Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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Re: Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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    SRAM
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folder Mo 15. Apr 2019, 22:57
Und welchen Wert ordnest du "unter 80%" zu ?

Denn das mußt du um Mittelwert und Verteilung bilden zu können.

In wissenschaftlichen Arbeiten würde man entweder die Kurve zumindest einiger dieser Kandidaten bis zum bitteren Ende fahren (damit man weis, ob diese ab 80% sehr steil einbrechen oder nicht) oder aber, man setzt konservativ den Wert auf "Null". Sie mit 80% einzustufen oder linear in der Abnahme weiterzuschreiben ist falsch. Sie einfach wegzulassen aber auch.

Gruß SRAM
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Re: Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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folder Di 16. Apr 2019, 10:39
SRAM hat geschrieben:
Mo 15. Apr 2019, 22:57
Und welchen Wert ordnest du "unter 80%" zu ?
So richtig verstehe ich Dein Post auch nach mehrmaligen Lesen nicht.

Es wurde einfach mal definiert, dass eine Batterie für die Verwendung in einem EV welche eine Kapazität von 75-80% der Kapazität des Neuwagens hat, als defekt gilt. Diese Batterien werden dann als Einzelzellen in anderen Anwendungen mit weniger Temperaturschwankungen und Strömen weiterverwendet, gelten aber für den EV als defekt. Nur bei der ZOE Kaufbatterie kenne ich den Wert von 65% Restkapazität um die Batterie als Kaputt zu bezeichnen. Das gilt aber nur für diverse Garantieleistungen, es steht natürlich jedem frei seine Batterie so lange wie er möchte zu verwenden, auch noch mit 50% Restkapazität.
SRAM hat geschrieben:
Mo 15. Apr 2019, 22:57
In wissenschaftlichen Arbeiten würde man entweder die Kurve zumindest einiger dieser Kandidaten bis zum bitteren Ende fahren
Wir haben unsere Zellen (allerdings im Moment die PHEV Zellen) in der TU Wien zur künstlichen Alterung. Unter Aufsicht werden die Zellen Tag ein Tag aus geladen und entladen in verschiedenen Zyklen und Temperaturen. Bei einem Fahrzeug hast du das Problem, dass immer 200 Zellen das gleiche machen, in diesem Test haben wir 100 Zellen in verschiedenen Zyklen laufen. Die Entladeströme können auch wieder in das Wiener Stromnetz eingespeist werden und gehen daher nicht verloren.
Ein interessantes Details, (gilt für spezielle PHEV Zellen), das die gelagerten Zellen bei 50% SOC und 20Grad schneller altern als die "normalen" PHEV Zyklen welche wir aus diesen Messreihen entwickelt haben, sodass diese Hybridstrategie nun die Zelle mehr schont als reine Lagerung...
Die EV Zyklen mit "normaler " Schnellladung von max C4 lassen PHEV Zellen allerdings gänzlich Stressfrei, die halten am längsten.
Ich sehe daher den Sion mit seiner PHEV Batterie Strategie als einen sehr interessanten Ansatz, der Preis ist allerdings für die vorhandenen Energiedichte nicht mehr Zeitgerecht, aber die Haltbarkeit könnte das wieder aufwiegen, wenn man darauf vertraut.

Daher sehe ich es sehr kritisch zu sagen, das sind alles LiIonen Batterien, da haben wir Erfahrung aus 20 Jahren. Nein, haben wir nicht, neue Zellen, neues Glück.
ZOE Live Q210 6/2013 * Ladegerät @60.500km * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * neuer Motor @71.250km
40kWh Batterie 12.03.2019 @85100
Aktuell: 86.000 km
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Re: Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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    SRAM
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folder Di 16. Apr 2019, 10:51
Defekt also gleich null.

Sieht doch gleich ganz anders aus.


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Re: Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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folder Di 16. Apr 2019, 12:38
Das ist jetzt aber irgendwie auch wieder ein wenig plakativ.

