Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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10,8 kWh / 100 km - da liege ich mit meinem iOn im Sommer bei gemäßigter Fahrweise, normal eher bei 11,5 - ab Akku, ab Steckdose sind das dann bei einem Ladewirkungsgrad von ca. 85% schon 12,7 resp. 13,5 kWh / 100 km.

Bei Temperaturen um 0 °C komme ich ohne Einsatz der Heizung auf Werte um 13,3 kWh / 100 km ab Akku entspr. 15,6 ab Steckdose.

Und dabei ist das noch die "sparsame" Nebenstrecke, die ich hier überwiegend nutze, nehme ich den nur geringfügig weiteren Weg über die "Hauptstraßen" (und will nicht zum Verkehrshindernis werden), dann liegt der Verbrauch nochmals höher.

Das liegt aber sicher auch am Fahrprofil, hier (Holsteinische Schweiz) geht es halt immer auf und ab, die Strecken sind kurvenreich, es gibt viele Ortsdurchfahrten, Abbiegungen, Kreuzungen etc., sprich: es muss immer wieder beschleunigt und abgebremst werden, ganz überwiegend rekuperativ natürlich, aber da schlägt der Wirkungsgrad natürlich voll zu. Ist halt anders als in der norddeutschen Tiefebene, wo man einmal beschleunigt, dann das Tempo eine zeitlang hält und zuletzt ausrollen lässt ;-) - ich schätze, auch ein E-Golf wäre hier nicht ganz leicht sparsamer zu fahren.

Über den Verbrauch mit Heizung darf man bei dem Auto gar nicht reden, die Heizung ist ab Werk nicht isoliert (PTC-Element in einem Alugehäuse unter dem Fahrzeugboden), die Karosse auch praktisch nicht und ich bin immer noch nicht dazu gekommen, das mal nachzuarbeiten :-( - die Fahrzeugbasis (Mitsubishi i) ist halt billigster Kleinstwagen, das macht sich da schmerzlich bemerkbar. Also gut: mit Heizung und bei außen um 0 ° C sind das bei mir auf meinen Kurzstrecken dann auch schon an 19 kWh / 100 km ab Akku / 22,6 ab Steckdose. Da ist so ein Golf wie wahrscheinlich fast jedes andere einigermaßen aktuelle Elektroauto natürlich um Längen besser. Ich muss das mit dem Isolieren wirklich endlich mal machen, es wird dabei ja nichtmal richtig warm in der Bude so ...
Gruß
Werner
Peugeot iOn Produktionsdatum 09/15 seit 01/16
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

hgerhauser
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Hexen kann ich natürlich auch nicht. Bei den Werten ist die Heizung praktisch immer aus.
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

The Stig
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Je nach Stecke und Geschwindigkeit und mit Heizung kann der Verbrauch aber auch doppelt so hoch sein.
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Seit 07/20 Egolf 300 - aktuell 12900kWh/52300km = 24,6kWh/100km
2012-2020 Golf 6 GTD - gesamt 17800l/312000km = 5,7 l/100km

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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Ja, natürlich. Auf meinen ländlichen Strecken zur Arbeit und zurück liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit meist so bei 45-50 km/h. Das Optimum für den iOn mit Heizbetrieb liegt auf Langstrecke eher bei 70-90, Schnitt um 80 km/h nach meiner Erfahrung. Fährt man langsamer, ist man länger unterwegs und die Heizung länger im Einsatz, da überwiegt dann deren Verbrauch - fährt man schneller, dann schlägt der quadratisch ansteigende Luftwiderstand zu.
Gruß
Werner
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

hgerhauser
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Heute morgen war es zwar minus 5 Grad, einkaufen war ich aber gerade erst und da war das Auto so warm nach Stunden in der Sonne, dass ich mich ganz ohne Heizen leicht im T-Shirt hätte reinsetzen können. Stattdessen habe ich mich mit Jacke und Mütze reingesetzt und das Auto durch Fensteröffnen runtergekühlt. Ich ziehe mich halt im Winter gerne so an, dass ich es draußen gut aushalte, und entblätter mich dann ungern nur für ein paar Minuten im Auto. Jeder hat so seine eigenen Präferenzen.

