Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

Solarenergie - Photovoltaik
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Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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PS: Was vielfach bei den "Rechnungen" zum Nachtverbrauch Bezug vs. Speicher nicht einfließt ist die Tatsache dass viele Energieversorger einen Zweizeitententarif HT/NT anbieten. Nicht zu verwechseln mit Wärmepumpentarif.

Mit dem Strom aus einem reinen HT/NT Tarif könnt ihr machen was ihr wollt.

Bei den Nacht-Schwachlastzeiten (NT) ist ein kwh unterschiedlich preiswerter, aber immer preiswerter. Wer die Möglichkeit hat dass er damit beliefert werden kann, UND halt eben (beruflich) nur Nachts laden kann, für den ist so ein Tarif, mit ca. 5-8 Cent /kwh unterhalb dem "normalen" Preis eine echte Option.

Die Grundgebühren für den HT/NT Zähler sind durchaus akzeptabel und wenn man dann noch Waschmaschine, Trocker, etc. ab ~20 Uhr anwirft, (weil die PV zu klein ist und/oder es gerade Winter ist ) plus den Autostrom für 15.000-20.000km/Anno dann geht die Rechnung deutlich ins Plus.
..... und tschüss.
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Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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5-8cent? Die Zeiten sind schon lange vorbei, zumindest hier. Hier mal das sagenhafte Angebot der Stadtwerke:
HG.JPG
NT.JPG

Bei Check24 und Co sieht es nicht wirklich besser aus, mag aber Regional unterschiedlich sein
e-Golf
e-tron
26kW PV+15kWh Speicher

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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Ich schrieb ja, die Differenz ist regional stark unterschiedlich.

Das hier ist das Angebot meines örtlichen Anbieters:

Preise in Netto/Brutto

"Zweizeitentarif
Für alle, die zwischen 21 und 7 Uhr viel Strom verbrauchen, ist der Zwei-Zeiten-Tarif das Passende."


Arbeitspreis außerhalb der Schwachlastzeit ct/kWh 28,20 33,56
Schwachlast-Arbeitspreis ct/kWh 20,31 24,17
Grundpreis (Summe aus Basis- und Messpreis) €/Jahr 73,00 86,87
Basispreis €/Jahr 29,70 35,34
Messpreis*** €/Jahr 43,30 51,53


24,17 Cent vs. 33,56 cent


UND ein akzeptaber Grundpreis für den Zähler - Andere nehmen schamlos runde 120-138 Euro für den NT/HT Zähler - wie man sieht ..


(29,80 beträgt der "Normaltarif" bei 55,03 Euro Grundgebühr pro Jahr. )

Du hast natürlich mit 27,83 vs. 25,74 einen schon recht guten Tarif genannt, aber beim Grundpreis wirste abgezockt ... Das ist ja Wucher beim Grundpreis..


Quelle:
https://www.swhl.de/swhl-produkte/sonst ... ne-tarife/


Ich bin aber in der glücklichen (beruflichen) Lage zu den Max. Peak-Zeiten meiner PV laden zu können.
Wäre das nicht der Fall würde ich wechseln.

Auto, Wama, Spülma, Trockner on Top, dann sind wir bei 3000 kw/h (wahrscheinlich eher 4000 kw/h ) im Jahr = 200 - 300 Euro Ersparnis, bereits Grundgebühr bereinigt.

So, und NUR mit dem preiswerten NT, wenn verfügbar, muss gerechnet werden wenn man über einen Speicher nach denkt.

