Leichtbau kommt und geht.

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Re: Leichtbau kommt und geht.

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Hatte auch einen ECQ Fahrer an der Ladesäule getroffen, er total schockiert vom Verbrauch. Erzählte ich von meinem I3, er total überrascht und er fand den Mercedes überholt aus einer anderen Welt. Solche Autos gehören verboten. Zukunft ist Leichtbau und nix mit alten Sachen weiter machen. Stahl-Karossen etc. sind Schnee von gestern. Doch dahinter stehen ja Weltkonzerne die Ihr Zeug loswerden wollen.
I3 120Ah fluid-black bis Juli25 next blue-ridge-mountain forever
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Re: Leichtbau kommt und geht.

Helfried
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e-tron2017 hat geschrieben:Stahl-Karossen etc. sind Schnee von gestern.
Diese sind aber schon auch viel besser als noch vor 10 Jahren. Schuld ist nicht der Stahl am Gewicht der Autos, sondern der Gesetzgeber bzw. der Sicherheitswahn der Kunden.

Re: Leichtbau kommt und geht.

A.Q.
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panoptikum hat geschrieben:
A.Q. hat geschrieben: Niemand bezweifelt, dass man durch leichtere Autos Energie spart, sogar bereits bei der Herstellung
Das stimmt so pauschal nicht, da bei leichteren Materialien oft mehr Energie bei der Herstellung aufgewendet werden muss (z.B. Kohlefaser).
Ich meinte nur den Fall, dass man Material einspart. Wenn man Materialien durch andere Materialien ersetzt, kann das ganz anders aussehen, völlig richtig.

Allerdings habe ich wohl unterschätzt, wie krass dieser Unterschied ausfällt. Ich bin gerade auf diese sehr umfangreiche Analyse gestoßen: https://diglib.tugraz.at/download.php?i ... ion=browse
"Life-Cycle Analyse von Leichtbaukonzepten für den Automobilbau".

Genau unser Thema eigentlich. Zwar "nur" eine Diplomarbeit, aber sehr umfangreich und auf den ersten Blick plausibel und gut gemacht.

Auf Seite 90 sieht man den gesamten und den elektrischen Primärenergieverbrauch von Karosserien aus Stahl, Aluminium und zwei unterschiedlichen GFK-Konzepten:
Stahl: 2159 kWh (elektrisch geschätzt 700 kWh)
Aluminum: 5975 kWh (elektrisch ca. 4500 kWh)
GFK Low: 13504 kWh (elektrisch ca. 7000 kWh)
GFK High: 26681 kWh (elektrisch ca. 4500 kWh).

Diese Mehrenergie muss man erst mal beim Verbrauch wieder reinholen! Was machen schon 2000 kWh elektrischer Mehrverbrauch durch Rollwiderstand, wenn man dafür mindestens 5000 oder gar 20000 kWh mehr an fossiler Energie benötigt?

Re: Leichtbau kommt und geht.

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Wie hier schon gepostet wurde ist es nicht nur der Rollwiderstand, jeder Beschleunigungsvorgang und jeder Rekuperationsvorgang wandelt mit mehr Gewicht mehr elektrische Energie in Wärme um. E-Autos über 1,5 Tonnen Leergewicht müssten einfach nicht sein und kann man auch so bauen dass sie trotzdem kostengünstig, effizient und nachhaltig sind. Wohlgemerkt für 4 oder 5 Personen, mit Standard-Materialien und unter Erfüllung aller Sicherheitsnormen. Da fehlt es unserer Autoindustrie aber größenteils an jedem Maß dafür, das ist verloren gegangen. Ist das jetzt endgültig ein amerikanischer Einfluss oder sind einfach alle Hemmungen jetzt gefallen ?
Ist das nicht gut ?
Ja ! Das ist nicht gut !

Re: Leichtbau kommt und geht.

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Bei dieser Rechnung fehlt aber die eingesparte Energie durch eine kleinere Batterie bei gleicher Reichweite. Vor allem wenn man an die Energie aufwändigen Produktionsstillstand von 2013 zurückblickt.
Der Leichtbau wäre bei bei Verbrennungsfahrzeugen sehr Sinnvoll, Ökologisch genauso wie für die Brieftasche. Beim Elektrofahrzeug hat es 2013 sicher auch Sinn gemacht, wenn aber die größere Batterie immer billiger wird, bleibt der Reine Energiebedarf über und der rechnet sich bei Elektrofahrzeug eben nicht.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 110.000 km

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Re: Leichtbau kommt und geht.

electic going
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Helfried hat geschrieben:
e-tron2017 hat geschrieben:Stahl-Karossen etc. sind Schnee von gestern.
Diese sind aber schon auch viel besser als noch vor 10 Jahren. Schuld ist nicht der Stahl am Gewicht der Autos, sondern der Gesetzgeber bzw. der Sicherheitswahn der Kunden.
Ja, echt doof, dass die Autounfälle überleben wollen.