Das Heizen ist beim Plug-in nicht wirklich ein großer Vorteil, auf Kurzstrecken hat man das gleiche Problem wie beim Elektroauto, der Motor läuft nicht und gibt damit keine Umsonst Abwärme ab. Der kann zwar angeschmissen werden, um der Batterie eine Leistungsspitze zu ersparen, aber Heizenergie gibt es erst, wenn der etwas länger läuft, weil erst der Motor selber warm werden muss.

Auf der Langstrecke fährt man schneller, damit reicht dann schon ein viel kleinerer Verlust (Elektromotor, Batterie) fürs Heizen und der prozentuale Anteil ist sowieso viel kleiner bei 120 km/h als bei 30 km/h (1 kW heizen bei 30 km/h und 10 kWh Verbrauch = 3,3 kWh/100 km = 33% mehr, 1 kW heizen bei 120 km/h und 20 kWh Verbrauch = 0,85 kWh/100 km = 4% mehr, dazu noch Wärmepumpe und Nutzung von Abwärme aus Elektromotor und Batterie und man kann fast ohne Reichweitenverlust wegen der Heizung auf der Langstrecke auskommen).

Wärmepumpe, geschickte Nutzung der viel knapperen Abwärme und bessere Wärme-Isolierung (Schall-isolierung könnte dabei ein angenehmer Nebeneffekt sein) gibt viel Optimierungspotential beim Elektroauto.

Sieht man ja ganz besonders beim C-Zero, da ist überhaupt nichts isoliert und die Heizung ahmt die Verbrennerkühlwasserabwärmeheizung nach und hat daher von Strom zu Wärm noch einen Riesenverlust. Das war aber die billigste Lösung, weil der Entwicklungsaufwand der niedrigste war.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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hgerhauser hat geschrieben: Hexen kann ich natürlich auch nicht. Bei den Werten ist die Heizung praktisch immer aus.
Von wann bis wann erzeugt? Und wie groß ist beim E-Golf die Differenz zwischen Anzeige und Steckdose?

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

hgerhauser
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Beim C-Zero hab ich mir die Wallbox gespart, beim Egolf und Laden bis 80% spart man ja ein klein wenig bei den Ladeverlusten, die Elektriker hier sind leider zur Zeit ziemlich beschäftigt. Der Egolf ist neu, einer der letzten, die noch gebaut wurden, kurz vor Weihnachten, war am 20. Januar beim Händler, 7 km drauf als wir den dann Anfang Februar abholen durften. Wir haben ihn mit 90% Ladung abgeholt, bisher nur etwa 100 kWh zu 25 Cent die kWh zu Hause geladen, mit 10A. Die Wallbox sollte nahe an den geförderten 900 Euro dran sein, sonst lohnt sich das bei meinem geringen Verbrauch kaum, da bei den Ladeverlusten ein paar Prozent zu sparen.

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

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hgerhauser hat geschrieben: Wärmepumpe, geschickte Nutzung der viel knapperen Abwärme und bessere Wärme-Isolierung (Schall-isolierung könnte dabei ein angenehmer Nebeneffekt sein) gibt viel Optimierungspotential beim Elektroauto.
Auf jeden Fall. Sagte ich schon, dass ich mich um das Thema Isolation bei meinem iOn endlich mal kümmern muss? :mrgreen:
hgerhauser hat geschrieben: Sieht man ja ganz besonders beim C-Zero, da ist überhaupt nichts isoliert und die Heizung ahmt die Verbrennerkühlwasserabwärmeheizung nach und hat daher von Strom zu Wärm noch einen Riesenverlust.
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Nö. Das Funktionsprinzip an sich bringt keine Verluste, ob Du die Wärme eines Heizwiderstands direkt an die Luft abgibst oder Wasser als Transportmedium nutzt ist im Grunde wurscht.