Beim obigen Tarif muss man also den GAP von bis zu 3000 Euro in 10 Jahren, bei einem geplanten Speicherkauf, mit in die Rechnung einfließen lassen....
..... und tschüss.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

Kant-xy
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@Pilssammler von Enerix war ich anfänglich auch begeistert. Aber das ist Systemvertrieb und teuer. Bei mir sollten auch etwa 30k stehen.. Letztlich habe ich es mit einem lokalen Anbieter für die Hälfte gemacht. Man muss schon die Kosten im Blick haben. Bei einem Anbieter könnte ich gleich 5000 Euro für unnötige Versicherungen, Thermoscans etc. streichen. Beim Akku schlagen sie auch gerne zu. Einen BYD Speicher gibt es halt auch frei am Markt. Da kann man den auch beistellen. Mein Solateur ist dann fast auf den Internetpreis runter. Eine 10kWp Anlage mit Speicher sollte netto nicht viel mehr als 15k kosten. Ein LiFePo Akku hält sicher auch länger als 10 Jahre. Wenn ich in 20 Jahren statt 10.5kWh nur noch 8kWh Kapazität habe ist es auch okay. Garantieverlängerungen kann man sich auch schenken. Die Geräte werden immer billiger und besser.
Bei 5,5 CT Einspeisevergütung zählt jedes Watt, das man selber verbraucht, halt schon mit 25 CT. Die Zukunft wird zeigen wo die Preise hingehen. Der Speicher sollte wenigsten nachts (19:00 - 7:00) das Haus versorgen können. Das sind bei mir schon 4-5kWh.

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Renault ZOE BJ 2015 - seit 7/19
Hyundai Kona electric MJ20 64kWh - seit 7/20
PV: SE 9,4kWh BYD-Speicher: 10.5kWh

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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Und was hat dein Speicher nun gekostet ? Plus die ~3000 Euro / 10 Jahre die dir entgehen weil du ggf. einen guten NT Preis bekommen könntest aber auf NT verzichtest und auf Speicher setzt ?
Mit welchem kwh Preis hast du dich zu wann in die Amortisation gerechnet ?

Bring mal Fakten, Kaufen kann jeder, Rechnen nur wenige....

Wenn ich deine "Zahlen" richtig deute dann sparst du je nach Stromtarif 1-1,5 Euro/Tag aufgrund nächtlichem Speicherstrom ?

Im Bestfall 547 Euro im Jahr gespart. Bei einem Speicherpreis von angenommen 5500 Euro, die Amortisation nach 10 Jahren zu erwarten ist aus zwei Gründen naiv:

1: Ist es Zocken, reines Zocken ob der Speicher 10 Jahre hält.
2: EIne heute gute und sichere(!) getätigte Anlage an der Börse mit 5000 Euro wird in 10 Jahren min. 7000 Euro wert sein.

Dann sind wir schon bei knappen 13 Jahren BEVOR du auch nur einen Cent Rendite aus dem Speicher ziehst.

Setze ich einen guten NT Tarif zu Grunde (nur 400 per Anno Spareffekt) dann wären wir bei ~17 Jahren. :lol:


Es gibt aber noch weitere Faktoren die zu beachten sind, bspw. schafft deine/eine 10kw Anlage es in den trübsten 2 Wintermonaten Wam, Spülma, Trockner, Grundlast, am Tage zu versorgen, UND eine Speicherladung ? Schnee, komplette Verschattung ?
..... und tschüss.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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Sonnenfahrer hat geschrieben: So, und NUR mit dem preiswerten NT, wenn verfügbar, muss gerechnet werden wenn man über einen Speicher nach denkt.
Auch wenn ich Deine Argumentation grundsätzlich verstehe und in der Tendenz OK finde kann man es aber nicht ganz so pauschal sagen. Ich hatte z.B. gestern während des Tages - neben dem Eigenverbrauch - 8kWh Netzbezug und 9kWh Einspeisung (und habe natürlich nicht geladen). Das ist ein typisches Phänomen bei schlechtem Wetter (diffuse Einstralung), wenn die PV zwar den ganzen Tag schön ihre 1-2kW liefert, aber der Verbrauch eher gepulst kommt (Kochen 2 Haushalte, bei uns gestern Waschmaschine+Trockner gleichzeitig). Wir versuchen uns zwar gerade mit dem Waschen etwas nach dem Wetter zu richten, sind aber auch keine Sklaven der PV.

