Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

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Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

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Als gewerblicher Käufer habe ich vor zwei Jahren von Mercedes für einen kleinen C-Klasse Diesel mit Automatik inkl. ein paar Extras über 50000€
auf dem Zettel gehabt. Dafür gab es 15% Gewerberabatt, 10% Sonderrabatt für Diesel und 6000€ Zusätzlich für den eingetauschten Euro 5 Diesel und 500€ mehr als die anderen für den 7Jährigen Hyundai mit 170000km der abgegeben wurde. Die MwSt. gibt es vom Finanzamt zurück, so halten sich die Kosten in Grenzen. Da auch die Finanzierung bei Neuwagen meist mit 0,99% abgeht wäre die Beschaffung eines zwei Jahre alten Gebrauchtwagens monatlich deutlich teurer als die 150€ / Monat gewesen die mich die drei Wege Finanzierung kostet.
Meine beiden Kangoo habe ich einfach bezahlt. Wichtig ist bei so etwas nur die ausweisbare MwSt. Sonst gibt es die nicht zurück. Bei der Postkutsche ging das einfach mit der Steuernummer in Dänemark ohne die 25% dort zu bezahlen. Der E-UP kostet für die Leasingdauer dank gestiegener Förderung exakt gar nichts. Es gibt von der BAFA die gesamten Leasingraten von 56€ + MwSt. + Anzahlung + Versicherung zurück.
Der E-Expert hat einen Listenpreis von 55.850€ mit der 75kWh Batterie zum Glück liegt der Bestellte Vorführer 20k€ drunter, MwSt. gibt es auch hier zurück und die Finanzierung von Peugeot passt auch - machbar. Dazu kommt noch, das die Firma die Kosten vom unversteuerten Gewinn abzieht und der Privatmann erst noch die Steuern zahlt und dann das Auto - so kostet es privat mal locker das doppelte ein Auto zu fahren.

MfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 124.500km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 95.500km, E-UP seit 2020, 14.000km, C180TD seit 2019 39.000km , max G30d seit 2020 700km, Sunlight Caravan, Humbauer 1300kg, E-Expert 75kWh 20.000km
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Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

hgerhauser
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Mehrwertsteuer und Abzug vom Gewinn gilt für alles andere auch. Ist ja auch richtig so. Wenn der Friseur den Laden mit Blumen schmückt, darf er auch die Kosten für die Blumen vom Gewinn abziehen und bekommt die Mehrwertsteuer wieder.

Für die Geweberabatte habe ich jetzt folgende Gründe gelesen:

1. Gewerbe darf an Gewerbe gekauft wie gesehen verkaufen, genau wie Privatmann an Privatmann, oder Privatmann an Gewerbe, verkauft das Gewerbe aber an einen Privatmann gibt es zusätzliche Gewährleistungspflichten.

Bin mir nicht sicher, ob das beim Neuwagen direkt viel ausmacht, aber es könnte ein weiterer Grund sein, dass Gewerbe Autos nicht zu lange halten wollen und damit

2. Gewerbe kauft käufiger, Nachfolgekäufer sind wahrscheinlicher als bei Privatkauf

3. Man macht Werbung, Firmenwagen werden häufig von mehr als einer Person gefahren (gilt natürlich besonders für Autovermietungen, aber nicht nur), und auch da gilt wieder, die Werbung ist wichtiger bei Neuwagen als bei 10 Jahre alten Autos, die Leute sollen schließlich Features sehen, die neu und toll sind, der 10 Jahre alte Golf wird es da nicht so bringen, auch wenn der auch mal an einen Bekannten ausgeliehen wird.

VW hat auf jeden Fall nichts zu verschenken, so viel ist klar. Auch wenn die teilweise dem Staat gehören, Wirtschaftsförderung über Gewerberabatte ist sicher nicht deren Geschäft.

Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

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Hm, da wir in Deutschland so viele Zulassungen von Gewerbe haben, braucht die Industrie die Privatkunden ja gar nicht zu erreichen.
Die stoßen die Fahrzeuge eh früh ab, da ist Akkuersatz völlig egal.
Das könnte für Hersteller erst zum Problem werden wenn die Erstbesitzer einen höheren Wertverlust stemmen müssen, weil die folgenden Besitzer weniger zahlen, da die Fahrzeuge ja nicht mehr so lang verwendet werden können.

Macht mir gerade eigentlich wenig Hoffnung auf eine kurzfristige Verbesserung der Situation.
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Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

hgerhauser
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VW investiert zur Zeit viele Milliarden in die Elektromobilität, die wollen das garantiert nicht abschreiben. Da kannst Du schon davon ausgehen, dass die an eine ausreichend lange Lebensdauer der Akkus glauben.

Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

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hgerhauser hat geschrieben: 1. Gewerbe darf an Gewerbe gekauft wie gesehen verkaufen, genau wie Privatmann an Privatmann, oder Privatmann an Gewerbe, verkauft das Gewerbe aber an einen Privatmann gibt es zusätzliche Gewährleistungspflichten.

Bin mir nicht sicher, ob das beim Neuwagen direkt viel ausmacht, aber es könnte ein weiterer Grund sein, dass Gewerbe Autos nicht zu lange halten wollen und damit
Das macht unheimlich viel aus. Ältere Autos brauchen mehr Aufmerksamkeit. Steckt man da eine Stunde rein, dann kostet es auf Nettostundlohnbasis den Privatmann einfach nur halb so viel, als wenn er das beruflich macht seine Firma. Und ein weiterer Aspekt ist der Weiterverkauf. Die meisten Gewerbetreibenden sind keine Autohändler und haben diesbezüglich auch keine Kompetenz. Aber sie unterliegen den gleichen Verpflichtungen beim Verkauf. Also outsourced man die Nummer lieber.

Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

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hgerhauser hat geschrieben: VW investiert zur Zeit viele Milliarden in die Elektromobilität, die wollen das garantiert nicht abschreiben. Da kannst Du schon davon ausgehen, dass die an eine ausreichend lange Lebensdauer der Akkus glauben.
Genau. Und ausreichend lang bezieht sich auf Garantieansprüche, aber nicht auf ein vernünftiges Fahrzeugleben.

So wie sich das derzeit entwickelt habe ich eigentlich wenig Lust, da jetzt den Betatester zu spielen.
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Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

hgerhauser
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Bei 8 Jahre und 160000 km wird es für die meisten für "ein vernünftiges Fahrzeugleben" reichen, wenn der Hersteller fast nie Ärger mit der Garantie bekommt, zumindest solange die Degradation bis zum Batterietod nicht Deinem Eindruck nach läuft (7 Jahre bis auf 96% und dann steil bergab), sondern da mit erheblicher Spreizung zu rechnen ist. Sieht das eher wie ein normalverteilte Glockenkurve aus und der Hersteller legt auf unter 5% Garantieschäden aus ist der Peak der Glockenkurve natürlich weit später als 8 Jahre und 160000 km.

https://www.volkswagen.de/de/elektrofah ... flege.html

Goldene Regeln von VW:

"1. Bitte die Batterie im täglichen Kurzstreckenbetrieb nicht über durchschnittlich 80% laden.

2. Bei mehr als zwölf Stunden Standzeit sollte das Fahrzeug zwischen 30 und 80% geladen sein.

3. Für das Vollladen (100%) einen Ladetimer im Lademanager einstellen und anschließend direkt losfahren."

und

"Tägliches DC-Laden vermeiden

DC-Laden während der Langstrecke nutzen"

Ist bei der 22er Zoe schwierig umzusetzen, bei Neufahrzeugen von VW aber kein Problem. Einige werden sich nicht dran halten, die 8 Jahre und 160000 km Garantie greift auch bei denen. Wer sich dran hält wird beim ID4 meiner Einsicht nach keine Probleme haben 20 Jahre und 300000 km abzuspulen (mit ähnlich wenig Totalausfällen wie bei Motoren, und wie gesagt, die sind heute auch Wundertüten, ganz besonders, wenn die nach 15 Jahren immer noch die gleichen Abgaswerte bringen sollen wie als Neuwagen, aber auch sonst sollen die meiner Einsicht nach deutlich weniger robust und langlebig sein als alte Diesel).

Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

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hgerhauser hat geschrieben: Bei 8 Jahre und 160000 km wird es für die meisten für "ein vernünftiges Fahrzeugleben" reichen, wenn der Hersteller fast nie Ärger mit der Garantie bekommt,
Genau das meinte ich ja und da könnt ich im Strahl kotzen.
Die Hersteller bauen Mist, den Foristen ist es auch egal. Manchmal hätte ich es Lust, das ganze Thema an den Nagel zu hängen, mir wird das zu blöd. War ein Versuch, hat auch Spaß gemacht, aber so richtig rund ist das alles noch nicht.
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Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

hgerhauser
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Du meinst was anderes. Was Du meinst ist etwas überspitzt, bis 8 Jahre und einen Tag hält die Batterie und manchmal auch ein klein wenig weniger lange, aber da rettet sich der Hersteller irgendwie mit unschönem Geschäftsgehabe und ohne große Kosten für den Hersteller bis zu 8 Jahre und ein Tag und dann ist die Batterie hin und der Autokäufer gearscht.

Genau das meine ich aber nicht. Ich behaupte die Batterie hält 20+ Jahre und 300000+ km (auch etwas vereinfacht gesagt), wenn der Käufer sie vernünftig behandelt.

Re: Checkliste Status Quo Elektromobilität für die Massen

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Ich finde
Ein Auto hat 20 Jahre oder mehr zu halten
genauso irrelevant wie
Ein Handy hat 2 Wochen mit einer Strom-Ladung auszukommen
Ob ein E-Auto am Ende solange hält wie ein Verbrenner, länger oder weniger wird sich einfach zeigen und alle werden sich drauf einstellen. So wie am Anfang auch viele gesagt habe das sie es für Irrsin halten ein Handy jeden Abend zu laden und nach 2 Jahren ersetzen. Heute machen das viele schon mit ihrer Uhr (Smartwatch)!

Wenn es darauf auch bei Autos hinausläuft das diese nach der 8 jährigen Garantie durch ein Neues ersetzt werden dann ist das doch erstmal völlig wertfrei.

Solange alle Beteiligten sich wirtschaftlich darauf eingestellt haben, das Recycling sicherstellt ist, keine Umweltschäden Abfälle oder Herstellung der Fahrzeuge entsteht. Dafür können wir selber sorgen indem diese externen Kosten internalisiert werden. Z. B. CO2 Steuer, hohe Abfallentsorgungskosten.

Diese Mantra: Dinge müssen möglichst lange genutzt werden ist doch ohne Begründung WARUM total sinnentleert.

Wenn am Ende die Energie zu 100% regenerativ erzeugt wird und das Recycling auch gegen 100% geht dann ist die Nutzungsdauer völlig irrelevant.

Dann wird nur noch abgewogen zwischen neuen Features von neuen Dingen, der Mühe sich an diese zu gewöhnen, den Kosten und dem Wunsch nach was Neuem.
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