Die Verluste entstehen allein durch die fehlende Isolation. Gut, die kann eh nie 100% wirksam sein. Aber hätte man das PTC-Element in den Innenraum platziert statt unter dem Fahrzeugboden, dann hätte man es tatsächlich nicht isolieren müssen :-) - OK, eine Abschirmung gegen Berührung wäre nötig gewesen (das Ding kann arg heiß werden).

Trotzdem hätte man Wasser als Transportmedium nutzen können um den Heizungs-/ Klimablock des Verbrenners 1:1 weiterzuverwenden. Wie gesagt, da liegen die Verluste an sich nicht begründet.

Allerdings ist der Platz in der Fahrgastzelle beengt und bei der Verbrennervariante des Mitsubishi "i" laufen die Kühlwasserrohre halt unter dem Fahrzeugboden. Man hat also die konstruktiv einfachste Lösung gewählt, aus Kostengründen dann aber die an sich unverzichtbare Isolation unterlassen. Und man wollte wohl auch keine HV-Technik im Innenraum haben (Sicherheitsaspekte!).
Das war aber die billigste Lösung, weil der Entwicklungsaufwand der niedrigste war.
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Ja.
Gruß
Werner
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Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

hgerhauser
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Beim C-Zero haben wir eine Miniheizung am 12V Anschluss, die die Vorderscheibe mit warmer Luft anbläst. Funktioniert gut.

Noch zu Egolf und Ladeverlusten: den Thread dazu habe ich gelinkt. Als kurze Zusammenfassung, mit Wallbox bei Ladung nur auf 80% kommt man auf 8% runter. Kälte, laden auf 100% und niedrigere Ladeströme erhöhen die Verluste.

An der Steckdose rechne ich mit circa 10 kWh BC Verbrauch übers Jahr gemittelt und 12 kWh einschließlich Verlusten.

An der Wallbox gehe ich von 10% Verlust übers Jahr gemittelt aus, also 11 kWh übers Jahr gemittelt pro 100 km einschließlich Ladeverlusten.

Ich war schon beim Elektriker und habe da mit 7 kW Probe geladen. Bisher hat der Mensch es aber noch nicht geschafft, bei mir vorbeizukommen, geschweige denn ein Angebot zu erstellen.

Ich will die Wallbox wegen der geringeren Verluste und weil ich Awattar habe und damit besser die niedrigen Preise ausnutzen kann, wenn dann das Smartmeters installiert ist (seit Bestellung auch schon wieder fünf Monate vergangen, na ja man ist das Warten gewohnt, Egolf hat knapp über zehn Monate gebraucht von verbindlicher Bestellung bis Abholung).

Re: Mogelpackung statt Klimaschutz?

hgerhauser
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Bei Jupps Plug in habe ich die Batteriegröße nachgesehen, 13,5 kWh. Bei knapp 12 kWh Verbrauch frage ich mich, wie da die Lebensdauer des Akkus aussieht. Das ist fast ein Vollzyklus pro 100 km, die Batterie wird regelmäßig von 0 auf 100% geladen.

Zur Erinnerung: 1000 Vollzyklen von Null auf Hundert entspricht etwa 4000 Halbzyklen, sprich man kann bei gleicher Degradation etwa die doppelte Menge an kWh verwenden.

Die kalendarische Alterung hängt an Temperatur und Ladestand, 100% Ladestand ist maximal schlecht für die kalendarische Alterung.

Wie wird verhindert, dass die Batterie dann nicht genauso schnell oder sogar schneller durch ist als bei den C-Zero, i.miev Drillingen oder einer brutal gefahrenen 22 kWh Zoe?
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