Kohleausstieg bis spätestens 2038

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Kohleausstieg bis spätestens 2038

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folder Sa 26. Jan 2019, 10:23
Nun ist es also amtlich. Bis 2038 soll der letzte Kohle-Kraftwerksblock abgeschaltet werden. Meilensteine sind 12,5 GW bis 2022 im Westen zzgl. 10 GW Atomstrom und eine Absenkung bis 2030 auf 17 GW von aktuell 45 GW. 2032 soll dann eingeschätzt werden, ob der Ausstieg bis 2035 möglich ist.

Damit ist der Weg für die Erneuerbaren jetzt klarer, denn wir wollen ja unsere Kohle nicht durch Atomstrom aus Frankreich und Kohlestrom aus Polen ersetzen. Zusätzlich wird der Strombedarf durch E-Mobilität und den Wärmesektor ansteigen.

Auch wenn es einigen zu lange dauert, halte ich die Pläne für sinnvoll. Und vorallem gibt es jetzt endlich Planungssicherheit für alle. Das Ziel ist fast eintimmig angenommen worden und nun müssen wir etwas dafür tun.

Um das der breiten Öffentlichkeit sinnvoll und akzeptabel zu verkaufen, müssen nun aber auch mal konkrete Pläne auf den Tisch, wie wir den Kohlestrom ersetzen.
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Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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hgerhauser
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folder Sa 26. Jan 2019, 11:13

Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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folder Sa 26. Jan 2019, 11:21
Vor allem ein verbindlicher Fahrplan ist wichtig, damit Investitionen in dann notwendige Ersatzkapazitäten -vermutlich dann Gaskraftwerke -getätigt werden können.
Vorhandene Anlagen erreichen aktuell nur wenige Vollaststunden, sodass einige mangels Rentabilität in der Vergangenheit schon stillgelegt werden mussten.
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Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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hgerhauser
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folder Sa 26. Jan 2019, 11:49
https://sandbag.org.uk/project/coal-to-clean/

Bei den richtigen Rahmenbedingungen (z.B. für Batteriespeicher und zusätzliche Kabel nach Skandinavien) geht es komplett ohne neue, große Gaskraftwerke, auch in Deutschland, sonst wird (siehe erster Link von mir) etwa die Hälfte der Kapazität (in GW) durch Gaskraftwerke ersetzt. Die Strommenge (in TWh) aber sowieso vollständig durch Erneuerbare.

Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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folder Sa 26. Jan 2019, 11:50
Bei so einem Fahrplan wäre auch die nicht zwangsweise faktische Stillegung von über 100 Megawatt an Photovoltaik-Altanlagen jährlich wichtig gewesen. Aber so langsam wie Politiker agieren wenn sie die Gesetze nicht fertig formuliert von den Lobbygruppen eingereicht bekommen, kann das Problem schon fast nicht mehr zum Stichtag 31.12.2020 gelöst werden.
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Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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motion
folder Fr 1. Feb 2019, 20:45
Der Beschluss ist unzureichend, das dauert viel zu lange. 2025 wäre machbar.
19 Jahre, das ist Idiotologie.

https://www.klima-allianz.de/news/detai ... notwendig/
https://www.presseportal.de/pm/112647/4108829

Lest auch das.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... eren-Babys

Denkt nicht nur an Co2, sondern auch an die Schadstoffbelastung in der Luft und an die Landschaftszerstörung (Flächenfraß).

Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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folder Fr 1. Feb 2019, 21:09
Das Optimum des technisch Machbaren war wohl kaum zu erwarten. Wir müssen bei aller Dringlichkeit realistisch bleiben. Veränderungen sind selten mehrheitsfähig und daher nur begrenzt beliebt in politischen Kreisen. Und wer nicht gewählt wird, regiert nicht und wer nicht regiert, kann nichts bewirken.

Ich sehe 22,5 GW weniger Atom- und Kohlekraftwerke bis 2022 als ersten Meilenstein. Danach müssen wir sehen, wo wir stehen. Wichtig ist, dass wir alle Werbung für die Erneuerbaren machen. Zu viel Unwissen ist in Volkes Kopf verankert.
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Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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motion
folder Fr 1. Feb 2019, 21:22
Schneemann hat geschrieben: Zu viel Unwissen ist in Volkes Kopf verankert.
Wenn du Wissen hättest, würdest du nicht solch einen Unsinn schreiben. Gerade als Elektroautofahrer.
Was sollen zu deiner Äußerung die Stadtmenschen sagen, die ein schmutziges Kohlekraftwerk ertragen müssen?

Wie lange soll die Landschaftsvernichtung noch andauern? Selbst wenn man die Flächen einigermaßen wieder regeneriert, der Boden wird nie mehr so fruchtbar sein wie er war. Und das in einen so dicht besiedelten Land wie Deutschland.

Experten stützen die Meinung, man nimmt einfach Erdgas als Ersatz.
Durch die schnelle Regelung der Gaskraftwerke kann auch mehr Ökostrom eingespeist werden, was die Co2 Bilanz von Erdgas zu Kohle noch weiter verbessert.

Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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folder Fr 1. Feb 2019, 21:31
Ich hatte meinen vorigen Beitrag gekürzt. Es ging um Menschen, die ein eigenes Haus besitzen, am besten noch mit unverschatteter Südausrichtung und keine PV bauen, weil sie meinen, dass sich das finanziell nicht mehr lohnt. Die fehlen uns bei der Energiewende. Das war mit dem Unwissen gemeint. Dagegen müssen wir arbeiten.
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Re: Kohleausstieg bis spätestens 2038

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Themse
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folder Fr 1. Feb 2019, 21:33
Dazu kann ich nur das Interview mit Prof. Quaschning empfehlen,
einem der profiliertesten und kompetentesten Verfechter der Energiewende:

https://www.youtube.com/watch?v=c5ldUwRO6WM

Das Problem in Deutschland liegt doch darin, dass bisher der Gesundheit von Stromkonzernen
eine größere Priorität eingeräumt wurde, als der Gesundheit der Menschen und des Erdklimas :-(

Die Bundesregerung sollte einfach nur die ganzen bürokratischen Hemmnisse,
die in den letzten Jahren gegen die Erneuerbaren in Stellung gebracht wurden, entfernen
und wir werden sehen, wie der Zubau der Erneuerbaren wieder an Dynamik gewinnt.

Da brauchen auch keine "Brückentechnologien" zugebaut werden, denn alles ist schon da :-)
zB. Gaskraftwerke mit einer Leistung von 26,63 GW Leistung, die in den letzten Jahren
die längste Zeit des Jahres still standen.

Am besten wäre es wenn Altmaiers Ministerium gleich mit dem großen Ausmisten beginnt
und zB. als erstes die EEG Umlage auf selbstverbrauchten und Mieter Solarstrom streicht
und das Volumen der Fotovolaik-Großanlagen-Ausschreibungen massiv erhöht
und die Einbeziehung von Stromspeichern ins Stromnetzt massiv unterstützt
und .... und .... und.....

So wird das was mit der Energiewende :-) und aus der Kohle ist schneller ausgestiegen,
als sich das heute noch so mancher vorstellen kann :thumb: :thumb:
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