Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Es kommt eigentlich auch noch auf die Verlegeart an. In Dämmmaterial geht nicht ganz so viel beispielsweise.
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Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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@Harrona
Dein Link zirkuliert hier im Forum und ist wohl mit ein Grund warum Laien glauben es kommt auf die Länge des Kabels an.
Zunächst einmal stammt der Link von einer fraglichen Quelle, ja es wird nicht mal erklärt wie sie auf ihre Längenempfehlungen kommen.
Das kann ich dir jedoch sagen. Sie gehen von dem in der DIN VDE Empfohlenen max. Spannungabfall von 3% zwischen Hausanschluss und Steckdose aus. Umso größer der Leiterquerschnitt und umso kleiner die Stromstärke umso kleiner ist der Spannungsabfall und umso größer damit die zulässige max. Leitungslänge.
Nebenbei haben sie noch nicht einmal berücksichtigt das die Werte nur fürs einphasige Laden gelten, beim dreiphasigen Laden halbiert sich der Spannungsabfall (bzw. verdoppelt sich die zulässige Leitungslänge) weil im "Rückleiter" (=N Leiter) kein Strom fließt.
Aber diese <3% Empfehlung ist völlig Irrelevant. Nicht nur weil deinem Boardlader die Eingangsspannung in einem großen Spannungsbereich egal ist, sondern weil schon die Netzspannung die beim Hausanschluss ankommt einen viel größeren Spannungsbereich aufweist. (Je nach dem ob dein Haus direkt nach dem Netztrafo angeschlossen ist oder erst am Ende der Häuserreihe.) lt. Norm sind sogar +/-10% also 230V+/-23V erlaubt!!!

Wie gesagt, man braucht sich um die Kabeldimensionierung nicht zu kümmern!
(Bei vorhandener Schukosteckdose oder CEE16rot-Dose wird man sowieso das alte Kabel so lassen. Wenn man noch keinen Stromanschluss hat und daher ein neues Kabel zum Ladepunkt legen muss, dann wird sinnloserweise ein dickes Kabel gelegt weil es eh kaum mehr kostet.)

Und weil halt momentan lange Lieferzeiten auf Elektroautos sind, wird halt auch über die optimale Dimensionierung von Leiterquerschnitten lange nach gedacht. ;)

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Das müsste jemand einmal überprüfen, aber ich könnte mir vorstellen, dass die On-Board-Ladegeräte zumindest teilweise mit Spannungen von 100 bis 250 Volt umgehen können, so dass das gleiche Ladegerät in Europa und Nordamerika verwendet werden kann.
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Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

MuchToDo
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Alles Wichtige wurde schon gesagt, ich werde nur meine Anlage und die Gedanken dazu vorstellen. Vorabinformation: PV Anlage mit 5,2 KW auf dem Dach und die Idee, so viel selbst erzeugten Strom wie möglich zu nutzen.

Der erste BMW i3 kam im Dezember 2018, die Wallbox einen Monat später Januar 2019 (Mennekes Amtron Xtra C22). Grund der raschen Anschaffung: durch Förderung des Landes NRW in Höhe von 1.000 EUR (1.100 EUR Materialkosten) kostete mich die Lösung incl. Installation durch einen Elektromeister (Steuerermäßigung als "haushaltsnahe Dienstleistung) rund 1500 EUR.
Direkt unter die Wallbox gehängt wurde für den von BMW mitgelieferten Ladeziegel eine 220V Steckdose, ebenfalls vom Elektriker.
Dadurch ergeben sich für mich folgende Möglichkeiten, die ich auch alle nutze bzw. optional nutzen werde.

Für zukünftige Fahrzeuge mit mehr als 11 KW AC Ladung die 22 KW, die ich dann allerdings vom Netzbetreiber genehmigen lassen muss.

