Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Volkswagens erstes Blue-e-Motion Elektroauto auf Basis des up!

Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon PowerTower » Fr 7. Jul 2017, 12:44

Hallo zusammen,

wie üblich dokumentieren wir unsere längeren Strecken, um die Ladezeit sinnvoll zu nutzen. Die verfliegt dabei wie im Flug. ;) Dank OBDeleven war es uns nun erstmals möglich, bei unserer Urlaubsfahrt die Akkutemperaturen zu erfassen. Ich möchte euch die Daten nicht vorenthalten. Bei Abfahrt war der Akku voll geladen, das zuständige Steuergerät meldete 92,8% SoC.

Man sieht sehr schön, dass im Bereich um 38°C herum die Ladeleistung deutlich reduziert wird. Man hat aber kaum eine Chance, durch sparsame Fahrweise die Temperatur zu senken. Im besten Fall kann man sie halten. Das ist halt echt ein Nachteil fehlender Akkukühlung. Ja ich weiß, man argumentiert gern mit Stadtauto, aber die Erfahrung zeigt, dass solche Strecken sehr angenehm mit dem e-up! zu fahren sind. Besonders interessant finde ich die Abweichung zwischen Akkutemperatur und Außentemperatur bei Abfahrt. Vermutlich damit begründet, dass es nachts etwas kälter war und der Akku einfach seine Zeit braucht, um sich der Außentemperatur anzupassen.

Die Ladestrategie war sicher nicht so optimal, am Reisetag aber meiner Gesundheit geschuldet. Den zweiten Ladepunkt hätten wir sonst definitiv nicht einplanen müssen. In zwei Wochen werden wir wieder 550 km Langstrecke fahren. Ich bin gespannt, ob sich die Akkutemperatur dann auf einem bestimmten Level einpendelt. Aus Sicht der Haltbarkeit der Zellen wäre das zu wünschen.
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon 1lukas1 » Fr 7. Jul 2017, 20:32

Hallo,

Ja die fehlende Akkukühlung ist leider ein Manko. Hatte im Frühjahr eine kleine Ausfahrt hinter mir. Von Wien nach Wels und wieder zurück. Ca 450 km wenn ich mich nicht irre. Außentemperatur lag bei etwas 10 bis 12 Grad. Tempomat zw. 90 und 110 kmh. Geladen habe ich 6 mal. Und bin mit knapp 40 Grad Akkutemperatur zu Hause angekommen. Wobei die Temperatur hauptsächlich beim laden gestiegen ist. Bin schon gespannt wie sich der Akku im Sommer so verhält.
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon rolfrenz » So 9. Jul 2017, 13:42

Also meine Beobachtung dazu bisher: Die Geschwindigkeit bestimmt sehr stark die Ladeleistung. Meine bisherigen Fahrten - auch auf Langstrecken im Bereich 400 km - haben nie dramatische Einbrüche bei den CCS-Ladungen verursacht, auch nicht bei der letzten in einer Reihe. Das Tempo dabei war aber nie höher als 120 auf der Autobahn.

Vor ein paar Tagen auf der Fahrt Salzburg-Wels wollte ich es dann einmal wissen. Mit CCS-Ladern entlang der Strecke gut versorgt, habe ich den Tempomaten auf 135 km/h Tacho eingestellt. War nicht viel Verkehr, also konnte ich das Tempo gut halten. Die ersten Ladestopps haben in etwa das normale Ladetempo bedeutet. In meinem Fall ist das so 25 min von 10-15% SOC auf 95% SOC. Bei der letzten Ladung des Tages (die dritte in Folge) war ich dann bei 53:23 Minuten für 11,13 kWh. Und die Leistungsbereitschaft hat ab dem Zeitpunkt einen Strich weniger gehabt, was sich auch bis zum nächsten Tag nicht mehr geändert hat...

Für mein Fahrzeug ist also das Resumee: Ausnützen der vollen Geschwindigkeit, selbst bei passender CCS-Dichte ist auf Mittelstrecke über 200-300 km weniger flott, als Tempobeschränkung auf 120 km/h. Und für die Lebensdauer der Batterie sowieso weniger günstig... ;-)
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon dedetto » So 9. Jul 2017, 14:31

Hallo.
Du machst ja wieder Versuche...

Aber ok, das erklärt warum meiner immer so schnell lädt. Ich fahre nur zum laden ca. 2-3 km auf die Autobahn, da habe ich es nicht eilig. Alles andere hier ist Landstraße.
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon rolfrenz » So 9. Jul 2017, 16:07

Ja, klar - die Landstraße ist des e-Up! Revier... :-) Das war auch schon bei meinem ersten Prius so. Leicht hügelig und Geschwindigkeiten zwischen 70 und 100, ohne den Verkehr zu behindern. So bekommst du die meisten km für deine kWh! ;-)

Ist aber bei allen Fahrzeugen so - nur dass man mit dem BEV nicht mehr die schöne Landschaft verpestet, durch die man fährt...
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon LiquidCrystal » So 9. Jul 2017, 23:38

