Kaufberatung für längere Strecken

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Kaufberatung für längere Strecken

Sascha_
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Liebe Elektroexperten,

da ich derzeit über den Kauf eines neuen Autos nachdenke und noch sehr unentschlossen bin, wollte ich mal die Meinung von einigen Leuten hier die sicher deutlich mehr Ahnung als ich haben einholen. Vielleicht mal vorab die Info, dass ich bisher keinerlei eigene Erfahrung mit Elektroautos habe. Bisher bin ich einen sparsamen Diesel gefahren, was einfach am besten zu meinem Fahrprofil passt. Nun habe ich bei den Überlegungen zum neuen Auto über einen Hybrid nachgedacht, bin aber bei der Überlegung gelandet, ob nicht doch auch bei meinem Fahrprofil ein echtes Elektroauto, was ich schon seit längerem gerne hätte, schon möglich wäre. Bei meiner Frage geht es also eher darum ob das ganze sinnvoll und möglich ist. Wirtschaftlich/finanziell bin ich eigentlich sicher, dass ein sparsamer Diesel immernoch unschlagbar wäre.

Mein Fahrprofil ist wie folgt:
- ca. 30 tkm pro jahr
- Arbeitsweg 100 km pro Strecke, 90% Autobahn (ca. 60 % der jährlich gefahrenen km)
- Familienbesuche insg, 300 km pro Tour, 80 % Autobahn (ca. 30 % der gefahrenen km)
- kleiner Ausflüge in der Umgebung (ca. 10% der jährlich gefahrene km)

Als ich begonnen habe mich zu informieren dachte, dass dies elektrisch problemlos zu schaffen ist. Bei genauerem hinsehen wird das schon recht eng. Meine Zielstellung wäre, dass die Arbeitswege (also 200km) eigentlich ganzjährig und auch wenn die Batterie mal 50000 tkm runter hat ohne Nachladen funktionieren sollen. Die Familienfahrten sollten wenigstens in den meisten der Fälle ohne Nachladen klappen (wenn es dann im Winter eben dann mal nicht geht fände ich das ok). Das Problem, das ich sehe, ist dass es sich hier um einen hohen Autobahnanteil handelt. 110 km/h auf der Autobahn wären für mich ok, aber alle Fahrten mit 80 km/h in der LKW Kolonne wären mir dann doch ein zu hohen Opfer.

Meine Recherche hat bisher ergaben, dass für mich eigentlich nur ein Leaf oder Ioniq in Frage kommen. Bei beiden würde ich auf die vermutlich anstehende größere Batterie im Frühjahr 2019 warten wollen.

Ioniq:
+ effizienter
+ Außendesign ansprechender
- kleinerer Akku
- keine App
- Innen wenig hochwertig wirkend
- kaum lieferbar

Leaf:
+ mit 60 kw Batterie sicher mehr Reserve
+ Innenausstattung spricht mich deutlich mehr an
+ App
- weniger effizient
- mit 60 kw Batterie sicher teurer

So, nun die Frage:
Nach meinen Recherchen würde ich mit meinen "Ansprüchen" sicher am Rande der Reichweite für beide Autos sein. Denkt ihr, dass ich mit einem davon glücklich werde oder sollte ich mit dem Einstieg in die Elektromobilität doch lieber noch etwas warten und den alten vielleicht noch zwei Jahre weiter fahren?

Vielen Dank an alle die sich die Mühe machen Ihre Meinung und Erfahrung einzubringen.

Viele Grüße
Sascha
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Re: Kaufberatung für längere Strecken

just_cruise
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Bei den genannten Fahrzeugen unbedingt die größere Batterie abwarten. Ansonsten kommt wohl nur ein - relativ teurer - Tesla M3 LR (long range) oder MR (mid range, noch nicht bestellbar) in Frage. Evtl. noch der Hyundai Kona 64 kWh (billiger, aber auch kleiner und nicht so leistungsstark).
Bitte verrate uns noch:
a) wie kannst Du zu Hause laden? Einphasig (Schuko / CEE_blau) oder 3-phasig (CEE_rot) bzw. umrüstbar auf 3-phasiges Laden?
b) kannst Du am Arbeitsplatz laden?
c) hast Du öffentliche Ladestationen in der Nähe?
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Re: Kaufberatung für längere Strecken

Sascha_
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Danke für die schnelle Antwort.

