E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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timmey hat geschrieben: Sorry Jupp, aber das ist einfach falsch. Wir haben ca. 400.000 kWh/pa auf der Uhr, Kosten ca. 19 cent netto.
Das Stromparadies beginnt erst bei Kragenweite Industrie und gewiss nicht als ordinärer Abnehmer von Niederspannung.

Nahe am Börsenpreis bist du, wenn die Trasse vom Kraftwerk zu deiner Industrie von dir selbst finanziert wurde. Ansonsten ganz klares NEIN.
Deshalb ist sogar die erste Pilotanlage schon im 100 MW Bereich. Und da HAST du Börsenpreis.

Gruß SRAM
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Jupp78
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timmey hat geschrieben: Sorry Jupp, aber das ist einfach falsch. Wir haben ca. 400.000 kWh/pa auf der Uhr, Kosten ca. 19 cent netto.
400.000kWh pa. würden bedeuten, dass so eine Fabrik ca. 30.000l Sprit im Jahr herstellt. Da machen die Versuchsanlagen heute bereits ein Vielfaches.
In meinem Betrieb juckeln das nur wenige Pumpen zusammen durch. Ihr seid einfach kein gewerblicher Betrieb, der echt Energie umsetzt. Kleinstgewerbetreibende (in Bezug auf den Stromverbrauch) hier heran zu ziehen, ist einfach falsch. Eine ernsthafte Anlage zieht viele Millionen kWh`s im Jahr durch, wenn nicht gar Milliarden.

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Dann relativiert sich wieder das Gemosere von manchen die behaupten die Emobilität würde das Stromnetz belasten.

"Milliarden kWh", sagen wir z.B. ca. 8 Milliarden bedeutet dauerhaft ca. 1GW Last (1GW * 8000 Vollbenutzungsstunden/a)
Mit dieser Leistung verteilt auf viele heimische Wallboxen könnten knapp 300.000 eAutos gleichzeitig laden (hier mit ca. 3,6kW)

Oder energetisch betrachtet: 8 Milliarden kWh würden ausreichen um 2,5 Mio eAutos zu versorgen. (15.000km/a * 0,2kWh/km * 2,5 Mio eAutos)

Ich denke so eine PtL-Erzeugungsanlage ist die größere Belastung.
Zumal - sollte es vertankt werden - hiermit nur 700.000 Fahrzeuge versorgt werden können. Man braucht also 3,5x so viele PtL-Anlagen als wenn man den Strom direkt lädt... :roll:
Allein durch die hierbei verursachten Mehrkosten wird sich statt dessen die Elektromobilität durchsetzen - wobei wir wieder beim Threadtitel wären
Diesel Weg wird kein leichter sein ...
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Jupp78
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Ich habe es zwar schon gesagt, aber natürlich belastet die E-Mobilität das Stromnetz stärker. Denn hier geht es bis zum letzten Winkel jedes Zweigs.
So eine PtL-Erzeugungsanlage baut man nicht dort, wo der Strom nicht herkommt bzw. wo man kein entsprechendes Netz hat.
Idealerweise baut man die, wo es EE-Strom ohne Ende gibt. Heute im Fernsehen kurz einen der größten Staudämme Europas gesehen, steht auf Island und versorgt fast ausschließlich eine richtig große Aluhütte. So ergibt das Sinn. Und wenn es nicht so wäre, würden die Dinger an den Knotenpunkten der Energieversorgung stehen, also da wo einst Großkraftwerke standen. Denn dann braucht es keinerlei neue Infrastruktur und der Fluss zur Verteilung ist auch immer direkt vor Ort.

Und zu den Kosten: Die reinen Kosten für das Produkt sind doch fast Peanuts. Der Preis ist doch inzwischen nahezu ausschließlich politisch gemacht über Steuern.

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Meinereiner
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Ich habe es zwar schon gesagt, aber natürlich belastet die E-Mobilität das Stromnetz stärker. Denn hier geht es bis zum letzten Winkel jedes Zweigs.
Der Anschlusswert eines BEV ist vergleichbar mit einem Boiler oder E-Herd. Wir komischerweie nicht im Dunklen, obwohl jeden Mittag Millionen Backöfen zur gleichen Zeit anspringen. Der Peak ist bekannt, und wird so eingplant. So einen Peak wird es bei den E-Autos möglicherweise zusätzlich geben, die werden halt alle am Abend angesteckt. Über die Masse ist das auch planbar und daher unproblematisch. Wir erinnern uns: Das Netz muss die E-Herde auch versorgen können, auch beim Sonntagsbraten.

Experten gehen von einer Verbrauchssteigerung von 20% beim Strom aus, würde man alle Autos 100% zu BEVs tauschen. Man kann selber nachrechnen, wenn man will:
Laut KBA wurde 2019 in Deutschland 632254 Mio km mit dem PKW gefahren.
Macht bei 17kWh/100km 107TWh/Jahr
Die jährliche Stromproduktion bewegt sich in Deutschland im Bereich 650TWh (2018: 646,8TWH).

Der Stromverbrauch würde nach meiner über den Daumen gepeilten Rechnung um nur 16,5% steigen. Stellt man über 10 Jahre um, müss die Steigerung 1,6%/Jahr betragen. Vermutlich Netzkapazität und Erzeugung. Das ist auch kurzfristig machbar.

