Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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folder Do 29. Aug 2019, 23:37
Man muss ja auch den Individualverkehr nicht komplett einstellen. Für manche passt es - für manche nicht. Ich komme zwangsweise Recht gut öffentlich in der Stadt zurecht, kenne aber genügend Beispiele wenn es eher schwierig ist.

Mich nerven eher Beispiele wie meine Kollegin. Ich komme mit dem Zug, steige am Hauptbahnhof in die U-Bahn und fahre ins Büro, welches direkt an einer U-Bahn Station liegt. Sie wohnt an der gleichen U-Bahn Linie ca. 300m von einer Station entfernt und muss gerade Mal vier Stationen fahren. Wir haben Knappheit im Parkhaus und der Arbeitgeber zahlt U-Bahn Tickets. Trotzdem steht sie lieber morgens im Stau und benötigt sogar länger, einfach weil sie ihr Auto mag und den ÖPNV nicht - dabei ist der in dem Bereich nichtmals überfüllt und in München auch nicht dreckig...

Wenn jemand hingegen einfach eine miserable Verbindung hat, und mit dem Auto viel Zeit spart, dann kann ich das verstehen.

Und jeglicher Baustein ist hilfreich. Von Fahrradwegen, Elektrorollern die 55km/h fahren dürfen, oder vielleicht Mal einer europäischen Elektro -keicar Initiative.

Alles, aber bitte nicht den anderen vorschreiben, was für sie gut sein muss. Gesellschaftlich dienliches zu fördern und schädliches fair zu belasten ist der beste Weg.
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Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Odanez
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folder Fr 30. Aug 2019, 07:38
Super-E hat geschrieben:
Do 29. Aug 2019, 23:37
Mich nerven eher Beispiele wie meine Kollegin. Ich komme mit dem Zug, steige am Hauptbahnhof in die U-Bahn und fahre ins Büro, welches direkt an einer U-Bahn Station liegt. Sie wohnt an der gleichen U-Bahn Linie ca. 300m von einer Station entfernt und muss gerade Mal vier Stationen fahren. Wir haben Knappheit im Parkhaus und der Arbeitgeber zahlt U-Bahn Tickets. Trotzdem steht sie lieber morgens im Stau und benötigt sogar länger, einfach weil sie ihr Auto mag und den ÖPNV nicht - dabei ist der in dem Bereich nichtmals überfüllt und in München auch nicht dreckig...
Vielleicht noch Parkgebühren für eure TG einführen ;)
Ich habe bei meinem AG (ebenfalls München) schon versucht eine Carpoolingplattform schmackhaft zu machen - bin aber gescheitert. Der Wille ist einfach nicht da.
2013 Euroleaf Acenta, 24kWh. SoH 85%, 70.000km

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Elektrivirus
folder Fr 30. Aug 2019, 10:19
Super-E hat geschrieben:
Do 29. Aug 2019, 19:52

Zu 2) aber die Realität. Genau wie bei der Olympiabewerbung in München geködert wurde, dass man nur dann schnell die gewünschten Infrastrukturprojekte umsetzen kann. Nach der Ablehnung sind die meisten wieder auf Eis. Wenn man will, hat man immer beliebig viel Geld. Siehe die USA mit ihrem Militär Budget...
Wie recht du leider hast.
Zu 3) 8 Durchgangsgleise zu 17 Kopfgleisen klingt plausibel. Der Münchner Ostbahnhof wickelt den Fernverkehr praktisch auf zwei Gleisen ab. Es wäre sicherlich aus Bahnverkehrsgründen besser gewesen einen Teil der Kopfgleise zu behalten.

Man muss jetzt ggf etwas umplanen, dass Züge dort nicht ewig warten, aber das ist genau wie beim Elektroauto/elektrobus. Ggf muss man die Gewohnheit ändern, aber möglich ist das sicherlich.
Für einen reinen Fernbahnhof wäre ich bei dir. Allerdings ist Stuttgart ein Hauptbahnhof.
Essentiell für einen solchen ist, dass er genau der Knotenpunkt im Reiseverkehr sein soll. Er soll ja gerade die schnellen Fernverbindungen mit den langsameren Regionalverbindungen, und idealerweise auch noch den örtlichen ÖPNV sinnvoll verknüpfen.
Im Beispiel Stuttgarts bedeutet das:
- er soll ICE Verbindungen schnell durchleiten können
- er soll genug Kapazitäten für Regionalzüge bieten
- er soll die S Bahn/ U Bahn mit ihren kurzen Takten integrieren
- idealerweise soll er auch noch Schnittstelle zum Busverkehr sein.

Was bedeutet das dann?
- der ICE ist auf die "Zulieferung" der 3 Anderen angewiesen, sprich, bevor der ICE einfährt, sollten die versorgenden Regionalzüge und S Bahnen schon da sein, um die Umsteiger abgeliefert zu haben. Gleichzeitig sollen diese Regionaleren Bahnen auf den ICE warten, um dessen umsteigewilligen Passagiere ohne lange Warteaufenthalte aufzunehmen und abzutransportieren. Und, Da sich Regional- und Fernverkehr die angeschlossenen Trassen teilen, dienen die Aufenthalte der langsameren Züge auch dazu, dass die Schnellzüge und ICE "überholen" können, während sie ansonsten hinter den "Bummelzügen" festhängen würden. Allein das ergäbe 4 belegte Bahnsteige (einer pro Himmelsrichtung) plus 2 belegte Bahnsteige für die gegenläufigen Schnellzüge, dann sind 6 von den 8 Gleisen schon belegt. Die restlichen 2 für die S Bahn? mit 5 bis 10 Minuten Takten auf verschiedenen Linien... reicht nicht.

S21 ist als Tiefbahnhof ausgelegt, somit führen auch die Gleise zum und vom Bahnhof durch Tunnel. Jeder Gleisabschnitt (Block) (zwischen 2 Signalen) darf immer nur von einem Zug belegt werden. Fährt im voraus gelegenen Abschnitt bereits ein Zug, dann erhält der nachfolgende Zug 2 gelbe Signallichter, die seine erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf (wenn ich es noch recht weis, kann sich aber geändert haben) 40 km/h reduzieren. Allein das schränkt die theoretische Kapazität deutlich ein, denn normalerweise wird ein Tunnel nicht in mehrere Blöcke unterteilt, damit eben nicht die Situation eintritt, dass ein Zug im Tunnel stehenbleiben muss, um auf Freigabe des nächsten Blocks zu warten.
Nun fahren da ja nicht nur die ICE und RE, es fahren auch noch die IC und Durchgangs- und Schnellzüge. Jeder mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und unterschiedlichen Wartezeiten. Umsteigen soll auch nicht nur vom Regionalverkehr zum Fernverkehr möglich sein, sondern auch innerhalb des Regioverkehrs. Also ich beneide die Planer dabei nicht.

Wenn man aber kritisieren will findet man grundsätzlich immer was.
Das wäre dann kein Kritisieren, sondern Nörgeln ;-) . Bei einem Guten Konzept kann man aber sachlich mit guten Argumenten der Kritik begegnen.
Kopfbahnhöfe kosten meist ewig Zeit (besonders Köln). Wenn man da nicht aussteigen will, sind das richtige Zeitfresser. Das holt man auch auf Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht rein. Und dann wird der Zug wieder uninteressant für die Leute.
Ob das dem Konzept "Kopfbahnhof" geschuldet ist, oder doch eher den Anforderungen ans Umsteigen, an Anschlüsse etc. .
Ich habe aus meiner "aktiven" Bahnzeit nur den Vergleich zwischen den Hauptbahnhöfen Halle/Saale (ein Durchgangsbahnhof an einer Nord/Süd Strecke) und dem Leipziger Hauptbahnhof (Kopfbahnhof, übrigens einer der schönsten, die ich kenne, von der Karstadtverschandelung abgesehen, Aufeinandertreffen der Nord/Süd, sowie Ost/West Achse). Die D- und Schnellzüge hatten in Halle oft einen längeren Aufenthalt, als in Lpz. und die Personenzüge.... OMG.

Ich denke, wenn schon Bahnhöfe um- oder neugebaut werden sollen, dann sollte Zukunftsfähigkeit (also Ausbaubarkeit z.B.) und ein zu den Anforderungen passendes Konzept oberste Priorität haben.

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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folder Sa 7. Sep 2019, 12:00
14.9. Sternfahrt & Demo

:arrow: sofort #aussteigen aus dem Verbrennungsmotor
:arrow: Vorrang für Rad- und Fußverkehr sowie Bus und Bahn
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www.iaa-demo.de
Seit 27 Jahren mit eigenem PV-Strom elektromobil unterwegs (CityEL mit 1.8 kWh-Akku, seit '13 Smart ED3).
Fahrrad & U-Bahn für die Stadt, Fernreisen mit der Bahn.

Re: Die Mobilitätswende muss radikaler gedacht werden

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Elektrivirus
folder Sa 7. Sep 2019, 13:31
OMG.

Demo gegen etwa ist immer toll … wäre schön, wenn danach vielleicht ein kleiner Bericht folgt.
Bestimmt wird auch für machbare Alternativen demonstriert, die auch abseits der hippen Innengroßstädte funktionieren.
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