Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

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Um die Treibstoffkosten eines PHEV zu berechnen benötigt man:
a) Länderspezifische Daten
Benzinpreis in €/Liter, Strompreis in €/kWh
b) Fahrerspezifische Daten
Gesamtkilometer, durchschnittliche Fahrstrecke zwischen zwei Vollladungen
c) Fahrzeugspezifische Daten
rein elektrische Reichweite in km, Verbrauch des elektrischen Antriebes in kWh/100km, Verbrauch des Verbrennerantriebes in Liter/100km

Da die in Europa verwendeten Normverbräuche (NEFZ bzw. WLTP) unrealistisch sind, und die Berechnung wie gerade angedeutet ziemlich aufwendig wäre, sieht man seine Treibstoffkosten erst nach dem Kauf des PHEV auf der Tank- bzw. Stromrechnung.
Die EPA (staatliche amerikanische Umweltschutzorganisation) bietet auf der sehr zu empfehlenden Seite http://www.fueleconomy.gov/ jedoch auch das Berechnungsprogramm My Plug-in Hybrid Calculator an. Der Rechner ist einfach und schnell zu bedienen. Man muss nur die Einheiten (mile = km : 1,609 , $/kWh = €/kWh : 1.23 , $/gallon = €/Liter * 3.785 : 1.23) umrechnen. Die Werte für die USA (Strompreis 0.13 $/kWh=0.10 €/kWh :o , Benzinpreis 2.56 $/gallon=0.55€/l :o ) darf man nicht verwenden.
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Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

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  • JoDa
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Habe z.B. mit dem Rechner die Treibstoffkosten des Hyundai Ioniq Hybrid mit dem Hyundai Ioniq Plug-In verglichen.
Komme dabei für Österreich und eine Lebensdauer der Autos von 200.000km auf nahezu dieselben Gesamtkosten.

Bei mir in Österreich werden PHEVs wegen der Steuervorteile (praktisch keine Normverbrauchsabgabe, geringere motorbezogenene Versicherungssteuer) gekauft. Zum Glück hat sich das noch nicht herumgesprochen, sonst wären die Zulassungsszahlen dieser Luxusautos noch höher. ;)
Quelle: https://ev-sales.blogspot.co.at/search/label/Austria

In Deutschland ist die Lage etwas anders, da war 2017 der Audi A3 e-tron der meistverkaufte PEV.
Quelle: https://ev-sales.blogspot.co.at/2018/01 ... -2017.html
Obwohl man einen Audi A3 e-tron sicherlich auch nicht wegen seiner geringen Gesamtkosten kauft, sondern eher wegen der besseren Beschleunigung aufgrund des zusätzlichen Elektroantriebs. "Vernünftige" PHEV sind auch in Deutschland Ladenhüter.

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

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Viel wichtiger ist doch, der eigene Fahrmix und die Lademöglichkeiten.
Ich habe mit meinem Passat GTE rund 85% aller Fahrten rein elektrische gemacht und generell kostenlos hier in der Stadt geladen. Benzin habe ich nur für die (wenigen) Langstreckenfahrten gebraucht.
Somit hatte ich nach einem Jahr und rund 15tkm nur Kraftstoffkosten von 350€ (ca. 280l Gesamtverbrauch). Das entspricht einem Over-All-Durchschnitts-Benzinverbrauch von 1,8l/100km. Das entspricht auch dem, was mir im Langzeitverbrauch im Navi angezeigt wurde.
Den realen Stromverbrauch habe ich nicht messen können. Das Navi zeigte rund 14kWh/100km als Langzeit-Durchschnitt an.
Passat Variant GTE (seit 21.02.2020) -> Passat Variant GTE (ab KW43.2020)
Mazda MX-5 RF Sportsline G184 (seit 30.04.2019)

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

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Passt doch: Ich sag immer Stromverbrauch durch 3 + Benzinverbrauch = ca. 7.
Bei Dir: 14/3 + 1,8 = 6,5 gut!
Der GTE hat ja ca. 30% Ladeverlust (oft genug diskutiert, bitte hier nicht fragen, warum).
Dann hast Du ca. 2l/100km + 18kWh/100km wären ca. 7,2 Euro/100km.
Egal, wie der Mischbetrieb aussieht, man kommt auf ca. 7-8 Euro/100km beim Passat GTE.
e-Golf und Polestar 2 (78 kWh, Single-Motor, 19" Räder)
PV-Anlage 18kWp, Speicher 13,5kWh netto, von der Notwendigkeit der Energie- und Mobilitätswende überzeugt

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

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+1 @Rolling Thunder
Die elektrische Reichweite des PHEV sollte etwa gleich groß sein wie die häufigste Streckenlänge zwischen zwei Vollladungen, um das Gesamtkostenminimum des PHEV (Anschaffungskosten und Treibstoffkosten) zu erreichen.
Wenn kostenlose Schukoladeplätze in der Nähe des Arbeitsplatzes angeboten werden, dann rentiert sich ein PHEV natürlich. Da dieser Strom aber auch von irgend jemanden bezahlt werden muss, werden diese bei zunehmender Nutzung auf irgend ein Bezahlsystem umgestellt werden.

Der erste PHEV am Markt - der Opel Ampera - war ja sehr "Vernünftig", wurde aber von den Kunden zu wenig nachgefragt. Der einzige heute noch am Markt befindliche Range Extender ist der relativ teure BMWi3 REX.
Um den von der EU geforderten CO2-Flottendurchschnitt auf dem Papier zu erreichen wurden in den letzten Jahren zunehmend "übermotorisierte" Autos auch in einer Plug-In Version angeboten, um damit Normverbräuche von ca. 1,5Liter/100km zu erreichen. Bei uns in Österreich werden diese Luxusautos dann wegen der Steuervorteile gekauft. D.h. Ein Käufer eines Luxus-PHEV muss dann z.B. keine Normverbrauchsabgabe NoVa zahlen! :evil:
Es gibt aber auch PHEVs mit schwächeren Verbrennermotoren und nicht zu großem und damit teurem Traktionsakkku (z.B. Ioniq). Bei entsprechend hohen Benzinkosten, so wie von 2011-2014, können diese auch ohne staatliche Förderung finanziell interessant werden.

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

Blackmen
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Man benötigt den Verbrauch mit leerem Stromakku und man benötigt die reine elektrische Reichweite. Damit kennt man alle Verbräuche - sowohl im Elektrobetrieb als auch im Hybridmodus, weil Akku leer.

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

BurkhardRenk
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Ja, und natürlich muss man noch wissen, was in die Batterie reinpasst :lol:

Also mein A3 etron fährt, bei leerer Batterie, mit 40 l E10 620 km weit, macht 6,4l/100 km , bei 1,35€ sind das 8,7€ /100 km
Elektrisch kommt er nun 40 km weit, mit 7,05 KWh ex Steckdose gemessen, sind 17,6 kWh/100 km, bei 25,3 Cent/KWh sind das 4,45€ / 100 km. Der Bordcomputer zeigt mir an, dass ich 64% elektrisch und 36% mit Verbrenner fahre, also liege ich bei 5,98 /100 km. Dafür brauche ich kein kompliziertes Programm :)

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

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JoDa hat geschrieben: Da die in Europa verwendeten Normverbräuche (NEFZ bzw. WLTP) unrealistisch sind, und die Berechnung wie gerade angedeutet ziemlich aufwendig wäre, sieht man seine Treibstoffkosten erst nach dem Kauf des PHEV auf der Tank- bzw. Stromrechnung.
Also getankte Liter mitschreiben, und geladene kWh ab Steckdose aufzeichnen (z.B. Über WLAN-Zwischenstecker ab 20€).
Nach einem vollen Jahr die Werte durch die gefahrenen Kilometer dividieren!

@BurkhardRenk
Ich glaube nicht, dass dann die vom BC erwarteten 5,98 l /100km * 36% = 2,15 l /100km bzw. 17,6 kWh /100km * 64% = 11,3 kWh/100km raus kommen!
Und selbst wenn die Werte stimmen, dann vergleich deine Treibstoffkosten mit einem vergleichbaren Verbrenner, und überlege nach wie vielen Jahren du die höheren Anschaffungskosten des PHEV wieder eingespart hast!

Aber mit den gegenwärtig lieferbaren BEV (mit genügend hohen Reichweiten) und den derzeitig hohen Benzin/Dieselpreisen hat sich das Thema PHEV sowieso erledigt, sobald die Förderungen/Steuervorteile für die großen PHEVs abgeschafft werden.

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

Guglhupf
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Das kann man doch nicht so vereinfacht rechnen.
Habe mit einem T7 PHEV auch mal eine Probefahrt gemacht da es sich angeboten hat und bin mit leerem Akku gestartet und habe dennoch 58% elektrisch gefahrene Strecke geschafft.

Re: Treibstoffkosten eines PHEV einfach berechnen

Kabelbaum
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Treibstoffkosten eines PHEV so zu berechnen wie die eines Verbrenners macht wenig Sinn, da die zum Einsatz kommenden Antriebsvarianten des PHEV bei Einzelfahrten oder im zu kurzen Zeitfenster überhaupt nichts aussagen. Beim PHEV ist m.E. nur der Jahresverbrauch interessant und entscheidet über Sinn und Unsinn eines PHEV.

Was interessiert den PHEV-Fahrer der Spritverbrauch auf der jährlichen 1500km Urlaubsfahrt? ... =NULL, wenn (als Beispiel) der Rest der 15.000 Jahreskilometer elektrisch gefahren wird. Macht mal eben nur 1L/100km gemessen an der Jahresfahrleistung.
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