Bei H2 und E-Fuels braucht man aber ein vielfaches der Energiemenge, wegen des schlechten Wirkungsgrades. Die Umstellung wird zwangsläufig länger dauern müssen und wird teurer. Ich vermute außerdem: E-Fuel und Elektrolyse-Anlagen dürften nicht bililig sein. Um sie wirtschaftlich zu betreiben, wird man sie gut auslasten müssen. Man benötigt Grundlaststrom, den man mit den Erneuerbaren genau nicht hat. Alternativ müsste man die Anlagen überdimensionieren.
Akkus kann man dagegen problemlos mit Ladeunterbrechungen quälen. Machen ja spezielle Wallboxen so, wenn man mit Photovoltaiküberschuss lädt.

Links:
https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftve ... nn=2351536
https://www.destatis.de/DE/Themen/Branc ... ternet8731

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

ubit
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Die 10 Cent/kWh als Großverbraucher hat man aber nur weil man weniger Abgaben zahlt, z.B. von der EEG-Umlage befreit ist. Das ist natürlich "unfair" gegenüber Ladesäulen und Wallboxen und ein "künstlicher Vorteil" der politisch gewollt ist um Großverbraucher im internationalen Wettbewerb zu stärken.
Im Gegenzug müsste man diese Abgaben dann auf den produzierten eFuel aufschlagen. 2€/Liter sehe ich da nicht - es sei denn es wird massiv durch die Politik eingegriffen.

Außerdem hat man neben dem Strompreis ja noch ein paar "kleinere" Kosten. Bereitstellungspreis berücksichtigt? Viel der notwendigen Technik (Trafos, Schaltvorrichtungen, ggf. Umspannwerk, Lastgangmessung) bauen solche Großverbraucher auf eigenem Gelände und auf eigene Kosten. Das kostet auch - nicht nur Investionskosten sondern auch Wartung/Betrieb etc. Viele dieser Großverbraucher haben sogar eigene Kraftwerke - gerne Kohle oder Müllverbrennung...

Und so lange wir keine 100% erneuerbare Energie haben spielt halt der Wirkungsgrad eine entscheidende Rolle. Mit eFuel stößt die Mobilität halt fünf mal so viel CO2 aus wie reine Elektroautos. Und die Republik mit Staudämmen und Wasserkraftwerken zuballern geht schlicht nicht - dazu haben wir nicht das passende Gelände. Ein Großteil der Möglichkeiten zur Wasserkraft wird halt bereits genutzt. Und wo es theoretisch noch Möglichkeiten gäbe stößt man auf fast unüberwindliche Hürden (Landschaftsbild, Naturschutz, Anwohner....).

Natürlich wird man trotzdem in Richtung PtF forschen und entwickeln müssen - schon alleine für andere Bereiche (Flugzeuge etc.). Eventuell ist eFuel (oder eine Vorstufe wie Methanol oder einfach H2) auch wunderbar geeignet um erneuerbaren Strom zu speichern und bei "Flaute" in entsprechenden Kraftwerken wieder zu Strom zu machen. Ist zwar auch grausam ineffizient, aber langfristig haben wir in Deutschland halt ein Problem mit der Überbrückung von Zeiten in denen (zu) wenig erneuerbare Energie zur Verfügung steht. Das kann man dann durch Zukauf aus dem Ausland, monströs überdimensionierte PV und Windkraft - oder halt durch Stromspeicher lösen.

Ciao, Udo
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Der erste Absatz kann gar nicht GROSS genug geschrieben werden. Unfair. Das ist wie ne dauerhafte angezogene Handbremse in einer Seifenkiste.
Wenn die Welt nur das Verbraucht, was gerade grün geerntet wird, wäre dem Planeten schon geholfen.
Wir müssen sogar dahin kommen, dass Wallboxen in der Nacht nur 2 kW liefern, wenn nix vom Himmel fällt.

Wir brauchen PtoFuel nicht nur in der Mobilität....Sram hat sicher noch viele Vorschläge, wo Öl oder Gas ersetzt werden muss.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

ubit
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Blue shadow hat geschrieben: Wir müssen sogar dahin kommen, dass Wallboxen in der Nacht nur 2 kW liefern, wenn nix vom Himmel fällt.
Quatsch - gerade nachts ist der Börsenpreis meist sehr niedrig weil der Wind eben auch nachts weht. Die Drosselung der Wallboxen braucht es dynamisch, abhängig von der aktuellen Situation - feste Zeiten nutzen da nix. Weshalb der Betrieb als unterbrechbare Verbrauchseinrichtung in der aktuell meist implementierten Form auch völliger Schwachsinn ist.

Ciao, Udo
VW e-Up! 2020 teal blue

Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

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Wenn nix vom Himmel kommt....kein grüner Strom im Netz. dynamisch wäre auch zwischen 0 A und 10 A

Der Verbrauch muss künftig Nahe am Ertrag liegen. Ohne Gas oder Kohle und Speicherverluste.

Der Wind in der Nacht wird gebraucht um die Spitzen aus Buffern speisen zu können.
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Re: E-Mobilität wird sich nicht durchsetzen

Odanez
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Und auch ist es ja so, dass viele E-Autos über Nacht laden, wahrscheinlich sogar mehr als am Tag, denn das ist ja die Zeit wo das Auto am längsten zu Hause steht. Machen das sehr viele, würde es schon Sinn machen, dass es dort nicht allzu hohe Ladeströme gibt, weil sonst im worst case scenario ein paar fossile Kraftwerke deshalb hochfahren müssen. Intelligenter wäre natürlich alles dynamisch, logisch. Das kommt auch, wenn auch nur sehr schleppend, durch die ganzen Smartmeter und daraus bald folgende Smartgrid Lösungen
Verkauft: 2013 Euroleaf Acenta, 24kWh. SoH 81%, 86.000km
Für den Übergang: 2004 Skoda Octavia Kombi 1.6
Bestellt: Kia e-Niro Spirit 64kWh
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