Was muss mein Hausanschluss können?

Alles rund ums Elektroauto-Laden / Ladeboxen / Ladegeräte

Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Benutzeravatar
    Stefan1975
    Beiträge: 180
    Registriert: Fr 31. Mär 2017, 08:49
    Wohnort: 21439 Marxen
    Danke erhalten: 2 Mal
folder Mi 28. Nov 2018, 07:55
Heyho!

Aktuell laden wir den Zoe an einer roten Drehstromsteckdose, an der sonst der Holzspalter angeschlossen wird.
16A ?!

Ich habe in der Schule eigentlich nie wirklich aufgepasst. Doch, Bio fand ich teilweise ganz nett :-)
Aber ansonsten habe ich null Ahnung von KW, Ampere, Leistung , Elektro usw
und daher brauche ich eure Hilfe.

Bei der Haussanierung hat der Elektriker gesagt, dass mein Hausanschluss wahrscheinlich keine 2 E-Autos gleichzeitig laden kann. Die Verkabelung HINTER dem Hausanschluss spielt keine Rolle, da ich die eh neu machen lassen will. Inkl. 2 eigenen dicken Kabel zum Carpot. Jeweils extra abgesichert für beide E-Autos.

Nun habe ich meinen Versorger gefragt, ob mein Hausanschluss 2 E-Autos laden kann und vielleicht in 5 Jahren sogar 3, wenn die Kinder auch ein Auto haben.... Also 2 auf jeden Fall gleichzeitig und vielleicht sogar 3 gleichzeitig laden. Aber erst einmal geht es um 2 Fahrzeuge.

Darauf hin bekam ich keine wirklich Antwort. Klar, ich habe bestimmt auch eine doofe Frage gestellt, mit meinem laienwissen. Ich bekam einen Fragebogen, den ich ausfüllen soll und dann wird geschaut. Der Fragebogen ist für mich schlimmer als die Steuererklärung. Könnt ihr helfen? Was würdet ihr eintragen?
Folgende Dinge sind gefragt:

Anzahl baugleicher Einrichtung:
Damit meinen die bestimmt die Ladestationen. Also 2 bis 3 !?

Hersteller / TYP:
Kann ich jetzt noch nicht sagen. Ist aber wohl auch nicht so wichtig
Ich will ja im Carpor 2 rote Drehstromsteckdosen installieren. Da kann ich dann ja alles anschliessen.

Anzahl der Ladepunkte je Ladeeinrichtung:

Netzanschluß der Ladeeinrichtung:
1 phasig WechselStrom
3 phasig Drehstrom
Klar. Drehstrom


Max. Ladeleistung KW:


Ladeleistung steuerbar? (Lastmanagement)

Art der Ladung: AC oder DC



Gruß,
Stefan
Seit 10/2017: Renault Zoe Bj. 2015
Und als Familien-, Urlaubskutsche und als Zugpferd für den Anhänger: Nissan NV 200 Evalia "Benziner"

Zu Hause zapfen wir Greenpeace-Energy mit der Juice Booster 2
Anzeige

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Jeggo
    Beiträge: 293
    Registriert: Mi 9. Aug 2017, 11:36
    Hat sich bedankt: 4 Mal
    Danke erhalten: 14 Mal
folder Mi 28. Nov 2018, 08:17
Hallo Stefan,

eigentlich sollte Dein Netzanbieter in der Lage sein, Dir die Absicherung Deines Hausanschlusses zu nennen.
Du kannst aber wahrscheinlich auch selber nachschauen. Eigentlich sollte es in Deinem Hausverteiler auch drei Sicherungen geben, die sich in der Nähe Deines Zählers befinden. Diese Sicherungen haben meist ein kleines Fenster. In diesem Fenster solltest Du einen farbigen Punkt sehen.