11 KW der Amtron, wenn es wirklich schnell gehen soll (in zwei Jahren bisher eher die Ausnahme).

4,5 KW der Amtron (Begrenzung auf 6 A in der Mennekes App), wenn die PV-Anlage volle Leistung bringt oder für 2 Stunden vor Abfahrt im Winter zur Akku-Konditionierung und die Temperierung des Innenraums (i3 steht im Carport); die Haupt- und Nebenstrom-Einstellungen der Mennekes-App dient dabei als Timer bzw. Schaltzeituhr (ca. 40% der jährlichen Leistung)

2,5 KW des Ladeziegels bei mäßigem Ertrag der PV-Anlage (ca. 60%)

Der Arbeitspreis meines Anbieters beträgt 25,9 Cent/KWh. Für den selbst genutzten Strom meiner PV-Anlage zahle ich effektiv rund 17,5 Cent (Einspeisevergütung 39,5 Cent/KWh; Bonus für jede selbst genutzte KWh 25 Cent, also 14,5 Cent plus 19% MWSt)

Gemittelt komme ich über das gesamte Jahr auf einen Kurs von 20 Cent/KWh. Der Anbieter vor Ort verlangt für's Laden incl. der Einmalgebühr bzw. Stundenpauschale ca. 45 Cent. Bei 10.000km kostet mich das Laden zuhause rund 400 EUR pro Jahr weniger, und ich habe die Kosten für die Wallbox in knapp 4 Jahren raus. Allerdings wäre es auch ohne Wallbox gegangen, aber allein der Komfort (s.o.) und die Sicherheit, auch einmal schnell laden zu können, rechtfertigt für mich die Anschaffung. Der nächste BMW i3 ist bestellt und kommt im Dezember 2020 und ich plane für die nächste Jahre fest mit der E-Mobilität, bis.....die Wasserstofflösung Sinn macht. Mit fast 70 werde ich das aber wohl nicht mehr erleben.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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  • JoDa
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@MuchToDo
Danke für den ausführlichen und nichts beschönigenden Erfahrungsbericht.
Sieh es Positiv:
Für den selbst genutzten Strom deiner PV-Anlage zahlst du nichts, sondern bekommst du nur weniger. (Bonus für jede selbst genutzte kWh = 25 Cent, Einspeisevergütung = 39,5 Cent/kWh)

Mein Senf dazu:
Hab auch eine 5,28kW PV auf dem Dach (5kW Nennleistung ist in Privathaushalten in Österreich am Häufigsten) und hab noch einen alten PV Fördertarif bis 2027 wo man fürs Einspeisen mehr bekommt, als für den Bezug (Ist in Ö für Privathaushalte nicht üblich. :) ).
Ab 2027 werde ich nach derzeitigem technischen Stand mit dem Schuko-Ladekabel über Nacht bzw. mit der "Zeitschaltuhr" des Boardcomputers laden um einen möglichst großen Teil der Ladeenergie von der eigenen PV zu beziehen. (Wenn ich den alten PV Fördertarif nicht hätte, würde ich jetzt einphasig mit 16Ampere laden, da der Lader meiner alte ZOE Q210 bei niedrigen Ladeströmen hohe Verluste aufweist.)

Wenn ich überlege was sich alles bei den Ladelösungen verändert hat, seit ich mir 2014 die ZOE gekauft habe, dann kann ich mit gutem Gewissen sagen:
,, Es ist müßig vergangene Entscheidungen zu Rechtfertigen, oder jetzt darüber Nachzudenken welche Ladelösungen wahrscheinlich in 5 Jahren verwendet werden."

PS: Auch wenn das momentan die deutsche und die österreichische Regierung anders sehen, werden wir beide die Verdrängung der Batterieelektrischen Autos BEVs durch die Brennstoffzellen Elektroautos FCEV nicht erleben.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

Orion
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JoDa hat geschrieben: Aber diese <3% Empfehlung ist völlig Irrelevant. Nicht nur weil deinem Boardlader die Eingangsspannung in einem großen Spannungsbereich egal ist, sondern weil schon die Netzspannung die beim Hausanschluss ankommt einen viel größeren Spannungsbereich aufweist. (Je nach dem ob dein Haus direkt nach dem Netztrafo angeschlossen ist oder erst am Ende der Häuserreihe.) lt. Norm sind sogar +/-10% also 230V+/-23V erlaubt!!!
Wieder jemand, der den Grund für diese Normenempfehlung nicht verstanden hat.
Die 3% beziehen sich auf die Differenz zwischen Hausanschlusskasten und dem Endstromkreis. Ob dann 220 oder 230V im Netz anliegen ist völlig egal.
3% sind eine gut gemeinte Empfehlung zur Auslegung des Kabelquerschnitts. Du kannst jederzeit ein dünneres Kabel verlegen[*], wenn du mit mehr Spannungsfall leben kannst. Bei deiner Garagenbeleuchtung sind auch 20% Spannungfall okay, leuchtet die alte Glühbirne eben etwas dunkler.
Und der Wechselrichter im Auto kann bestimmt auch mit 200 Volt noch umgehen. Den Verlust auf der Leitung spürst du dann halt in deinem Geldbeutel und das wars.


[*]So lange du die Abschaltbedingung im Fehlerfall noch einhälst!
2016: Reichweiten-Angst. 2018: Ladesäulen-Angst. 2020: Liefer-Angst. 2022: Ladepreis-Angst.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Orion hat geschrieben: Wieder jemand, der den Grund für diese Normenempfehlung nicht verstanden hat.
Wieder jemand, der nicht verstanden hat,
dass man alleine mit der "3% Regel" den Kabelquerschnitt nicht dimensionieren kann.
dass es finanziell keinen Sinn macht den Kabelquerschnitt zu groß zu dimensionieren.
was es mit der "Abschaltbedingung im Fehlerfall" auf sich hat.

Da können die Falschaussagen noch so oft unterstrichen werden.
Leider nützt es nichts es Richtig zu stellen, da jemand nicht einmal den zitierten Beitrag verstanden hat.
:evil:

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

Orion
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dass man alleine mit der "3% Regel" den Kabelquerschnitt nicht dimensionieren kann.
Habe ich auch nicht behauptet.

Deswegen ist es auch dem Fachmann zu überlassen, ein Kabel zu dimensionieren.
Es darf auch bei kurzen Kabeln nicht zu dünn sein, damit es Betriebsstrom tragen kann.
Und bei großen Längen ist zusätzlich auch die Netzimpedanz zu beachten, um die Abschaltung im Fehlerfall sicherzustellen.
Die Einhaltung des Spannungsfalls ist dann drittrangig.

Hier sind alle 3 Kriterien nicht eingehalten:
Leitung_15mm.png

Passt:
LeitungB2_25mm.png
LeitungB2_25mm.png (11.13 KiB) 933 mal betrachtet
2016: Reichweiten-Angst. 2018: Ladesäulen-Angst. 2020: Liefer-Angst. 2022: Ladepreis-Angst.

Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

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Orion hat geschrieben: Hier sind alle 3 Kriterien nicht eingehalten:
Eine Kabellänge von 45m ist in einem EFH ist mehr als selten. Bis 36 m werden bei 1,5² und 16 A 3-phasig die 3% Empfehlung eingehalten. Die Werte wurden bei dem Beispiel so gewählt nur um zu belegen, dass man 2,5² verlegen muss. Weder 36 noch 45 m sind realistische Werte für ein EFH. Natürlich kann es mal eine Ausnahme geben aber dann sind die Kosten der Verluste wesentlich geringerer als die Verlegung einer neuen Zuleitung. Da kann man besser die max. Ladeleistung auf 10 oder 9 kW reduzieren und hat dadurch eine höhere Einsparung. Bei Bedarf könnte man dann die Leistung auf 11 kW anheben. Aber man wird in der Praxis den Unterschied zwischen 9 und 11 kW gar nicht bemerken da man den Akku nie leer fährt.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Zu Hause laden - Ein Ratgeber

Oldy62
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Ich würde ja einen Kabelquerschnittsthread empfehlen, denn dass hier langweilt ungemein. Da können die Kündigen sich die Formeln um die Ohren hauen.
VW e-up in Rot als Lagerfahrzeug inkl. CSS, Ladeziegel, Mode2-Kabel. Gekauft am 30.07.20, Abholung 18.8.20
Nachrüstung: Alu-Felgen,Tempomat, Fenster-Mautfunktion, Dichtlippe im Motorraum
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