FI Typ B aus China

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FI Typ B aus China

tweetsofniklas
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Ich hab heute ausführlich das Wiki studiert. Unter anderem zur normgerechten Errichtung von Ladeinfrastruktur.
Dort wird bei Typ B auch ein chinesicher Typ B um 70€ auf aliexpress erwähnt.

Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage: Inwiefern unterscheidet sich dieser von den europäischen Produkten? Oder fertigen die auch in China und setzen einfach ihren Namen darunter? Und der China Hersteller schützt genauso gut? Vielleicht hat den auch schon jemand verbaut?

Dass man bei einem europäischen Hersteller generell mehr Zuverlässigkeit und damit einhergehend mehr Sicherheit erwarten kann, hätte ich angenommen. Aber vielleicht gibt es da doch gravierende Unterschiede. Mich würden auf jeden Fall eure Meinungen dazu interessieren.
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Re: FI Typ B aus China

Orion
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In vielen Fällen ist zu beobachten, dass auch in China gute Produkte gebaut werden, aber die Qualitätssicherung schlecht arbeitet bis nicht vorhanden ist.
Es ist also ein bei manchen Produkten ein Glücksspiel, dass man einwandfreie Ware bekommt.

Teils gibt es auch dreiste Fälschungen, hier ein Extrembeispiel einer Sicherung, die gar keine Funktion hat:
Bild
https://www.voltimum.co.uk/articles/cou ... ng-alert-1

Bei einem elektrischen Sicherheitsbauteil würde ich persönlich kein Risiko eingehen. Aber jeder darf sein Haus/Auto nach der Methode seiner Wahl abfackeln, sonlange er dabei andere nicht in Gefahr bringt.
Sollte desweiteren ein Defekt auf eine nichtfunktionierende Sicherheitseinrichtung durch den Gutachter rückführbar sein und du bist der "Inverkehrbringer" (du hast das Teil ja selbst importiert), zahlt zusätzlich auch keine Versicherung!

Wenn du in der Lage bist, einen RCD in all seinen Funktionen zu testen, mag man das anders sehen.
Du hast folgende Prüfungen mindestens zu machen:
- Abschaltzeit AC
- Abschaltzeit AC Halbwelle
- Abschaltzeit DC

- Abschaltstrom AC
- Abschaltstrom DC

Die dafür nötigen Messgeräte kosten üblicherweise über 1000 Euro.

Damit du testen kannst, ob das Gehäuse wirklich aus unbrennbarem Plastik besteht, solltest du vielleicht gleich 2 bestellen.
Zuletzt geändert von Orion am Do 9. Jul 2020, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
2016: Reichweiten-Angst. 2018: Lade-Angst. 2020: Liefer-Angst.

Re: FI Typ B aus China

Michael_Ohl
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Und dann kommt noch die frage des CE Zeichens. Aber bitte nicht das China Export ;-)

MfG
Michael
Kangoo ZE maxi seit 2015 117000km, Kangoo ZE Postkutsche seit 2018 89000km, E-UP seit 2020, 3500km, C180TD seit 2019 25000km , max G30d seit 2020 270km, Sunlight Caravan seit 2012 und Humbauer 1300kg. Seit 2013, E-Expert 75kWh bestellt.

Re: FI Typ B aus China

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Einerseits kommt ja eh fast alles aus China, insofern würde es nicht groß verwundern, wenn es tatsächlich möglich wäre, einen sicher funktionsfähigen FI B für 70€ kostendeckend zu bauen, ist halt FI A + DC-Sensorelektronik.
FI B Lassen sich die europäischen Hersteller natürlich vergolden, genauso wie ein Typ2 Stecker sich wegen der geringen Stückzahlen auch noch im siebenfachen Preisbereiches eines CEE-Steckers befindet, und soviel mehr ist am Typ2 auch wieder nicht dran.

