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Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

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Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Anonymous
14.04.2019 11:04
Hi,

ich kenne jetzt nur den E-Smart genauer. Da ist es so, dass immer mal eine Pumpe anspringt, die in einem herkömmlichen Bremskreislauf Druck erzeugt, welcher dann zum Bremsen verwendet wird. Das ist also reine Verbrennertechnik, dort wurde das mit dem Motor gemacht, der sich ja immer irgendwie gedreht hat und deswegen zum Pumpen verwendet werden konnte. Für ein E-Auto scheint mir das aber ziemlich ineffizient zu sein.

Deswegen meine Frage: wie ist das denn in Autos gelöst, die von Grund auf als reine E-Autos konzipiert sind? Ist dort dieser altmodische flüssigkeitskreislauf durch z.B. elektrische Bremsservos ersetzt worden oder gibt's den Quark etwa noch überall?

Danke!
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Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

MAlfare
14.04.2019 13:04
Elmi79 hat geschrieben: .... dort wurde das mit dem Motor gemacht, der sich ja immer irgendwie gedreht hat......
Hoffentlich hat sich nicht der Motor gedreht, sondern nur die Kurbelwelle.

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Joyride
14.04.2019 13:09
Ist immer noch so. Der Flüssigkreislauf wird auch noch Jahrzehnte bleiben. Was sich ändern wird, dass ein Motor den Druckaufbau übernehmen wird, und damit kein Bremskraftverstärker mit Unterdruck mehr notwendig ist.

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

bm3
14.04.2019 14:05
Bei den herkömmlichen Bremssystemen funktioniert der Bremskraftverstärker mit einer großen Membrane die durch Unterdruck ausgelenkt wird und deren Kraft dann unterstützend beim Bremsen eingesetzt werden kann. Der Unterdruck kommt beim Verbrenner aus dem Motor (Ansaugtrakt) . Bei E-Fahrzeugen braucht es dann eine elektrische Unterdruckpumpe dafür. Moderne E-Fahrzeuge bremsen aber sowieso zu über 90% mit ihrem Motor (Rekuperation) ab, die mechanischen Bremsen werden nur noch für Gefahrenbremsungen und zum Halten des Fahrzeuges benötigt, die werden auch wohl lange noch hydraulisch betätigt bleiben, das hat sich Jahrzehnte lang gut bewährt.
Ist das nicht gut ?
Ja ! Das ist nicht gut !
Vectrix VX1, 2009; BMW i3s, 2022; Tesla M3 LR AWD, 2023

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

iOnier
14.04.2019 14:11
Elmi79 hat geschrieben:Hi,
ich kenne jetzt nur den E-Smart genauer. Da ist es so, dass immer mal eine Pumpe anspringt, die in einem herkömmlichen Bremskreislauf Druck erzeugt,
Unterdruck.

Ja, das ist Verbrennertechnik, und IMO ist es auch gut, bei einem so sicherheitsrelevanten Thema wie gerade bei den Bremsen auf bewährt zuverlässige Technik zurückzugreifen.
Deswegen meine Frage: wie ist das denn in Autos gelöst, die von Grund auf als reine E-Autos konzipiert sind? Ist dort dieser altmodische flüssigkeitskreislauf durch z.B. elektrische Bremsservos ersetzt worden oder gibt's den Quark etwa noch überall?
Überall, soweit ich weiß. Du willst jetzt nicht ernsthaft eine am Bremssattel mit elektrischen Servomotoren betätigte Scheibenbremse?

Die vom Pedal aus hydraulisch betätigte Bremse funktioniert im Prinzip auch ohne Unterdruck oder Strom, auch bei Ausfall des Bremskraftverstärkers kannst Du noch bremsen, musst nur gewaltig aufs Pedal latschen. Bei einer rein elektrisch betätigten Bremse hättest Du diesen Fallback-Mechanismus nicht mehr. Damit gäbe man ein wesentliche Sicherheitsfeature auf.

Also: kein Quark. Ganz und gar nicht.
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/15 seit 01/16
Hyundai ioniq 5 RWD LR seit 11/21
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Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Rita
14.04.2019 15:42
ältere Autos mit Trommelbremsen ringsum hatten keinen Bremskraftverstärker...
da war aber die gleiche Hydraulik, Hauptbremszylinder zum Druck erzeugen und Radbremszylinder, die damit betätigt werden

alte Käfer z.B. haben seilzugbremsen, die man nur sehr schwer richtig eingestellt bekam, damit die nicht schiefziehen...

nur für Scheibenbremsen brauchts den Bremskraftverstärker

such Dir doch mal einen leeren Parkplatz mit bissl Gefälle.... tritt paarmal die bremse bei nicht laufendem Motor.... dann löse die Handbremse
und Du merkst, wie fest Du treten mußt, um ohne Bremskraftverstärker zum Stehen zu kommen

Rita

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Rämmelken
14.04.2019 22:06
Inzwischen gibt es elektrisch betriebene Bremskraftverstärker wie beispielsweise den iBooster von Bosch. Damit ist die Vakuumpumpe nicht mehr notwendig.
Rämmelken, Rämmelken rüssele di!
Biste von Gott kumm tau mi! Biste owwer von'n Düwel goah von mi!

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Michael_Ohl
14.04.2019 22:31
Das ist eher evolutionär statt revolutionär. Ganz früher konnte man den Unterdruck aus dem Ansaugtrakt hinter dem Luftfilter benutzen um den Bremskraftverstärker zu betreiben. Beim Diesel ging das schon nicht mehr, da keine Drosselklappe einen Unterdruck bewirkt. Da wurden dann von der Nockenwelle angetriebene Unterdruckpumpen nötig.
Jahre später kam man auf die Idee, Start- Stopp Systeme Einzuführen und musste dafür irgendwie den Unterdruck auch alternativ erzeugen können. Dazu wurden Elektrische Pumpen entwickelt und z.B. von Hella in 3 Größen hergestellt und vertrieben.
Eine davon sitzt in jedem meiner beiden Kangoo Z.E. die Pumpe in meinem Kangoo ZE maxi hat schon zwei mal Aufgegeben. In beiden Fällen ist das Keramische Laufrad regelrecht explodiert. Als Flügelzellenpumpe ohne Schmierung ist die Lebensdauer mit 1200 Stunden angegeben.
Wie das ganze in anderen Autos gelöst ist wäre mal interessant von anderen zu erfahren.

mfG

Michael
Kangoo ZE maxi 130.000km, Kangoo ZE 102.000km, E-UP 27.500km, C180TD 48.000km , max G30d 1100km, Sunlight Caravan, Humbauer 1300kg, E-Expert 75kWh 43.000km, Prophete Pedelek 560km, Zündapp Pedelec 80km, F20D 60km

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

Joyride
15.04.2019 07:07
Rämmelken hat geschrieben: Inzwischen gibt es elektrisch betriebene Bremskraftverstärker wie beispielsweise den iBooster von Bosch. Damit ist die Vakuumpumpe nicht mehr notwendig.
Der iBooster ist z.B. im Tesla verbaut und brauch konstruktiv leider immer noch einen Hauptbremszylinder mit Unterdruck.
Allein Conti hat aktuell ein System Serienreif, bei dem komplett auf die Unterdruck verzichtet werden kann.

Re: Bremskraftverstärker in reinen E-Autos?

electic going
15.04.2019 12:05
Du brauchst einen mechanischen Bremskreis, der auch ohne laufenden Motor, Elektrosysteme, Strom, usw. funktioniert. Gesetz.
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