Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

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Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

PatrickK
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Hi zusammen,

Ich habe zwar einen Thread von 2018 gefunden, in dem die Thematik "40.000km Pendeln im Jahr" durchgekaut wurde, jedoch fand ich den auf Grund der damals verfügbaren Fahrzeuge nichtmehr passend.

Kurz zu mir. Meine Frau und ich werden im Oktober ins Eigenheim ziehen. Dadurch werden wir aber zukünftig eine Pendelstrecke von ca 85km (90% AB) einfach haben.
Der Vorteil ist, dass wir zusammen fahren können und es somit nicht zwangsläufig "verlorene" Zeit ist und wir keine doppelten Pendelkosten haben.

Meine Überlegung war jetzt, auf eine Elektrofahrzeug (bspw. Niro, Kona, ID3) umzusteigen. Gerade mit aktueller Umweltprämie natürlich ein guter Zeitpunkt
für den Wechsel auf ein E-Fahrzeug.

In meiner privaten Pro/Contra Liste gewinnt das E-Fahrzeug auch klar gegen Benziner/Diesel. Der Punkt über den ich mir aber wirklich Gedanken mache, ist die Tatsache, dass wir jährlich auf ca 45t - 50t km kommen werden. Sprich das Fahrzeug wird in 4-5 Jahren die 200t km Marke erreicht haben.

Ums klar zu sagen: Ein Dieseltank wird immer die gleiche Menge Diesel fassen können. Ein Akku wird über die Jahre und Ladezyklen hinweg immer weniger Kapazität haben.

Da ich auch in der Arbeit keine Lademöglichkeit habe (max. 2 Straßen weiter, aber bei den genannten Modellen ist Hin/Zurück ja auch kein Thema), ist der Plan das Fahrzeug Nachts in der Garage laden zu lassen. Hier sollte das Fahrzeug dann aber auch in 6-8 Stunden teilweise wieder vollgeladen sein. Ergo, kommt hier auch noch das "Problem" des nicht ganz so Akkuschonenden Ladens hinzu.

Meine eigentliche Frage ist im Prinzip daher: Lohnt sich für mein Profil ein Elektroauto tatsächlich, wenn ich täglich Lade und ca 45t - 50t km im Jahr fahren "muss"?

Zusatznotiz: Das Eigenheim ist ein KFW40 Haus und die Überlegung hier wäre später noch eine Photovoltaikanlage + Speicher in Betrieb zu nehmen um "kostenlos tanken" zu können. Das ist jedoch FutureSounding ;)
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Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

kutscher_tom
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Also da es etliche Tesla mit weit über 200.000km Laufleistung und keiner nennenswerten Alterung des Akkus gibt, würde ich mir darüber keine Sorgen machen. Klar wird der Akku nicht besser, aber soooo viel schlechter auch nicht. => Kein Problem.

Das Auto steht sagen wir mal 10 Stunden in der Garage. Wenn es also sagen wir mal einen 50 kWh Akku hat ist die nötige Ladeleistung gerade mal 5kW um in den 10 Stunden voll zu werden. Das ist dann 1/10 C und für einen Lithium Akku absolut "langweilig" Selbst wenn du mit 11kW (was viele Autos als standard AC Ladeleistung haben) lädst, ist das noch entspannt für den Akku. => Auch kein Problem.
Zu PV und Speicher: Wenn du mit dem PV Strom dann Abends / Nachts dein Auto laden wollen würdest, müsstest du ja die Menge an Strom erst mal zuhause einspeichern. Sprich, du brauchst einen min. 60 kWh Speicher. Das wäre so irre teuer, da kannst du sehr sehr sehr sehr viel Strom dafür kaufen. Also eher unrentabel.

Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

harlem24
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Schau mal bei YT nach dem 160.000km Fazit Video von Michael Schmitt, da unterhält er sich mit einem Ioniq-Fahrer, der in 3 Jahren 160000km auf seinen Ioniq gefahren hat und der aktuell noch problemlos läuft.
Würde mir um die Akkuhaltbarkeit wenig bis keine Gedanken machen.
Gruß

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Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

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Schon mal über 2 Stromer nachgedacht...einer lädt ....einer fährt? Das klappt zu 3/4 im Jahr mit pv, wobei 200 km am tag schon irrsinnig ist und viel pv benötigt.
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Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

AndiH
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Über die km Leistung würde ich mir beim Akku keine Gedanken machen solange du den Akku nicht jeden Tag mit DC Ladung am Leistungslimit quälen willst. Für deine 170km täglich benötigst du auch bei zügiger Fahrweise weniger als 40kWh, das kann man in 10 Stunden selbst mit 3,7kW AC Schnarchladung nachladen. Die neueren Autos mit größerem Akku können aber auch alle zumindest optional deutlich schneller AC laden, was aber jeweils immer noch ein ganzes Stück unter der Stressgrenze für den Akku liegt. Nach dem was ich bisher gesehen/gelesen/verstanden und selbst erfahren habe ist die zeiliche Alterung eher dominant, deshalb würde ich mir zumindest in deinem Fall keine größeren Gedanken über den Akku machen. Die Garantie ist natürlich km technisch beschränkt, dieses finanzielle Risiko nimmt dir aber kein Hersteller freiwillig ab, auch nicht beim Verbrenner. Lohnen tut es sich mit ziemlicher Sicherheit und zwar sowohl finanziell als auch für die Umwelt.
Zuletzt geändert von AndiH am Fr 19. Jun 2020, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

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Doch Toyota....15 Jahre oder viele 100.000 km..
https://www.golem.de/news/proace-electr ... 48836.html
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Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

AndiH
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Der Toyota ist der Beweis meiner Einschätzung ;-)
Die zeitliche Garantie ist nicht so sehr viel höher und der Akku wird durch max. 50kW DC geschützt. Dann sind sehr viele km kaum noch relevant für den Akku solange die Zyklen Anzahl nicht zu sehr ansteigt, das verhindert aber die Akku Größe.
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Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

AndiH
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Wenn entsprechend Konkurrenzdruck durch Toyota entsteht, werden die anderen Hersteller mit entsprechend großen Akku Kapazitäten problemfrei auch die km Garantie erhöhen.
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Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

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  • mlie
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45-50Mm/a für eure Fahrten sind schon ne Ansage!
Aber wenn du die Zeit "halbwegs sinnvoll" verbringen kannst, ist das doch eine brauchbare Ausgangsbasis.
Gerade bei hohen Fahrleistungen stellt sich die Frage Diesel oder Elektro eigentlich gar nicht mehr, da gewinnt immer Elektro. Also jedenfalls, wenn man nicht zu den armen Schweinen gehört, die jeden Tag aus der Kieler Firmenzentrale losfahren müssen, um die Kunden in München zu den eigenen Produkten zu überreden und die deshalb keine Lust haben, in der Mitte mal am Supercharger zum pinkeln zu gehen.

Wenn ihr mit den heutigen Autos eure komplette Pendlerentfernung (+30..40% Reserve für Winter und Alterung) problemlos bewältigen könnt, dann nur zu. Über Nacht sollte eigentlich genug wieder in den Akku fliessen. Idealerweise kommt der Strom von der PV auf dem Dach, da kann sich unter Umständen sogar ein zweites Auto als Speicher lohnen, eins lädt, mit dem anderen fahrt ihr zur Arbeit. Ich glaube so stark gefördert wie jetzt kann man keine Elektroautos mehr kaufen und die PV-Eigennutzung tagsüber schnellt in ungeahnte Höhen, das wäre mal ein Rechenexempel.
Vorteil wäre ja die halbierte Laufleistung und Flexibilität, wenn deine Frau und/oder du doch mal einen anderen Job näher dran annimmt, weil einem das nutzlose Gegurke doch zuviel Lebenszeit kostet.

Die Akkus von Renault, speziell der Zoe sind unkaputtbar, von Hyundai hört man auch kaum was schlechtes bezüglich Haltbarkeit (einzelne Ausrutscher bei beiden gibt es immer mal), bei beiden gibt es Fahrzeuge mit 150+ Mm Laufleistung, und der Akku ist wie am ersten Tag. Das ist bei allen anderen Herstellern mit Ausnahme von Nissan *) auch vollkommen unproblematisch, der Akku ist also eher nicht die Schwachstelle.

Also: Nur zu, wählt euch ein schönes Fahrzeug, und beginnt den Tag jedes mal entspannt mit der Gewissheit.



*)
Nissan sollte man dann eher nicht nehmen, zumindest der eNV200 war nach 3 Jahren und 100Mm bei 82%SOH und damit im Winter problematisch, 21kW Ladeleistung ab 36% SOC ist untauglich.
Vielleicht haben die es mittlerweile in den Griff bekommen wie alle anderen Hersteller auch, aber wenn du mal auswärts laden willst, ist 80-150kW CCS (alle Hersteller) besser als 44-50kW veraltetes Chademo bei Nissan. Wobei bei eurem Profil 98% zuhause laden realistisch ist, also sogar ein Fahrzeug mit Chademo nutzbar wäre.
290 Mm elektrisch ab 2012.
Wenn's stinkt, war wohl die Verdrahtung falsch.
Zu manchen Problemen kommt man wie die Jungfrau zum Kinde, das in den Brunnen gefallen ist.

Re: Lange Pendelstrecke + Lebensdauer Akku/Fahrzeug

Misterdublex
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Auf einer so langen Strecke würde ich ein Fahrzeug nehmen, dass einen geringen Verbrauch hat. Bauformen alà SUV fallen daher raus. Der VW ID.3 mit dem mittleren Akku könnte eine gute Lösung sein.

Gibt es die ZOE noch mit Mietakku? Dann bietet sich das doch gerade zu an, die Flatrate-km nehmen und glücklich zu sein, dann habt ihr kein Risiko bzgl. der Akku-Alterung.

Auch die 2 Auto-Lösung ist gut. Eines lädt tagsüber, eines wird bewegt. Die Kosten eines Stromspeichers für PV-Anlagen liegen bei ca. 1.000-1.500 €/kWh. Der Stromspeicher in einem Auto bei 150 - 250 €/kWh. D.h. ein 2. Auto ist immer billiger, wenn man 100% autark sein möchte.
E-Golf300-Fahrer als Familienerstwagen
smart Ed (451) als Pendelauto. Nachfolger für den Smart am 20.08.2020 bestellt: VW e-Up UNITED, unverbindliche Lieferung Q2/2021 - April

6,875 kWp PV-Anlage mit Bilanzpunktregler zur PV-Überschussladung.
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