Wenn man den FI regelmässig testen kann - Messgeräte dafür hat ja mancher im Auto, dann könnte man das mal probieren. Andererseits ist mir bei solchen sicherheitsrelevanten Bauteilen deutsche oder wenigstens europäische Produktion doch lieber.
Ein in der Industrie verbreiteter Markenhersteller wie Eaton kann es sich nicht leisten, Schrott ohne Qualitätssicherung zu liefern. Das nehmen Schaltschrankbauer und Firmen als Kunden dann äusserst übel.
Firma Hengpui aus dem chinesischem Industriegebiet 34 kann auf Reklamationen pfeifen, die finden genug andere, die deren recycleten E-schrott kaufen.
Wenn also einer einen passenden Installationstester hat, bitte mal bestellen und Erfahrungsbericht hierher...
290 Mm elektrisch ab 2012.
Wenn's stinkt, war wohl die Verdrahtung falsch.
Zu manchen Problemen kommt man wie die Jungfrau zum Kinde, das in den Brunnen gefallen ist.

Re: FI Typ B aus China

tweetsofniklas
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Orion hat geschrieben: In vielen Fällen ist zu beobachten, dass auch in China gute Produkte gebaut werden, aber die Qualitätssicherung schlecht arbeitet bis nicht vorhanden ist.
Es ist also ein bei manchen Produkten ein Glücksspiel, dass man einwandfreie Ware bekommt.

Teils gibt es auch dreiste Fälschungen, hier ein Extrembeispiel einer Sicherung, die gar keine Funktion hat:
Bild
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Bei einem elektrischen Sicherheitsbauteil würde ich persönlich kein Risiko eingehen. Aber jeder darf sein Haus/Auto nach der Methode seiner Wahl abfackeln, sonlange er dabei andere nicht in Gefahr bringt.
Sollte desweiteren ein Defekt auf eine nichtfunktionierende Sicherheitseinrichtung durch den Gutachter rückführbar sein und du bist der "Inverkehrbringer" (du hast das Teil ja selbst importiert), zahlt zusätzlich auch keine Versicherung!

Wenn du in der Lage bist, einen RCD in all seinen Funktionen zu testen, mag man das anders sehen.
Du hast folgende Prüfungen mindestens zu machen:
- Abschaltzeit AC
- Abschaltzeit AC Halbwelle
- Abschaltzeit DC

- Abschaltstrom AC
- Abschaltstrom DC

Die dafür nötigen Messgeräte kosten üblicherweise über 1000 Euro.

Damit du testen kannst, ob das Gehäuse wirklich aus unbrennbarem Plastik besteht, solltest du vielleicht gleich 2 bestellen.
Wow, vielen Dank für die detaillierte Erklärung. Es wäre jetzt echt interessant das Ganze genauer zu untersuchen. Die Frage ist auch ob die Messwerte schwanken. Deshalb müsste man wahrscheinlich gleich mehrere testen. Leider fehlen mir dazu die Geräte oder Bekanntschaften. Diese FI's sind ja im Prinzip nicht allzu teuer. Von daher sollte es daran nicht scheitern.

Re: FI Typ B aus China

tweetsofniklas
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Ich hatte letztens beim Händler übrigens auch noch nachgefragt, ob Testungen gemacht werden. "Natürlich werden sie getestet." Ein paar Fotos habe ich auch mitgeschickt bekommen:
H36210f9bf90f4375936652ac3f18a4e3Q.jpg
H5883dbe95c524e179c16f2e78e704606i.jpg
H6746234d8f6340b3bfb3b14bc319d4acT.jpg
Hf3c9921fdda548f388812d600765c8a07.jpg

Re: FI Typ B aus China

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Hallo,

ich habe den genannten Wiki-Artikel "normgerechtes Errichten von Ladeinfrastruktur" erstellt, in dem es hauptsächlich darum geht Laien zu erklären warum das Laden eines Elektroautos "Sicherer" ist wie das Betreiben eines X-Beliebigen Elektrogerätes an einer Haushaltssteckdose. Denn neben den herkömmlichen Sicherungsorganen sind noch zusätzliche für Elektroautos vorgeschrieben.

Als ZOE Besitzer der ersten Generation habe ich mir natürlich auch sofort nach dem ZOE kauf einen teuren "FI TypB" gekauft, auf die restlichen von Renault empfohlenen zusätzlichen Sicherungsorgane des Renault eigenen "Z.E. Ready Standards" habe ich jedoch schon damals verzichtet.
Nach eingehender Beschäftigung mit dem Thema bin ich zum Schluss gekommen, das ein herkömmlicher Fehlerstromschutz (FI TypA 30mA um max. 50€) selbst für das dreiphasige Laden der ZOE kein relevantes Risiko darstellt. (Begründung siehe Wiki-Artikel.)

