Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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nr.21
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folder Sa 9. Feb 2019, 23:25
Das klingt ja schön, aber..
im Sommer gibt es vor allem zuviel Wärmeenergie, wie macht man Methanol daraus ?
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Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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Executer255
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folder So 10. Feb 2019, 11:48
Es verflüchtigt sich nun einmal und das trotz 700 Bar Druck im Tank
Bei Speicherung von H2 in Druckspeicher verflüchtigt sich gar nichts, weil die Druckflaschen (egal ob Stahl oder Verbundmaterial) samt Instrumentierung zu 100% technisch dicht sind. Das was du vielleicht meinst ist flüssiger H2, aber im mobilen Bereich hat sich gasförmiger H2 (350/700bar) durchgesetzt.

Prinzipiell wird sich H2 ggü der Batterie dort durchsetzen, wo hohe Energiemengen mit schneller Beladung notwendig sind. Das ist garantiert kein Pendlerauto, eventuell Firmenflotten-Fahrzeuge für Strecken >400km, aber vor allem Liefer- und Schwerverkehr. Hier wird es Anwendungen geben wo eine Batterie nicht praktikabel, viel zu schwer und zuviel Standzeit verursacht.

Weiters ist H2 ein wichtiger Lastausgleich für die erneuerbaren Energiequellen (Wind, PV), die zukünftig noch weiter die Infrastruktur und den Lastgang (Verbrauch vs Erzeugung) beanspruchen werden. Hier kann H2 enorm Helfen, um überschüssige Energiemengen (zweite Nachthälfte) in den Tagbereich bzw. in die Mobilität zu verschieben.

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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folder So 10. Feb 2019, 13:32
Executer255 hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 11:48
Prinzipiell wird sich H2 ggü der Batterie dort durchsetzen, wo hohe Energiemengen mit schneller Beladung notwendig sind. Das ist garantiert kein Pendlerauto, eventuell Firmenflotten-Fahrzeuge für Strecken >400km, aber vor allem Liefer- und Schwerverkehr. Hier wird es Anwendungen geben wo eine Batterie nicht praktikabel, viel zu schwer und zuviel Standzeit verursacht.
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Noch sind sowohl BEVs als auch H2-FCEVs für viele Einsatzzwecke zu teuer. BEVs sind bei einigen Einsatzzwecken aber schon günstiger. H2-FCEVs sind bisher für alle Einsatzzwecke deutlich teurer. Die Frage ist eben, wie schnell die Kosten gesenkt werden können. Und da die Produktion von Wasserstoff immer recht energieintensiv sein wird, werden die variable Kosten mit Sicherheit deutlich über den variablen Kosten der BEVs liegen. Ich kann mir vorstellen, dass es einige Nischen für H2-FCEVs geben wird, aber der normale Lieferverkehr wird es nicht sein. Langstrecken-LKW wahrscheinlich auch nicht. Die Standzeit hält sich bei leistungsfähigen Ladegeräten in Grenzen.
Executer255 hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 11:48
Weiters ist H2 ein wichtiger Lastausgleich für die erneuerbaren Energiequellen (Wind, PV), die zukünftig noch weiter die Infrastruktur und den Lastgang (Verbrauch vs Erzeugung) beanspruchen werden. Hier kann H2 enorm Helfen, um überschüssige Energiemengen (zweite Nachthälfte) in den Tagbereich bzw. in die Mobilität zu verschieben.
Um den Strom für bis zu 12 Stunden zu speichern, benötigt man kein H2. H2 wäre als langfristiger Speicher eine Möglichkeit. Bis wir aber dort sind, wird noch eine lange Zeit vergehen (bis nämlich die erneuerbaren Energien noch eine deutlich höhere installierte Leistung haben). Wenn nur einige Male im Jahr ein echter Überschuss besteht, lohnen sich die ganzen Elektrolyseure nicht. Diese müssen dann schon einen signifikanten Zeitanteil genutzt werden.

Aber wie soll H2 dann eingesetzt werden? Ich sehe eher Chancen im stationären Sektor, wo die Abwärme besser genutzt werden kann.

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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    Anmar
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folder So 10. Feb 2019, 14:10
Diie Brennstoffzelle hat einen prominenten Fürsprecher.
https://youtu.be/BlXgHcd7tok?t=5467

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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    Anmar
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folder So 10. Feb 2019, 14:29
Langsam aber stetig hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 13:32
Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Noch sind sowohl BEVs als auch H2-FCEVs für viele Einsatzzwecke zu teuer. BEVs sind bei einigen Einsatzzwecken aber schon günstiger. H2-FCEVs sind bisher für alle Einsatzzwecke deutlich teurer. Die Frage ist eben, wie schnell die Kosten gesenkt werden können. Und da die Produktion von Wasserstoff immer recht energieintensiv sein wird, werden die variable Kosten mit Sicherheit deutlich über den variablen Kosten der BEVs liegen. Ich kann mir vorstellen, dass es einige Nischen für H2-FCEVs geben wird, aber der normale Lieferverkehr wird es nicht sein. Langstrecken-LKW wahrscheinlich auch nicht. Die Standzeit hält sich bei leistungsfähigen Ladegeräten in Grenzen.
Ich sehe da doch schon ein Problem. Wie leistungsfähig müssen die Ladegeräte denn sein? Tesla spricht soger von 1MW Ladesäulen. Entschuldigung, aber dass wird das Stromnetz dann tatsächlich nicht vertragem wenn ich an einem Punkt, eine Leistung von 1MW zuschalte, ohne dass es geregelt ist. Ich sehe die 500kW schon am oberen Ende.
Da ist ein Elektrolyseur, der dauernd hohe Leistung braucht, besser händelbar. Man kann dann diesen auch für die Regelleistung benutzen.

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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folder So 10. Feb 2019, 15:08
Es wird mit Sicherheit Pufferbatterien geben bei solchen Ladestationen. Und ja, ich denke, dass es 1-MW-Ladepunkte geben wird und muss, wenn sich Langstrecken-Elektro-LKW durchsetzen sollten.

Rechnung dazu: Wenn man jetzige LKW umrüsten würde, käme man wohl auf einen Verbrauch von 150 kWh pro 100 km. Tesla will mit dem Semi weniger als 125 kWh pro 100 km erreichen. LKW dürfen bis zu 4,5 Stunden am Stück fahren, und müssen dann 45 Minuten Pause machen. In 4,5 Stunden fährt ein LKW etwa 380 km. Der Verbrauch wäre also 600 kWh pro Etappe. Sagen wir 700 kWh, um Winter und Hügel abzudecken. Der Akku wird geplant auf 10% entladen während der Etappe und wieder auf 80% aufgeladen. Wir brauchen also einen 1-MWh-Akku, und die 700 kWh müssen in 45 Minuten geladen werden. Das sind durchschnittlich 933 kW. Wenn wir die 45 Minuten nicht ganz ausreizen wollen eher 1,05 MW; da die Ladeleistung vemutlich nicht ganz gleichmäßig ist, sollte man also einen 1,2-MW-Schnelllader haben.

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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folder So 10. Feb 2019, 15:14
Ob das für die Brennstoffzelle spricht?: Der Tesla-Semi-Konkurrent NICOLA, der bisher die Brennstoffzelle bevorzugt hat, bietet nun seine LKW-Reihe ebenfalls nur mit Akkus an (Artikel in Electrek) !

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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Ecano
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folder So 10. Feb 2019, 15:40
Anmar hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 14:10
Diie Brennstoffzelle hat einen prominenten Fürsprecher.
https://youtu.be/BlXgHcd7tok?t=5467
Selten so viele falsche Informationen gehört, und das von einem Prof.
1) Das Gewicht der Akkus von BEVs ist viel zu hoch, 600kg müssen beschleunigt werden. Von Rekuperation hat Lesch wohl noch nichts gehört, redet aber so, als ob er vom Thema Ahnung hätte.
2) Wo sollen die BEVs laden, wo kommt der Strom her? Wasserstoff wächst also auf den Bäumen und muss nicht erzeugt werden?
3) Elektromobilität ist nur für Millionäre, die Wasserstoffmobilität wurde von den deutsche Herstellern verschlafen und wäre viel günstiger. Aha, interessantes Statement.
4) Die Wasserstoffinfrastruktur ist bereits vorhanden, die BEV Ladeinfrastruktur muss erst aufgebaut werden, siehe Tesla. Wo lebt der? Ich habe eine Ladestation für Strom und kenne sogar noch mehrere, Wasserstofftankstellen gibt es hier aber keine.
5) Wenn 6 Teslas laden, muss eine Schippe Uran nachgelegt werden. Die Kabel sind so dick wie sein Arm. Der hat noch keine SuC Stalls gesehen. Der Wasserstoff sprudelt aus dem Boden.

Ich glaube, Herr Lesch sollte seinen Beruf wechseln und Lobbyist werden. Oder vielleicht ist er das schon. ;)
Smart ED 44, bestellt am 18.1.2018, erhalten 19.10.2018

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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folder So 10. Feb 2019, 16:14
Von den H2-Jüngern wird ja so oft das Argument "Vielfalt" gepriesen. Dabei "vergessen" sie, dass es gerade für die Autobahnen die beiden Lösungen

- Oberleitung und
- Stromschiene

gibt.

Damit ist das "Problem" der Langstrecken praktisch gelöst.

Zur Speicherung: Sogar der kleine Zoe-Akku reicht schon für den gesamten Strom einer deutschen Familie für 3 Tage. Wenn dann die Tausenden von second-life-Akkus kommen, ist diese Frage sowieso geklärt. Jedenfalls für einige Wochen oder Monate.

Dann bleibt für H2 nur noch ein schmales Fenster von ein paar Monaten im Jahr. Und dafür ist er dann nochmal zu teuer. Abgesehen vom miesen Wirkungsgrad.
Freitag treffen wir uns: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

Herzliche Grüße
Alex

Rest-CO2 kompensieren: http://www.atmosfair.de Goldstandard

Re: Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Batterie?

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Jake1865
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folder So 10. Feb 2019, 16:47
Ich glaube, Herr Lesch sollte seinen Beruf wechseln und Lobbyist werden. Oder vielleicht ist er das schon. 
Ich habe mir die ersten 4 Minuten des Videos angesehen und dort ausser inhaltsleerer Polemik nichts gesehen. Dann habe ich willkürlich durchs Video geklickt. An 8 von 10 Stellen weiter Schwafelei. Herr Lesch hat durchaus von vielen Dingen Ahnung, aber er ist zu einem langweiligen Schwätzer geworden, der sich selbst gerne reden hört. Schade.
Zudem zeigen seine Ausführungen zu Elektromobilität, das er dort kein Fachwissen und sogar falsche Informationen verbreitet. Das ist gefährlich.
Das ist der Grund weshalb ich Wissenschaftlern grundsätzlich erstmal mißtraue. Der Mann ist Professor und erzählt nachweislich Stuß.
Solche Leute erstellen Klimastudien und erzählen uns was von Stickstoffdioxid Grenzwerten. Wie glaubhaft ist das dann wohl?

Von den H2-Jüngern wird ja so oft das Argument "Vielfalt" gepriesen. Dabei "vergessen" sie, dass es gerade für die Autobahnen die beiden Lösungen

- Oberleitung und
- Stromschiene
gibt.
Damit ist das "Problem" der Langstrecken praktisch gelöst.
Bitte mal wirtschaftlich darstellen, wie das funktionieren soll.

Oberleitungen gibt es bei der Bahn. Damit lassen sich jetzt schon Güter oder ganze LKW transportieren. Das macht nur kaum keiner, weshalb nicht?

Gruß Jake
Die Amis haben die bessere Show. Die Deutschen bauen die besseren Autos.
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