Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Jupp78 hat geschrieben: Synfules sind überhaupt nicht sinnlos. Wie du selbst ansprichst, gibt es genug Anwendungen und dazu gehören auch und vor allem energieintensive Anwendungen, für die gar keine Batterielösung in Frage kommt. Ob da am Ende was für den Personenverkehr bei rum kommt ... wahrscheinlich nicht viel, aber die Forschung dahingehend ist dringend nötig und alles andere Blödsinn.
Ich glaube du verwechselst da was. Die grundsätzlichen Randbedingungen sind immer die selben - Du willst aus Biomasse oder Strom einen Kraftstoff mit hoher Energiedichte machen. Auf dem Weg gibt es immer Verluste. Sogar wenn man die technischen Verluste weglässt ist es halt nur eine bedingt gute Idee.

Der größte Selbstbetrug findet beim Thema "aus Abfällen" statt. Es gibt keine ungenutzten energiehaltigen Abfälle. Das Zeug wird zur Strom- und Wärmegewinnung schon heute stationär verbrannt. Da bekommt man dann auch die Abgase noch einigermaßen in den Griff.
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Jupp78
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Ich verwechsle gar nichts!
Natürlich gibt es bei den Prozessen Verluste, aber viele Anwendungen wirst du ohne hohe Energiedichten nicht realisieren können.Und dafür wird es am Ende auch günstiger bleiben, eine zweite oder dritte Maschine zu bauen und das so hin zu stellen, anstatt mit irgendwelchen energiearmen Akkus zu operieren.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Odanez
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Volker Quaschning hat ja vorgeschlagen, wenn Deutschland irgendwann aus 100% EE seinen Strom beziehen will, werden wir 1. riesige unterirdische Erdgasspeicher brauchen um 2. mittels P2G und G2P Die Spitzen und Flauten auszugleichen. Dabei wird es auch einen gewissen Überschuss and grünen Erdgas geben, mit dem man dann auch manche Fahr-, Flug- oder Schwimmzeuge antreiben kann. Kann auch teils teils Erdgas und Wasserstoff sein, das macht am Ende nicht so viel Unterschied.
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Das sind jetzt aber keine wirklich neuen Erkenntnisse. Die Erdgas Speicher gibt es übrigens schon.
https://www.bdew.de/service/daten-und-g ... utschland/

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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Odanez
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weiß ich, hat er auch gesagt, wir brauchen aber noch viel mehr. Viel, viel mehr. Hat er mal in einem Vortrag ausgerechnet.
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Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

nr.21
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Angesichts des hierzulande immer stärkeren Widerstands gegen Windräder und sogar Solarparks sind das schöne Träume...
Wir können froh sein, eines Tages den heutigen Strombedarf regenerativ zu produzieren.
Da sind noch dicke Bretter zu bohren.
Im großen Stil Synfuels, H2 und andere Dinge mit regenerativem Strom herzustellen wird in besser geeigneten Gegenden zum Geschäftsmodell werden - hoffentlich. Eine Chance für den "armen" Süden.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

hgerhauser
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https://www.mwv.de/frontier-studie/

Ich habe mir die Studie nicht durchgelesen, ich stolpere schon über die Zusammenfassung der Argumentation. Deutschland sei nicht der beste Standort für Wind oder PV, deswegen sei es woanders viel, viel "effizienter" und das würde E-Fuels in der Gesamtbetrachtung retten.

Offshore Wind hat auch mehr Volllaststunden als onshore. Neue Off-shore Anlagen kommen auf 50%, gegenüber 20% onshore. Das heisst nur nicht, dass offshore 2,5 mal so "effizient" wäre, sprich 2,5 mal so billig. Im Gegenteil Off-shore Anlagen sind sogar etwas teurer pro kWh Strom als onshore.

Baut man irgendwo in der Wildnis fehlt Infrastruktur, Straßen, Häfen, aber auch ausgebildete Elektriker oder Lieferanten für Ersatzteile.

Baut man dann noch in einem Land wie Argentinien kommen noch große politische Risiken dazu, die sich in entsprechenden Risikoaufschlägen bei den Finanzierungskosten niederschlagen.

Argentinien oder Marokko sind noch weit weg davon fossile Energien im Strommix zu ersetzen und der erneuerbare Strom kann da vor Ort verwendet werden.

Will man exportieren, kann man das auch über Stromleitungen. Marokko ist z.B. gerade Exporteuer geworden, dank eines neuen Kohlekraftwerks. Das wird sich in den nächsten Jahren wieder ändern, weil der Verbrauch in Marokko steigt und so viele Erneuerbare in Spanien zugebaut werden, dass Marokko wieder ein Nettoimporteur wird.

In der Zusammenfassung der Studie wird auch lamentiert, dass Langzeitspeicher für Elektroautos die "Effizienz" senken würden, allerdings nicht darauf eingegangen, dass gezieltes Laden in der Mittagszeit PV Überschüsse effzient ohne große Investitionen in Industrieanlagen, die 90% der Zeit stillstehen würden, abnehmen kann.

Länder wie Marokko oder Saudi Arabien haben dazu noch einen Sommer Peak im Verbrauch, in Saudi Arabien kenne ich die Zahlen zufällig, da ist der Sommerstromverbrauch doppelt so hoch wie im Winter.

Das passt schön zu einem Ausgleich über Leitungen, im Winter exportieren Marokko oder Saudi Arabien nach Deutschland, und im Sommer, wenn die Klimaanlagen da auf Hochtouren laufen, kann deutscher PV Strom nach Nordafrika exportiert werden.

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Na ja, ist halt der Mineralölverband, der sich hier die Zahlen zurechtbiegt.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Jupp78 hat geschrieben: Synfules sind überhaupt nicht sinnlos. Wie du selbst ansprichst, gibt es genug Anwendungen und dazu gehören auch und vor allem energieintensive Anwendungen, für die gar keine Batterielösung in Frage kommt. Ob da am Ende was für den Personenverkehr bei rum kommt ... wahrscheinlich nicht viel, aber die Forschung dahingehend ist dringend nötig und alles andere Blödsinn.
Synfuels brauchen aber nicht nur die doppelte Strommenge (wie es bei H2 der Fall ist), sondern die 8-fache Strommenge wie BEVs. Das ist nur dann tragbar, wenn wir wirklich massive Überschüsse haben. Also vielleicht in 50 Jahren...
Not-wendig: www.bzfe.de/inhalt/planetary-health-diet-33656.html

Freitag treffen wir uns: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

Herzliche Grüße
Alex

Rest-CO2 kompensieren: atmosfair.de Goldstandard

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

Jupp78
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Synfuels brauchen aber nicht nur die doppelte Strommenge (wie es bei H2 der Fall ist), sondern die 8-fache Strommenge wie BEVs.
Belege?
Denn da habe ich Zweifel.
Ja, gut das doppelte, denn so sind die Wirkungsgrade der Anlagen, die es erzeugen. Wo jetzt das achtfache herkommen soll, bleibt unerschlossen.

Aber unter dem Strich ist das aber gar nicht die Frage. Wenn eine Batterielösung aus technischer Sicht nicht in Frage kommt, weil die Energiedichte einfach viel zu gering ist, dann kommt sie nicht in Frage.

Re: Wieviel Strom braucht Sprit wirklich?

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Aber dann sollten sich "Synfuels" eben über den Preis regulieren. Wenn sie 2,3 oder 8 mal schlechter sind als den Strom in einem BEV, einer Wärempumpe oder sonstwo direkt zu verbrauchen dann sollte der Preis eben auch 2,3 oder 8 mal so teuer sein. Wenn dann z. B. Flugzeuge nur noch mit Synfuels betrieben werden dann steigen die Ticketpreise eben sehr deutlich. Dann sind Inlandsfahrten per BEV oder Zug am Ende deutlich günstiger.

Macht man das Verbrennen von fossilen Energieträgern durch z. B. CO2 Steuern sehr viel teurer werden sich schon die effizientesten & preisgünstigsten CO2 freien Alternativen durchsetzen.

Was nicht geht sollten Subventionen sein die uneffiziente fossile Alternativen (synfuels/Wasserstoff) gegenüber effizienten fossilen Alternativen (Strom direktverbrauch, BEVs) bevorteilen nur damit veraltete Strukturen und Geschäftsmodelle (Tankstellen, Gasheizungen) künstlich am Leben gehalten werden.
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