Kona und Tesla sind mir ehrlichgesagt einfach zu teuer. Einen Diesel den ich ohne jede Komforteinbuse mit 4 L/ 100 km fahren kann bekommt man mit vernünftiger Ausstattung für ca. 23 000 €. Bei einem vergleichbaren Ioniq/Leaf it großer Batterie sind es dann Vermutlich so ca. 35 000 €, was für mich noch ok wäre als Aufpreis für die Elektromobilität. Aber beim Tesla/Kona (mit großer Batterie) geht es ja dann schon Richtung 60 000€, das wäre mir eindeutig zu viel. Daher bin ich bei Leaf / Ioniq hängen geblieben.

Nun zu den Fragen:

a) Zuhause kann ich laden, aber erstmal nur normale Haushaltssteckdose. Da ein Umzug in 1-2 Jahren fest eingeplant ist, möchte ich hier keine größeren Investitionen machen. Im Ort gibt es aber in ca. 1,5 km Entfernung eine Ladestation (50kw/5 pauschal) wenn es mal schneller gehen muss.

b) Am Arbeitsplatz kann ich theoretisch direkt vorm Eingang laden (Typ 2 Stecker) , allerdings ist die Säule sehr gut ausgelastet (da auch kostenlos), so dass ich mir nicht sicher bin ob es immer klappen wird.

c) Vor allem bei den Familienbesuchen (auf dem Land) gibt es keine Ladesäule. Das heißt, man müsste abends mit quengelnden Kindern irgendwo ne Ladepause machen. Wie gesagt bei schlechten Bedingungen im Winter ist das für mich ok. Als Lösung für jede Fahrt kann ich es mir nur schwer vorstellen. Daher hätte ich eigentlich gerne die 300km zumindest in der Mehrheit der Fälle abgedeckt.

Re: Kaufberatung für längere Strecken

USER_AVATAR
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Selbst mit dem Ampera-e schaffe ich die 300 km im Winter bei Richtgeschwindigkeit nicht. Du solltest schon darüber nachdenken, ob du nicht mit einer 15-20 minütigen Pause bei den 300 km Fahrten leben kannst. Das würde die Auswahl nach dem passenden Fahrzeug deutlich erleichtern. Ob dann Ioniq mit 40 kWh oder Leaf mit 60 kWh darf das Gefühl entscheiden. Nachdem ich nun einen Stromfresser habe, wünsche ich mir als nächstes Auto wieder ein etwas Sparsameres und würde dafür auch auf 100 km Reichweite verzichten.

Edit: ok, gerade deine Ergänzungen gelesen. Also die 300 km im Sommer werden beide Fahrzeuge schon schaffen, aber ob das nach 3, 4 Jahren immer noch so sein wird? Und es ist halt immer spitz auf Kante. Entspanntes Reisen geht anders. Mit Zwischenladung kannst du definitiv dein Wunschtempo und Wunschkomfort genießen.
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Re: Kaufberatung für längere Strecken

just_cruise
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Kann mich dem nur anschließen - 300 km am Stück sind im Sommer schon so, dass Du gut auf den Akkustand "aufpassen" musst, wenn das unbedingt ohne Ladestopp laufen soll, im Winter erst recht bzw. ist dann mit den genannten Fahrzeugen nicht möglich. Aber 10 bis 15 min. Ladestopp sind schnell vorbei.

Ebenfalls kritisch sehe ich die täglich 200 km ohne sichere Lademöglichkeit am Arbeitsplatz in Verbindung mit der nur EINphasigen Lademöglichkeit zu Hause (jeden 2. Abend zur 50 kW-Säule macht imho wenig Spaß, dort warten bzw. der Fußweg wäre nichts für mich). Vielleicht können Ioniq / Leaf -Fahrer etwas dazu sagen, wieviel km Autobahn-Reichweite (Winter / Sommer) man an Schuko pro Stunde laden kann?
Tesla S 75 seit Dez. 2017

Re: Kaufberatung für längere Strecken

AgV8DdmU
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Kona oder e-Niro mit 64kWh und mittlerer Ausstattung kosten inkl. Förderung um die 38.000 Euro. Siehe auch die offiziellen Angebote aus Landsberg/Lech und Nienburg/Weser in diesem Forum.
Der Leaf60 wäre evtl. auch eine Option.

