Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

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Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

Odanez
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es bedeutet "Charge-Rate". Verhältnis Leistung zu Kapazität, 1C bedeutet eine komplette Ladung bei konstanter Leistung (theoretisch, da nicht praktisch machbar) dauert 1h.
2017-2020: 2013 Nissan Leaf Acenta 24kWh
Seit 2021: Kia e-Niro Spirit 64kWh
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Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

MeyerRheine
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toshi hat geschrieben: Hyundai gibt an, daß der Akku etwa 10 Jahre lang hält (bei 8 Jahren Garantie) https://www.hyundai.at/e-mobilitaet/war ... e-batterie
Es ist dir schon angedeutet worden: Deine Aussage zur Hyundai-Haltbarkeit stimmt nicht. Hyundai gibt "nur" eine garantie über 8 jahre für eine Mindestkapazität.
Das ist wie mit der Garantie für Verbrennermotoren - die gilt auch nicht für 300.000 km obwohl viele das problemlos erreichen.
Es gibt umfangreiche Messwerte von Tesla zu diesem Thema (die kochen auch nur mit Wasser) und dort ist die Aussage ziemlich klar: Nur wenige Akkus fallen schnell ab - sehr viele lange sehr lange. Ein ganz wichtiger Faktor ist das Ladeverhalten: nicth zu oft und zu schnell. Nie ganz leer fahren und möglichst selten ganz vollmachen.
20%-80% SoC könnte eine Faustregel sein.
Degradation_tm3.jpeg
Das bedeutet (am Beispiel Lila Kurve):
Wenn man immer zwischen 75 und 45% lädt schafft man 6500 Zyklen (zu 310 Meilen) und liegt dann bei knapp 90% SoH

Das ist eine Lebensdauer von ca 3,2 Mio km ..
Es fehlt der Faktor Zeit und man lädt auch mal anders.

Es dürfte aber reichen.
Zuletzt geändert von MeyerRheine am Mi 15. Dez 2021, 22:23, insgesamt 3-mal geändert.

Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

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BOP hat geschrieben: Wenn du eine 50kWh Batterie mit 50kW lädst, ist das 1C. Wenn du mit 100kW lädst 2C und so weiter.
Danke! Ist C-Rate > 1 denn schlecht für den Akku? Kann man das so sagen?
I3s (120Ah)

Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

Odanez
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@toshi Das kann man so pauschal nicht sagen. Es ist von der Zellchemie und der Temperatur abhängig. So gibt es manche Akkus, die 2C oft vertragen, andere können gar nicht über 1,2C geladen werden. Und je näher der Akku an der optimalen Temperatur liegt (also zwischen 20 und 30°C in etwa), desto besser verträgt er höhere Ladeströme. Aber als Faustregel für alle E-Auto Besitzer: Nur schnell laden wenn nötig, ansonsten so langsam wie möglich, aber es müssen jetzt nicht jedes Mal 2kW sein, denn ob du mit 0,2C oder 0,05C lädst macht nicht mehr viel Unterschied
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Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

Jack-Lee
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@Odanez : Gut zusammen gefasst. Aber in einem Satz : "Nur so viel wie nötig, nicht so viel wie möglich!"
Was mir aber wirklich fehlt an DC Säulen : Eine einstellbare, maximale Ladeleistung. An Autobahnen muss man auch nicht zwangsweise sein Auto mit teils 3C voll prügeln (Hyundai Ioniq5), wenn man eh plant 45min Pause zu machen. Leider kann man die Leistung nur reduzieren, wenn man ne schwächere Säule nimmt. Dabei sollte das genauso einfach handhabbar sein wie der maximal einstellbare Ladestand der Batterie. Ich fahre beispielsweise fast ausschließlich zwischen 50-80%, lade nahezu nie mit DC und ansonsten meist mit 3kW (bei 35kWh Akku). Die Zellen werden das etwa 5-6000 Zyklen mit machen -> gut 1 Millionen km... das heist wiederrum : Der Akku wird das Auto höchstwahrscheinlich überleben und danach noch als Speicher dienen können. OOOOOder man nutzt ihn schon während des Autolebens als Speicher, dann "verliert" man nicht so viel Kapazität durch die kalendarische Alterung.

Hype

IsarRadler
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Ja einstellbar wäre gut, ich kann wie schon gesagt die 22 kW Elli Säulen gut zum unterwegs Schnelladen nutzen.