Re: Leichtbau kommt und geht.

catoderjuengere
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Leichtbau, egal ob hochfester Stahl, Aluminium oder Faserverbundwerkstoffe, bedeutet aber immer auch deutlich verringerte Reparierbarkeit, bis hin zum Totalschaden bei einem Unfall, bei dem eine Stahlkarosse noch richtbar ist.

Und das ist auch ein ökologischer, nicht nur ökonomischer Schäden.

Re: Leichtbau kommt und geht.

A.Q.
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bm3 hat geschrieben: Wie hier schon gepostet wurde ist es nicht nur der Rollwiderstand, jeder Beschleunigungsvorgang und jeder Rekuperationsvorgang wandelt mit mehr Gewicht mehr elektrische Energie in Wärme um.
Das ist schon klar! Dennoch zeigt die Studie (die vielleicht nicht perfekt ist, aber wohl besser als alles, was wir hier rechnen), dass Karosserien aus Aluminium oder gar GFK die Ökobilanz eines Elektro-Autos über den Lebenszyklus verschlechtern, weil der Minderverbrauch im Betrieb zu gering ist, um den Mehrverbrauch bei der Herstellung zu kompensieren. (Bei Verbrennern sieht das anders aus.)
E-Autos über 1,5 Tonnen Leergewicht müssten einfach nicht sein
Das ist zu pauschal! Selbst der aufwändig gebaute i3 liegt ja nur knapp unter der Marke. Und das ist ein Kleinwagen mit relativ geringer Reichweite.
Eine langstreckentaugliche Familienkarosse wird man nach heutigem Stand der Technik nicht mit 1,5 Tonnen bauen können, ohne erhebliche Abstriche bezüglich der Vermarktbarkeit machen zu müssen. Und was hilft es, wenn die Leute sich dann Verbrenner kaufen, weil ihnen die teuren Superleichtbau-E-Autos nicht zusagen?
Denn auch ein schweres E-Auto ist immer noch viel umweltfreundlicher als ein Verbrenner. Schau dir mal die Grafik auf Seite 103 der Arbeit an, da siehst du, wie vergleichsweise unwichtig das Karosseriegewicht im Vergleich zum Antriebskonzept ist (auch wenn sie offensichtlich den CO2-Rucksack durch die Batterieherstellung ignoriert). Das heißt nicht, dass das Fahrzeuggewicht egal wäre, aber ich bleibe dabei: Der Luftwiderstand bietet meistens den größeren Hebel und erfordert weniger Abstriche bei der Akzeptanz durch die Verbraucher.
Da fehlt es unserer Autoindustrie aber größenteils an jedem Maß dafür, das ist verloren gegangen. Ist das jetzt endgültig ein amerikanischer Einfluss oder sind einfach alle Hemmungen jetzt gefallen ?
Nicht die Automobilindustrie ist schuld, sondern die Verbraucher. Wenn die Automobilindustrie einfach ein paar hundert kg weglassen könnte und dann mit mehr Reichweite werben darf, würde sie das auch tun. Aber sie braucht Kunden, die die Autos kaufen.
Solange die Leute lieber große hochgebaute Autos mit breiten Reifen wollen, solange Spaltmaße, Wohnzimmeratmosphäre, Insassenschutz und Design wichtiger sind als Verbrauch, werden die Hersteller auch schwere und ineffiziente Autos bauen. Und das kommt auch nicht aus Amerika, die Autos werden heute für den Weltmarkt gebaut.

Re: Leichtbau kommt und geht.

LeakMunde
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catoderjuengere hat geschrieben: Und das ist auch ein ökologischer, nicht nur ökonomischer Schäden.
Dafür rosten Aluminium oder Faserverbundwerkstoffe nicht und haben somit das Potential für eine längere Nutzungsdauer. Das ist ökologisch als auch ökonomisch von Vorteil.

Das wird übrigens auch nicht in der oben verlinkten Diplomarbeit berücksichtigt. Dort wird für alle Karosserievarianten eine Nutzungsdauer von 200.000 km angenommen. Ist alles nicht so einfach..
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Bitteschön ;)

Re: Leichtbau kommt und geht.

A.Q.
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Rost ist doch Geschichte. Kaum noch ein Auto wird heutzutage wegen Rosts außer Dienst gestellt.
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