Zum Sparen eignet sich ein e-Auto in Deutschland für einen Vielfahrer meiner Meinung nach aber nicht. Insbesondere dann nicht, wenn der bisherige Diesel mit 4 ltr/100km bewegt wird.

Bei der Reichweite auf der Langstrecke immer mit max. 80% SOC planen.
Für die Pendelfahrten immer min. 30% SOC als Puffer einplanen. Regen, Gegenwind und Umleitungen kosten gerne mal 20-30% Mehrverbrauch.

Unter 60kWh würde ich mir mit diesem Fahrprofil kein e-Auto zulegen.

Für ein Gefühl der zu erwartenen Verbräuche und Reichweiten ... https://ecalc.ch/evcalc.php

Nachtrag: Für das Fahrprofil mit min. 40kWh Strombedarf über Nacht braucht es mehr als eine Schuko Steckdose. Hier sind min. 4,6 kW einphasig oder 11 kW dreiphasig nötig.

Auf dem Land sollte sich eine CEE 16 oder 32A finden... zur Not reicht auch eine gute Schukosteckdose. Je nach Dauer des Aufenthaltes können die 2-3kW an der Schuko schon sinnvoll sein.

Re: Kaufberatung für längere Strecken

Sascha_
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PowerTower hat geschrieben:Selbst mit dem Ampera-e schaffe ich die 300 km im Winter bei Richtgeschwindigkeit nicht. Du solltest schon darüber nachdenken, ob du nicht mit einer 15-20 minütigen Pause bei den 300 km Fahrten leben kannst. Das würde die Auswahl nach dem passenden Fahrzeug deutlich erleichtern. Ob dann Ioniq mit 40 kWh oder Leaf mit 60 kWh darf das Gefühl entscheiden.
Wenn ich alleine unterwegs bin, habe ich mit den Ladepausen eher weniger Probleme. Wie gesagt ist mein Problem eher die Situation mit zwei kleinen Kindern die nach Hause wollen und sowieso schon keiner Lust hat noch 90 Minuten zu fahren dann auch noch 20 Minuten Pause machen zu müssen. Deshalb bin ich im Moment ja auch in der Phase zu überlegen ob schon jetzt der Zeitpunkt für mich da ist in die Elektromobilität einsteigen zu können.
AgV8DdmU hat geschrieben:Kona oder e-Niro mit 64kWh und mittlerer Ausstattung kosten inkl. Förderung um die 38.000 Euro. Siehe auch die offiziellen Angebote aus Landsberg/Lech und Nienburg/Weser in diesem Forum.
Ok, da hatte ich jetzt deutlich mehr im Kopf gehabt. Dann wäre der Kona natürlich wirklich eine Option. Wie sieht denn da die Verfügbarkeit aus, hat da jemand Informationen dazu?
AgV8DdmU hat geschrieben: Zum Sparen eignet sich ein e-Auto in Deutschland für einen Vielfahrer meiner Meinung nach aber nicht. Insbesondere dann nicht, wenn der bisherige Diesel mit 4 ltr/100km bewegt wird.
Das ist mir klar, hatte ich ja auch direkt zu Anfang geschrieben. Die Frage die sich mir stellt ist eher, wieviel Komforteinbuse bei welchem Mehrpreis ich für mein Profil in kauf nehmen muss. Ich gehe im Moment davon aus etwas 15000 € in der Anschaffung mehr zu zahlen bei tendenziell etwas weniger Ausstattung. Die Betriebskosten schätze ich bei meinem Profil als ähnlich ein. Das wäre für mich noch akzeptabel. Jetzt kommt es eben drauf an ob es möglich sein wird unter den genannten Rahmenbedingungen ein Elektroauto betreiben zu können. Das wäre dann eben in meinen Augen Leaf (60 kw), Ioniq (40 kw) oder vielleicht wie ich oben erfahren habe Kona (63kw).

Re: Kaufberatung für längere Strecken

ComputerEgo
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Sascha_ hat geschrieben:[
AgV8DdmU hat geschrieben:Kona oder e-Niro mit 64kWh und mittlerer Ausstattung kosten inkl. Förderung um die 38.000 Euro. Siehe auch die offiziellen Angebote aus Landsberg/Lech und Nienburg/Weser in diesem Forum.
Ok, da hatte ich jetzt deutlich mehr im Kopf gehabt. Dann wäre der Kona natürlich wirklich eine Option. Wie sieht denn da die Verfügbarkeit aus, hat da jemand Informationen dazu?

