PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

GesperrtGesperrt Options Options Arrow

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

umali
read
ubit hat geschrieben: Nö - die 80 km "echte Winterreichweite" reichen schon für Otto-Normalfahrer. Da würde der Verbrenner nur noch sehr selten anspringen. Also eher 20 kWh statt 40 kWh. Halbiert halt die Akkukosten, Ressourcen und Gewicht des Akkus. Und für die beliebten "dicken SUVs" dürfen es dann halt 30 kWh sein. Da ist dann genug Reserve und man hat ungefähr das Optimum bei der Kombination. Etwas Spielraum für Degradation des Akkus sollte man auch planen. Die 80 km sollten im Idealfall auch nach 10 Jahren noch erreicht werden.
Die 20kWh passen zwar zur base-Variante des Obrist-Rex-Fahrzeuges, aber Du sitzt dem Fehler auf, dass dadurch die Akkukosten halbiert werden. Dem ist leider nicht so, da gewisse Grundkosten immer existent sind, sofern ein Akku onboard ist. Dies wären:
* BMS
* Hauptsicherung
* Gehäuse
* HV-Kabel
* HV-Verbinder inkl. Typ2 + CCS
* Kühlsystem
All diesen Komponenten führen bei halbierter kWh-Größe eben nicht zu halbierten Kosten. Einzig die Zellenanzahl und etwas Material infolge reduzierter Baugröße ergeben das tatsächliche Einsparpotential.

Mittlerweile sind auch die kaufbaren Energiedichten auf praktische Werte ca. von 160...200Wh/kg inkl. Gehäuse (i3-Akku 120Ah als Referenz verwendet) gestiegen. Ich definiere den Akku vorzugsweise nach seinem Gewicht. Bis 200kg ist noch eine vertretbare Masse, die das Auto nicht über Gebühr in seiner Konstruktion beansprucht, also keine umfassenden Verstärkungen benötigt. Allem was dort hinein an kWh unterzubringen ist, gebe ich persönlich grünes Licht.
ubit hat geschrieben: Mehr Akku macht für die Allermeisten nur noch in Ausnahmesituationen Sinn - und da ist es eher kontraproduktiv im Sinne der Umwelt wenn man diese Einsatzfälle auch noch unbedingt elektrisch abdecken möchte.
Ist halt das Übliche: 90% des Ziels erreicht man mit 10% Aufwand... Das ist hier ähnlich.
Prinzipiell gebe ich Dir dort Recht, aber wie oben geschrieben, sollte nur der tatsächliche Ressourceneinsatz (=> Akkugewicht) entscheidend sein.
Ich denke, Du solltest auch nicht vergessen, dass vielen Leuten keine Lademöglichkeit @home vergönnt ist. Gerade Städter in Mehrfamilienhäusern sind froh, wenn sie nur aller 3..4 Tage laden müssten, da keine Ladeoption vor Ort besteht. Das hat jetzt nichts mit übertrieben hohen kWh-Werten zu tun, die aktuell bei den genannten 200kg Akkugewicht ab >40kWh beginnen (Tesla und alle OEM, die nun den neuen Hubraum als kWh definieren)
ubit hat geschrieben: Solche Fahrzeuge wären halt eine sehr gute "Übergangslösung" auf dem Weg zu komplett emissionsfreier Mobilität. Die Praxistauglichkeit wäre gegenüber den Verbrennern nicht eingeschränkt. Die Betriebskosten niedrig (etwas "verschlechter" durch erhöhten Wartungsaufwand durch die Komplexität des Gesamtsystems). Und im Alltag wäre man praktisch komplett elektrisch unterwegs. Sowas müsste sich "eigentlich" problemlos unters Volk bringen lassen - selbst an E-Auto-Gegner. Und wenn die dann am Ende des Jahres feststellen dass sie das ganze Jahr mit einer Tankfüllung gefahren sind, dann ist die Tür zum BEV beim nächsten Auto schon mal ganz weit offen...
Aus "Nutzersicht" würden solche Fahrzeuge alle Vorteile vereinen:

* Kraftentfaltung/Fahrgefühl wie beim BEV
* Leise
* "Unbegrenzte" Reichweite mit einfachen Tankstopps an jeder fossilen Tankstelle
* Jederzeit "genug" Reichweite für Spontanfahrten (die in der Praxis dann eh nie vorkommen)
* Kein Streß wenn die geplante Ladesäule mal belegt oder defekt ist
* Niedrige Betriebskosten - nah am reinen BEV
* Ausreichend "Antriebskapazität" auch für Hängerbetrieb und Co. - wenn der Akku nicht reicht hat man halt ein Backup an Bord
* Moderate Kosten - 20 kWh Akku + Verbrenner dürfte billiger sein als 60 kWh Akku - zumindest bei aktuellen Akkupreisen
* Kein Problem falls der Akku doch mal nach 10 Jahren nur noch 50% Kapazität hat - Fahrzeug kann notfalls auch ohne Akkutausch weiter genutzt werden

Ciao, Udo
Beim Rest, bis auf den 20kWh-Akku, 100% Zustimmung. 35...40kWh-Akku + Rex ist auch billiger als >60kWh-Akku.

VG U x I
Anzeige

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
20kwh Akku ist schon sehr viel das sollte locker für 60km reichen. Wenn ein 60kwh Akku nicht reicht würde ich eher noch 20 bis 40kwh Akku draufpacken wie mir eine Rex einbauen.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, Tested X3 xDrive30e, eTron 50, EQC In Testing ID.4, ENYAK, iX3
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

umali
read
kub0815 hat geschrieben: 20kwh Akku ist schon sehr viel das sollte locker für 60km reichen. Wenn ein 60kwh Akku nicht reicht würde ich eher noch 20 bis 40kwh Akku draufpacken wie mir eine Rex einbauen.
1. kilo Watt Stunde => kWh (nicht kwh)
2. als - nicht wie
3. Hast Du noch nicht verstanden, dass ein Rex überproportionalen Mehrwert bei deutlich geringeren Kosten und anderen Vorteilen bietet.

Ein Rex ist nicht mit +20...40kWh Zusatzkapazität vergleichbar. Allein die Zusatz-RW liegt bei angenommenem 30l Benzintank bei ca. 400 statt 100...200km. Das Rex-Gewicht liegt mit 120+30kg im Bereich 30kWh-Akku. Dafür ist der Tank beliebig oft und schnell nachfüllbar.

Vergiss Deine max. 60km elektrisch. Das ist Alibi-E-Mobilität. Nach 5 Jahren ist da nicht mehr viel über, wenn er mit 0...100% genutzt werden muss.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
umali hat geschrieben: 3. Hast Du noch nicht verstanden, dass ein Rex überproportionalen Mehrwert bei deutlich geringeren Kosten und anderen Vorteilen bietet.

Ein Rex ist nicht mit +20...40kWh Zusatzkapazität vergleichbar. Allein die Zusatz-RW liegt bei angenommenem 30l Benzintank bei ca. 400 statt 100...200km. Das Rex-Gewicht liegt mit 120+30kg im Bereich 30kWh-Akku. Dafür ist der Tank beliebig oft und schnell nachfüllbar.
Ich sehe da keinen Sinn da dein Kostenvorteile nur virtuell da ist. Das EINZIGE Auto mit Rex der i3 wird nicht mehr in Deutschland mit Rex Verkauft. Weil ihn keiner mehr wollte. Warum der Aufpreis war hoch und bei viele ist schon die Bestrebung da vom Benziner wegzukommen. Das sehen die meisten so und aus diesem Grund wird dein Rex auch immer eine heisse Luftnummer bleiben egal wie lange du noch drüber laberst. Deswegen lieber nochmal. 20kwh draufpacken statt Rex.
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, Tested X3 xDrive30e, eTron 50, EQC In Testing ID.4, ENYAK, iX3
Mitglied bei Electrify-BW e.V. https://electrify-bw.de/

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

umali
read
Glaub mir, der i3 Rex ist keine echte Referenz. Außer dem seriellen Verschaltungsprinzip war dort nichts richtig gut - geschweige denn perfekt (ganz im Gegenteil zum überwiegenden Rest des Fahrzeuges). Ich muss immer lachen, wenn dieser Rex als "state of the art" genannt wird.

* adaptierter C650-Rollermotor
* erhöhter Spritverbrauch
* nicht auf Wenigbetrieb ausgelegt
* normale Wartungskosten für Motorroller
* reparaturanfällig
* nicht gegenläufig schwingungskompensiert

=> eben keine spezielle Rex-Entwicklung.
Und DAS soll DER Rex sein? Das glaubst Du doch selbst nicht.

Außerdem - in einem MCV, also Mittelding aus Klein- und Kompaktwagen, ist der Bedarf an einem (Langstrecken-)Rex wohl kaum erforderlich. Die wenigsten Leute tun sich das bereits aufgrund mangelnden Komforts auf Langstrecke an. Es ist nur logisch, dass er im i3 obsolet wurde.