Allerdings wird das natürlich weniger, wenn man mehr PV auf dem Dach hat. Wenn ich jetzt noch eine Nordanlage dazu baue (die ja hauptsächlich eben die Ausbeute bei Diffuslicht erhöhen soll, dann bin ich da eben bei 2-4kW (vermutlich sogar mehr, da die Anlage deutlich besser sein wird) konstanter Erzeugung.

(Das sind dann aber fast 30kWp und ich habe einen Verbrauch von jenseits der 10MWh pro Jahr)

Aber:
Ich stelle mir bei dem Thema aber eher die Frage, ob diese Tarife die nächsten 20 Jahre so bleiben werden. Wir haben die letzten 20 Jahre erlebt, dass das Mittagspeak mit den hohen Strompreisen und gleichzeitig die Notwendigkeit Überschussatomstrom in der Nacht zu verbrauchen stark nachgelassen hat. Genau dann hat man die Bremse angezogen (da könnte man viel zu schreiben). Und gerade aktuell erleben wir, dass es nötig ist die Stromerzeugung mit konventionellen Kraftwerken deutlich umzubauen. Vermutlich werden wir bald ein "umkippen" erleben (je nachdem wie sehr wir und unsere Nachbarn jetzt wieder Gas geben). Sprich, ich vermute, dass in wenigen Jahren der Nachtstrom nicht mehr billiger sein wird, da er von eher teureren Kraftwerken stammen wird.

Zudem ist ein Invest in PV und Speicher auch eine gewisse Risikoabsicherung gegen Inflation. Ich habe derzeit das Geld über und anstatt ein noch teureres Auto zu kaufen investiere ich so etwas lieber in zukünftiges Kostensenkungspotential. Und wenn das Risiko nicht eintritt und sich das Kostenneutral gestaltet hab ich ohne große Schmerzen etwas für die Umwelt getan.

Ein weitere Punkt bei uns sind durchaus ab und zu auftretende Stromausfälle. Oft zu blöden Zeiten (Wintersturm schmeißt Baum auf Oberleitung). Für solche Fälle hab ich einen Dieselgenerator - hauptsächlich damit die Heizung funktioniert. Ich denke da auch an die wochenlangen Ausfälle im Norden vor einigen Jahren. Ein PV mit Speicher und Notstromfunktion kann da ein gutes Gefühl geben. Man muss sich selbst fragen, was einem das in Euro wert ist.
05/2021 VW ID.3 Pro Business: Hauptfahrzeug
08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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Soweit nachvollziehbar, aber ich muss widersprechen, der zukünftige Strom wird aus Windkraft kommen. Die Propeller ab zu schalten, wie momentan bei Überschuss, ist Schwachsinn.

Kraftwerke jeder Art können geregelt werden, speziell Gaskraftwerke können schnell hochgefahren werden - sind aber eine aussterbende Spezies.

Da der Wind auch nachts weht muss der Strom "weg". Ich sehe eher die Zukunft in Smart Zählern und sehr preiswertem Strom in absoluten Schwachlastzeiten (Nachts) . Dann machen die Unternehmen selbst bei 22 cent/kwh noch Gewinn. Dann lässt man eben nachts alles laden und laufen was geht.
I

Ein erster Schritt zum "weg" = Verbrauchen von nächtlichem Windstrom, ist schon mal das brandneue Kabel von der dt. Nordseeküste, von den Windparks, zum Speicherkraftwerk nach Norwegen. Daran kannst du sehen dass der Strom nachts "verballert" werden muss.

Es wird auch die Zeit anbrechen dass Ladesäulen am Tage abgeschaltet werden (müssen) . EV Laden wird in einigen Jahren nur noch in Schwachlastzeiten möglich sein.
Natürlich nur bei "smarten" Säulen, bzw. Wallboxen.


Zum NT/ HT Tarif und starken Unterschieden, interessante Preisfindungen überregional und auch historisch:

Vor rund 25 Jahren war ich mal auf HT/NT, da war der Preis extrem interessant. In den letzten Jahren uninteressant geworden, bis jetzt mein örtlicher Versorger wieder anfängt und für HT/ NT interessante Preise macht , 9 cent unter HT. Ich bin sicher, da geht in Zukunft noch mehr.