Wenn du bestellst musst du schon mit ein paar Monaten Wartezeit rechnen beim Kona. Es gibt aber hin und wieder sofort verfügbare, die kosten dann aber schon gerne mal den Listenpreis (mit Ausnahmen auch mehr). Ich hatte von einem Händler eine Liste von verfügbaren im Januar bekommen, 2x Style mit 39 kwh Akku , 2 x Style mit 64 kwh Akku und 4 x Premium.
KIA e-Niro 64 kWh, Spirit, Graphit Metallic, Innenraum Schwarz und Lederpaket ab 9/2019

Re: Kaufberatung für längere Strecken

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Wie lange steht das Auto überschlägt Nacht zuhause? Eine normale Steckdose wird ziemlich sicher nicht ausreichen, über Nacht 200 km nachzuladen. Mit Ladeverlusten musst Du damit rechnen, dass Du (je nach Auto, Fahrweise und Wetter) 35 bis 50 kWh nachladen musst jede Nacht. Wenn man davon ausgeht, dass Du 8,5 Stunden auf der Arbeit bist und 2,5 Stunden fährst, dann bleiben 13 Stunden zum Laden. Das heißt, dass Du eine Ladeleistung von mindestens 2,7 bis 3,9 kW benötigst. An einer normalen Steckdose gehen aber nur 2,3 kW. Du kannst die Steckdose austauschen, und eine blaue Campingsteckdose anbringen. Dann gehen mit dem entsprechenden Ladeziegel bis zu 3,6 kW. Etwas mehr wäre aber eigentlich schon gut als Puffer, falls einmal etwas weniger Zeit ist zum Laden. 4,6 kW würde ich daher als Minimum empfehlen. Hier müsste Dein Elektriker überprüfen, ob die Leitung auch mit 20 Ampere funktioniert und die Sicherung entsprechend abändern. Dann kann eine Wallbox installiert werden oder eine 32-A-CEE-Steckdose.

Re: Kaufberatung für längere Strecken

Sascha_
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Langsam aber stetig hat geschrieben:Wie lange steht das Auto überschlägt Nacht zuhause? Eine normale Steckdose wird ziemlich sicher nicht ausreichen, über Nacht 200 km nachzuladen. Mit Ladeverlusten musst Du damit rechnen, dass Du (je nach Auto, Fahrweise und Wetter) 35 bis 50 kWh nachladen musst jede Nacht. Wenn man davon ausgeht, dass Du 8,5 Stunden auf der Arbeit bist und 2,5 Stunden fährst, dann bleiben 13 Stunden zum Laden. Das heißt, dass Du eine Ladeleistung von mindestens 2,7 bis 3,9 kW benötigst. An einer normalen Steckdose gehen aber nur 2,3 kW. Du kannst die Steckdose austauschen, und eine blaue Campingsteckdose anbringen. Dann gehen mit dem entsprechenden Ladeziegel bis zu 3,6 kW. Etwas mehr wäre aber eigentlich schon gut als Puffer, falls einmal etwas weniger Zeit ist zum Laden. 4,6 kW würde ich daher als Minimum empfehlen. Hier müsste Dein Elektriker überprüfen, ob die Leitung auch mit 20 Ampere funktioniert und die Sicherung entsprechend abändern. Dann kann eine Wallbox installiert werden oder eine 32-A-CEE-Steckdose.
Wie gesagt werde ich in dem Haus vermutlich noch ein bis maximal zwei Jahre wohnen. Steckdose austauschen hört sich nach wenig aufwand an und ist sicher machbar. Größere Änderungen an der Elektrik finde ich einfach zu teuer um sie bei so kurzer Restwohnzeit in dem Haus noch vorzunehmen. Ladezeit über Nacht wären so ca. 9 Stunden (13 wären super, gibt mein Job aber leider nicht her).
Wobei ich das als eher kleines Problem sehe, da ich üblicherweise mit dem Zug pendle und das Auto eben herhalten muss, wenn es aus terminlichen Gründen nötig ist flexibler zu sein. Also kommt es eher selten vor, dass ich an zwei aufeinander folgenden Tagen das Auto benötige.
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