Diese Farben sollten am wahrscheinlichsten sein:

25A Gelb
35A Schwarz
50A Weiss
63A Kupfer

Ich vermute einmal, dass Du wahrscheinlich 35A haben wirst, wenn Du nicht elektrisch heizen oder Warmwasser erzeugen tust.
Mit 35A ist ein Auto mit 16A CEE eigentlich auch kein Problem. Bei zwei Fahrzeugen sollten es dann schon 50A sein.
Alles über 63A wird meist recht teuer. Das sollten Dir aber Dein Installateur bzw. der Netzbetreiber sagen können.

Bis bald

Jens

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
AgV8DdmU
folder Mi 28. Nov 2018, 09:03
Wie möchtest Du die E-Autos denn daheim laden... eher schnell oder reicht auch langsam?

AC Rasend => 400V und 32A => 22kW (drei-phasig)
AC Schnell => 400V und 16A => 11kW (drei-phasig)
AC Mittel => 230V und 32A => 7,2kW (ein-phasig)
AC Langsam => 230V und 16A => 3,6kW (ein-phasig)

Alles über 11kW-Ladeleistung ist dem Netzbetreiber anzuzeigen und muss ggf. genehmigt werden.
Einphasiges Laden (230V) mit mehr als 20A ist auch genehmigungspflichtig (Stichwort Schieflast)

Aktuelle E-Autos haben 20-100kWh Akku-Kapazität.
Jedes E-Auto hat hier verschiedene Möglichkeiten zum Heimladen verfügbar.
Hyundai Ioniq 28kWh und max. 7,2kW Ladeleistung (AC 230V 32A)
Hyundai Kona 39-64kWh und max. 7,2kW Ladeleistung (AC 230V 32A)

Die Ladezeiten ergeben sich dann grob gerechnet aus der zu ladenden Kapazität (kWh) und der Ladeleistung (kW).

Bei mehreren E-Autos lohnt sich evtl. eine zentrale Ladesteuerung/Lastverteilung.
Insbesondere dann, wenn schneller geladen werden soll.

Daneben können die meisten E-Autos auch richtig Schnellladen => Gleichstrom (DC) mit bis zu 120kW Ladeleistung.
Bei Hyundai sind dann max. 70-78kW via CCS möglich.

Um das Ganze zu verstehen, sollte man sich ein bisschen Basiswissen zu dem ganzen Elektriktrick aneignen.
https://www.goingelectric.de/wiki/Hauptseite

--

Bei mir wird es eine blaue CEE 230V 16A Steckdose und ein "Ladeziegel" inkl. Adapterkabel.
Damit kann ich auch unterwegs an unterschiedlichen Steckdosen über Nacht laden => Schuko, CEE blau, CEE 16A, CEE 32A, ...
Ladeleistung mit CEE blau ist dann ca. 3,6kW und es gilt ein 64kWh Akku zu füllen. Mir reicht das, weil ich nie mehr als 30kWh pro Nacht brauche. Falls doch mehr gebraucht wird, dann geht's zum 22kW Typ2-Lader in der Nähe.
Unterwegs auf längeren Strecken wird dann mit CCS schnellgeladen.
Zuletzt geändert von AgV8DdmU am Mi 28. Nov 2018, 09:24, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Benutzeravatar
    Spüli
    Beiträge: 3135
    Registriert: Sa 22. Dez 2012, 16:23
    Wohnort: Gifhorn
    Hat sich bedankt: 5 Mal
    Danke erhalten: 62 Mal
folder Mi 28. Nov 2018, 09:15
Moin!
Wichtig wäre erst einmal zu klären wie stark Dein Haus jetzt schon abgesichert ist. Je nach Region dürften das 35-50A sein.
Im Anschluß muß man gucken was es noch so im Haus an größeren Verbrauchern gibt. Dazu zählen in erster Linie Durchlauferhitzer und Wärmepumpen. Danach kann der Fachmann das Festlegen ob eine höhere Absicherung überhaupt erforderlich ist. Für diese sind zwar meist nur ein paar Sicherungen zu tauschen, aber der Netzbetreiber möchte einen entsprechenden Baukostenzuschuß haben. Das ist dann meist bis zu 100A möglich.