Ansonsten ist das alles eher hypegesteuert. Der Hype ist, es darf auf gaaar keinen Fall lange dauern, bis das E-SUV-Monster mit Riesenakku wieder bereit ist mit 160 3 Stunden über die AB zu glühen. Das ist der Fortschritt. Was wir hier diskutieren interessiert einen Taycan oder E-Tron Fahrer nicht. Die "Ladeleistung" wird gerne diskutiert, die Lebensdauer nicht.

Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

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Vielen Dank für Eure interessanten Beiträge.

Dem entnehme ich, daß wenn die "Zyklen" zählen, die Batterie eines Fahrzeugs, was ich wegen geringerer Reichweite (bedingt durch kleinere Batterie/mehr Verbrauch) häufiger laden muß, weniger lange lebt als die Batterie eines Fahrzeugs mit höherer Reichweite?

Wenn ich z.B. einen Stellantis-Kleinwagen wie den Corsa mit dem Hyundai Kona vergleiche, wird der Kona wegen der höheren Reichweite länger leben als der Corsa, bei gleichem Fahrpofil? Oder ist es so einfach nicht?
I3s (120Ah)

Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

sloth
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Ja, aber bereits die kleinen 28kWh-Ioniq-Akkus schaffen jetzt schon über 300.000 km - solche Zahlen werden die wenigsten Autos überhaupt erfahren. Bevor der Zyklentod das Auto dahinrafft, kommt bei den meisten eher der kalendarische Tod. Leider kennen wir das kalendarische Sterbeverhalten erst in einigen Jahren. Der kalendarische Tod wird aber sicher auch durch zu häufige hohe Laderaten begünstigt.

Es gibt kleine, robuste Akkus, z.B. der 28kWh-Ioniq mit relativ viel Kobalt und es gibt größere Akkus, die sehr temperaturempflindlich sind, dank geringerem Kobaltanteil, z.B. die Kona-Akkus. Ob jetzt empfindliche Akkus eher am Temperaturverhalten leiden und deshalb früher sterben oder die kleinen robusten am Zyklentod, dass weiß bis jetzt kaum jemand. Und das Dumme ist: wenn wir es dann wissen, gibt es längst andere Akkus mit anderer Chemie, deren Verhalten wir dann wieder nicht kennen.

Ich denke wirklich relevant wird das für kaum einen, der heute Neuwagen oder junge Gebrauchte kauft. Die sind in ein paar Jahren fast alle wieder weiterverkauft. Treffen wird es dann die Billiggebrauchtwagenkäufer, die das Auto bis zum Ende fahren.
Ioniq 28 Style 2019

Re: Haltbarkeit Batterien im Elektroauto

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MeyerRheine hat geschrieben:
toshi hat geschrieben: Hyundai gibt an, daß der Akku etwa 10 Jahre lang hält (bei 8 Jahren Garantie) https://www.hyundai.at/e-mobilitaet/war ... e-batterie

Wenn man bei diesem Artikel weiter liest, steht dort: Die Batterie kann auch einige Jahre länger zum fahren genutzt werden.

Es hängt halt davon ab, welche Mindestreichweite man in 10 Jahren benötigt. Denn auch eine Batterie mit 50% SOH kann durchaus weiter gefahren werden, die Reichweite ist dann eben halbiert.
Ich werde das bei meinem Leaf testen, er wird nun 7 Jahre alt, ist 106.000 km gefahren und hat 82% SOH - der im Sommer sicher in Richtung 80% gehen wird, um sich im Winter wieder zu erhöhen. Der SOH Verlust je Jahr ist bisher mit jedem Jahr geringer ausgefallen. Wenn das konstant so bleibt, wird er mindestens 15 Jahre alt werden.
Nissan Leaf Acenta 24 (2015) & Hyundai Kona Trend 64 (2019)

Laden bei Kälte

IsarRadler
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Schnelladung eines durchgekühlten Akkus im Winter ist nicht gut, das sehe ich ein. Also immer schön laden, wenn der Akku bei Ankunft warm ist, sehe ich auch ein.

Aber wie wecke ich den kalten Akku im Winter am schonendsten auf? Wenn ich mit kaltem Akku sanft losfahre, ziehe ich 20-40 kW beim Beschleunigen raus und bremse bis 60 kW rein. Meine derzeitige These ist: Lieber hänge ich ihn eine Stunde vor der Fahrt nochmal an Schuko, mit der langsamen Ladung mit gerademal 2,3 kW sollte das doch weniger belasten als die Ströme beim Fahren, grade mit Batterieheizung.
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