Das richtige Rex-Ding wird noch kommen. Zu groß sind aktuell noch die BEV-Nachteile auf Langstrecke. Der Energiedichtenzuwachs beim Akku braucht mehr Zeit.

Zuvor muss allerdings die "kWh-Orgie" seitens der OEM durchgezogen werden, schließlich lassen sich bereits heute genug Leute auf's Glatteis führen, die sich für ein paar mehr kWh ordenlich schröpfen lassen.
Mazda und Obrist zeigen, wie es sinnvoller geht. Teurere BEV mit mittelmäßiger RW haben es da noch sehr schwer.
We'll see - das Bessere wird siegen.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Odanez
read
2017-2020: 2013 Nissan Leaf Acenta 24kWh
Seit 2021: Kia e-Niro Spirit 64kWh

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

Schüddi
  • Beiträge: 3438
  • Registriert: Mo 24. Okt 2016, 00:43
  • Hat sich bedankt: 57 Mal
  • Danke erhalten: 100 Mal
read
Sehr gutes Video - wie gewohnt von Bloch!

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

umali
read
Yeap - 70k für einen V60 Plugin mit 50km elektrisch. Sowas macht finanziell nur Sinn bei Firmenleasing mit deutsche 0,5%-Regel zur Absatzförderung. Für's Klima -> Schwachsinn.

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
read
Der Hauptunterschied eines klassischen Phev zum REX ist, dass ein Rex lediglich die Leistung benötigt um genug Energie für eine konstante Fahrt bei z.B. 130km/h + etwas Reserve zu liefern. Das ist relativ wenig. Alle Beschleunigungsvorgänge, bzw Betriebszustände die mehr Leistung benötigen können aus dem Akku erfolgen. Der I3 ist aber wirklich ein schlechtes Beispiel, da er ausdrücklich nicht für den Langsttreckeneinsatz gedacht war, sondern als Notstromgenerator mit kleinem Tank.

Wenn man ein Familienfahrzeug in der Kategorie eines Passat Kombi hat und der einen 30-40kWh Akku und einen max 50kW Rex hat - Ich würde ein Konzept wie beim Outlander mit Direktkupplungsmöglichkeit bevorzugen - dann müsste man den Rex schon eher durch einen zusätzlichen 40-60kWh Akkupack ersetzen um gerade mal mit der Konkurrenz mitzuhalten. Und der bringt einem dann auf der Urlaubsfahrt nix um den Ladestau zu vermeiden/ die temporär gestresste Infrastruktur zu entlasten.

Gewichts und kostenmäßig hat man auch nix gespart und bei 2000km nicht elektrischer Langstrecke im Jahr (falls überhaupt) wird's auch schwierig mit dem CO2 einsparen. Die wenigen Rest-km könnte man dann mit Biofuels abdecken und den REX langfristig durch eine DEFC und E100 ersetzen.
05/2021 VW ID.3 Pro Business: Hauptfahrzeug
08/2019 Outlander PHEV PLUS: für Restmobilität, sowie Zweitwagen für Kurzstrecken, Anhängerfahrten, oder wenn Allrad vorteilhaft ist

Re: PHEV - gut gedacht, scheisse gemacht!

USER_AVATAR
  • AbRiNgOi
  • Beiträge: 11755
  • Registriert: Do 27. Jun 2013, 17:43
  • Wohnort: Guntramsdorf (bei Wien)
  • Hat sich bedankt: 456 Mal
  • Danke erhalten: 3058 Mal
read
Technisch haben hier alle recht. Aber was ist der Sinn eines Hybriden aus Sicht der Fahrzeughersteller:
.) Weiterhin profitable Verbrenner bauen
.) Die CO2 Ziele gerade so zu schaffen
.) Dem Fahrer beweisen, das die Batterie sofort leer ist, elektrisch Fahren nicht funktioniert und daher sich kein BEV als nächstes gekauft wird.

Welche dieser Ziele erfüllt euer PHEV? Dann wird es diesen auch nicht geben.
ZOE Live Q210 6/2013 * AHK legal Typisiert 18.07.2017 * 40kWh Batterie 12.03.2019
Aktuell: 130.000 km

Niemand ist bei mir auf der Ignor-Liste!
Anzeige
GesperrtGesperrt

Zurück zu „Allgemeines zu Plug-In Hybriden“

Gehe zu Profile
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag