Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

noXan
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"Umso geringer (Anm. die Höhe) die Reifenflanke des Reifen ist, umso höher die Steifigkeit und desto mehr ist der Reifen über den Luftdruck und nicht über die Reifenflanke tragend."

Ist es nicht umgekehrt (je stabiler die Flanke, desto kleiner die tragende Wirkung des Luftdrucks)?
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

noXan
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Deine Argumentation klingt plausibel, erklärt allerdings noch nicht, weshalb der überdurchschnittliche Raddurchmesser beim I3/Scenic gewählt wurde. Das sind zumeist Reifen mit einem Höhen/Breiten Verhaltnis von >50 und sehr schmale Laufflächen.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

nr.21
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Dafür dürfte es eine einfache Antwort geben: diese ganzen Formeln idealisieren den Untergrund als eben. Das ist er aber nicht. Je rauer die Straße, desto höher der Fahrwiderstand bei abnehmendem Reifendurchmesser und zunehmender Reifenbreite

Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

noXan
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Duke711
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So schaut die Realität aus:

https://ars.els-cdn.com/content/image/3 ... 650540.gif

Es gibt keine Korrelation von Reifendurchmesser und seiner Breite:

Der 195/65 hat einen geringeren Rollwiderstand als der 175/80. Bei über 180 km/h hat der 205/55 den geringsten Rollwiderstand. Der Reifen muss entsprechend seiner Traglast speziell für einen geringeren Rollwiderstand desingt werden.
Unbenannt.jpg

Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

LeakMunde
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Duke711 hat geschrieben: Der Rollreibungskoeffizient ist unabhängig vom Radius
Das ist falsch. Hier ein Zitat aus diesem Fachartikel, was einleuchten sollte:
Die Vergrößerung des Außendurchmessers trägt zur reduzierten Verformung der „Latschfläche“ beim Abrollen bei, verbunden mit einer entsprechenden Verminderung der Rollwiderstandskräfte.
----

Und noch zu deinen Ausführungen:
Duke711 hat geschrieben: Und auch in dieser empirischen Gleichung taucht nirgends der Rr (Rolling Tyre Radius) auf:
[...]
Fr = [Csr + 3.24 Cdr (V/100)^2.5] * N
Csr und CDr sind unter (4) und (5) zu finden. Es geht auschließlich nur um den Luftdruck und der Reifenlast bezüglich der "Tire inflated"
Das ist für C_sr und C_dr in (4) und (5) auch logisch, denn die Gleichung gilt für einen bekannten Reifen, nämlich den "1938 LOT 6.00×16 reference tire". Die Reifengröße ist also Fest und keine Variable.

Für einen unbekannten Reifen gilt jedoch C_sr aus (18) und dort raucht der Faktor f_Ri auf. Und dieser ist eben, wie man in (20) sehen kann, vom Reifenradius abhängig.

Ach ja: Fremde Bilder ohne Quellenangabe hochzuladen gehört sich nicht.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Duke711
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LeakMunde hat geschrieben: Für einen unbekannten Reifen gilt jedoch C_sr aus (18) und dort raucht der Faktor f_Ri auf. Und dieser ist eben, wie man in (20) sehen kann, vom Reifenradius abhängig.
Dann sollte man sich vielleicht mal f(Ri) genau in (20) anschauen und stellt fest, dass der Reifenradius nicht von Relevanz ist. Denn der Reifenabrollumfang eines PKW ist übrigens immer bei ~ 2 Meter:

175/80 R14

Abrollumfang 1930 mm


255/35 R20

Abrollumfang 2090 mm



265/40 R21

Abrollumfang 2270 mm


f(Ri) bei 100 mm: 15,35
f(Ri) bei 1930 mm : 14,77
f(Ri) bei 2270 mm : 14,64


Hat somit keinerlei Relevanz. Würde der Radius eine Rolle spiele, würde dieser in sämtliche wissenschaftlichen Publikationen und empirische Gleichungen in der Betrachtung einfließen, tut es aber nicht. Vielleicht auch beim nächsten mal keine Aussagen aus dem Zusammenhang reißen. Denn meine Aussagen bezogen sich eindeutig auf den Sachverhalt bei einem Autoreifen und der ursprünglichen Behauptung: Reifen auf R20 hätten immer einen geringen Rollwiderstandsbeiwert.
Wie man anhand den Messungen und wissenschafltlichen Publikationen sehen kann, ist diese Aussage nicht richtig.

Komisch das in keinem mathematischen Modell oder bei der Magic Formula der Radius berücksichtigt wird:

https://de.mathworks.com/help/physmod/s ... tance.html

Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

LeakMunde
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

noXan
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Kann man sich darauf einigen?
- dass der Raddurchmesser einen Einfluss auf den Rollwiderstand hat (auf diesen bezogen sich meine Äußerung)
- bei gleichem Raddurchmesser die Dimension des Reifens vernachlässigbar ist (das hast du sehr umfangreich dargestellt)

Dann hätten wir aneinander vorbei geredet und noch die Kurve gekriegt ;)
Alternativ ist mir nicht klar, weshalb aus Effizienzgründen auf große Raddurchmesser gesetzt wird.
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Re: Mehr Gewicht = Höherer Verbrauch; oder doch nicht?

Duke711
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Also aus Effizienz wird garantiert nicht auf größere Räder gesetzt. Das Massenträgheitsmoment steigt mit r². R21 oder R22 Räder haben nicht nur einen größeren Beschleungungswiderstand, sondern auch einen deutlich höheren und messbaren Verbrauch. Das ist der Sachverhalt den richtigerweise "phonehoppy" festgestellt hat, nur ihm war die Ursache nicht klar, denn mit den Ventilationsverlusten hast dies nichts zu tun.
Größere Räder sehen laut Designer eben schicker aus, mit Effizienz hat das jeden Falls nichts zu tun.
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