Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

Odanez
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Nachtrag: Aus einem anderen Thread, da schwindet die Hoffnung für die synthetische Kraftstoffe weiter: https://www.spiegel.de/auto/volker-wiss ... 663d71892f
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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

noXan
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Info war tags darauf schon wieder überholt

https://www.automobil-industrie.vogel.d ... a-1087680/

Ich halte diesen "Krieg" BEV vs. ICE weder gesamtgesellschaftlich noch ökologisch für sinnvoll. Es ist im allgemeinen Interesse das Klima zu schützen, aber auch die hiesige Industrie zu erhalten. Diese sichert in Europa mit die höchsten Einkommen und breiten Wohlstand, da auch andere Berufsgruppen im Anschluss davon profitieren.

Die Petrochemie und die Fahrzeugindustrie kann nicht vollends auf das System BEV umgestellt werden, weshalb das mit massiven Kollateralschäden einhergehen würde. Wenn man diese nun zum Sterben verdammt, werden diese kein Interesse haben das gemeinsame Ziel Umweltschutz zu verfolgen, sondern lediglich mit Widerstand antworten. Holt man diese aber ins Boot, und gibt Ihnen eine Perspektive die auch ökologisch vorteilhaft ist, wird gesamtheitlich betrachtet dem Planet und den Menschen darauf ein größerer Dienst erwiesen.

Der ICE ist nicht der Emitter von CO2, sondern der fossile Kraftstoff der darin mit großen Verlusten zu kinetischer Energie umgewandelt wird. Ja, die Fahrzeugindustrie hat lange eine ruhige Kugel geschoben, Entwicklung eher tröpfchenweise vorangetrieben und wenig echte Innovation gezeigt. Seit Tesla, Leaf und co. hat sich der Druck auf diese aber massiv verändert, weshalb die OEMs und deren Mitarbeiter existentielles Interesse daran haben hier mit ihrem Knowhow auch weiter den Lebensstandard zu finanzieren.

Wenn also eFuels ökonomisch und ökologisch funktionieren, und eMobilität nicht behindern sondern ergänzen, dann soll man die Unternehmen gewähren lassen. Sie tragen auch das unternehmerische Risiko.
Mit den hohen Kosten geht auch der Umstand einher, dass Jahrzehnte alte und zur damaligen Zeit unattraktive Konzepte wieder ausgegraben und verfolgt werden. Es wurden in der Vergangenheit mehrfach Hubkolben Motoren erprobt die in der Lage waren 50% Wirkungsgrad zu erreichen, jedoch nicht in den damaligen Fahrzeug und Antriebskonzepten.

Wenn man trotz dieser Tatsachen eFuels blockieren möchte, dann mehrheitlich aus ideologischen Gründen. Aber dann soll man das auch ehrlich benennen, und nicht per trojanisches Pferd Umweltschutz predigen, während 2500kg BEVs mit 0g CO2/km betrachtet werden.
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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

buddha
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Die efuels braucht man ja so oder so für Schwerverkehr und Luftfahrt. Da kann der PKW-Sektor einfach eine Zapfsäule für Benzin substituieren.
In der Anfangsphase, wenn noch keine efuels verfügbar sind, sollten die Extender mit Benzin/Super laufen können.

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

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Um das noch bei noXan hinzufügen mag und wie im Nachhaltigkeits-Thema erwähnt, ist ein großes BEV (100kWh) im Grunde auf einer Stufe, wie ein PKW mit 6,5l/100km Verbrauch, beides schenkt sich nicht viel.

Was kann man nun wirklich als "ökologisch" bezeichnen? Nur weil es einen Akku hat? Ich denke nicht.

Sofern nicht die Mittel und Möglichkeit zur Verfügung stehen, sich eine PV Anlage auf's Dach zu setzen (sprich EE auszubauen), muss man spezifisch schauen, wo CO2 entsteht und in welcher Menge, ob am Aufpuff oder am Schornstein des Kraftwerks. Und selbst mit PV, reduzieren sich die Werte beim BEV um nur knappe 36%.
Die Einsparungen sind allgemein eher überschaubar, in dem selbst beim Einsatz von PV, die Reduktion zwischen einem kleinen BEV zum oben genannten Verbrenner mit 6,5l/100km, knappe 59%, beim großen BEV um knappe 44%.

Rechnen wir das (wie schon öfter erwähnt) auf die realen CO2-Zahlen des PKW Verkehrs, mit 12% Anteil (60,7% *1 von 20% *2) an den Gesamtemissionen.

Um es vorweg zunehmen: Es geht nicht darum "nichts zu tun" oder "sich aus der Verantwortung zu stehlen", sondern einfach um die Verhältnismäßigkeit vor der wir stehen. Es wird manchmal so getan, als ob wir mit der eMobilität und den PKW im Speziellen das Klima retten würden, das ist offen gesprochen mehr als übertrieben.

Freillich ists in Zukunft und mit PV gekoppelt die klimaschonendste, individuelle Fortbewegung eines PKWs aber eben nur "ein bisschen" und nicht "ganz viel".

An der Energieversorgung liegt der Schlüssel, das ist ein großer Emittent, der 2,4-mal größer ist, als das was PKWs aktuell ausmachen.

D.h. was eigentlich gefördert werden sollte, ist massenhaft PV und Windenergie, nicht wirklich der PKW, damit bewegen wir außer uns selbst, kaum etwas.