Bei der Ladeleistung ist die Anzahl der Autos gar nicht so entscheident. Wichtig ist dabei nur eine Koppelung der Wallboxen zum Lastmanagement. Damit kann man dann beispielhaft mehrerer Wallboxen mit 11kW anbinden und trotdem eine Überlastung des Hausanschluß vermeiden.
Gruß Ingo

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Benutzeravatar
    tango
    Beiträge: 937
    Registriert: Mo 10. Mär 2014, 16:37
    Wohnort: im heißen Süden
    Danke erhalten: 7 Mal
folder Mi 28. Nov 2018, 10:04
Das Zauberwort heißt "Gleichzeitigkeit". Wie viele Großlasten können gleichzeitig anliegen.
Bei vielen Häusern ist das eine Wärmepumpe mit 3-5 kW, dann der Herd/Backofen, sonstige (Not-) Wassererhitzer.
Und schließlich die E-Autos als die Krönung der E-Verbraucher.

Bei Deiner ZOE liegst Du mit 3x16A (11 kW) im oberen Mittelfeld, Du könntet auch mit 3x32A (22 kW) laden, das wäre aber "genehmigungspflichtig". Bei zwei ZOE's mit 11 kW kommt dann die Gleichzeitigkeit ins Spiel: 2x11 kW wäre an dem 35A-Anschluss gerade noch möglich, dann aber kein Herd oder Wärmepumpe mehr. 2x22 kW geht bei Hausanschlüssen meist nicht.

Wenn Du mehr E-Autos haben möchtest, dann wäre es ja ggf. möglich, die nacheinander zu laden und nicht gleichzeitig. Und bei der Einhaltung der Obergrenze der Leistung des Hausanschlusses könnte eben so ein Lastmanagement in Frage kommen.

Bis vor kurzem war so was richtig komplizierter "Einzel-Tech" - für einen Haushalt nicht realistisch. Nun gibt es aber ein Projekt aus unseren Reihen hier "openWB", wo man bis zu drei Wallboxen "orchestrieren" kann, unter Berücksichtigung weiterer Randbedingeungen wie PV-Anlage (Erzeuger) und anderer Verbraucher, Ladezielen (wann soll welches Auto welchen Ladestand haben). Die Sache entwickelt sich prächtig und kostet einen "Appel und ein Ei". Such hier im Forum oder im Web unter www.openwb.de
Gruß

tango

________________________________________________________________________________
4/2014 - 12/2014 10.000 km Twizy
12/2014 - ? ZOE Intens black
Der Tag wird kommen mit 100% elektrischem Fuhrpark und es wird nicht mehr lange dauern.

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Benutzeravatar
folder Mi 28. Nov 2018, 10:16
Musst Du wirklich schnell laden? 3,7 kW über Nacht sind für die meisten Anwendungsszenarien ausreichend (In 12 Stunden Standzeit kann man so nach Verlusten 38 kWh in den Akku lade, was für 200 km Reichweite ausreicht).

Beispiele für Ausnahmen, die eine schnellere Ladeleistung erfordern: Täglich sehr weite Strecken (bzw. an mindestens zwei Tagen hintereinander), oder relativ kleine Akkus, so dass nach der täglichen Pendelfahrt der Akku fast leer ist, und man dann schnell laden muss, um ein zweites Mal wegzufahren.

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Benutzeravatar
    Stefan1975
    Beiträge: 180
    Registriert: Fr 31. Mär 2017, 08:49
    Wohnort: 21439 Marxen
    Danke erhalten: 2 Mal
folder Mi 28. Nov 2018, 10:45
Moin, so langsam taste ich mich ran.....

Wir haben keine Wärmepumpe, keine Durchlauferhitzer, nur eine Pelletheizung. Die ist neu und soll nicht mehr ziehen als eine Gasheizung, damit der Monteur. Kochen tun wir mit Gas, aber einen Backofen haben wir :-)
Und einen Spalter, aber ich muss ja nicht spalten, wenn ein Auto lädt.

Schnelladung ist im Prinzip nicht nötig. Die Autos haben die ganze Nacht Zeit zum laden. Also wenn man an der späteren Ladestation eine Zeitschaltuhr hat, können die Autos auch Problemlos nacheinander laden. Wobei die Aufwärmphase im Winter schon zu selben Zeit sein wird.....

Ansonsten habe ich ein altes Haus.... die Elektrik wurde erneuert. Ich habe, glaube ich, keine alten Sicherungen mit Farben drauf. Ich habe einen neuen Schaltschrank mit neuen Sicherungen bekommen. Da aber nicht alle Leitungen erneuert wurden, möchte ich auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen und glühende Drähte vermeiden.

Also noch mal für ganz Dumme:

Anzahl der Ladepunkte je Ladeeinrichtung: ? Ich verstehe die Frage nicht

Netzanschluß der Ladeeinrichtung:
1 phasig WechselStrom
3 phasig Drehstrom
3 phasig Drehstrom


Max. Ladeleistung KW:
44 KW würde für 2 Zoe´s reichen. Aber besser gleich 63KW beantragen


Ladeleistung steuerbar? (Lastmanagement)

Würde ich erst einmal nein sagen. Ich weiß ja noch nicht, welche Ladesäulen ich nehme. EINE soll unter dem DoppelCarpot stehen und kann gern gleich zweimal TYP2 haben. Beide mit Zeitschaltuhr. Gibt es so etwas?
Seit 10/2017: Renault Zoe Bj. 2015
Und als Familien-, Urlaubskutsche und als Zugpferd für den Anhänger: Nissan NV 200 Evalia "Benziner"

Zu Hause zapfen wir Greenpeace-Energy mit der Juice Booster 2

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Benutzeravatar
folder Mi 28. Nov 2018, 11:08
beantragen kannst du viel :-) Ob du es bekommst oder bezahlen willst ist die Frage. Also mach mal ein Bild von deinem Zählerschrank wo man die Sicherungen rund um den Stromzähler gut sehen kann und auch die Texte auf den Sicherungen lesen kann. Dann weiss man vielleicht wie start deine vorsicherung ist und kann dir am ehesten was raten.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, 2021 EQC oder Crozz, PlugIn-PV Anlage
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Benutzeravatar
folder Mi 28. Nov 2018, 11:17
Warum willst Du 22kW, wenn die Autos die ganze Nacht stehen? Umsonst ist das ja nicht.

Re: Was muss mein Hausanschluss können?

menu
Rockatanski
    Beiträge: 496
    Registriert: Di 29. Mai 2018, 09:41
    Danke erhalten: 7 Mal
folder Mi 28. Nov 2018, 11:20
Lass dir einfach eine rote CEE33 Dose in die Garage setzen.
Am besten dem Elektriker sagen das du auch mal für ne Nacht Dauerlast drauf haben wirst.

Da kannst du dann zB einen go-e Cahrger dran stecken.
Das ist eine mobile Wallbox, macht 22 kw dreiphasig und ist so ziemlich der neueste Shit den du kaufen kannst.

Zudem recht günstig.

Damit bist du zukunftsfest, ist so wie ein IPhone im Vergleich zu nem alten Nokiaknochen ;)

https://go-e.co

So hat’s du keinen Genehmigungsbürokratismus, dein Elektriker sagt Dir gleich ob der Wunsch mit deinem Hausanschluss realisierbar ist.

Vermeide das Wort Elektroauto und Laden!

Sonst kost das Zeug gleich mehr wie ohne dieses Vokabular ...

Da du wahrscheinlich in Zukunft weiter eauto fahren wirst, würde ich die Infrastruktur jetzt gleich ordentlich machen und keine Sparlösung wählen.
Das bisschen Kabel und die Dose kosten unwesentlich mehr wie ne Schukodose.
Anzeige
Antwortenedit build arrow_drop_down

Zurück zu „Ladeequipment“

Gehe zu arrow_drop_down
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag