E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Blueskin
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aiahaumx hat geschrieben:
Richtig stichhaltige persönliche Argumente wie Ambi Valent schreibt bekommt man wirklich selten, wo man auch merkt, dass sich jemand mal ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hat.
Ja, das ist mir in Gesprächen auch schon aufgefallen.
Erklärbar dadurch, dass es risikoloser ist, "mit gelieferter und erprobter Munition zu schießen als mit selbstgemachter".
Das ist auch aus anderen Bereichen bekannt.

Aber manchmal will man auch gar nicht seine persönlichen Gründe offenlegen (vor allem wenn diese finanzieller Natur sind!) und "nutzt" dann einfach vorgeschobene, die man z. B.. aus der Presse beziehen kann.

Doch bei den Meisten ist es nach meiner Erfahrung in Gesprächen so, dass es schon die persönlichen Umstände oder Sorgen der Einzelnen sind, die sie von einem Umstieg abhalten.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Blueskin
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Nichtraucher hat geschrieben:
Als ich meine erste Digitalkamera hatte: Auslösen hat irgendwie lange gedauert. Die Spiegelreflex hat bessere Bilder gemacht.
Hat sich zwischenzeitlich aber erledigt.
Sehr gutes Beispiel!
Es hat sich nämlich erst erledigt, als die Digitalkameras besser wurden und nicht, weil sich die Nutzer dazu überreden ließen, die Nachteile der ersten Generation zu akzeptieren. (Vor allem nicht die ambitionierten oder professionellen Fotografen)
Wo sind die Nachteile? Außer denen die man sich selbst einredet, weil man einfach noch keine Ahnung hat?
Zugegeben: Es mag Fahrprofile und Situationen geben wo es Nachteile gibt. Aber das sind meines Erachtens Ausnahmen.
Ach bitte... das muss doch hier nicht zum 97ten Mal durchgekaut werden.

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Kabelbaum
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Ich finde es Interessant wie hier einige im Forum den gewaltigen Nachteil des ausschließlich öffentlichen Ladens völlig ignorieren.
Man muss schon leidensfähig und Idealist sein, um sich ohne eigene Lademöglichkeit in die Abhängigkeit von öffentlichen Säulen und entsprechenden Parkplätzen zu begeben.

Wie ich schon schrieb, never ever würde ich ein E-Auto kaufen OHNE private Lademöglichkeit! Und das geht nicht nur mir so, sondern grundsätzlich allen Betroffenen. (bis auf wenige Hardcore-Freaks)

Und jetzt bitte keine Diskussion nach dem Motto:
...ich habe sogar ne Wallbox daheim und lade trotzdem öffentlich..." ...schwarrn, mag im Einzelfall so sein, entspricht jedoch nicht der Realität

Die Akzeptanz des technologischen Fortschritts bei Analog- -> Digital-Kamera oder Venyl -> CD ist nicht übertragbar auf die E-Mobilität.
Zuletzt geändert von Kabelbaum am Sa 9. Nov 2019, 16:15, insgesamt 4-mal geändert.
"Freude am Fahren" | BMW i3s | 120Ah | go-eCharger(22kW)-Wallbox

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

aiahaumx
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Blueskin hat geschrieben: Kleiner Einwand : Die meisten der bisherigen (auch in der Grafik aufgeführten) Technologien sind in einen "luftleeren Raum" gestoßen oder haben frühere Methoden abgelöst, deren Ablösung sehnlichst erwartet wurde.
Da stimme ich Dir gar nicht zu. In jedem Seminar zu Unternehmertum wird jedes Mal betont, dass keine Innovation im lufteeren Raum stattfindet, wie Du es ja auch nennst, sondern immer auf und gegen bestehende Technologien baut. Beste Quelle, die ich auf die Schnelle finde: https://en.wikipedia.org/wiki/Disruptiv ... n#Examples

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Blueskin
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Und da stimme ich Dir nicht zu.
(Beispiele auf die Schnelle: Eisenbahn, Flugzeug, Feuerwaffe, Mobiltelefon. Auch das "Ford Model T" hat als Pkw nicht die Pferdekutschen von Privatleuten ersetzt, denn die Meisten hatten vorher keine solchen, sondern bewegten sich zu Fuß, per Bahn oder sonstiger Mitfahrgelegenheit. Wenn man allerdings das Zufußgehen als Technologie betrachtet, dann ist natürlich kein Mobilitätsmittel in den "luftleeren Raum" vorgestoßen).


Aber auch ohne "luftleeren Raum" hat sich Technologie in den meisten (nicht in allen) Fällen durchgesetzt, wenn die Vorteile die Nachteile uberwogen haben.

Der Knackpunkt ist meiner Meinung nach weiterhin der:
Der Autofahrer soll statt einer für ihn erfahrungsgemäß reibungslos funktionierenden Technologie zu einer Technologie wechseln, die für viele nicht immer reibungslos funktioniert.

Und da hilft es nicht, die "Haken" wegzuargumentieren, sondern sie müssen verschwinden.

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Blueskin
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Kabelbaum hat geschrieben: Ich finde es Interessant wie hier einige im Forum den gewaltigen Nachteil des ausschließlich öffentlichen Ladens völlig ignorieren.
Man muss schon leidensfähig und Idealist sein, um sich ohne eigene Lademöglichkeit in die Abhängigkeit von öffentlichen Säulen und entsprechenden Parkplätzen zu begeben.

Wie ich schon schrieb, never ever würde ich ein E-Auto kaufen OHNE private Lademöglichkeit! Und das geht nicht nur mir so, sondern grundsätzlich allen Betroffenen. (bis auf wenige Hardcore-Freaks)

Und jetzt bitte keine Diskussion nach dem Motto:
...ich habe sogar ne Wallbox daheim und lade trotzdem öffentlich..." ...schwarrn, mag im Einzelfall so sein, entspricht jedoch nicht der Realität
Meine volle Zustimmung, das sehe ich genauso.

Ich muss allerdings einschränken, dass genau der Punkt möglicherweise durch meinen persönlichen "Tellerrand" eingeschränkt ist : Keine private Lademöglichkeit machbar, keine öffentlichen Lademöglichkeiten im der Nähe (Saarland ist da Katastrophe) und verhältnismäßig hohe Fahrleistung.
Das bedeutet, ich müsste auf Jahre hinaus dauerhaft, ständig mehrmals pro Woche schauen, wie ich an Strom komme.
Und dabei auch noch entweder richtig viel Zeit an AC-Ladesäulen verplempern oder mittels DC (unter immer noch viel Zeitaufwand) den Akku schrotten.

Aber vielleicht ist das ja z. B. in München mit massenhaft freien AC-Ladesäulen und 6.000 km/Jahr besser zu handhaben.

Für mich ist es daher nach wie vor so, dass sich E-Mobilität zunächst bei den Autobesitzern durchsetzen wird, die zu Hause/Arbeitsplatz laden können.
Der "Rest" wird m. E. auf breiter Basis erst umschwenken, wenn eine der beiden Voraussetzungen erfüllt sind:
1. entweder stehen in wirklich JEDER Straße so viele Ladesäulen, dass immer ein paar frei sind.
2. Schnelladen geht wirklich schnell, nämlich 5-10 Minuten von 10%- bis 100(!)% und ohne Lebensdauer-Nachteil für den Akku. Und es ist flächendeckend in Ladeparks mit vielen Ladepunkten angesiedelt. (Jaja, ich weiß, die böse Verbrenner-Tankstellen-Denkerei)

Ich persönlich sehe die zweite Variante als realistischer an.

Dieses ABC (immer mal wieder ein bisschen nuckeln, wo man gerade steht) mit vielen verschiedenen, willkürlich nach Gusto der jeweiligen Aufsteller
verteilten Einzel-Ladepunkten wird sich meines Erachtens nicht durchsetzen. Die sind nur ein "Goodie" zusätzlich - vor allem für die Heimlader, die auf diese Weise ein bisschen schnorren können, wenn die Ladesäule frei ist... und wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch, dann fahren sie eben wieder heim und laden dort.

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Graustein
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Das Problem an e Mobilität ist, man selber hat kaum Vorteile. Vorteile haben vor allem die Mitmenschen (scheißegal), Umwelt (scheißegal) und Nachfahren (scheißegal).

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Nichtraucher
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Blueskin hat geschrieben:
Kabelbaum hat geschrieben: Ich finde es Interessant wie hier einige im Forum den gewaltigen Nachteil des ausschließlich öffentlichen Ladens völlig ignorieren.
Man muss schon leidensfähig und Idealist sein, um sich ohne eigene Lademöglichkeit in die Abhängigkeit von öffentlichen Säulen und entsprechenden Parkplätzen zu begeben.

Wie ich schon schrieb, never ever würde ich ein E-Auto kaufen OHNE private Lademöglichkeit! Und das geht nicht nur mir so, sondern grundsätzlich allen Betroffenen. (bis auf wenige Hardcore-Freaks)

Und jetzt bitte keine Diskussion nach dem Motto:
...ich habe sogar ne Wallbox daheim und lade trotzdem öffentlich..." ...schwarrn, mag im Einzelfall so sein, entspricht jedoch nicht der Realität
Meine volle Zustimmung, das sehe ich genauso.

Ich muss allerdings einschränken, dass genau der Punkt möglicherweise durch meinen persönlichen "Tellerrand" eingeschränkt ist : Keine private Lademöglichkeit machbar, keine öffentlichen Lademöglichkeiten im der Nähe (Saarland ist da Katastrophe) und verhältnismäßig hohe Fahrleistung.
Das bedeutet, ich müsste auf Jahre hinaus dauerhaft, ständig mehrmals pro Woche schauen, wie ich an Strom komme.
Und dabei auch noch entweder richtig viel Zeit an AC-Ladesäulen verplempern oder mittels DC (unter immer noch viel Zeitaufwand) den Akku schrotten.

Aber vielleicht ist das ja z. B. in München mit massenhaft freien AC-Ladesäulen und 6.000 km/Jahr besser zu handhaben.
Ok, im Saarland ist man scheinbar echt arm dran. Wer war da noch gleich mal Ministerpräsidentin?
Lustigerweise war ich diese Woche Donnerstag bei einem Vortrag hier bei uns auf dem Kaff (Heppenheim an der Bergstraße).
Da wurde vom örtlichen Energieversorger stolz verkündet, dass wir an der Bergstraße mehr Lademöglichkeiten als im Saarland haben.
Scheint also wahr zu sein.

Aber mal ganz im Ernst.

Viele von den Nachteilen sind doch wirklich sehr subjektiv.
Ich bin zum Beispiel Vegetarier. Weil ich das will. Ist es für mich ein Nachteil kein Fleisch zu essen? Nein, ich will es einfach nicht. Ich verzichte auch nicht auf Fleisch essen. Ich will es einfach nicht. Also ist es auch kein Nachteil. Ich bin froh, dass ich es nicht muss.
Für einen Fleischesser (jeder wie er mag!) wäre kein Fleisch zu essen, natürlich ein Verzicht. Und natürlich jammert er rum "hier gibt es ja gar nicht richtiges zu essen", wenn es mal kein Fleisch gibt.

Genauso empfinde ich es beim E-Auto fahren als absolut genial, dass ich nicht mehr zur Tankstelle fahren muss, d.h. dass ich mich von dieser Abhängigkeit gelöst habe.
Ganz ehrlich: Für manche Strecken brauche ich mit dem E-Auto länger als früher mit dem Verbrenner. Ist das ein Nachteil? Zugegeben: es ist manchmal ein wenig lästig, aber ich empfinde es eher als Preis, den ich für die ganzen Vorteile einfach zu zahlen habe.

Und bei einem Auto mit mehr als 300 km WLTP Reichweite (die meisten aktuellen Modelle) kann ich das ganze Gejammere mit "ich kann nicht zu Hause laden" absolut nicht nachvollziehen.
Ich bekomme demnächst mein zweites Elektroauto (eine Zoe), und ich weiß jetzt schon, dass ich zu mehr als 90% öffentlich laden werde, obwohl ich auch zu Hause die Möglichkeit habe. Warum? Ich schnorre mich durch. Entweder mit Ladetarifen mit Pauschalen, oder an kostenlosen Ladestationen. Mit meinem ersten E-Auto mit kleinem Akku hat sich das selten wirklich gelohnt. Mit dem großen Akku lohnt es sich (wenn mit notwendigen Wegen vereinbar).

Vor 5-6 Jahren wäre das nicht so gut gegangen, aber heute ist das kein Problem (für mich).
Zugegebenermaßen kommt es aber immer auf den Einzelfall an, ob das gut klappt oder nicht.

Aber trotzdem: "Nachteil" hängt sehr stark vom eigenen Empfinden ab.
Sion reserviert
Aktuell Zoe Intens mit AHK von Wolf

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Blueskin
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@ Graustein:
Die zukünftige Lösung dafür muss sein:
Man selbst HAT mehr Vorteile als Nachteile!

Dazu ist es notwendig (und ggf leichter zu bewerkstelligen), die Technik an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen und nicht umgekehrt.

Also z. B.: Dächer über die Ladestellen bauen und nicht skandieren "Du dummer Nörgler musst halt eben mal ein bisschen Regen aushalten".

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

aiahaumx
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Blueskin hat geschrieben: Der Knackpunkt ist meiner Meinung nach weiterhin der:
Der Autofahrer soll statt einer für ihn erfahrungsgemäß reibungslos funktionierenden Technologie zu einer Technologie wechseln, die für viele nicht immer reibungslos funktioniert.

Und da hilft es nicht, die "Haken" wegzuargumentieren, sondern sie müssen verschwinden.
Völlig richtig. Das ist aber mehr ein Thema "Ökosystem" und nicht so sehr der Autos selbst, deren Technologie jetzt schon "gut genug" ist für den Massenmarkt. Der mit Abstand größte Thread in diesem Forum ist ja nicht umsonst der Ladesäulenpranger und nicht der Mein-E-Auto-macht-Probleme-Pranger.

Meiner Meinung nach wird das aber gelöst werden in absehbarer Zeit. In Norwegen ist das ja zum Beispiel bereits der Fall und vielleicht wird man das in Deutschland noch ein paar Jahre ausbremsen können durch eine Mischung aus Protektionismus und Inkompetenz. Schlussendlich aber wird der Wandel kommen.

Das erste iPhone hat in den US-Großstädten vor 10 Jahren auch erst einmal für verstopfte Datennetze gesorgt, aber zurück zum nicht-Smartphone wollte trotzdem niemand. Stattdessen hat man wie im Artikel beschrieben die Netze ausgebaut.
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