Da ElektroautofahrerInnen aber "am Sichersten" Laden wollen, und die Firmenvertreter im DIN-Normungsgremium selbst Fehlerstromüberwachungen für physikalisch unmögliche Fehlerströme durchgesetzt haben, habe ich im Wiki-Artikel die günstigsten Methoden aufgezeigt um diesen (unnötigen) normgerechten Fehlerstromschutz zu erreichen. Schweren Herzens habe ich dort den ebay-Link für den Gebrauchtmarkt und den aliexpress-Link zu einem vertrauenswürdigen chinesischen Hersteller (mit gültiger DIN-Prüfnummer für seine Fehlerstromschutzschalter) angegeben.

Leider kann selbst ein Elektriker diese Schalter nicht einfach überprüfen, da deren Prüfgeräte üblicherweise keinen "FI TypB" überprüfen können. Sie müssten ein neues Installationstestgerät um ca. 1000€ kaufen. (Der geschickte Elektriker kann auch einfach mit einem Vorwiderstand und einer Batterie einen passenden glatten Gleichfehlerstrom erzeugen.)

Die gute Nachricht:
Das Thema hat sich erledigt!
Seit lt. Norm die Gleichfehlerstromüberwachung (6mA DC) in den Ladelösungen erlaubt ist. (Siehe Wiki-Artikel.)
Dadurch reicht Installationsseitig der herkömmliche Fehlerstromschutz (30mA FI Typ A um ca. 50€)! :D

Re: FI Typ B aus China

Orion
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Der geschickte Elektriker kann auch einfach mit einem Vorwiderstand und einer Batterie einen passenden glatten Gleichfehlerstrom erzeugen.)
Bevor sich das verbreitet, möchte ich direkt mal widersprechen.
NEIN, das geht so nicht!
Wenn du deine Batterie mit dem Vorwiderstand an den RCD anlegst, dann hast du eine positive Flanke.
Man könnte auch sagen, eine "Wechselspannung".

Falls du es nicht glaubst, probier das mit der Batterie an einem RCD Typ A aus, der kann ja definitiv keinen Gleichstrom erkennen. Er wird dennoch auslösen.
Mit der Batterie kann man also keinen RCD Typ B testen, weil der Wechselstrom-Ringkern ebenfalls (sogar schneller) auslösen wird.

Man muss also eine langsame Rampe fahren, den Strom stetig von 0 auf 30mA erhöhen. Würde aber mit jedem Labornetzteil gehen, das präzise genug regelbar ist.
2016: Reichweiten-Angst. 2018: Lade-Angst. 2020: Liefer-Angst.

Re: FI Typ B aus China

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Ja, ich sollte solche Schaltungen nicht erwähnen!
Denn sonnst kommt noch ein Laie auf die Idee sowas selbst zu machen und hantiert dann mit lebensgefährlichen 230V/400V. :oops:

@Orion: Höherwertige FI-Schalter sind "stoßstromfest". So auch der verlinkte chinesische FI (Siehe Datenblatt "Surge Current Proof").

Re: FI Typ B aus China

solardaddy
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Die meisten hier aufgeführten preisgünstigen Fi-B aus China sind für 30 mA AC oder DC ausgelegt. Von 6 mA DC konnte ich auf keinem der Geräteaufschriften was erkennen. VDE Kennzeichen habe ich auch bei keinem Gerät gefunden. Die EV-Norm schreibt eigentlich 6 mA DC vor, jedenfalls bei einem Fi-B im Ladeanschluss bzw. in der Wallbox.

Es geht noch billiger und über Amazon, gibts preisgleich ein- oder dreiphasig. Die Daten sehen gut aus. Obs was taugt? Keine Ahnung. Papier ist geduldig.
<https://www.amazon.de/10ka-FI-Schutzsch ... G67SBX0WE5>

Gruss, Roland
City-EL 1990, Hotzenblitz 1995, Daum-Pedelec, Peugeot-Partner 2018
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