Von diversen Fahrten nach Belgien und in die Niederlande habe ich gelernt, dass es in der Regel bis ca. 25 Grad Außentemperatur ganz gut mit den ersten 2 Schnellladungen läuft, danach aber ziemlich langsam wird (bis weit unter 20kW). Allerdings habe ich auch einmal die merkwürdige Erfahrung gemacht, dass ich auf dem Hinweg bei 4 CCS-Ladesäulen innerhalb von ~5 Stunden ganz normal mit Zwischenladungen von normalen 15-20 Minuten durchgekommen bin und auf dem Rückweg am nächsten Tag bei den letzten zwei Säulen über 50 Minuten für 80% Laden warten musste. (Wetterbedingungen waren vergleichbar) :roll:

Die tatsächlichen Temperaturen auslesen zu können scheint mir aber wirklich hilfreich, vielleicht sollte ich mir auch einmal so ein OBDeleven anschaffen...
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon PowerTower » Mo 10. Jul 2017, 05:55

Ein besser ausgebautes Schnellladenetz führt dazu, dass man schon ein wenig schneller auf der Autobahn fährt. Dadurch hält man die Akkutemperaturen auf einem höheren Level und kommt trotzdem nicht eher an, weil die Ladeleistung entsprechend gedrosselt wird. Welch Ironie. :)

Die Akkutemperaturen zu wissen ist zwar nett, aber letztendlich wird man die Drosselung damit kaum verhindern können. Der e-up! bietet dem Fahrer einfach keine geeigneten Maßnahmen an, um da gegenzusteuern. Natürlich kann man 10 km/h langsamer fahren, aber bisher habe ich dabei noch keinen so großen Unterschied bemerkt. Und man sieht es ja auch in der Tabelle, dass eine 40 minütige Autobahnfahrt (zzgl. 30 Minuten Stau) die Akkutemperatur gerade mal um 2°C steigen lässt, die anschließende kurze Schnellladung von 9 Minuten legt aber gleich mal 3°C drauf.

Was vielleicht auf längeren Strecken eher helfen könnte wäre, wenn man die Ladeleistung direkt begrenzen könnte. Bis 20% SoC lädt der e-up! mit max. 130 A wenn dies die Säule zulässt, anschließend lädt er konstant mit 100 A weiter. Gäbe es eine Möglichkeit,
1) den Strom fix auf 80 A einzustellen oder
2) die Temperaturschwelle für die Drosselung zu reduzieren,
so könnte das funktionieren. Geringere Leistung über einen längeren Zeitraum bedeutet weniger Wärmeentwicklung. Man lädt dann zwar ab der ersten Schnellladung langsamer, dafür über die gesamte Strecke einigermaßen konstant. Ich will aber ungern an dieser Stelle die Steuergeräte manipulieren, solange noch Garantie auf dem Akku ist. Ich weiß auch gar nicht ob man diese Werte ändern kann. Da hilft nur: zwischendurch mal einen 20 kW CCS Lader ansteuern zur "Erholung". :D
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon dedetto » Mo 10. Jul 2017, 06:22

Hallo.
Wied ihr sicher das die Drosselung immer nur von Seiten des e-UP! ausgeht?
So wie die CCS Säulen brummen und lüften könnte es auch ihnen zu warm werden.

Zumindest die eine Schilderung oben könnte man so interpretieren.
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon PowerTower » Mo 10. Jul 2017, 06:26

Es liegt am e-up!, man kann sich den maximal möglichen Lade- und Entladestrom anzeigen lassen. Würde das zuständige Steuergerät einen maximalen Ladestrom von 100 A anzeigen, der Akku aber nur 50 A bekommen, würde es an der Ladesäule liegen. Das konnte ich aber bisher bei keiner meiner Ladungen beobachten - außer eben am 20 kW DC Lader und allem was noch langsamer ist (Typ2, Schuko).

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ladesäule drosselt, besteht durchaus. Der e-up! kann sie in der Regel aber nicht genug fordern, als dass man diesen Effekt sehen wird. Dafür ist der Ladestrom zu gering und die Ladedauer zu kurz.
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Re: Akkutemperatur bei mittleren Strecken

Beitragvon dedetto » Mo 10. Jul 2017, 07:18

Hallo.
PowerTower hat geschrieben:
... Der e-up! kann sie in der Regel aber nicht genug fordern, als dass man diesen Effekt sehen wird. Dafür ist der Ladestrom zu gering und die Ladedauer zu kurz.


Das ist klar.
Aber es sind viele Störungsursachen denkbar.
Aber wer war vorher wie lange an der Säule?
Steht die Säule in der prallen Sonne?
Ist es windstill?
Wurde vorher länger die volle Leistung angerufen?
Wurde die Säule mangels verfügbarem Strom gedrosselt?


Bitte nicht missverstehen, ich bezweifle nicht das der e-UP! bei entsprechenden Temperaturen die Ladeleistung drosselt. Das macht ja auch Sinn. Wenn hinterher die Leistungsverfügbarkeit des e-UP!s einen Strich weniger anzeigt ist die verringerte Ladeleistung sicher vom e-UP! ausgegangen.

Wir sollten im Hinterkopf behalten das besonders zunächst unerklärliche und somit besonders ärgerliche Ladedrosselungen durch die Ladesäule initiiert werden können. Denn wenn die Ladeleistung verringert wurde ohne das der e-UP! danach auch die Fahrleistung drosselt ist das irgendwie nicht sinnvoll, oder? Schließlich geht es ja wie oben beschrieben. Grade nach den Erfahrungen mit dem übervorsichtigen Ladekabel der ersten Version können wir doch davon ausgehen das VW den e-UP! was die Temperaturen angeht sehr konservativ auslegt.
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