Hat sicher auch damit zu tun dass wir regional in SH 100% Windstrom haben - der Nachts "weg" muss.

Regionale Versorger, die größtenteils auf Kraftwerksstrom bauen, die haben Nachts keinen Überschuss, die fahren ihre Kraftwerke eben bei Überschuss ggf. etwas runter - oder kaufen in Tschechien, Frankreich, etc. weniger ein....

Bayern, das Land der PV, aber Windkraft ist dort "unerwünscht", weils die Optik stört. Tja, da gibt es nachts keinen Überschuss. Und mangels Hochspannungstrasse Nord-Süd auch keinen Strom von der Nordsee...
..... und tschüss.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

mofler
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Kant-xy hat geschrieben: Der Speicher sollte wenigsten nachts (19:00 - 7:00) das Haus versorgen können. Das sind bei mir schon 4-5kWh.

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Das sind dann

- (5kWh x 365 Tage x 0,9 (10% Wandlungsverluste)) = ~1650kWh die ich mir am Jahr einspare

- 0,31€ (Strompreis) - 0,073€ (Einspeisevergütung) = 0,237€

- 1650kWh x 0,237€ = 391€ jährliche Einsparung (steuerlich Aspekte außen vor gelassen)

Bei mir ist der Stromverbrauch im Winter in der Nacht ähnlich, habe mich aber ganz klar gegen einen Speicher entschieden.
Ich habe die Anlage für den Preis des Speichers einfach größer gebaut (19,25 kWp) und komme somit auch bei sehr schlechtem Wetter eigentlich immer durch den Tag. Bei schönen Wetter könnte ich sogar locker mit 11kW laden, wenn es das Auto könnte :roll:
Man muss sich halt angewöhnen das Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner etc. eher unter Tags laufen.
Ist mir aber schon klar das nicht jeder den Platz auf dem Dach hat, oder tagsüber zu Hause ist. Wobei man heute so ziemlich alles mit Zeitvorwahl starten könnte.


Grüße
Konrad
EV: Hyundai Ioniq FL

Bild
PV: 19,25 kWp
Wallbox: go-eCharger
Steuerung: OpenWB für PV-Überschuss laden

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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Schöne Rechnung. :thumb:

mofler hat geschrieben: Das sind dann
- (5kWh x 365 Tage x 0,9 (10% Wandlungsverluste)) = ~1650kWh die ich mir am Jahr einspare
- 0,31€ (Strompreis) - 0,073€ (Einspeisevergütung) = 0,237€
- 1650kWh x 0,237€ = 391€ jährliche Einsparung (steuerlich Aspekte außen vor gelassen)

Deckt sich mit meiner Einschätzung. In 10 Jahren mickrige 3910 Euro gespart - und was bitte kostet eine Speicherlösung ?

Die runden 3,9k kann ich auch sparen wenn ich 10 Jahre einen guten NT Tarif habe, ohne in Vorleistung gehen zu müssen und ohne beten zu müssen dass der Speicher 1x Jahre hält.

Sind denn Speicher bekannt, die bereits ~15 Jahre ohne Reparatur/Ausfall laufen ? Wohl eher nicht....
..... und tschüss.

Re: Frage Wirtschaftlichkeit PV + Speicher

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.....Bei mir ist der Stromverbrauch im Winter in der Nacht ähnlich, habe mich aber ganz klar gegen einen Speicher entschieden.
Ich habe die Anlage für den Preis des Speichers einfach größer gebaut (19,25 kWp) ....


Grüße
Konrad
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Ist schon ein sehr interessantes Thema...aber wenn du die Mehrkosten für den Speicher in eine viel grössere Anlage investierst rechnet sich das doch erst recht nicht(steuerliche Aspekte mal aussen vor).Diese Mehrkosten mußt du dann ja rechnerisch komplett mit der mickrigen Einspeisevergütung gegenfinanzieren was ewig dauert...und nachts hast du weiterhin die 5 kWh Durchsatz..
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