Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

Loxodan
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Hallo zusammen, sicher ein Thema über das schon viel geschrieben wurde was ich auch alles gelesen habe, auch hier, aber ich bin jetzt echt am verzweifeln und hoffe auf Erleuchtung!! :-)

Alsooo: Wie vermutlich die meisten von euch besitzt unsere Wohnung einen "Standardstromzähler" welcher in den Specs die Angabe in Klammern (60A) Grenzbelastung hat. Laut Aussage meines Netzbetreibers (eNetz Südhessen) darf ein solcher Zähler dann (wenn mit 16mm2 im Schrank verkabelt) max. eine Dauerlast von ca. 30kW (ca. 44A) haben. Das habe ich auch nachrecherchiert und scheint zu stimmen.

Nun ist es so das eine Wohnung nach DINxxx so mit ca. 13 kW Aussetzbetrieb bewertet wird und dann in Verbindung mit einer Wallbox als Dauerleistung bewertet wird, siehe Aussage folgend:

"Durch den Anschluss einer Ladestation wird aus einem Aussetzbetrieb wie es für einen Haushalt üblich ist ein Dauerbetrieb. Die Ladestation wir mit dem Gleichzeitigkeitsfaktor 1 berücksichtigt., deshalb bewerten wir die Leistung mit 35 KW bei 22 KW, und 24 KW bei 11 KW Ladestation"

Damit müsste doch jeder hier (sofern er nicht im Auto wohnt :-) ) zwingend auch mit 13kW Wohnung + 22kW Wallbox die zulässigen 30kW für den Zähler überschreiten????

Jetzt meine Frage: Wie zum Teufel habt Ihr das hinbekommen einen 22kW Punkt ohne separaten Zähler zu betreiben?

Warum will ich den 2ten Zähler zwingend vermeiden: Wenn unsere PV Anlage dann mal installiert ist und ich auf Eigenverbrauch setze, dann muss ich ja zwingend bei 2 Zählern einen auswählen (entweder Wohnung oder Wallbox) auf den ich einspeise. Das ist für mich ein NoGo denn wenn ich schon eigenen Strom habe dann will ich den auch überall benutzen können.


Danke für eure Inputs, ich blicks jetzt echt nicht mehr

Gruß
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Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

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Warum unbedingt eine 22kW Wallbox?
Hast Du ein Fahrzeug, das diese Ladeleistung nutzen kann?
Wenn Auto und PV-Anlage zusammenkommen ist schnell der Wunsch nach PV-geführtem Laden da. Dieselbe Technik ist prinzipiell auch für ein Lastmanagement notwendig.
Also wenn unbedingt 22kW, dann mit Lastmanagement auf 30kW /44A am Hausanschlusspunkt anmelden.
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Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

Loxodan
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Danke für deinen Beitrag. Habe eine konkrete technische Frage gestellt und verstehe nicht ganz was dein Sinnhaftigkeits Beitrag jetzt dazu beitragen soll zu klären weshalb und mit welcher technischen Begründung das anderswo in derselben Ausführung genehmigt wird.

Aber um deine Fragen, auch wenn es nichts zur Sache tut zu beantworten: Der Haushalt hat 2 Fahrzeuge welche 22kW AC Onboard Lader haben und habe eine Wallbox mit 2 Ladepunkten. Damit stehen am Ende mit 22kW je Fahrzeug beim gleichzeitigen Laden (wenn man es mal der Einfachheit halber halbiert) 11kW zur Verfügung die ich auch haben will.

Sorry wenn ich so direkt bin, aber viele Beiträge wären wesentlich kürzer wenn man nur schreibt wenn man auf eine konkrete Frage auch eine konkrete Antwort geben kann, Nehms mir nicht krumm :-)

Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

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Ich habe hier schon öfters Anfragen zu Installation von 22kW Ladeboxen gelesen, bei denen später herauskam, dass die Fahrzeuge "nur" 11kW laden können. Daher als erstes die Frage zur Sinnhaftigkeit.
Ich habe bei mir eine Ladesäule mit 2x22kW an einem separaten Hausanschluss mit 30kVA (Grundausstattung ohne zusätzlichen Baukostenzuschuss) mit Lastmanagement auf 30kW angemeldet und problemlos genehmigt bekommen.

Ein separater Zähler hat sich angeboten, da dieser als abschaltbare Last mit verringerten Netzentgelten betrieben werden soll.
Zusätzlich kann ich PV-Laden über eine einphasige Wallbox, die über eine vorhandene Verteilung in der Garage am normalen Hauszähler hängt.
Zuletzt geändert von E-lmo am Fr 29. Jul 2022, 21:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

Steinhard
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a) Gibt auch Zähler die mehr Leistung zählen können.
b) man könnte auch ein Lastmanagement installieren um die 30,x kW nicht zu reißen, wenn der NB darauf besteht
Ich betreibe bspw. an einem solchen Zähler (noch älter Ferraris-Zähler) der für das Hauslichts da ist (also vornehmlich Strom für die Thermen und eben Kleinkram) eine Ladeinfrastruktur. Habe dem NB gesagt, dass diese auf 27kW mittels Lastmanagement gedrosselt wird. Der Rest ist dann für Hauslichts da. Das war kein Problem.

Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

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Die 44 A stehen in neueren TAB. Es gibt sogar direktmessende Zähler für 100 A, wird heute von den VNB nicht mehr genehmigt.
Betreibe deine Wallbox doch offiziell mit einer Drosselung so dass die 44 A theoretisch nicht überschritten werden.

Alternativ Wandlermessung, da kostet dich aber alleine der Kleinwandlerschrank rund 3000 €, damit gehen dann 100 A. Die größere Wandlermessung (bis 250 A) ist noch etwas teuerer.

Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

electrifylife
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Deine 44A sind halbwegs richtig, es wird dann aber ein 50A SLS verbaut, etwas mehr Spielraum ist also da. Das reicht für eine 22kW Wallbox und Wohnung auch locker aus, denn die Wohnung braucht nie 18A auf allen Phasen. Ich nutze sogar 2x11kW mit 35A SLS, allerdings mit dyn. LM.

In der Praxis wird das aber bei den wenigsten Wohnungen möglich sein, denn dazu darf das Zählerfeld nur einfach belegt sein. In den meisten Mehrfamilienhäusern sitzen da aber zwei Zähler und damit sind nur noch 32/35A Dauerbetrieb erlaubt.

Ansonsten ist es in der Praxis auch so, dass viele Elektriker nicht berücksichtigen, dass für Dauerbetrieb / Wallbox andere Grenzen gelten. Du hast das aber gut analysiert, sehr gut, sieht man selten!


Die 50A Dauerbetrieb sind dann auch die Grenze für direktmessende Zähler. Leider. Technische Gründe dafür gibt es nicht, ich nutze direktmessende MID Zähler, die 100A können. Damit erschwert man einige sinnvolle Anwendungen, zum Beispiel wären in manchen Gebäuden Durchlauferhitzer eine energetisch sinnvolle Option.


Edit: alternativ wird auch immer mal wieder ein separater Zähler installiert, an dem dann die Wallboxen aller Stellplätze hängen. Alternativ könnte man auch ein dyn LM für den Wohnnungszähler UND den Hausanschluss realisieren

Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

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Geht es denn nun eigentlich um eine Wohnung oder um ein Haus? "Unsere PV Anlage" klingt wieder so nach Einfamilienhaus...

Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

Loxodan
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Danke zunächst für eure rege Teilnahme. Was ich aber rauslesen kann ist tatsächlich das es wohl auch regionale und individuelle recht unterschiedliche Auslegungen geben kann.

Wie gesagt rein technisch sehe ich auch kein Problem, aber wir (oder besser mein Elektriker) muss ja zwingend eine Anmeldung (bzw. bei 22kW eine Anfrage) machen und wenn da Wallbox angekreuzt ist wird halt vom VNB die 13kW Wohneinheit automatisch auf Dauerlast mitgerechnet was in Summe zwangsläufig über die 30kW kommt die der Zähler Dauerlast kann (bzw. laut VNB haben darf) , daran kommt man nicht vorbei auch wenn die Verdrahtung und Auslegung vor dem Zähler mehr kann und der Elektriker, einige von euch und auch ich anders mit Sachverstand bewerten.

Da sehe ich auch den Fehler: Wieso wird eine 13kW Aussetzlast plötzlich auch zur Dauerlast wenn ich parallel z.B. eine Wallbox betreibe (--> Auszug Anmeldeformular: Gewerbeanwendung, Direktheizung, Elektrospeicher, Elektromobilität, Erzeugungsanlage) dass ist völligster Unsinn denn das Nutzungsverhalten der eigentlichen Wohneinheit (Aussetzlast) wird ja Null Komma Null davon beeinflusst. Für mich reine Willkür um neue Zähler und Abhängigkeiten zu erzeugen. Wir hatten früher mal einen 22kW Durchlauferhitzer und das war nie ein Problem. Hätten wir den mal nie abgemeldet :-(

Tatsächlich habe ich auch gesehen das die direktzählenden 100A Zähler auch durch Links beim VNB noch ersichtlich sind, das wäre am Ende eine bzw.
DIE Lösung.
Leider habe ich nirgendwo im Netz gefunden wie die verdrahtet werden müssten, nehme mal an mindestens 20mm2, weiß das jemand?
Es wurde auch geschrieben das diese nicht mehr genehmigt werden, gibt's dazu ein Begründung?

Es kam noch die Frage nach Wohnung. Sorry das war missleading geschrieben, ist tatsächlich ein kleines Einfamilienhaus, aber auf den Formularen der Netzanmeldung heute läuft das auf 1 "Wohneinheit 13kW", das wäre das richtige Wort gewesen.

Also ich komme zu dem Schluss das mit vollen 22kW hier in dem Gebiet die einzige Lösung mit einem Zähler auszukommen die Aufrüstung auf 100A Direktzähler wäre (werde ich mal prüfen), Wandlerzähler wäre dann ja wirtschaftlich der Supergau.

Danke und Gruß

Re: Wie kann 22kW ladepunkt ohne separater Zähler überhaupt funktionieren?

electrifylife
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Hä? Da stimmt jetzt doch einiges nicht:

Dauerbetrieb ist schon richtig. Du lädst mehrere Stunden, der Durchlauferhitzer läuft aber nur ein paar Minuten.

Deine Rechnung ist aber trotzdem falsch, du bekommst den Anschluss, den der Elektriker beantragt (vorausgesetzt der VNB kann den bereitstellen). Und in deinem Szenario reichen die 50A vollends aus. Wenn du daran Zweifel hast, dann investierst du eben ein paar Euro in ein LM.

Dass der VNB fordert, dass mehr Anschlussleistung beantragt wird, habe ich noch nie erlebt … :D

Es war auch schon immer so, dass es entweder Dauerbetrieb oder Aussetzbetrieb ist, eine Kombi gibt es nicht.
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