Quellen:
*1 https://www.europarl.europa.eu/news/de/ ... infografik
*2 https://www.umweltbundesamt.de/daten/um ... bhausgasen
Der Widerwille jemanden zuzuhören, berut auf der Angst, die eigene Meinung zu ändern.
(c) Carl Rogers

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

noXan
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Das ist auch meine Einschätzung. Statt BEVs mit einem fast irrwitzig hohen Betrag zu fördern den man sich klugerweise alle 6 Monate abholen kann, weil die Haltedauer nur für diesen Zeitraum gilt, sollte man jeden Euro in die Infrastruktur stecken.

Diese Förderung dient aktuell fast ausschließlich dazu daraus finanzielles Kapital zu schlagen. Ich kann das aus ökonomischer Sicht nachvollziehen und auch bei mir war ein wichtiges Argument, dass sich der I3 günstiger betreiben lässt als der ICE davor, damit sich der Kauf amortisiert. Aber ich plane dieses Fahrzeug im Sinne der Nachhaltigkeit mindestens 10 Jahre zu fahren und zu erhalten.
https://efahrer.chip.de/e-wissen/elektr ... ennen_1039

Kein BEV das durch die Förderung zusätzlich in Verkehr gebracht wird spart CO2, solang der Fahrzeugpool global größer wird. Die Altfahrzeuge werden nicht verschrottet sondern in Osteuropa, Afrika etc. weiter genutzt, wo deren Besitzer noch kein Fahrzeug hatten, bzw. die neuen Halter der alten Fahrzeuge noch keines hatten. Das ist die Realität.

Wenn man etwas im Verkehr für den Umweltschutz tun möchte dann über unpopuläre Regelungen wie
- CO2 Besteuerung von fossilen Kraftstoffen mit Kostenwahrheit, also zumindest 200eur/t
- CO2 Besteuerung von Strom analog zu fossilen Kraftstoffen, wenn dieser fossil erzeugt wurde
- Tempolimits
- Besteuerung des Neuwagens auf Basis der CO2 Emission bei deren Herstellung
- Zweckgebundene Verwendung der Mittel für die Tilgung bzw. Reduzierung von CO2 in der Luft sowie Reduzierung von CO2 Quellen

und allgemein:
- CO2 Besteuerung jedes Produkts, jeder Dienstleistung entsprechend der Kostenwahrheit, um die negativen Auswirkungen zu kompensieren. Es ist vollkommen irrelevant ob das CO2 durch

- den pendelnden Dieselfahrer
- den Fleischessenden Komfortmensch
- den veganen autolosen Globetrotter mit dem Netflix Account
- den Kreuzfahrt liebenden Pensionist
- den technikaffinen Kryptominer
- den mit Heizöl Raumwärme erzeugende Hausbesitzer
- den Shopping süchtigen Coupon Sammler
- den per Jahr durchschnittlich 400kg CO2 ausatmenden Menschen (der 40 Bäume bräuchte um nur diese Menge zu kompensieren),

emittiert wird. Wer maßt sich an anderen Menschen vorzuschreiben wie sie zu leben haben, wenn diese die negativen Auswirkungen auf eigene Kosten verhindern? Kohlenstoff ist nicht böse, es ist jedoch zu viel davon in Form von CO2 und Methan in der Atmosphäre und es kommt noch zu viel nach. Diesen Umstand muss man ändern, langfristig idealerweise umkehren.
Zuletzt geändert von noXan am Mo 17. Jan 2022, 13:49, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

RiffRaff
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Manipulative Diagramme verwendende Autoren sind mir wenig sympathisch:

Bild

Wenn man Aussagen verfälschen will indiziert man und wählt dann auch noch einen singulären Punkt im Zeitablauf, der einzigartig verfälschend ist, wie es nur alle hundert Jahre mal vorkommt.

Absolute Zahlen sind bei Größen, deren Impact nunmal nach t geht das einzig wahre.

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

buddha
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adauris hat geschrieben: ...
D.h. was eigentlich gefördert werden sollte, ist massenhaft PV und Windenergie, nicht wirklich der PKW, damit bewegen wir außer uns selbst, kaum etwas.
...
und kostengünstige Langzeitspeicher

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

RiffRaff
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Inzwischen ist die Menge der jährlich abgeregelten Energie bei den EE (= nicht verwendbare Überschüsse) auf mehr als 6 Terawattstunden angewachsen.

Speicher, insbesondere Langzeitspeicher sind bedeuten wichtiger und auch kostensparender wie der überhastete Ausbau von noch mehr Kapazitäten, die die Menge der Abregelenergie sehr stark ansteigen lassen wird, weil man nun über der Schwelle ist, bei der die normierte Jahreserzeugungskurve der EE die Verbrauchskurve in merklichen Zeitdauern übersteigt.

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

buddha
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Ja genau - die fehlen mir noch in Hr. Habecks "Schlachtplan". EE ohne Speicher sind negative Verbraucher und zu volatil.
Bis wir die Speicher haben, würden Extender sehr helfen.

Re: Sind PHEV manchmal die bessere Alternative zu BEV?

Odanez
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bevor wir die Speicher haben dürften stündlich oder sogar minütlich variable Stromtarife helfen, damit es finanzielle Anreize gibt EE-Stromüberschüsse abzunehmen. Je mehr E-Autos rumfahren mit intelligenter steuerbare Ladefähigkeit, desto mehr Kapazitäten wird es geben zumindest die tägliche Schwankungen gut abzufangen.

Langzeitspeicher sind ein anderes Thema
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