht viele Zweifler und Besserwisser nachdenklich ... wenige uneinsichtige nicht !
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon Greenhorn » Mo 22. Sep 2014, 13:57

Das Danke nehme ich doch gerne.
Die Diskussion geht bei mir oft dann noch weiter, was für ein Quatsch nicht nur mein EV Spleen ist, sondern dass ich meine ganze neue Heizung mit PV und Speicher plane. Ist doch völliger Mist und kostet nur Geld.
Das wir aber nur so von unten die Energiewende und Rettung unserer Welt für die Nachkommen schaffen, weil die Politik es gegen die Lobby nicht schaft und aus Angst vor wirtschaftlichen Folgen nicht will. Die haben Visionen nur bis zur nächsten Wahl. Ich aber für meine zweite Lebenshälfte und weiter.
Gruß Bernd
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon Elektrolurch » Mo 22. Sep 2014, 15:17

kai hat geschrieben:
dier ist die Antwort.

Moment mal. Ich lese da in der Grafik was von "negativen Vorkettenwerten" bei den sog. Biotreibstoffen. Nur aus CO2-Blickwinkel betrachtet, mag das ja vielleicht sogar sein. Aber was ist mit Landverbrauch, Pestizideinsatz und Ethik? Und der Tatsache, dass auf gleicher Fläche mit PV ein Vielfaches der Energie gewonnen werden kann?
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon Joe-Hotzi » Mo 22. Sep 2014, 15:19

kai hat geschrieben:
Moin, hier ist die Antwort. ...


Danke für die Grafik - kurz und knackig.

Es wäre bei Autovergleichen natürlich ein Leichtes (und m.E. nach sinnvoller), statt der CO2-Werte den tatsächlichen Energieverbrauch der Autos in kWh/100km anzugeben - auch Kraftstoffe lassen sich ja einfach umrechnen. Aber es wird seinen Grund haben, warum solch objektive Betrachtung des Verbrauches /der Effizienz der Autos zumindest in D nicht gewollt ist.
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon Hasi16 » Do 25. Sep 2014, 08:44

kai hat geschrieben:
hier ist die Antwort.
CO2_Bilanz_JPG.jpg


Der Vergleich stimmt doch vorne und hinten nicht:
Mein i3 (Rex) verbraucht ab Zähler ca. 18 kW/h / 100 km. Bei dem Vergleich wird ein "Spar-Diesel" mit einem Verbrauch von 3,3 Litern / 100 km :!: entgegengesetzt.
Mein vorheriges Auto und auch ähnlich leistungsstarke Wagen von BMW brauchen bei ähnlicher Fahrweise aber mindestens 6,5 Liter Diesel/100 km.

Auf der anderen Seite wird auf EV-Fahrer-Seite hier auch gelogen: Jeder Deutsche nutzt den deutschen Strommix. Wenn einer angeblich nur "grün" lädt, dann verbrauchen andere halt mehr "nicht grünen" Strom. Der "schlechte" Strom wird nur woanders verbraucht, aber trotzdem erzeugt.
Einzig Stromtarife mit irgendwelchen besonderen Zertifikaten, der Bau von Solaranlagen/BHKWs aufgrund der Absicht ein EAuto damit zu laden (keine Altanlagen!) so wie die Nutzung von Strom zu Zeiten, in dem Stromüberschuss herrscht, sind wirklich ökologisch (nicht zwangsläufig ökonomisch) richtig gut. Warum Altanlagen nicht dazu gehören? Ganz einfach: Damit wird ja grüner Strom dem Strommix wieder entzogen.

Aber was soll's: Ab 2050 laden wir alle 100 % Ökostrom. Und dann produzieren die "3,3 Liter"-Diesel immer noch CO2.

Viele Grüße
Hasi16
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Re: CO2-Ausstoß unter Betrachtung Strommix ok?

Beitragvon Alex1 » Do 25. Sep 2014, 19:42

Bei Einem muss ich Dir widersprechen, hasi: Deine "Graustrom"-Argumentation stimmt nur, wenn Du die RECS-Schummelzertifikate von der 4erBande kaufst.

Wenn Du bei echten Ökostromanbietern kaufst, wird für jede kWh, die Du verbrauchst, eine regenerativ erzeugte kWh eingespeist. Und das wird NICHT durch Dreckstrom ausgeglichen.

Und wenn jetzt jemand meint, der Ökostrom werde ja in Dänemark erzeugt und in Cham verbraucht, dem sei gesagt, dass die von ihm durch seine Kaufentscheidung bewirkte CO2-Einsparung eben in Dänemark auftritt und nicht in Cham. Die Atmosphäre kennt eben keine Landesgrenzen...:-)
Herzliche Grüße
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