Ich bin durchaus auch wissenschaftliche Studien gewöhnt, die ihre Ergebnisse an Endpunkten festmachen, das kann ein Schwellenwert sein wie hier halt die 80% Kapazität. Was soll daran falsch sein? Klar wäre die Kenntnis einer (vermutlich in etwa: Normal-) Verteilung viele Einzelwerte über viele km und Jahre besser, aber die Werte hat nur Tesla (natürlich haben sie die) und wird sie aus guten Gründen nicht herausrücken.

Eine einfache Statistik für Schwellenwerte wie "300.000 km überschritten => Akku noch über oder schon unter 80%" lässt sich mit vergleichsweise weniger Aufwand auf die Beine stellen und sagt doch schon mehr als nix.

Gruß
Werner
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Re: Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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folder Di 16. Apr 2019, 14:26
@SRAM
Hier im Leaf forum geht es langsam los mit ersten Erfahrungen zu ablebenden des Akkus :(
"Im Holländischen Forum geistert ein 2012er Leaf rum mit 176000 km auf dem Tacho und so 50% SOH."

Die letzen 50% werden nur wenige Monate nutzbar sein.
2002 - ... Seat Ibiza Sport 1.9 TDI 130PS 310Nm - 245000km
2015 - ... Seat Leon FR ST 2.0 TDI 184PS 380Nm - 60000km; SUV-INTOLERANT
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Re: Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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folder Di 16. Apr 2019, 14:36
kiter hat geschrieben:
Di 16. Apr 2019, 14:26
@SRAM
Hier im Leaf forum geht es langsam los mit ersten Erfahrungen zu ablebenden des Akkus :(
"Im Holländischen Forum geistert ein 2012er Leaf rum mit 176000 km auf dem Tacho und so 50% SOH."

Die letzen 50% werden nur wenige Monate nutzbar sein.
Hast du da einen link ? Das sind nämlich die interessanten Fälle: wie geht's nach den 80% weiter, landet das Ganze selbstbeschleunigend innerhalb kürzester Zeit in der Tonne, oder geht's nur langsam linear runter ?

Denn daran wird sich die E-Gebrauchtwagen-Einstufung orientieren: null-Wert nach acht Jahren (oder was immer die kritische Zeit / km sein möge) oder langsames Sinken des Restwertes.


Gruß SRAM
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Re: Erfahrungen mit den Akkus im Alter

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    kiter
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folder Di 16. Apr 2019, 15:09
@SRAM langsam linear runter kann ich mir bei den Liion Technik nicht vorstellen.
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folder Di 16. Apr 2019, 15:43
Ich auch nicht; die Frage ist halt, ab wann die Steilheit der Kurve deutlich zunimmt. Typisch ist ja, dass die ersten paar % recht schnell verloren gehen, die Kurve dann abflacht und eine längere Zeit fast linear läuft, dann aber zuletzt "kurz vor dem Tod" wieder steil nach unten abbiegt.

Wo fängt das an - bei 80%? 75? 60? Oder nach welcher Zeit? Vielleicht: wie muss man einen Index aus Zeit und Ladezyklen rechnen, um zu einem Ergebnis zu kommen?

Und: wie pauschal kann so eine Aussage getroffen werden => wie stark hängt das von jeweiligen Zellentyp ab?

Auf diese Fragen kenne ich bislang noch keine befriedigenden Antworten ...

@SRAM: dafür wären die Daten von Tesla (für deren verwendete Zellen) natürlich Klasse, aber: die haben seit den ersten ausgelieferten Autos ja auch dazugelernt und sicher einiges geändert, so dass man dann auch wissen müsste, welche Fahrzeuge mit welchen Zellen und welchem Revisionsstand des BMS ausgeliefert wurden, die müsste man statistisch separat erfassen. Manche wären dann schon nicht mehr interessant: die ganz alten, die vielleicht im Rahmen von Rückrufen und Garantiereparaturen sogar ein Upgrade erfahren haben und die jüngsten, für die womöglich noch gar nicht genug Daten vorliegen. Das ist einer der Gründe, aus denen auch ich anstelle von Tesla die Daten nicht herausrücken würde, da würde zu viel Schindluder mit getrieben werden.
Gruß
Werner
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